Kreuzwertheim in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungsge-
meinschaft:
Kreuzwertheim
Koordinaten: 49° 46′ N, 9° 31′ O
Höhe: 140–300 m ü. NN
Fläche: 20,04 km²
Einwohner: 3883
Bevölkerungsdichte: 194 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97892
Vorwahl: 09342
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 151
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lengfurter Str. 8
97892 Kreuzwertheim
Webpräsenz: www.kreuzwertheim.de
Bürgermeister: Horst Fuhrmann (CSU)

Kreuzwertheim ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kreuzwertheim. Der Ort liegt im Maintal am Rande des Spessarts gegenüber der baden-württembergischen Stadt Wertheim.

Geografie

Ortsteile

mit Jahr der Eingemeindung und Einwohnerzahl

  • Kreuzwertheim
  • Unterwittbach, 1977, ca. 250 Ew.
  • Wiebelbach, 1972, ca. 190 Ew.
  • Röttbach, 1978, ca. 540 Ew.

Es existieren folgende Gemarkungen: Kreuzwertheim, Röttbach, Unterwittbach, Wiebelbach.

Geschichte

Die Besiedlung der Gemarkung geht bereits bis in die Steinzeit zurück (Steinbeilfunde). Die ersten bekannten Bezeichnungen der Siedlung lauten "Werdheim", was soviel bedeutet wie "Heimstatt am sicheren Ufer", so dass auf die Lage am Main hingewiesen wird. Die erste urkundliche Erwähnung fand (sehr wahrscheinlich) bereits um 749 statt (als Streubesitz des Klosters Fulda). "Werdheim" entwickelte sich zur Urpfarrei des südöstlichen Spessartraumes. Diese unterstand zunächst dem Bischof von Würzburg, und auf ihn ging schließlich auch die Marktrechtsverleihung durch König Heinrich II. vom 22. Oktober 1009 zurück. Zwei steinerne Türme der frühen Ortsbefestigung, ein markantes steinernes Kreuz mit dem irischen Sonnenkranz auf dem Kirch- und Marktplatz und die kleine Wehrkirche, deren Ursprünge bereits in der Zeit der Christianisierung liegen, erinnern noch an diese Zeit. Ab dem frühen 12. Jahrhundert nannte sich ein Zweig des Adelsgeschlechts der Reginbodonen nach Wertheim. Dieses Adelsgeschlecht ließ auf der linken Mainseite eine neue Wehranlage errichten, so dass sich in ihrem Schutz eine neue Ansiedlung entwickelte, die bald die Bezeichnung "Werdheim" übernahm. 1192 ist die heutige Stadt Wertheim erstmals als "Suburbium castri Wertheim" erwähnt, um 1200 wird sie als "oppidum" und 1244 als "civitas" bezeichnet (Vgl. hierzu auch Wertheim) Seit dieser Zeit finden sich zur besseren Unterscheidung der beiden Siedlungen Ortsnamen, die auf das steinerne Kreuz auf dem Marktplatz Bezug nehmen: "Crucwertheim", "Heiligen-Creuzeswertheim" oder auch einfach "Creütz". Diese Bezeichnung ist übrigens bis heute im Volksmund üblich. Nachdem Wertheim 1306 die Stadtrechte verliehen bekam, geriet der alte Siedlungsteil auf der anderen Mainseite endgültig ins Hintertreffen und die alten Marktrechte büßten mehr und mehr an Bedeutung ein. Die Pestepedemien taten ein übriges und Kreuzwertheim verfiel in einen Jahrhunderte andauernden Dornröschenschlaf.

Das ehemalige Amt der Grafen Löwenstein-Wertheim wurde 1806 zugunsten des Fürstentums Aschaffenburg des Fürstprimas von Dalberg mediatisiert und fiel mit dessen Fürstentum (damals Departement Frankfurt) 1814 an Bayern.

Heute sind vor allem der Kirchplatz mit dem noch immer erhaltenen Marktkreuz, die umliegenden Gassen, die alte Wehrkirche, das 1594 erbaute Wohnhaus des Schultheißen (Bürgermeisters) Peter Herrschaft, ein schöner Ziehbrunnen sowie die Reste der alten Ortsbefestigung sehenswert. Darüber hinaus ist das stattliche Schloß, ehemals erbaut als Witwensitz und bis heute Wohnsitz der Fürstenfamilie zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, markanter Teil des Ortsbildes.

Wer sich für die Geschichte des Ortes interessiert, dem sind die Heimatbücher des verstorbenen Heimatforschers Peter Hofmann empfohlen.

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet des Marktes wurden 1970 3.186, 1987 dann 3.562 und im Jahr 2000 3.850 Einwohner gezählt.

Politik

Bürgermeister

1996 bis heute Horst Fuhrmann, CSU

1984 bis 1996 Christa Schoenberg, CSU

1978 bis 1984 Gerald Amarell, Freie Wählervereinigung

1972 bis 1978 Hans Schneider, CSU (†1978)


Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2842 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1021 T€.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 1046 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 150 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1434. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 8 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 17 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 305 ha, davon waren 295 ha Ackerfläche und 7 ha Dauergrünfläche.

Bildung

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 150 Kindergartenplätze mit 133 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 25 Lehrern und 441 Schülern



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Informationsportal über Kreuzwertheim in Bayern - 25.5.2012