Lamerdingen in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungsge-
meinschaft:
Buchloe
Koordinaten: 48° 5′ N, 10° 44′ O
Höhe: 596 m ü. NN
Fläche: 34,24 km²
Einwohner: 1845
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86862
Vorwahlen: 08241 (Dillishausen) und 08248 (Lamerdingen, Klein- u. Großkitzighofen)
Kfz-Kennzeichen: OAL
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 145
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Lamerdingen
Hauptstr. 6
86862 Lamerdingen
Webpräsenz: www.lamerdingen.de
Bürgermeister: Hanspeter Eberhard (Freie Wählerver. Dillishausen)

Lamerdingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe.

Geografie

Lamerdingen liegt in der Region Allgäu in Mittelschwaben.

Gliederung des Gemeindegebietes

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Lamerdingen, Dillishausen, Großkitzighofen und Kleinkitzighofen mit den gleichnamigen Dörfern.

Nachbargemeinden

Das Gemeindegebiet grenzt im Uhrzeigersinn von Norden aus gesehen an folgende Gemeinden und Landkreise:

Gemeinde Langerringen (Landkreis Augsburg)

Gemeinde Hurlach (Landkreis Landsberg a. Lech)

Gemeinde Igling (Landkreis Landsberg a. Lech)

Stadt Buchloe (Landkreis Ostallgäu

Gemeinde Amberg (Landkreis Unterallgäu)

Gemeinde Ettringen (Landkreis Unterallgäu)

Geschichte

Lamerdingen ist als alemannnische Ursiedlung anzusehen. Hierauf weisen der Name, bei den Leuten des Lademout, und die Lage an einer sehr alten mit -ingen Orten besetzen Straße hin (sog. „Hochstraße” von Augsburg nach Buchloe).

Der Name entwickelte sich allmählich aus Lademutinga, im 11. und 12. Jahrhundert über Lademütingen-, -matingen usw. , bis er erst im 16. Jahrhundert vereinzelt und ab dem 19. Jahrhundert überwiegend als Lamerdingen vorherrscht. Die Lademutinger waren freie Männer, die das Recht des Waffentragens noch bis in das späte Mittelalter wahrten. Eine größere Zahl von Gütern wird bei Vorkäufen als frei, unvogtbar und undienstbar bezeichnet. Es lassen sich für das hohe Mittelalter in Lamerdingen Edle aus verschiedenen Stämmen (Balzhausen – Schwabeck, Ursing – Ronsberger, Welfen) nachweisen.

Lamerdingen war schon im 11. Jahrhundert eine Pfarrei, deren Einkünfte dem Stift St. Peter in Augsburg zustanden. Die Pfarrkirche St. Martin wurde bereits 1067 genannt; sie dürfte im Kern noch aus dem 12./13. Jahrhundert stammen. Um 1500 erfolgten Erweiterungsarbeiten am Turm, Chor, Langhaus und 1736/38 ein Umbau des Langhauses mit innerer Umgestaltung durch Michael Stiller sowie Anbau von Sakristei und Vorhalle. Die Kirche inmitten des Friedhofes, an der 1893 und 1939 Restaurierungsarbeiten ausgeführt wurden, mit dem 1968/69 neu erbauten Pfarrhof gibt dem Dorf eine besondere Note. Der Ort Lamerdingen gehörte bis zur Säkularisation (1803) zum Hochstift Augsburg. Seit der Säkularisation und dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden im Jahr 1970 insgesamt 1604 Einwohner gezählt. Im Jahr 1987 wohnten 1589 Einwohner und im Jahr 2000 insg. 1728 Einwohner in der Gemeinde. Am 1. Januar 2005 lebten 1866 Einwohner in der Gemeinde Lamerdingen.

Diese teilen sich in folgende Dörfer auf:

  • Lamerdingen 764,
  • Großkitzighofen 442,
  • Dillishausen 350,
  • Kleinkitzighofen 310.

Geschichte der Gemeindeteile

Großkitzighofen

folgt nach

Kleinkitzighofen

folgt nach

Dillishausen

folgt nach

Politik

Bürgermeister ist Hanspeter Eberhardt (Freie Wählerver. Dillishausen). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Georg Weiß sen. (Freie Wählervereinigung).

2. Bürgermeister Reinhold Echtler

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder:

  • Reinhold Echtler, Lamerdingen
  • Josef Batzer, Lamerdingen
  • Arnold Jaser, Lamerdingen
  • Martin Käs, Lamerdingen
  • Helene Schönbach, Lamerdingen
  • Konrad Schulze, Lamerdingen
  • Georg Weiß, Dillishausen
  • Franz Heinzler, Dillishausen
  • Thomas Kreuzer, Kleinkitzighofen
  • Winfried Kastl, Großkitzighofen
  • Thomas Krimshandl, Großkitzighofen
  • Michael Leinsle, Großkitzighofen

Wappen

  • Wappenbeschreibung:
Gespalten von Rot und Silber mit von Rot und Silber gespaltenem Herzschild, vorne ein halber silberner Adler am Spalt, hinten aus der Spaltung wachsend oben drei schwarze und unten drei rote Spitzen.
  • Wappengeschichte:
Die Gemeinde Lamerdingen besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Lamerdingen, Dillishausen, Kleinkitzighofen und Großkitzighofen. Die Gemeinde führt dieses Wappen seit dem Jahr 1992. Der halbe Adler am Spalt ist dem Wappen des ehemaligen Kollegiatstifts St. Peter in Augsburg entnommen, das 1063 von Graf Schwiger von Balzhausen und Schwabegg gegründet wurde. Lamerdingen gehörte zum Ausstattungsgut dieses Stifts. Das Herzschild des Gemeindewappens stellt das Wappen des Hochstifts Augsburg dar und weist auf Dillishausen hin, das im 14. Jahrhundert an das Hochstift kam. Der hintere Teil des Wappens ist eine Kombination aus den ehemaligen Wappen von Kleinkitzighofen und Großkitzighofen. Die schwarzen Spitzen sind dem Wappen von Kleinkitzighofen, die roten Spitzen dem von Großkitzighofen entnommen. Die Spitzen stammen aus dem Wappen der Edlen von Rorbach (Rohrbach), die im 13. und 14. Jahrhundert als erste Ortsherren beider Ortsteile bezeugt sind.

Städtepartnerschaft

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die katholische Pfarrkirche St. Martin in Lamerdingen, die mit ihrem spätbarocken "Laternenturm" ein beliebtes Fotomotiv darstellt.

Die Freude der Menschen des Barockzeitalters am Guten und Schönen ist im inneren der Kirche verewigt worden. Der ganze lichtdurchflutete Raum versinnbildlicht Hoffnung, fromme Bewunderung und Zuversicht der Gläubigen, die ihrem Gott damals nicht furchtsam, sondern mit hingebungsvoller Begeisterung gegenübertraten und bereit waren, jedmöglichen Aufwand zu seiner Verherrlichung aufzubringen.

Die Pfarrkirche St. Martin in Lamerdingen wurde um 1500 (Gotik) neben der Vorgängerkirche neu erbaut und in den Jahren 1737–1738 im Stil des Rokoko umgebaut. Aus dieser Zeit stammen die prächtigen Stuckarbeiten von Matthias Stiller aus Ettringen und die Fresken des aus der Augsburger Schule stammenden Malers Johann Georg Lederer. Im Altarraum ist im Hauptfeld die „Himmelfahrt Mariens” dargestellt. Im Langhaus zeigt das große Deckenfresko „Tod und Verklärung des Hl. Martin”. Die Kirche von Lamerdingen zählt mit ihren Kunstwerken (Bildern, Figuren, Altären, Bänken, Stuck und Fresken) und ihrem einheitlichen barocken Erscheinungsbild zu den qualitätvollsten Landkirchen der Region.
Im Untergeschoss des Turmes, der schon zur Vorgängerkirche gehörte befinden sich noch Fresken aus frühgotischer Zeit aus dem 13. Jahrhundert. Diese wurden erst 1954 bei Renovierungsarbeiten entdeckt. Der mächtige, einst gotische Turm wurde im Jahr 1771 im Stil des ausgehenden Rokkoko nochmals um ein Stockwerk erhöht. Unter der eigenwilligen Laternenhaube hängt ein prächtiges, klangschönes Geläute, das als eines der schönsten im Ostallgäu gilt. Die insgesamt 5 Bronze-Glocken mit einem Gesamtgewicht von über 7 Tonnen klingen nach dem doppelten TE DEUM-Motiv. Älteste Glocke ist die „Hl.-Kreuz-Glocke”. Sie stammt aus dem Jahr 1577. Die beiden großen Glocken wurden im Jahr 1985 von der Firma Bachert in Bad Friedrichshall gegossen und ersetzten die im letzten Weltkrieg verlorenen großen Glocken.
  • Das ehemalige Schloss als Amtssitz des Untervogtes wurde um 1700 erbaut, ist heute Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Es liegt in der Mitte des Dorfes an der Hauptstraße. Im barocken Treppenhaus befindet sich das Wappen des Erbauers Franz Anton v. Imhof.
  • Einen besorderer Reiz bietet das flach auslaufende Wertachtal westlich von Lamerdingen. Hier bieten gut ausgebaute Wirtschaftswege ideale Möglichkeinten zum Rad fahren bzw. Inline-Skaten.

Sehenswürdigkeiten in den Gemeindeteilen

Großkitzighofen
  • Kath. Pfarrkirche St. Stephanus in Großkitzighofen mit höchstem Kirchturm der Gemeinde. Schlichte Barockausstattung mit Fresken des Malers J.B. Enderle.
  • Pfarrhof mit Pfarrstadl in Großkitzighofen
  • Vierzehn-Nothelfer-Kapelle (Rote Kapelle) in Großkitzighofen. Neugotische Ausstattung der ehemaligen Wallfahrtskapelle.
Kleinkitzighofen
  • Kath. Pfarrkirche St. Cyprian und Justina in Kleinkitzighofen. Schöne Altäre im Stil der Neo-Renaissance und mit barocker Stuckdecke und Fresken von J. G. Leederer.
  • Pfarrhof (19. Jh.) mit Pfarrstadl in Kleinkitzighofen
  • Bauernkapelle in Kleinkitzighofen. Erinnerungskapelle an die im Bauernkrieg 1525 erschlagenen Bauern aus der Region.
Dillishausen
  • Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul in Dillishausen. Die von außen schlicht wirkende Kirche birgt eine schöne barocke Ausstattung mit Fresken von Joseph Mages.
  • zusätzlich viele Bildstöcke und Flurkreuze, die im Rahmen der Dorferneuerung für die gesamte Gemeinde dokumentiert wurden.

Kultur/Vereine

In Lamerdingen gehen mehrere Gruppierungen musikalischen Aktivitäten nach. Zum einen erlaubt der Musikverein Lamerdingen e. V. mit derzeit ca. 100 aktiven Musikerinnen und Musikern eine Vielzahl an Möglichkeiten des musizierens. So bietet das große Blasorchester, das Jugendorchester oder die Blockflötengruppe das ganze Jahr über Aktivitäten an. Des weiteren existieren eine Stubenmusik, der Jugenchor EL JUCO und der Männerchor Singgemeinschaft Lamerdingen. Des weiteren bieten folgende Vereine bzw. Gruppen die Möglichkeit zum Mitmachen:

  • Fischereiverein Lamerdingen
  • Freiwillige Feuerwehr Lamerdingen e.V.
  • Fußball-Sport-Verein Lamerdingen e.V.
  • Gartenfreunde Lamerdingen
  • Gymnastikgruppe Lamerdingen
  • Jugendgruppe "Landjugend Lamerdingen"
  • Schützenverein "Hubertus" Lamerdingen e.V.
  • Soldaten- u. Kameradschaftsverein Lamerdingen
  • Spielgruppe Lamerdingen
  • Spielplatzteam Lamerdingen
  • Turngruppe Lamerdingen

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 37, im Produzierenden Gewerbe 1933 und im Bereich Handel und Verkehr 937 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Gemeinde. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 1533 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 4288. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es 10 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 20 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 252 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 5485 ha. Davon waren 5132 ha Ackerfläche und 345 ha Dauergrünfläche.

Verkehr/Lage

Lamerdingen liegt an der Staatsstraße 2035 der mittelalterlichen „Hochstraße”, die von Augsburg über Schwabmünchen nach Buchloe führte. Der Ort befindet sich ca. 6 km nördlich der Stadt Buchloe am Westhang des breit auslaufenden Wertachtales und ist somit das nördlichste Dorf des Landkreises Ostallgäu. Ca. 4 km westlich des Dorfes liegt die Rundfunksender Wertachtal, der auf Kurzwelle rund um den Globus zu hören ist.

Die historischen Städte Landsberg am Lech (12 km), Kaufbeuren (28 km), Mindelheim (25 km) und Augsburg (36 km) sind nicht weit entfernt und bieten gute Einkaufs-, Besichtigungs- und Erlebnismöglichkeiten. Auch die Ferienregionen des Allgäus und des bayerischen Oberlandes wie z. B. den sog. „Pfaffenwinkel”, sind durch die Autobahn A 96 bzw. die Bundesstraßen B 12 und B 17 schnell zu erreichen.

Die berühmten Königsschlösser „Neuschwanstein” und „Hohenschwangau” sind weniger als 1 Std. entfernt.

Bildung

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 1 Kindergarten im Gemeindeteil Dillishausen (ehemalige Schule)

Die Grundschule, Hauptschule und Realschule befindet sich im 6 km entfernten Buchloe.

Gymnasien können in Türkheim, Landsberg a. Lech, Kaufbeuren und Mindelheim besucht werden.

Kirche / Seelsorge

  • Kath. Pfarramt Lamerdingen

Zur Pfarreiengemeinschaft Lamerdingen gehören auch die Gemeindeteile Großkitzighofen, Kleinkitzighofen und Dillishausen. Der zuständige Pfarrer ist Herr Manfred Sieglar.

Soziales

Im Gemeindeteil Dillishausen befindet sich das "Haus Schatzinsel", ein Kurzzeitheim für behinderte Kinder und Jugendliche. Anschrift: Haus Schatzinsel An der Bahn 9 86862 Lamerdingen-Dillishausen Telefon 0 82 41/96 10-0 Fax 0 82 41/96 10-11

Persönlichkeiten

In Lamerdingen ist am 15. Februar 1802 Valentin Riedel geboren. Am 28. Mai 1825 feierte er seine Primiz in Lamerdingen. Am 24. Januar 1842 wurde er zum Bischof von Regensburg ernannt. Er starb am 6. November 1857 im Alter von 55 Jahren und ist im Dom zu Regensburg bestattet. Eine Grabplatte im linken Seitenschiff des Domes erinnert an ihn.

Sport

  • Ein besonderes "Aushängeschild" des Dorfes und der gesamten Gemeinde ist der Fußball-Sportverein-Lamerdingen (FSV).



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Informationsportal über Lamerdingen in Bayern - 25.5.2012