Lenningen in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Koordinaten: 48° 33′ N, 9° 28′ O
Höhe: 449 m ü. NN
Fläche: 41,44 km²
Einwohner: 8572
Bevölkerungsdichte: 207 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73252
Vorwahl: 07026
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 079
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
73252 Lenningen
Webpräsenz: www.lenningen.de
Bürgermeister: Michael Schlecht

Lenningen ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen.

Geografie

Geografische Lage

Lenningen liegt am Rande der Schwäbischen Alb in 397 bis 829,6 Meter Höhe, die Ortsteile Hochwang und Schopfloch liegen bereits auf der Alb. Auf dem Gemeindegebiet vereinigen sich die Gutenberger Lauter und die Schlattstaller Lauter zur Lauter, die später in den Neckar mündet.

Gliederung

Lenningen besteht aus den sieben Ortsteilen Brucken, Unterlenningen, Oberlenningen, Hochwang, Schlattstall, Gutenberg und Schopfloch.

Geschichte

Die Ursprungsgemeinden gehörten seit 1938 zum Landkreis Nürtingen und gingen mit diesem 1973 im Landkreis Esslingen auf. In Oberlenningen schlug die SA des damaligen Kreises Nürtingen auf Veranlassung der Kreisleitung Nürtingen 1938 den Pfarrer Julius von Jan zusammen, der den Novemberpogrom gegen Juden angeprangert hatte. Die Kreisleitung Nürtingen betrieb durch „verleumderische Berichte” (von Jan), dass er an der Front umgebracht werden solle, was aber nicht in die Tat umgesetzt wurde.

Die Gemeinde Lenningen ist am 1. Januar 1975 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Gutenberg, Oberlenningen mit Hochwang und Schlattstall, Schopfloch und Unterlenningen mit Brucken entstanden.

Ortsteile

Brucken

Brucken wurde erstmals 1123 urkundlich erwähnt und 1937 nach Unterlenningen eingemeindet.

Gutenberg

Von 1285 stammt die erste urkundliche Erwähnung Gutenbergs. 1360 erhielt es die Stadtrechte. Im 15. Jahrhundert wurde es - wie Oberlenningen - Sitz eines Stabs, zu dem auch Schopfloch gehörte. Der dreißigjährige Krieg entvölkerte den Ort so sehr, daß er auch das Stadtrecht wieder verlor. Den Status des Stabsortes konnte Gutenberg aber halten.

Hochwang

Hochwang ist der jüngste Ortsteil des heutigen Lenningen. Es war nie eine selbständige Gemeinde, sondern wurde von der Gemeinde Oberlenningen 1953 erbaut, um den zahlreichen Heimatvertriebenen und den Arbeitern der Papierfabrik Scheufelen eine neue Heimstatt zu geben.

Oberlenningen

Um 1100 wurde Oberlenningen als Lenningen erstmals urkundlich erwähnt. Es unterstand den Herzögen von Teck, die es 1386 an Württemberg verloren. Oberlenningen war Sitz eines Stabs, der untersten Verwaltungsgliederung jener Zeit, der auch für Brucken, Schlattstall und Unterlenningen zuständig war.

Schlattstall

Die erste urkundliche Erwähnung Schlattstalls stammt von 1384. Es gehörte zum Oberlenninger Stab und wurde am 1. Januar 1971 nach Oberlenningen eingemeindet.

Schopfloch

1152 wurde Schopfloch urkundlich erwähnt. Es war bis zur Bildung der heutigen Gemeinde Lenningen stets eine eigenständige Gemeinde, gehörte aber seit dem 15. Jahrhundert zum Gutenberger Stab. Im dreißigjährigen Krieg wurde der Ort so sehr zerstört, daß die Einwohnerzahl von 300 auf 50 zurückging.

Unterlenningen

Unterlenningen bildete ursprünglich eine Einheit mit Oberlenningen. 1353 spaltete sich der Ort ab und wurde erst 1975 bei der Bildung der heutigen Gemeinde mit Oberlenningen wiedervereinigt.

Religionen

Seit der Reformation sind die heutigen Lenninger Ortsteile evangelisch geprägt. Neben den Amtskirchen gibt es in Brucken auch eine Zweigstelle der Liebenzeller Gemeinschaft, die ebenfalls zur evangelischen Landeskirche gehört. In Oberlenningen besteht heute auch wieder eine römisch-katholische Gemeinde. Außerdem gibt es in Oberlenningen und Brucken jeweils eine neuapostolische Gemeinde.

Politik

Lenningen bildet mit Erkenbrechtsweiler und Owen den Gemeindeverwaltungsverband Lenningen.

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 77,9 % +6,1 17 Sitze +2
Frauenliste 12,9 % -2,6 2 Sitze -1
Grüne Liste 9,3 % +3,5 2 Sitze +1
Andere 0,0 % -6,8 0 Sitze -1

Partnerschaften

Seit 1988 unterhält Lenningen partnerschaftliche Beziehungen zu Pouilly-en-Auxois in der Region Burgund in Frankreich.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Im Ortsteil Oberlenningen beginnt die Teckbahn über Kirchheim (Teck) nach Wendlingen (Neckar), durch die Lenningen an das überregionale Schienennetz angeschlossen ist. Die stündlichen Regionalbahnen der DB Regio AG halten an drei Bahnhöfen im Gemeindegebiet: Oberlenningen, Unterlenningen und Brucken.

Parallel zur Teckbahn verläuft in Lenningen die Bundesstraße 465 Biberach–Kirchheim. Über sie erreicht man die etwa acht Kilometer nördlich gelegene Anschlussstelle Kirchheim (Teck)-Ost der Bundesautobahn 8 Stuttgart–München.

Ansässige Unternehmen

Hummel-Formen GmbH. Einer der europaweit führenden Formenbauer. Prozesslieferant für komplexe und aufwändige Module speziell für die Automobilindustrie. Deckt alle Produktentstehungsschritte von der Entwicklung bis zum Serienanlauf ab. Marktführer im Bereich Zylinderkopf- und Saugmodulprojekte. Eigene Fertigungsmöglichkeiten zur Bemusterung bis zu 3000t vorhanden.

Bildung

Im Schulzentrum Oberlenningen gibt es eine Hauptschule, eine Realschule und eine Förderschule. Außerdem gibt es in Gutenberg, Oberlenningen, Schopfloch und Unterlenningen (mit Zweigstelle in Brucken) je eine Grundschule. Die Grundschulkinder aus Schlattstall besuchen die Oberlenninger Schule, während die Kinder aus Hochwang wegen der Nähe zum Nachbarort nach Erkenbrechtsweiler gehen. Zusätzlich gibt es auch noch sieben Kindergärten mit insgesamt 14 Gruppen in Lenningen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

In Lenningen befindet sich das Museum für Papier und Buchkunst.

Naturdenkmäler

Im Ortsteil Gutenberg gibt es die Gußmannshöhle und die Gutenberger Höhle.




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Informationsportal über Lenningen in Baden-Württemberg - 25.5.2012