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Leingarten ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn (Baden-Württemberg), die im Zuge der Gemeindereform am 1. Januar 1970 aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Großgartach und Schluchtern entstand. GeografieGeografische LageLeingarten liegt im Westen des Landkreises Heilbronn an der Lein, einem linken Nebenfluss des Neckars, am Fuße des Heuchelbergs. NachbargemeindenNachbarstädte und -gemeinden Leingartens sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten): Heilbronn (Stadtkreis), Nordheim und Schwaigern (beide Landkreis Heilbronn). GemeindegliederungLeingarten besteht aus den Ortsteilen Großgartach und Schluchtern, die heute praktisch nahtlos zusammengewachsen sind. GeschichteBereits in der Jungsteinzeit war die Gegend besiedelt. Davon zeugen Funde des Heilbronner Geologen Alfred Schliz von Hausgeräten aus Ton, deren charakteristische Verzierungen nach ihrem erstmaligen Fundort als Großgartacher Gruppe (4800 bis 4600 v.Chr.) in der Fachwelt bekannt sind und zur Stichbandkeramischen Kultur gehören. In der Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch, dem Lorscher Codex, wird Großgartach im Jahr 765 erstmals erwähnt, Schluchtern zwei Jahre später im Jahre 767. Schluchtern gehörte bereits um 1362 zur Kurpfalz und wurde durch das Amt Mosbach verwaltet. 1803 fiel der Ort kurzzeitig an das Fürstentum Leiningen, von dort 1806 an Baden, während die umliegenden Gebiete an Württemberg gingen, so dass Schluchtern nun eine badische Enklave in Württemberg war. Mehrere Anläufe beider Seiten, den Ort an Württemberg zu übertragen, blieben ohne Ergebnis. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, am 25. Juni 1945, verfügte die amerikanische Besatzungsmacht, dass die Gemeinde fortan dem württembergischen Landkreis Heilbronn unterstehe. Nach der Bildung Baden-Württembergs wurde diese Übertragung noch einmal durch ein Landesgesetz bekräftigt. Großgartach seinerseits war 1803 gemeinsamer Besitz von Baden und Württemberg geworden, der badische Anteil wurde jedoch 1806 an Württemberg abgetreten. Am 1. Januar 1970 vereinigten sich Schluchtern und Großgartach zur neuen Gemeinde Leingarten. ReligionenIn Großgartach und Schluchtern gibt es jeweils eine eigene evangelische Kirchengemeinde. In der Gemeinde sind auch eine katholische Kirchengemeinde, eine evangelisch-methodistische Kirchengemeinde und die Neuapostolische Kirche vertreten. Kirchliche Jugendarbeit in den beiden evangelischen Kirchengemeinden Großgartach und Schluchtern bietet die EJL (Evangelische Jugend Leingarten). Viele offene Angebote, Jugendgruppen, Kinderbibelwoche, Indiacade, Kreuzweg, Jungschartag und Freizeiten für rund 300 Kinder und Jugendliche von sechs bis 17 Jahren bilden einen festen Bestandteil im Gemeindeleben. PolitikGemeinderatDer Gemeinderat Leingartens hat nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 18 Sitze. Die Wahl erbrachte folgendes Resultat:
Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister. Wappen und FlaggeBlasonierung: In gespaltenem Schild vorne in Rot ein gesenktes silbernes Schwert, hinten in Silber ein roter Rost. Die Flagge Leingartens ist Rot-Weiß. Das Wappen zeigt die Attribute der Kirchenpatrone der Vorgängergemeinden Großgartach und Schluchtern, das Schwert des Heiligen Pankratius und den Rost des Heiligen Laurentius.
PartnergemeindenPartnergemeinden Leingartens sind Lésigny in Frankreich (seit Mai 1975) und Asola in Italien (seit 30. Oktober 2004). Lésigny und Asola sind auch untereinander Partnergemeinden, weshalb Leingarten die Partnerschaft als trilaterale Partnerschaft bezeichnet. Kultur und SehenswürdigkeitenLeingarten liegt an der Württemberger Weinstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. MuseenDas 1975 gegründete Museum „Altes Rathaus” wird vom Heimatverein Leingarten getragen und zeigt eine Dauerausstellung mit archäologischen und heimatgeschichtlichen Exponaten. BauwerkeWeithin sichtbares Wahrzeichen Leingartens ist die Heuchelberger Warte, ein 1483 auf dem Heuchelberg von Graf Eberhard im Barte erbauter Wachturm, der Teil des Württembergischen Landgrabens war. Heute ist die Heuchelberger Warte ein beliebtes Ausflugsziel mit Waldgaststätte. Regelmäßige VeranstaltungenJährlich am letzten Juniwochenende findet in Schluchtern das in der ganzen Umgebung bekannte Gassenfescht statt. Hierbei wird für Unterhaltung gesorgt durch Live-Bands, Vorführungen, einen Kinderflohmarkt, viele Essens- und Trinkstände und vieles mehr. Der Großgartacher Käsritt ist ein Heimatfest mit Festzug, Pferderennen und anderen Programmpunkten. Er wird alle drei Jahre im Herbst veranstaltet, zuletzt im September 2006. Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrLeingarten liegt an der B 293 von Heilbronn nach Karlsruhe und an der Kraichgaubahn (Karlsruhe–Heilbronn), die von der Heilbronner Stadtbahn als S4 befahren wird. Die Kraichgaubahn verfügt über vier Haltepunkte im Ort. Es gilt der Tarif des Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehrs. MedienÜber das Geschehen in Leingarten berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe LT, Leintal. BildungLeingarten verfügt über eine Grundschule, die Hans-Sauter-Schule, und eine Hauptschule mit Werkrealschule, die Eichbottschule. Im benachbarten Eichbottzentrum befindet sich auch die Leingartener Bücherei. Öffentliche EinrichtungenLeingarten verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr, das Jugendhaus Mühle Kinder- und Jugendkultur, eine Festhalle, ein Kulturzentrum, ein Hallenbad und ein Freibad. NaherholungsgebieteAls Naherholungsgebiet dienen die zwei Eichbottseen, die am Fuße des Heuchelbergs liegen. Es gibt in diesem Gebiet auch Biotope sowie ein Arboretum und einen Spielplatz. WeinbauIn Leingarten wird auf rund 100 Hektar Wein angebaut, davon etwa 60 % Rotwein. Die Hauptlagen befinden sich am Heuchelberg, zu dessen Großlage im Bereich Württembergisch Unterland des Württembergischen Weinbaugebietes sie auch gehören. Der Wein wird von der Heuchelberg-Kellerei e.G. in Schwaigern und von diversen Selbstvermarktern vermarktet. EnergieversorgungZwischen Großgartach und Heilbronn-Neckargartach befinden sich zwei Umspannwerke: Eines für 220 kV und 110 kV der Süwag Energie AG und eines für 380 kV (mit SF6-Schaltanlage), 220 kV und 110 kV der EnBW AG. Literatur
Siehe auchTerritoriale Besonderheiten in Südwestdeutschland nach 1810 Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
