Lemgo in Nordrhein-Westfalen


Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Lippe
Koordinaten: 52° 2′ N, 8° 55′ O
Höhe: 83 – 347 m ü. NN
Fläche: 100,86 km²
Einwohner: 42.602 (31. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 422 Einwohner je km²
Postleitzahl: 32657
Vorwahl: 05261
Kfz-Kennzeichen: LIP
Gemeindeschlüssel: 05 7 66 044
Stadtgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
32657 Lemgo
Webpräsenz: www.lemgo.net
Bürgermeister: Dr. Reiner Austermann (CDU)
Lage der Stadt Lemgo im Kreis Lippe

Lemgo ist eine mittlere kreisangehörige Stadt in Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Detmold (Ostwestfalen-Lippe) und gehört zum Kreis Lippe. Bis 1973 war Lemgo Sitz des Kreises Lemgo.

Geographie

Stadtgliederung

Neben der Kernstadt gehören folgende Ortsteile zu Lemgo:

  • Brake
  • Brüntorf
  • Entrup
  • Hörstmar
  • Leese
  • Lieme
  • Rhiene
  • Lüerdissen
  • Matorf-Kirchheide
  • Trophagen
  • Voßheide
  • Wahmbeck
  • Welstorf
  • Wiembeck

Geschichte

Lemgo wurde um 1190 von Bernhard II. gegründet und war wegen seiner Lage am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Handelswege des Mittelalters für lange Zeit die größte und bedeutendste Stadt Lippes und kam durch ihre Zugehörigkeit zur Hanse zu ansehnlichem Wohlstand. 1527 trat der Fürst zum evangelisch-reformierten Bekenntnis über, so dass in Lippe nach dem Prinzip cuius regio, eius religio die Reformation eingeführt wurde. Das außerhalb der Stadt gelegene Schloss Brake wurde 1584 Residenz der Grafen zur Lippe. Die Stadt wurde im ausgehenden Mittelalter wegen der Hexenverfolgung und -verbrennung, die zur Amtszeit des Bürgermeisters Hermann Cothmann (1667–1683) ihren Höhepunkt erlebte, als „Hexennest” tituliert.

Maria Rampendahl war die letzte als Hexe angeklagte Frau in Lemgo 1681.

Der Dreißigjährige Krieg setzte Lemgo durch Einquartierungen und Kontributionsleistungen arg zu. Erst im 19. Jahrhundert erholte sich das Gemeinwesen wieder. Der Bevölkerungszuwachs nach dem Zweiten Weltkrieg bewirkte einen weiteren sozialen und strukturellen Aufwärtstrend.

Politik

Stadtrat

  • CDU 18 Sitze
  • SPD 15 Sitze
  • Grüne 5 Sitze
  • FDP 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)

Städtepartnerschaften

  • Vandoeuvre-les-Nancy, Frankreich, seit 1979
  • Beverley, Großbritannien, seit 1979
  • Stendal, Deutschland, seit 1988

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Erhalten geblieben ist der städtebauliche Gesamtcharakter mit den kostbaren Zeugnissen aus der Zeit der Renaissance, denn Lemgo wurde im Zweiten Weltkrieg von Bomben verschont.

Museen

  • Das „Städtische Museum Hexenbürgermeisterhaus” zeigte bis vor wenigen Jahren einige Folterinstrumente aus der Zeit der Hexenverfolgung (in Wahrheit handelte es sich größtenteils um historisch wenig korrekte Nachbauten aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die den Eindruck eines „Folterkellers” erwecken sollten). Bis Ende 2005 wird die Geschichte sowie die in den Jahren 1998–2004 erfolgte Sanierung des Hexenbürgermeisterhauses in der Ausstellung „BUET AN DIESE STEDE A0 1571” dokumentiert.
  • „Museum Junkerhaus Lemgo”
  • „Ölmühle und Mühlenmuseum”: Funktionsfähige Wassermühle
  • Das „Weserrenaissance-Museum Schloss Brake” zeigt Beispiele aus Kunst, Kultur und Leben zur Zeit der Weserrenaissance.
  • Die „Städtische Galerie Haus Eichenmüller” zeigt Wechselausstellungen mit Werken zeitgenössischer Künstler.

Bauwerke

Hexenbürgermeisterhaus

Das bekannteste Haus Lemgos ist das sog. Hexenbürgermeisterhaus aus dem Jahre 1571 mit einer Fassade im Stile der Weserrenaissance. Seinen ungewöhnlichen Namen hat es von seinem im 17. Jh. in Lemgo wütenden Bürgermeister Cothmann, der aus Machtgier den Hexenwahn als Bestandteil des christlichen Glaubens nutzte, um seine politischen Gegner aus dem Feld zu räumen. Damit dies nicht zu deutlich wurde, ließ er einige weitere Dutzend Bürger umbringen, Frauen wie Männer.

Am Unterbau der Fassade gibt es eine breite, reich durchfensterte Zone aus angesetzten und auf die Straße vorgeschobenen Vorbauten, die man „Utluchten” nennt, einen sogar in der Fachliteratur selten gebrauchten Ausdruck. Üblich wurden solche Utluchten an Steinbauten der Renaissance und an Fachwerkbauten des 17. und 18. Jhs. Am rechten Teil der Fassade sitzt dagegen ein Erker, der im Gegensatz zur Utlucht nicht ebenerdig ist und auf Konsolen aufgefangen wird. Die darüber liegende Fassade ist durch Halbsäulen und Gesimse gegliedert.

Rathaus

Das in die UNESCO-Liste der Kunstwerke von europäischem Rang aufgenommene Rathaus im Stile der Weserrenaissance besteht aus drei zu verschiedenen Zeiten gebauten Teilen. Solche Entstehungsgeschichten sind für große Profanhäuser wie Rathäuser durchaus üblich gewesen, weil durch die wachsende Einwohnerzahl und die zunehmende soziale Verwaltung der Städte immer mehr Zimmer für das Rathaus gebraucht wurden. Und anstatt umzuziehen oder ein neues Rathaus zu bauen, kaufte man die benachbarten Häuser dazu und verband sie im Innern.

Der mittlere Trakt stammt aus der Zeit 1480-90. In ihm befinden sich die Ratskammer und darunter die Gerichtslauben. Solche geöffneten Erdgeschosse gehören generell zu den mittelalterlichen Rathäusern, weil hier die ebenfalls öffentlichen Gerichtsverhandlungen stattfanden. Hier in Lemgo wurden vor allem die berüchtigten Hexenprozesse abgehalten.

Die linke Ecke bildet der Renaissance-Erker. Die Hauptkennzeichen solcher eigentlich italienischen Formen sind in Deutschland: glatte, ebene Wandflächen, keine in sich gebogenen Wände wie später im Barock, dazu scharfe, rechteckig geschnittene Fenster und auf den verbleibenden Wandflächen ornamentale Dekorationsformen, die ebenfalls eher flächig sind - ohne deutlich hervorgehobene Vollplastiken beispielsweise, wie es später der Barock bevorzugte. Also insgesamt ein streng-geometrischer, klarer Eindruck, der nur in den Schmuckflächen schnell unübersichtlich und beladen wirken kann.

St. Nicolai

Die Nicolaikirche wurde 1210 als Basilika begonnen und ab 1300 zur Halle umgebaut. Geweiht ist die Kirche - wie in vielen norddeutschen Kaufmannsstädten - dem Hl. Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer und Fernkaufleute, schließlich war Lemgo eine Hansestadt.

Am Außenbau fällt zunächst die Doppelturmfront mit den unterschiedlich hohen Turmhelmen auf, die die Stadt schon von weitem kenntlich machen. Es ist nicht selbstverständlich, dass Stadtkirchen eine solche Zweiturmfassade haben, die steht normalerweise nur Kloster-, Stifts- oder Domkirchen zu. Die Fassade der Lemgoer Stadtkirche dokumentiert mit ihren zwei Türmen die Ansprüche, die die Bauherren, die Herren zur Lippe, gestellt haben, also auch hier wieder die Machtdemonstration in der Architektur.

Vom spätromanischen Vorgängerbau ist noch ein sehr schönes Querhausportal übrig geblieben, an dem man schon erkennen kann, dass der romanische Rundbogen langsam in den gotischen Spitzbogen übergeht.

Der Inneraum von St. Nicolai ist in angenehmen hellen Farben gehalten und enthält einige bedeutende plastische Kunstwerke. Eines fällt besonders auf, das Grabmal des Franz von Kerssenbrock. 1597 schuf der Lemgoer Bildhauer Georg Crosman diese aufwändige Taufanlage mit dem umlaufenden reichen Brüstungsgitter. 1863 wurde sie vor das Kerssenbrock-Epitaph im Südost-Chor versetzt und verlor dabei eine Seite der Einfassung.

Hier hat man ein besonders reichhaltiges Beispiel für die Renaissance-Dekoration auf deutschem Boden vor Augen. Das prunkhafte Aussehen sollte nicht dahingehend täuschen, es sei typischer Barock - das ist Renaissance. Wenn man die einzelnen Elemente für sich nimmt, hat man genau das, was für den Rathauserker gilt: glatte Flächen, geometrisch scharfe, klare Muster in der Ebene, nicht in der Tiefe wie beim Barock, die Detailformen für sich sind auch prägnant als Einzelformen kenntlich usw., - nur diese dichte Zusammenstellung der Einzelformen sorgt für eine Unübersichtlichkeit, die man gewohnt ist, nur bei der Barockkunst zu sehen. Dieses Werk hier stammt aber aus dem Jahr 1597 und der Barock fängt in Deutschland erst um 1660 an, nach dem 30jährigen Krieg.

  • Die Kirchen: St. Marien (12./13. Jh.), St. Johann (der „Stumpfe Turm” mit der ältesten datierten Glocke in Lippe befindet sich außerhalb der Kernstadt)
  • Die Alte Abtei aus dem 16. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert umgebaut
  • Das Schloss Brake (außerhalb der Innenstadt) wurde Ende des 16. Jahrhunderts vom lippischen Grafen Simon VI. zu einem repräsentativen Wasserschloss ausgebaut. Es befindet sich am ehemaligen Standort einer der größten hochmittelalterlichen Burgen Westfalens.
  • Das Junkerhaus, ein mit zahlreichen kunstvollen Schnitzereien versehenes Werk des Künstlers Karl Junker aus dem Jahre 1891
  • Die von Ernst Pethig entworfene Bauhaus-Villa Kleßmann ist das einzige Beispiel für Bauhaus-Architektur in Lemgo und Umgebung.
  • Das Zeughaus mit markantem Streifenputz, einer Besonderheit der Weserrenaissance

Bürgerhäuser

Im historischen Stadtkern haben sich eine Reihe Kaufmannshäuser aus der Spätgotik und der Renaissance erhalten. In der Breiten Straße, der Hauptstraße der Neustadt, sind neben dem Hexenbürgermeisterhaus (Nr. 19) vor allem die Steinbauten Nr. 57 (erbaut 1580, Fassade stark verändert) und 67 (erbaut um 1580) sowie die so genannten Neustädter Zwillinge (Nr. 45 und 47, zwei Fachwerkhäuser der Zeit um 1580 mit annähernd identischen Schnitzgiebeln) hervorzuheben. In ihrer Verlängerung, der Kramerstraße, findet sich das Wippermannsche Haus (Nr. 5, erbaut 1576, mit für die damalige Zeit altmodischem gotischen Treppengiebel).

In der Papenstraße finden sich neben dem Zeughaus und dem Ballhaus noch drei steinerne Giebel (Nr. 8, 17 und 24) sowie zwei Steinbauten mit mächtigen Fachwerkgiebeln (Nr. 32 und 34, um 1610 erbaut). Außerdem ist der ehemalige Adelshof Nr. 22 erwähnenswert, dessen Fachwerkobergeschoss jedoch im 19. Jahrhundert stark entstellt wurde.

In der Echternstraße sind vor allem die ehemaligen Adelshöfe Nr. 6/8 (Steinbau mit Fachwerkobergeschoss, um 1560), Nr. 116 (um 1500, stark verändert), Nr. 117 (Steinbau mit Fachwerkobergeschoss, um 1580) und 137/139 (Steinbau mit Fachwerkgiebel, ebenfalls um 1580) sowie die Bürgerhäuser Nr. 85 (mit Fächerschnitzereien, um 1560) und Nr. 92 (mit Beschlagwerkschnitzerei, um 1600) zu erwähnen.

Die bedeutendsten Bürgerhäuser befinden sich jedoch entlang der Mittelstraße, der Hauptstraße der Stadt. Neben spätgotischen (Nr. 26, 29, 52, 54 und 104) und renaissancezeitlichen (Nr. 40/42, 56, 58, 64 und 81) Steinhäusern gibt es auch viele Bauten in Mischbauweise (Steinunterbau mit Fachwerkgiebel, Nr. 13, 17, 27, 36 und 128/130) und Fachwerkbauweise (Nr. 9, 11, 14, 24, 27, 39, 124).

Neben diesen besonders hervorzuhebenden Häusern finden sich vor allem in der Altstadt hunderte kleinerer Fachwerkhäuser aus der Zeit vom 15. bis zum 19. Jahrhundert.

Stadtbefestigung

Die Stadtbefestigung wurde im 18. und 19. Jahrhundert größtenteils abgetragen (das über 30 m hohe Ostertor wurde 1863 niedergelegt, das deutlich kleinere Regenstor erst 1876). Heute finden sich nur noch geringe Reste der Stadtmauer (ein 25 m langes Stück an der Hirtenstraße, ein 10 m langes Stück am Langenbrücker Tor und ein 120 m langes Stück entlang der Straße Im Rembken) sowie der Pulverturm (Neue Straße) und der teilweise rekonstruierte Hohe Turm ob dem Rembken (Im Rembken). Am Kastanienwall hat sich eine Bastion erhalten, die 1990 zum 800-jährigen Stadtjubiläum saniert wurde.

An der Südseite haben sich die Befestigungswälle in einer Höhe von bis zu 10 m erhalten, an den übrigen Seiten wurden sie vor 1900 eingeebnet und zu Parkanlagen umgestaltet.

Der Stadtgraben wurde an der Südseite entlang des Abteigartens vor einigen Jahren wieder freigelegt. Weitere Teile harren noch der Offenlegung.

Sport

Die Stadt ist durch die erfolgreiche Handballmannschaft TBV Lemgo überregional und international bekannt.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Jedes Jahr im Sommer wird der Lemgoer „Sommertreff” ausgerichtet. Das Angebot der „umsonst und draußen” auf dem historischen Marktplatz stattfindenden Veranstaltungen umfasst u. a. Straßentheater und -kunst, Kabarett und Livemusik verschiedenster Art.
  • Jährlich um Nikolaus (vom ersten Donnerstag im Dezember bis zum folgenden Sonntag) findet das Volksfest „Kläschen” statt. Es ist der größte Weihnachtsmarkt in der Region und bietet neben einer kilometerlangen Budenstrecke auch eine Vielzahl aktueller Fahrgeschäfte und kulinarischer Köstlichkeiten.

Kulinarische Spezialitäten

  • Lemgoer Strohsemmel: Die Lemgoer Strohsemmel ist eine kulinarische Besonderheit. Sie gilt als das bekannteste Gebäck Lippes. Folgt man einer alten Überlieferung, wurde das Rezept von einem unbekannten Soldaten, einem Bäckergesellen, nach Lippe gebracht. Dieser soll am Napoleonischen Krieg in Russland teilgenommen haben. Dort soll er die Semmeln als Verproviantierung der Truppe gebacken haben. Die Hefeteigstücke werden – nach alter russischer Sitte – vor dem Backen überbrüht, was eine lange Haltbarkeit gewährleistet. Abgebacken werden die Semmeln auf einer Lage Roggenstroh, was ihre unverwechselbare Musterung auf der Unterseite hervorruft. Strohsemmeln werden von Lemgoer Bäckermeistern bis nach Nordamerika vertrieben. Landestypische Auflagen sind die lippische Mettwurst, Schinken, Käse, Honig, Marmelade, Rübenkraut oder Butter pur. Am besten genießt man die Lemgoer Strohsemmel ofenwarm.
  • Lemgoer Bierknacker: Geräucherte Rohwurst, frisch oder abgehangen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Schienen- und Busverkehr

Der Bahnhof Lemgo liegt an der eingleisigen, nicht elektrifizierten Begatalbahn (KBS 404), auf der im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) die RegionalBahn (RB 73) „Der Lipperländer” Bielefeld–Lage (Lippe)–Lemgo verkehrt (montags bis samstags im Stundentakt, sonntags alle zwei Stunden).

Durchgeführt wird der SPNV von der Eurobahn, die Talent-Dieseltriebwagen einsetzt.

Im Straßenpersonennahverkehr betreibt Lemgo ein Stadtbusnetz mit fünf Linien. Mit über zwei Millionen Fahrgästen pro Jahr gilt es als eines der erfolgreichsten Busnetze einer Mittelstadt in Deutschland.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes OstWestfalenLippe (Der Sechser) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Ansässige Unternehmen

  • Zumtobel als Hersteller hochwertiger Beleuchtungssysteme
  • Brasseler als Hersteller von Dentalinstrumenten
  • Isringhausen GmbH & Co KG als Hersteller der ISRI-Fahrersitze für LKW, Busse und Nutzfahrzeuge
  • Brandt Kantentechnik GmbH als Hersteller hochwertiger Kantenanleimmaschinen für das Handwerk
  • Möller Feuerfesttechnik GmbH & Co. KG, Planung und Montage feuerfester Anlagen
  • Haverich-Lemgo GmbH Elektro, Maschinen, Diamantwerkzeuge, Kabel

Medien

  • Die derzeit einzige Lokalzeitung im Kreis Lippe ist die Lippische Landes-Zeitung.
  • Ende 2003 wurde die Lippische Rundschau eingestellt.
  • Radio Lippe sendet lokale Nachrichten aus dem Kreis Lippe.
  • Radio Triquency ist das Campusradio der Fachhochschule Lippe und Höxter und hat sein Hauptsendestudio in Lemgo. Es versorgt die Region mit Nachrichten zum Thema Hochschule und aktuellen Beiträgen aus der Region.

Öffentliche Einrichtungen

Das „Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe” mit Sitz in Lemgo ist ein als kommunaler Zweckverband organisierter Informations- und Kommunikationsdienstleister der drei Kreise Herford, Lippe und Minden-Lübbecke sowie ihrer 35 Städte bzw. Gemeinden

Bildung

  • Hauptschulen: Heinrich-Drake-Schule und Ganztagshauptschule Brake
  • Realschule: Bürgermeister-Gräfer-Schule
  • Gymnasien: Engelbert-Kaempfer-Gymnasium und Marianne-Weber-Gymnasium
  • Gesamtschule: Karla-Raveh-Gesamtschule
  • Berufskollegs: Lüttfeld-Berufskolleg und Hanse-Berufskolleg
  • Förderschulen: Astrid-Lindgren-Schule (Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung”) im Ortsteil Leese und Anne-Frank-Schule (Förderschwerpunkt „Lernen”) in der Nähe des Stadtzentrums

Die Fachhochschule Lippe und Höxter in Lemgo (weitere Standorte: Detmold und Höxter) bietet z. T. hochspezialisierte Studiengänge, die andernorts in Nordrhein-Westfalen nicht vertreten sind, beispielsweise der Fachbereich 4 Life Science Technologies mit den Studiengängen Biotechnologie, Lebensmitteltechnologie, Pharmatechnik und Technologie der Kosmetika und Waschmittel.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Mauritius Piderit (1497–1576), Theologe
  • Johann Cothmann (1588–1661), Jurist und Diplomat
  • Simon Peter Tilmann (1601–1668), Maler
  • Hermann Cothmann (auch Herman Cothman) (1629–1683), Bürgermeister von Lemgo und berüchtigt für seine Hexenverfolgungen („Hexenbürgermeister”)
  • Maria Rampendahl, (1645–1705), letzte als Hexe angeklagte Frau in Lemgo. Sie wurde freigesprochen.
  • Engelbert Kaempfer (1651–1716), Begründer der Japanologie
  • Christian Wilhelm von Dohm (1751–1820), politischer und historischer Schriftsteller, Vorkämpfer für die Emanzipation der Juden
  • Karl Junker (1850–1912), Maler, Bildhauer, Architekt
  • August Borchard (1864-1940), Mediziner
  • Friedrich und August Duesenberg (1876–1932 bzw. 1879–1955), Gründer des Unternehmens Duesenberg
  • Karl Meier (1882–1969), Philologe, Schriftsteller
  • Ernst Pethig (1892–1956), Architekt, Maler
  • Hans Tintelnot (1909–1970), Kunsthistoriker
  • August Berlin (1910–1981), MdB
  • Rüdiger Klessmann (* 1927), Kunsthistoriker
  • Karla Frenkel-Raveh (* 1927), Ehrenbürgerin der Stadt Lemgo, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, Jüdin, die Auschwitz überlebt hat
  • Eckart Kleßmann (* 1933), Schriftsteller
  • Peter Orloff (* 1944), Schlagersänger, Komponist, Texter, Produzent und Schauspieler
  • Ingrid Pieper-von Heiden (* 1948), Politikerin
  • Roland Schäfer (* 1949), Politiker
  • Hans-Ulrich Krüger (* 1952), Politiker
  • Volker Zerbe (* 1968), Handballer
  • Dagmar Schönleber (* 1973), Comedian

Weitere Persönlichkeiten

Folgende Persönlichkeiten stammen nicht gebürtig aus Lemgo, haben aber in der Stadt gewirkt:

  • Bernhard II. (um 1140–1224), Regent des Landes Lippe
  • Hermann Hamelmann (1526–1595), Theologe
  • Wilhelm Adolf Scribonius (1550–1600), Philosoph, Mediziner und Hexentheoretiker
  • Johann Friedrich Reinert (1769–1820), Philologe, Prorektor und Rektor des Gymnasiums zu Lemgo
  • Marianne Weber (1870–1954), Soziologin und Ehefrau des Mitbegründers der Soziologie Max Weber
  • Walther Schmidt (1913–1991), Kantor an St. Marien zu Lemgo und Musikpädagoge, Ehrenbürger der Alten Hansestadt
  • Kurt Student (1890–1978), Luftwaffen-Offizier und Kriegsverbrecher
  • Gerhard Schröder (* 1944), Bundeskanzler von 1998 bis 2005

Literatur

  • Karl Meier, Geschichte der Stadt Lemgo, Lemgo 1962
  • Westfälischer Städteatlas; Band II; 8. Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Lemgo, Autor: Heinz Stoob, Dortmund/Altenbeken 1981. ISBN 3-89115-351-1
  • Dietrich Ellger und Karl Eugen Mummenhoff (Hrsg.), Landeskonservator von Westfalen-Lippe, Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Stadt Lemgo (49. Band, Teil I), Münster 1983, ISBN 3-402-05049-8
  • Fred Kaspar, Bauen und Wohnen in einer alten Hansestadt. Zur Nutzung von Wohnbauten zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert dargestellt am Beispiel der Stadt Lemgo (= Denkmalpflege und Forschung in Westfalen, hrsg. v. Dietrich Ellger, Bd. 9), Bonn 1985
  • Der Oberkreisdirektor, Denkschrift über eine Verwaltungsreform im Landkreis Lemgo, Landkreis Lemgo, 1965
  • Turnverein von 1863 e.V., 100 Jahre Turnverein Lemgo von 1863 e.V., 1963
  • Wagener, Geschichte der Stadt Lemgo, 1952



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Informationsportal über Lemgo in Nordrhein-Westfalen - 25.5.2012