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Leun ist eine kleine Stadt im Lahn-Dill-Kreis in Hessen, Deutschland. Geografische LageLeun liegt etwa 10 km westlich von Wetzlar zwischen den Ausläufern des nördlichen Taunus und des Westerwaldes im Lahntal, auf 150 bis 330 m über dem Meeresspiegel. Nachbargemeinden und -kreiseLeun grenzt im Norden an die Gemeinden Greifenstein und Ehringshausen, im Osten an die Stadt Solms, im Süden an die Stadt Braunfels (alle im Lahn-Dill-Kreis), sowie im Westen an die Gemeinde Löhnberg (Landkreis Limburg-Weilburg). GliederungDie Stadt besteht aus den fünf Stadtteilen Biskirchen, Bissenberg, Lahnbahnhof, Leun und Stockhausen. GeschichteLeun wurde bereits im Jahre 771 erstmals urkundlich erwähnt. Eine Abschrift der ursprünglichen Urkunde findet sich im Lorscher Codex. Der Bau einer steinernen Brücke über die Lahn Ende des 15. Jahrhunderts und das Marktrecht verhalfen dem Ort zu einem wirtschaftlichen Aufschwung der 1664 in der Verleihung der Stadtrechte gipfelte. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen entstand durch den freiwilligen Zusammenschluss der Stadt und der oben genannten Gemeinden am 1. Januar 1972 die neue Stadt Leun. PolitikStadtverordnetenversammlungDie Kommunalwahl am 26. März 2006 Lieferte folgendes Ergebnis:
WappenEin goldener Mond, der auf eine Brücke und Wasser herabsieht. Das Wappen geht auf das alte Stadtsiegel aus dem Jahre 1664 zurück. Damals dachte man, der Name Leun gehe auf das lateinische Wort für Mond "luna" zurück, Leun müsse also von den Römern gegründet worden sein. Das Wasser auf dass er scheine symbolisiere das Leuner Becken, das oft bei Hochwasser wie ein See überflutet ist. Heute nimmt man jedoch an, der Name Leun stamme vom keltischen Namen der Lahn "Loyne" ab.[1] Später kam die Brücke als Symbol für Leuns wirtschaftlichen Aufschwung hinzu, leider wurde hierbei die ursprünglich vorhandene Ente entfernt. PartnerschaftenDie Stadt Leun unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu
SehenswürdigkeitenEvangelische KircheÜber dem historischen Ortskern von Leun thront die evangelische Kirche, deren genaues Entstehungsdatum ungeklärt ist. Der mächtige Wehrturm und das Hauptschiff dürften der Romanik zuzuordnen sein, während Chorraum und Querschiff früh- bzw. spätgotischen Ursprungs sind. Im Inneren der Kirche findet sich eine alte und kunsthistorisch bedeutsame Kanzel aus Holz mit Vertäfelungen, die vorderasiatische Motive zeigen. Im Querschiff steht die 1808 von den Brüdern Philipp Heinrich und Johann Georg Bürgy erbaute Orgel.Sie besitzt 13 Register auf einem Manual und Pedal. Im Turm hängen drei Glocken, von denen jedoch keine aus der ursprünglich in Leun ansässigen Glockengießerei stammt. Oberhalb der Kirche liegt der Friedhof, auf dem sich noch Reste der alten Stadtmauer sowie des alten Obertores befinden. Historischer OrtskernDer Ortskern der Kernstadt besitzt noch einige prächtige Fachwerkhäuser, die vom einstigen Reichtum der Stadt zeugen. In einem davon befindet sich das Stadtmuseum. Am bekanntesten ist das Erkerhaus in der Limburger Straße, das heute zu den Wahrzeichen der Stadt zählt. Am großen barocken Hofportal erkenntlich ist der Rest des ehemaligen Junkernhofes, Sitz der Familie Mohr, mit noch erhaltenem Herrenhaus. Sehenswert auch die alte Mühle, sowie die alte Lateinschule. BiskirchenBiskirchen, 1245 erstmals in den Akten des Fürstlichen Archivs Braunfels urkundlich erwähnt, ist ein typisches "Haufendorf" mit alter Bausubstanz und verwinkelten Straßen und Gassen. Der gesamte Ortskern ist als Gesamtanlage denkmalgeschützt. Dominant ist die 1868-1870 erbaute neugotisch-romanische Pfarrkirche, dessen architektonische Planung auf den berühmten Friedrich August Stüler (1801-1865) zurückzuführen ist. Stüler war Bauberater des letzten preußischen Königs. Im Stadtteil Biskirchen finden sich die Reste der alten Friedhofsmauer und das 1884 geweihte Denkmal zur Erinnerung an die alte Bischofskirche (erbaut um 900, abgebrochen 1871), die namensgebend für den Ort war. Eine Besonderheit stellt die heimische Mineralbrunnenindustrie dar ("Westerwaldquelle","Heilquelle Karlssprudel" sowie die früheren Brunnenbetriebe "St. Georgsquelle" und "Gertrudisbrunnen"). Wahrzeichen des Leuner Stadtteils ist das Brunnenhaus des staatlich anerkannten Gertrudisbrunnen (1601 als "Wilder Brunnen" bezeichnet), der zwischen 1874 und 1966 wirtschaftlich genutzt wurde zur Herstellung von Erfrischungsgetränken mit dem Namen "Biski". 1990 entstand auf dem Brunnengelände ein Kurzentrum, das seit 1995 zu einer Spezialklinik für Parkinsonkranke umfunktioniert wurde. NaturdenkmälerIm nördlichen Wald befindet sich die Leuner Burg, ein ehemaliger Steinbruch, der heute Naturdenkmal ist. In der Gemarkung Biskirchen befindet sich das Naturdenkmal "Seiderteiche". SportLeun ist Austragungsort des regelmäßig stattfindenden Tennisturniers Leun Open. 1995 eröffnete das "Sport- und Gesundheitszentrum Quellenhof" seine Pforten. In dieser Einrichtung gehören Tennis und Badminton zum Freizeitangebot, genau wie Indoorsoccer. Neben Gastronomie und diversen Geschäften ist durch das angeschlossene Ärztehaus die medizinische Versorgung für den Stadtteil Biskirchen und die umliegenden Orte größtenteils sichergestellt. TourismusAm Dollberg befindet sich eine kleine Ferienhaussiedlung. Für Kanutouren auf der Lahn finden sich Anlegestellen, Fahrradtouristen werden mit Sonderzügen bedient. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich auch der Wandertourismus, insbesondere entlang der Hohen Straße. VerkehrLeun liegt an der Bundesstraße 49. Nach Norden besteht über Ehringshausen Anschluss an die A 45. Auf Leuner Gebiet befinden sich die beiden Bahnhöfe „Leun/Braunfels” (im Ortsteil Lahnbahnhof) und „Stockhausen” an der Lahntalbahn Gießen – Limburg an der Lahn – Koblenz Vom heutigen Bahnhof Leun/Braunfels zweigte früher eine Stichbahn nach Philippstein ab, in Stockhausen begann die Bahnstrecke nach |Beilstein, im Volksmund auch "Balkan-Express" genannt. Beide Nebenstrecken sind heute stillgelegt. Zitate
„Wer einmal auf dem Küppel stand und sah ins Tal hernieder, wohl auf das schöne Heimatland, der kehret gerne wieder.” „Sei gegrüßt du schönes Leun, wir tragen dich im Herzen, sei gegrüßt du schönes Leun, du liebe Heimat mein” Beginn und Refrain des „Leuner Heimatliedes” Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
