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Langenzenn ist eine Stadt im nördlichen Landkreis Fürth in Mittelfranken. GeografieGeografische LageDer Ort liegt an der Zenn im Rangau. Langenzenn ist Teil der Metropolregion Nürnberg. Gut erreichbar sind die größeren Städte Fürth, Erlangen und Nürnberg. Im Süden begrenzt der 427 Meter hohe Dillenberg das Gemeindegebiet. Die Fläche des Stadtgebiets beträgt 4631 Hektar. Davon sind 57 % landwirtschaftliche Nutzfläche und 30 % bewaldet (Stand 2000). Nachbargemeinden
StadtgliederungDie 23 amtlich benannten Ortsteile der Stadt Langenzenn:
HorbachDie erste bekannte Erwähnung des Ortes im Osten Langenzenns stammt von 1316. Während kirchlich und schulisch Horbach schon immer zu Langenzenn gehörte, wurde 1808 eine eigene Gemeinde Horbach, zu der auch Göckershof, Hausen, Kagenhof, Raindorf und Seckendorf gehören, gegründet. Bis auf Raindorf, das zu Veitsbronn kam, und Seckendorf (zu Cadolzburg) wurde die Gemeinde 1978 nach Langenzenn eingemeindet. KeidenzellKeidenzell liegt südlich von Burggrafenhof und Langenzenn und nördlich des Dillenbergs. Die erste urkundliche Erwähnung war um 1365 als „Keydenzelle”. Im Jahr 1808 entstand die Gemeinde Keidenzell, zu der auch Burggrafenhof, Hammerschmiede, Klaushof, Ödenhof, Stinzendorf und Wittinghof gehörten. 1978 wurde sie nach Langenzenn eingemeindet. KirchfembachKirchfembach wurde um 1150 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zu Emskirchen. Der Ort hat eine mittelalterliche Chorturmkirche, deren älteste Glocke aus dem 13. Jahrhundert stammt. [1] LaubendorfErstmalig 1237 als „Lubendorff” und sechs Jahre später als „Lovbendorf” in Urkunden erwähnt, liegt der Ort zwei Kilometer Zenn aufwärts im Westen Langenzenns. Ein Tausch mit dem Bamberger Domkapitel im Jahre 1424, veranlasst von Friedrich I. von Brandenburg, brachte das Pfarrlehen Laubendorf fortan in den Besitz des Augustinerchorherrenstifts Langenzenn. Aus diesem Grunde wurde 1525 Laubendorf zusammen mit dem Kloster protestantisch. Der Ort erlebte während des Dreißigjährigen Krieges mehrere Truppendurchzüge und wurde des öfteren geplündert und gebrandschatzt. Wie auch Horbach und Keidenzell wurde Laubendorf 1808 eine eigenständige politische Gemeinde. Zur Gemeinde gehörten neben Laubendorf selbst auch Erlachskirchen, Hardhof, Heinersdorf und Lohe. 1822 wurde Laubendorf dem Dekanat Cadolzburg ausgegliedert und kam zum Dekanat Markt Erlbach. 1972 kam Laubendorf im Zuge der Gebietsreform zu Langenzenn. GeschichteLangenzenn entwickelte sich höchstwahrscheinlich aus einem Königshof mit benachbarter Marktsiedlung. Letztere wurde möglicherweise bereits 903 erwähnt, als König Ludwig IV. neben anderen Gütern auch „Zenna” Bischof Erchanbald von Eichstätt übertrug. Ob sich dies auf das jetzige Langenzenn bezieht, kann aber nicht abschließend bewiesen werden. Den frühesten Hinweis auf eine Besiedelung des heutigen Stadtgebietes liefert ein 1980 auf dem Marktplatz gefundener Eichenpfahl, der vom Rheinischen Landesmuseum Trier auf das Jahr 497 datiert werden konnte. Die erste gesicherte Erwähnung stammt aus dem Jahr 954 als der deutsche König und spätere Kaiser Otto I. in Langenzenn am 16. Juni einen großen Reichstag abhielt. Ziel dieser Reichsversammlung war es, die Verschwörung von Liudolf, seinem Sohn, Friedrich, dem Erzbischof von Mainz, und Konrad dem Roten, Ottos Schwiegersohn, sowie etlicher weiterer Adliger zu beenden. Ottos Bruder Herzog Heinrich I. von Bayern behauptete, die Verschwörer hätten sogar mit den zu dieser Zeit ins Land einfallenden Ungarn paktiert, was Liudolf aber mit der Begründung abstritt, er hätte lediglich den freien Abzug erkauft. Im Laufe der Versammlung unterwarfen sich Friedrich und Konrad dem König, während Liudolf in der Nacht davoneilte und erst später von Otto gestellt und unterworfen wurde. Nachdem das Land wieder geeint war, konnte Otto am 10. August 955 die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld vernichtend schlagen. Das Stadtrecht erhielt Langenzenn um 1360. Ebenfalls in dieser Zeit wurde das Halsgericht von Cadolzburg nach Langenzenn verlegt. Damit erhielt die Stadt neben der niedrigen Gerichtsbarkeit, die sie schon seit den Zeiten als Königshof innegehabt haben dürfte, auch die hohe Gerichtsbarkeit. Noch heute erinnert der Galgenberg im Osten Langenzenns daran. Die Aufgaben und Verfahren des hohen Gerichts waren in der Brandenburgische[n] Peinliche[n] Halsgerichtsordnung geregelt, die die Markgrafen Kasimir und Georg von Brandenburg-Kulmbach zunächst nach Vorbild der Bambergischen Peinlichen Halsgerichtsordnung erließen und die später die von Kaiser Karl V. auf dem Augsburger Reichstag erlassene Constitutio Criminalis Carolina ergänzte. Die letzte Hinrichtung wurde 1763 durchgeführt. Das Münzrecht erhielt die Stadt am 20. Januar 1361 von Kaiser Karl IV. Während des Städtekriegs wurde Langenzenn 1388 von durchziehenden Armeen eingeäschert. Auch die Kirche wurde vollständig niedergebrannt. Nur eine hölzerne Marienstatue soll unversehrt geblieben sein. Die „Schwarze Maria” war von da an Ziel von Wallfahrten. 1842 wurde sie verkauft, ihr derzeitiger Standort ist unbekannt. Im Dreißigjähigen Krieg zogen unter anderem Tilly, Wallenstein und Piccolomini mit ihren Armeen durch das Gebiet. Die Stadt wurde wiederholt geplündert, viele Bürger flohen nach Nürnberg. Dem Stadtbrand von 1720 fiel das Rathaus von 1612 zum Opfer. Ein neues, noch heute bestehendes Rathaus wurde zwischen 1721 und 1727 errichtet. Einwohnerentwicklung
PolitikStadtratDer Stadtrat setzt sich zusammen aus (Stand: Kommunalwahl vom 3. März 2002):
WappenIn Rot ein von Silber und Schwarz gevierter Brackenkopf, der unten zu einer silbernen und schwarzen Helmdecke ausgezogen ist. Es entspricht dem Vollwappen der hohenzollerischen Burggrafen von Nürnberg, wie es 1384 dem Ort verliehen wurde. Kultur und SehenswürdigkeitenTheaterDie Klosterhofspiele Langenzenn bieten jeden Sommer Freilufttheater in der stimmungsvollen Atmosphäre des Klosterhofes. In der Spielzeit von Juni bis August werden jährlich wechselnde Komödien von Schriftstellern wie Molière und Shakespeare gezeigt. Auch für die jüngsten Theaterfreunde bieten die Klosterhofspiele mit ihrem Kindertheater Klostermäuse alljährlich ein abwechslungsreiches Programm. Der Verein besteht seit 1981. Ebenfalls im Klosterhof führt die Hans-Sachs-Spielgruppe Langenzenn jedes Jahr drei Schwänke des Nürnberger Schuhmachers und Poeten Hans Sachs auf. BauwerkeBekannt ist Langenzenn für seine Klosteranlage der Augustiner-Chorherren aus dem Jahr 1409 mit einem besonders gut erhaltenen Kreuzgang. Das Stift wurde von den Nürnberger Burggrafen Johann III. und Friedrich VI. gegründet. 1460 wurde das Kloster von einfallenden Truppen zerstört, konnte aber innerhalb von acht Jahren wieder aufgebaut werden. Lange Zeit war es Wallfahrtsort zur Schwarzen Maria. Mit der Säkularisation endete das Klosterwesen in Langenzenn durch den Tod des letzten Propstes Burger im Jahr 1537. Danach wohnte im Kloster der markgräfliche Verwalter. Ab 1560 wurde es bis 1801 als Dekanatssitz benutzt und diente von 1797 bis 1806 als Kaserne einer preußischen Invalidenkompanie. Nach einer Nutzung als Schulgebäude kamen 1950 Pfarramt und Pfarrerwohnungen ins Kloster. Da bei einer Renovierung der Wohnungen giftiges Holzschutzmittel verwendet wurde, beherbergte das Kloster lange Jahre nur das Pfarramt. Heute werden die Pfarrwohnungen von den beiden im Klosterhof spielenden Theatergruppen zur Vorbereitung genutzt. Die Stadtkirche wurde bereits 1369 fertiggestellt und von Friedrich V. gestiftet. Einiges spricht dafür, dass das Konzept für die dreischiffige Basilika mit Einturmfassade von Peter Parler entworfen wurde. Die Rundfenster des Mittelschiffs, von dem heute nur noch das auf der Südwand des Turmes gelegene sein originales Maßwerk besitzt, sind in Franken einzigartig. Ab 1409 war sie die Kirche des Stifts und schloss südlich an den Kreuzgang an. Aufgrund der klösterlichen Klausur konnte das Nordportal, wie es vorher und an anderen Kirchen üblich war, nicht mehr als Brautpforte dienen. Seitdem wurde das Portal im Süden dafür genutzt. Heute wird das Gebäude als evangelische Pfarrkirche verwendet. Die Ursprünge der St. Georgskirche im Ortsteil Laubendorf datieren etwa auf die Mitte des 14. Jahrhunderts, die erste bekannte schriftliche Erwähnung auf 1407. Erstmals renoviert wurde sie 1488, wie die Jahreszahl über dem Haupteingang anzeigt. Zu sehen sind gotische Spitzbogenfenster sowie ein gotischer Chor. Wandmalereien, die 1936 entdeckt wurden, stammen aus dem 15. Jahrhundert. Ein Bildnis des Heiligen Georg als Holzfigur wurde auf die Zeit um 1500 datiert. Ebenfalls sehenswert ist die Kanzel von 1688 und der Taufstein von 1699. Die Stadtbefestigung stammt aus dem 14. Jahrhundert. Neben dem in Teilen erhaltenen Mauerring zählten dazu das Sanktus- oder Flurerstor, das Schreiberstor, das Untere sowie das Obere Tor welche aber zusammen mit dem Lindenturm zwischen 1875 und 1891 auf Veranlassung des damaligen Stadtverschönerungsvereins abgetragen wurden. Auch das Wart- oder Fuchstürmchen wurde 1966 zerstört. Nur der Lindenturm wurde 1954 anlässlich der 1000-Jahr-Feier wieder aufgebaut. Die Pläne für das Rathaus, eines schmucken Sandsteinquaderbaus von 1727, gehen auf Johann David Steingruber zurück. Aus etwa der gleichen Zeit, nach dem Brand von 1720, sind auch einige Gast- und Wohnhäuser erhalten. Regelmäßige Veranstaltungen
Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrLangenzenn liegt direkt an der Bundesstraße 8 (Südwesttangente) und ist dadurch sehr gut an das Ballungszentrum Nürnberg/Fürth angeschlossen. Die Zenngrundbahn wurde 1872 als erste Vizinalbahn gebaut und verkehrt zwischen Fürth und Markt Erlbach jeweils im Stundentakt. Auf dem Gebiet der Stadt befinden sich drei Haltepunkte: Langenzenn im östlichen Teil und Hardhof im westlichen Teil von Langenzenn sowie Laubendorf im entsprechenden Ortsteil. Ansässige UnternehmenZiegel werden in Langenzenn seit dem 16. Jahrhundert gefertigt. Hoch aufgeschlossene Lehrbergtonschichten bieten den dafür nötigen Rohstoff. Von den vier großen Ziegeleien der Nachkriegszeit produzieren heute noch zwei Unternehmen Tonprodukte. Die Koramic Dachprodukte GmbH & Co. KG mit Sitz in Hannover ist Teil der Wienerberger Gruppe. Das Firmengelände, auf dem seit 1897 Ziegel hergestellt werden, befindet sich am nordöstlichen Rand des Kernortes Langenzenns in Richtung Kirchfembach. Auf der gegenüberliegenden Seite des Zenngrundes stellt die Walther Dachziegel GmbH seit 1878 Tondachziegel her. Seit dem 1. Juli 2005 ist die Ziegelei ein Tochterunternehmen der Jacobi Tonwerke GmbH aus Bilshausen. Der Stahl- und Werkstoffhändler Heine + Beisswenger, dessen Hauptsitz Fellbach ist, besitzt einen Standort zwischen Langenzenn und Burggrafenhof. Der Dichtungshersteller ElringKlinger AG ist international tätiger Automobilzulieferer. Eine Fertigung ist im Zentrum Langenzenns. Die ELIA Tuning und Design AG ist ein Spezialist für Renault- und Nissantuning, hat aber auch Teile für VW und Dacia im Sortiment. MedienDas Langenzenner Mitteilungsblatt erscheint zusammen mit dem Lokalanzeiger monatlich. Öffentliche Einrichtungen
BildungseinrichtungenDas Langenzenner Schulwesen lässt sich bis zum Jahr 1439 zurückverfolgen. Seit der Teilung der Volksschule im Jahr 1967 gibt es eine Grund- und eine Hauptschule. Im Schuljahr 2006/2007 werden in der Grundschule 474 Schüler in 18 Klassen und in der Hauptschule 225 Schüler in elf Klassen unterrichtet[2]. 1984 wurde das Wolfgang-Borchert-Gymnasium aus der Langenzenner Zweigstelle des Hardenberg-Gymnasiums Fürth gegründet. Der Neubau von 1986 musste bereits dreimal erweitert werden (1989, 1995, 2004) und hat so Platz für 1150 Schüler, die zwischen dem neusprachlichen und dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig wählen können. Realschüler müssen nach Fürth oder Zirndorf. Es gibt immer wieder Überlegungen, ob in Langenzenn eine Realschule für den nördlichen Landkreis gebaut werden sollte. Der erste Kindergarten wurde 1857 als Kleinkindbewahranstalt gegründet. Seit 1963 gibt es den katholischen Kindergarten St. Marien, die beiden evangelischen Kindergärten Pusteblume (1964) und Regenbogen (1987) sowie seit 1989 einen städtischen Kindergarten. Insgesamt stehen damit 364 Plätze zur Verfügung. Für Schüler der Jahrgangsstufen eins bis sechs bietet der im Herbst 1994 gegründete Hort Nachmittagsbetreuung. [3]Die Zahlenangaben in diesem Abschnitt sind Stand 2004. PersönlichkeitenEhrenbürgerFolgenden Personen verlieh die Stadt Langenzenn des Ehrenbürgerrecht:
Söhne und Töchter der Stadt
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
SonstigesIn den Jahren 2005 und 2006 wurde der Prinzregentenplatz, der mittelalterliche Marktplatz der Stadt umgestaltet. Literatur
QuellenangabenTexte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
