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Ladenburg ist eine Stadt am Neckar im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg (Deutschland) mit spätmittelalterlicher Altstadt. GeografieGeografische LageDie Stadt liegt in 96 bis 106 Metern Höhe in der Oberrheinischen Tiefebene am Neckar nördlich der Mündung des Kandelbachs. Die nächst größeren Städte sind jeweils etwa 11 km entfernt, Heidelberg im Südosten und Mannheim im Nordwesten, mit denen es keinen direkten Grenzverlauf gibt. NachbargemeindenLadenburgs Stadtgebiet grenzt im Westen, neckarabwärts an Ilvesheim, im Norden an Heddesheim, der Hirschberger Ortsteil Leutershausen folgt im Nordosten zum Odenwald hin, südlich von Leutershausen folgen die Bergstraßengemeinden Schriesheim direkt im Osten und Dossenheim im Südosten. Der Flussverlauf des Neckars bildet die Grenze zu Edingen-Neckarhausen GeschichteDie Erstbesiedlung erfolgte zwischen 3000 v. Chr. und 200 v. Chr. Ladenburg bestand zunächst als keltische Siedlung Lokudunom (= "Seeburg"), später als Römerstadt Lopodunum. Im Jahr 98 wurde der Siedlung unter Kaiser Trajan das Stadtrecht verliehen. Ladenburg war 200 v. Chr. keltisches Zentrum, dann römischer Hauptort der »Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium«. Später war es fränkischer Königshof und Residenz der Wormser Bischöfe. In der Neuzeit sank Ladenburg zwischen den neuen Zentren Mannheim und Heidelberg zur kleinen Provinzstadt ab. Chronologie
PolitikGemeinderatDer Gemeinderat von Ladenburg hat 22 Mitglieder. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 13. Juni 2004 wie folgt dar:
JugendgemeinderatVom ehemaligen Direktor des Carl-Benz-Gymnasiums, Herrn Heinz Gindner, wurde der Entwurf eines Jugendgemeinderats in die Tat umgesetzt. Jeder Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren besitzt aktives und passives Wahlrecht. Die Wahl fand im Juni 2006 statt. Die 63 Kandidaten, die sich vor Ablauf der Frist zur Wahl gestellt haben, vertreten ein eigenes, außerparteiliches ,,Wahlprogramm". Der Gedanke war in Ladenburg nicht neu. Im Vorfeld gab es bereits div. parteiliche und überparteiliche Initiativen. WappenBlasonierung: Das Wappen ist schrägrechts geteilt von silber und blau. Davor ein rotes Stadttor mit zwei Türmen. An der Hauptstelle befinden sich zwei gekreuzte Schlüssel. Bedeutung: Die Farben Silber und Blau stehen für die Kurpfalz. Die gekreuzte Schlüssel stammen aus dem Wappen des Bistums Worms Städtepartnerschaften
Kultur und SehenswürdigkeitenMuseenLobdengau-MuseumDas Lobdengau-Museum befindet sich im Bischofhof (mit Freilichtmuseum) und hat die Schwerpunkte: Archäologie, Stadtgeschichte und Volkskultur. Vor dem Museum steht die Kopie einer Jupitergigantensäule, deren Original im Museum steht. Auf dem Sockel sind die vier wichtigsten römischen Gottheiten dargestellt:
Die vier Frauenköpfe oberhalb stehen für die vier Jahreszeiten, die jüngste für den Frühling, die Frau mit dem Kopftuch für den Winter. Ganz oben reitet der Göttervater einen Giganten nieder, ein Zeichen des Siegs der Römer über die Barbaren. Als die Alamannen um das Jahr 220 in Ladenburg eindrangen, stürzten sie diese Säule um. Der Römer Novanius Augustus ließ sie aber renovieren und stellte sie wieder auf. Als die Alamannen 40 Jahre später wieder kamen, zerschlugen sie die Säule und warfen sie in einen Brunnen. Dadurch blieb sie erhalten und wurde beim Neubau eines Hauses entdeckt. Automuseum Dr. Carl BenzDas Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg zog 2005 um: Neues Domizil der Sammlung sind die fast 100 Jahre alten Fabrikhallen von C. Benz Söhne. Die historische Fabrik, in der zum Anfang des 20. Jahrhunderts Automobile der Marke C. Benz Söhne gebaut wurden, ist mit Unterstützung der DaimlerChrysler AG saniert worden und bietet den motorgeschichtlichen Exponaten des Sammlers Winfried A. Seidel einen angemessenen Rahmen. Das Wohnhaus der Familie Carl Benz, dem Erfinders des Automobils bzw. älteste Autogarage der Welt (Museum jetzt in den Fabrikhallen von C. Benz Söhne) BauwerkeStadtbefestigungReste der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit Hexenturm und Martinstor St. Gallus-KircheVor der St. Gallus-Kirche mit einer Krypta aus dem 11. Jahrhundert befand sich das Forum der Stadt Lopodunum. An dieser Stelle stand die zweitgrößte Marktbasilika nördlich der Alpen mit Ausmaßen von 72 auf 28 Meter. Marktplatz mit MarienbrunnenBereits im 19. Jahrhundert stand auf dem Marktplatz eine barocke Mariensäule. Der Pfarrer und ein Teil seiner Gemeinde favorisierten gegen dem Widerstand der Mehrheit eine Kreuzigungsgruppe. In einer Nacht des Jahres 1873 wurde die Madonna durch anonyme Täter vom Sockel gestürzt. Die Trümmer wurden an der Friedhofsmauer begraben. Eine Kreuzigungsgruppe gab es dennoch nie. Die Stiftung der Zahnarztwitwe und Pianistin Anna Hauber brachte die Stadt auf den Gedanken, den Marktplatz wieder mit einem Denkmal zu verschönern. Nach langwierigen Diskussionen fiel 1976 die Entscheidung schließlich für einen Marienbrunnen nach dem alten Vorbild. Rathaus und DomhofAn der Stelle des früheren Domhofs steht heute der vordere Teil des Rathauses. Der Domhof war ursprünglich ein Adelshof, dann seit 1423/24 im Besitz der Wormser Bischöfe. Er brannte an Ostern des Jahres 1962 völlig ab. Auf dem Platz stehen Figuren des Bischofs und des Kurfürsten, die sich um die Rechte an der Stadt streiten, der Kurfürst leicht amüsiert, der Bischof abwehrend. Es wird hier auf das Kondominat der Jahre 1385 bis 1705 angespielt. Daneben befinden sich noch Figuren eines römischen Soldaten, der die Stadtrechte verkündet, und das arbeitende Volk in Gestalt des Wasserschöpfers, der sein Hinterteil der im Rathaus sitzenden Obrigkeit entgegen hält. Sonstige Bauwerke
ParksIm Rahmen des Grünprojekts 2005 wurde am Südostende von Ladenburg eine Parkanlage errichtet. Diese trägt heute den Namen „Der grüne Ring” und wurde zu Deutschlands schönstem Park 2006 gekürt. Wirtschaft und InfrastrukturIn Ladenburg befindet sich seit 2006 die integrierte Leitstelle Rhein-Neckar von Feuerwehr und Rettungsdienst - zuständig für Heidelberg, den Rhein-Neckar-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis und Mannheim (hier nur Rettungsdienst). VerkehrMit Edingen-Neckarhausen verbindet Ladenburg eine Fähre. Diese Verbindung existiert schon seit dem Mittelalter, ist mindestens seit 1483 nachgewiesen. Etwas weiter flussabwärts kann die Eisenbahnbrücke auch von Radfahrern und Fußgängern mitbenutzt werden. Das Bauwerk aus rotem Sandstein mit mehreren Bögen (s. Bild ganz oben) wurde 1848 errichtet und ist Teil der Eisenbahnverbindung von Darmstadt über Weinheim zum Knoten Mannheim-Friedrichsfeld. Direkt am Ende der Brücke liegt der Ladenburger Bahnhof, der vom Nahverkehr bedient wird. Beim Industriegebiet in der Weststadt führt eine Straßenbrücke mit der L 542 über den Neckarkanal auf die Ilvesheimer Insel. Im Osten besteht Anschluss an die A 5. Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Literatur
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