
|
Lauterbach, die Kreisstadt des Vogelsbergkreises, liegt in Osthessen, Deutschland. Der Ortsname steht in Verbindung mit dem Flüsschen Lauter, das durch die Stadt fließt. GeografieGeografische LageLauterbach liegt am nordöstlichen Rand des Vogelsbergs ca. 20 km nordwestlich von Fulda. NachbargemeindenLauterbach grenzt im Norden an die Stadt Grebenau, im Nordosten an die Stadt Schlitz, im Osten an die Gemeinde Wartenberg, im Süden an die Stadt Herbstein, sowie im Westen an die Gemeinden Lautertal und Schwalmtal. StadtgliederungDie Stadt hat die Stadtteile Allmenrod, Blitzenrod,Frischborn, Heblos, Maar, Reuters, Rimlos, Rudlos, Sickendorf, Wallenrod und Wernges GeschichteWie viele Orte, die einen "Bach" enthalten, wurde Lauterbach in der fränkischen Rodungs- und Siedlungszeit (400-800 n. Chr.) gegründet. 812 wurde es erstmals in der Marktbeschreibung der Kirche von Schlitz erwähnt. Im Mittelalter gehörte Lauterbach zu dem großen Territorium des Klosters von Fulda. Seit dem 12. Jahrhundert besaßen die Grafen von Ziegenhain die Stadt als fuldisches Lehen. Die Stadtrechte wurden 1266 verliehen, womit der Bau der Burg und der Stadtmauer verbunden war. Die Besitzverhältnisse an der Stadt waren in der Folge äußerst kompliziert, mehrere Male wurde Lauterbach verpfändet. Im 15. und 16. Jahrhundert versuchte das Adelsgeschlecht der Riedesel - diesem gehörte bereits ein großer Teil des Umlands - Lauterbach in seinen Besitz zu bekommen. Hierdurch kam es zu ernsten Auseinandersetzungen mit der Abtei Fulda um den Besitz der Stadt. Der endgültige Bruch mit Fulda kam durch die Einführung der Reformation unter Hermann II. Riedesel im Jahr 1526. Erst durch einen Vertrag aus dem Jahr 1684 wurde Lauterbach offiziell als Lehen den Riedeseln übertragen. Die Herrschaft der Riedesel bestand als selbständiger Kleinstaat bis 1806 (siehe Mediatisierung). Seitdem gehörte Lauterbach zum Großherzogtum Hessen. 1852 wurde Lauterbach Kreisstadt des gleichnamigen, neu gegründeten Landkreises, der 1972 im Vogelsbergkreis aufging. EingemeindungenMit der Gebietsreform im Jahre 1972 wurden die aus den im Kapitel Stadtgliederung genannten Orte Lauterbacher Stadtteile. PolitikStadtverordnetenversammlungDie Stadtverordnetenversammlung Lauterbach zählt 37 Stadtverordnete. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 26. März 2006 wie folgt dar:
MagistratDer Magistrat besteht aus 9 Stadträten und dem Bürgermeister. Davon entfallen 3 Sitze auf die SPD, 3 Sitze auf die CDU und je ein Sitz auf die FW, FDP und die Grünen. BürgermeisterDer Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller (CDU) wurde am 28. April 2002 mit einem Stimmenanteil von 55,5 % gewählt. WappenBlasonierung: In Blau mit goldenen Lilien einen Ritter in silberner Rüstung. Mit der Rechten, gestützt auf ein silbernes Schwert, hält er ein Schild. Auf diesem Schild ist in Rot ein grüner Dreiberg im Schildfuß, aus dem 3 gestielte Lilien wachsen, abgebildet. In seiner Linken hält der Ritter eine silberne gestielte Turnierfahne in den selben Farben des Schildes. Die Stadtfarben sind blau - weiß - gold. Bedeutung: Das Wappen verdeutlicht den jahrhunderte langen Einfluss, den die Abtei bzw. das Bistum Fulda auf die Stadt hatte.
Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerke
Einziger erhaltener Turm der ehemaligen Stadtmauer und Wahrzeichen der Stadt, an welchem die Ankertreppe beginnt. Sie führt aufwärts vom Graben (einem alten Fachwerkensemble) zum Marktplatz. Die Bezeichnungen Ankerturm und -treppe stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die älteren Namen 'Portturm' und 'Porttreppe' sind ebenfalls noch im Sprachgebrauch. Der Beobachtungs- und Wehrturm diente zeitweise auch als Gefängnis. Wo früher ein offener Rundgang die Turmspitze bildete, besteht heute ein Fachwerkaufsatz.
Das 1905 kreierte Wahrzeichen zeigt einen lockigen Jungen, der zwar mit Regenschirm, aber einem nackten Fuß unterwegs ist. Seine Entstehung verdankt der 'Strolch' dem Lauterbacher Strumpflied ("In Lauterbach hab' ich mein' Strumpf verlor'n...") "Lauterbacher Strolch" war zugleich auch Markenname und -zeichen des ersten deutschen Camemberts, der früher in Lauterbach hergestellt wurde. Im Flussbett der Lauter wurde ein Strolchdenkmal aus Bronze aufgestellt. Es wurde am 30. April 2005 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Wo Steinquader heute an einer seichten Stelle die Überquerung der Lauter zu Fuß ermöglichen, soll bereits 1596 ein ähnlicher Übergang bestanden haben. Früher dienten die Schrittsteine vor allen Dingen als Abkürzung, um einen zentralen Trinkwasserbrunnen zu erreichen.
Heute noch bewohntes Hauptschloss der Riedesel Freiherrn zu Eisenbach mit schönem Park, der zum Spazierengehn einlädt. Regelmäßige Veranstaltungen
Kulinarische Spezialitäten
Wirtschaft und InfrastrukturOrtsansässige UnternehmenR.&M. Wegener - Älteste Hutfabrik Deutschlands VerkehrsanbindungDurch die Stadt führen die Bundesstraßen B 254 und B 275, über die Lauterbach von den Bundesautobahnen A 7 und A 5 erreichbar ist. Mit der Bahn ist Lauterbach über die Vogelsbergbahn Fulda - Gießen durch den Bahnhof Lauterbach-Nord, erreichbar. Lauterbach ist Ausgangspunkt des Vulkanradwegs auf der ehemaligen Bahnstrecke Stockheim - Lauterbach. PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
