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Lichtenfels ist eine Landstadt im Nordwesten von Nordhessen (Deutschland). GeographieLageLichtenfels liegt am Nordostfuß des Rothaargebirges etwa 80 km südwestlich von Kassel. Dort befindet es sich unweit des westlichen Endes des Edersees im Südwesten des Waldecker Lands. Westlich grenzt die Medebacher Bucht an, südlich die Breite Struth. Das Gemeindegebiet, in dem die Ortsteile weit zerstreut sind, wird von der Orke und der Aar durchflossen. Im Nordosten grenzt es an das Ittertal, im Osten an das Edertal, hinter dem sich der Kellerwald erhebt, und im Süden an das Nuhnetal. Ausdehnung des StadtgebietsLichtenfels gehört mit seiner Fläche von annähernd 100 km² und einem Waldanteil von bald 40% zu den ausgedehntesten und waldreichsten Gemeinden des Landkreises. NachbargemeindenLichtenfels grenzt im Norden an die Stadt Korbach, im Osten an die Gemeinde Vöhl, im Süden an die Stadt Frankenberg (alle im Landkreis Waldeck-Frankenberg); sowie im Westen an die Städte Hallenberg und Medebach (beide im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen). GeschichteIm Jahr 1971 haben sich im nordhessischen Waldeck im Zuge der hessischen Verwaltungsreform acht bis dahin selbstständige Orte zu einem neuen Gemeinwesen unter dem Namen Lichtenfels zusammengeschlossen, dem ältesten Adelssitz in Waldeck. StadtgliederungDie Stadt Lichtenfels entstand aus sechs Gemeinden und zwei Städten: DalwigksthalDurch das waldeckische Gesetz vom 24. Januar 1851 veranlasst, schlossen sich die Güter Kampf, Sand und Lichtenfels sowie die dort gelegenen Ansiedlungen und Mühlen zum Dorf Dalwigksthal zusammen. Bereits im Mittelalter ist die Rede von einer Talsiedlung mit Kirche, deren Namen Eisenbeck im 14. Jahrhundert und zum Ende des 18. Jahrhunderts vorkommt. Im Jahre 1598 wird die Bezeichnung Ensenbecke dokumentiert. Die Burg Lichtenfels wurde im Jahre 1189 vom Abt von Corvey erbaut, jedoch wenig später wieder zerstört, dann zwischen 1223 und 1230 wieder errichtet. Am 21. Juli 1267 verpfändete Corvey dem Grafen Adolf von Waldeck unter anderem Schloss Lichtenfels. Nach heftigen Fehden musste Corvey 1297 dem Grafen Otto von Waldeck endgültig den Besitz der Burg zugestehen. Der Erzbischof von Köln erhob als Herzog von Westfalen Anspruch auf die im Amt Lichtenfels gelegenen Orte Münden, Neukirchen und Rhadern, was im 16. und 17. Jahrhundert zu langwierigen Prozessen und Kämpfen führte. Im Laufe dieser Auseinandersetzungen wurde die Burg vermutlich zu Beginn des 17. Jahrhunderts erneut zerstört. Ein teilweiser Wiederaufbau fand 1631 statt, ein umfassender folgte zwischen 1908 und 1914. Ende der 80er Jahre kaufte eine Unternehmerfamilie die bis dahin wieder baufällig gewordene Burg und restaurierte sie umfassend. Die Kirche Dalwigksthals, die von alters her zur Pfarrei Münden gehörte, ist heute dem Kirchspiel Sachsenberg angegliedert. Einst war die Kapelle Begräbnisstätte der Familie von Dalwigk. Von der mittelalterlichen Kapelle ist nur noch der gotische Chor, wahrscheinlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts erbaut, erhalten. Das heutige Schiff wurde 1620 neu errichtet. Ortsvorsteher von Dalwigksthal ist Harald Wagener. Der kleinste Lichtenfelser Stadtteil hat knapp über 200 Einwohner. GoddelsheimGoddelsheim mit seinen etwa 1.450 Einwohnern ist der größte von 8 Ortsteilen der Stadt Lichtenfels im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen und Sitz der Verwaltung. Das Dorf liegt 70 km südwestlich von Kassel. Bis zum Edersee (Sperrmauer) östlich von Goddelsheim sind es etwa 25 km Fahrweg. Die Kreisstadt Korbach ist etwa 10 km entfernt. In einer Urkunde des Königs Arnulf von Kärnten aus dem Jahre 888 ist erstmals die Rede von Goddelsheim. Die Geschichte geht aber vermutlich weiter zurück. So wurden bei Ausgrabungen Gräber entdeckt, die aus Zeiten lange vor dem neunten Jahrhundert stammen. In den Jahren 1548 und 1627 versuchten die Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln mit Gewalt, in dem evangelischen Dorf die katholische Konfession einzuführen. Am Widerstand des Stiftes Schaaken, das die Patronatsrechte über Goddelsheim hatte, scheiterten jedoch die Kölner Absichten. Von den ehemals drei Adelsgütern im Ort wurde das letzte 1904 aufgeteilt. Dennoch spielt die Landwirtschaft noch immer eine Rolle. Ferner gibt es Geschäfte, Fuhr- und Handwerksbetriebe sowie eine Bank und eine Sparkasse. Viele Goddelsheimer arbeiten jedoch nicht im Ort, sondern pendeln nach Korbach oder Frankenberg. Elf Vereine bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Goddelsheim hat einen kirchlichen Kindergarten, eine Grundschule und ist Standort der Mittelpunktschule. ImmighausenDer Stadtteil Immighausen findet um das Jahr 850 erstmals Beachtung, als die Gräfin lda ihre hei Ymminchusen gelegenen Güter dem Kloster Corvey übergibt. Urkunden gibt es ab dem Jahre 1028. Im Laufe seiner Geschichte hatte der Ort zahlreiche Bezeichnungen. So lautet der ursprüngliche Name Yraminchusen, im Jahre 1028 ist die Rede von lmminghusen. Weitere Ortsnamen waren Ymmichusen (um das Jahr 1190), Immyngchusen (um 1200), Ymenchusen (1336), Imminchusen (um 1350), lmmickhusen (1422), Imminckhausen (1537) oder Immeckusen (1541). In der Geschichtsschreibung ist im Jahr 1028 die Rede von einem Hof zu lmminghusen, den der Abt von Corvey auf Veranlassung Kaiser Konrads dem Sohn der Matrone Alvered übergab. 1189 ist der Ort Corveysches Lehen der Waldecker Grafen. Die Kirche zu Immighausen wird 1223 erstmals als Gotteshaus unter den Gütern des Klosters Schaaken genannt. Die Kirche hat einen quadratischen Turm und ein einschiffiges Langhaus. Immighausen ist landwirtschaftlich geprägt. Daneben gibt es aber auch einige Gewerbebetriebe. Der älteste Verein ist der 110jährige „MGV Liedertafel”. Außerdem gibt es den Frauenchor, die Landfrauen, den Sportverein mit seiner Untergruppe „Klostermönche” und die Feuerwehr. Die Bezirksgruppe Lichtenfels des Waldeckischen Geschichtsvereins hat ebenfalls ihren Sitz in lmmighausen. Im Dorf leben 402 Menschen. 500 Meter hinter dem Ortsausgang in Richtung Goddelsheim stehen die Reste des ehemaligen Klosters Schaaken aus dem 18. Jahrhundert, das mehrfach zerstört wurde. Nach der ersten Zerstörung im 19. Jahrhundert wurde es vollständig wieder aufgebaut, ehe es Anfang des 20. Jahrhundert wieder verfiel. RhadernMit rund 370 Einwohnern ist Rhadern einer der kleinsten Lichtenfelser Stadtteile. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahre 1473, doch schon um 830 ist in der Geschichtsschreibung die Rede von der Siedlung Ryadra. Im Laufe seiner Geschichte hatte Rhadern zahlreiche verschiedene Namen. Um 1020 wird das Dorf als Radirinhusen, um 1125 als Rotheren bezeichnet. Im Jahre 1336, als Graf Heinrich von Waldeck unter anderem diese Siedlung für die Mitgift seiner Tochter dem Grafen Johann von Nassau verpfändete, ist von Rodern die Rede. Weitere Namen waren Raderen (um 1350), Radehausen (1420) und Rädern (1738). Im Jahre 1473 (erste urkundliche Erwähnung) ist der Ort wüst. Zu dieser Zeit erhält die Familie von Dalwigk mit dem Amt Lichtenfels die Wüstung Rhadern zu Lehen. Seitdem gehörte Rhadern zum Amt und von Dalwigkschen Freistuhl Lichtenfels. Die am Ortsausgang nach Fürstenberg gelegene Kapelle wird im Jahre 1260 von ihrer Mutterkirche in Goddelsheim losgelöst und zur eigenen Pfarrei erhoben. Wegen der Zerstörung der Kirche wird die Gemeinde im 15. Jahrhundert nach Fürstenberg eingepfarrt. Dort hat sie einen eigenen Eingang und eigene Bänke. Um 1700 wird die Gemeinde dann nach Münden eingepfarrt. Seit dem Neubau der Kapelle im Jahre 1755 besitzt Rhadern wieder eine eigene Kirche, die in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erweitert wurde. Mittelpunkt der kleinen Kapelle ist seit rund zwei Jahren ein Flügelaltar. Sehr engagiert sind die Bewohner des Ortes in den verschiedenen Vereinen. So gibt es neben Feuerwehr und Sportgemeinschaft Lichtenfels einen Musikverein mit verschiedenen Untergruppen, das Discoteam und die Landfrauen mit einer Tanzgruppe. NeukirchenOberhalb an der Nuhne gab es an der Grenze zur Gemarkung Rengershausen ein Dorf oder einen Hof „Aweshausen” oder „Auweshausen”. Die dortigen Flurnamen „Auf der Aue” und „Auf der Junkernaue” deuten darauf hin. Im Jahre 1336 verpfändete Graf Heinrich IV. von Waldeck als Mitgift seiner Tochter dem Grafen Johann von Nassau die Siedlung Nuwenkyrchen. Damit wurde Neukirchen erstmalig urkundlich erwähnt. Bereits 1301 war Ditmar von Nuwenkyrchen Schöffe zu Sachsenberg, ein Zeichen dafür, dass die Ansiedlung schon weit vor dem ersten schriftlichen Zeugnis bestand. In den seit 1533 andauernden Streitigkeiten zwischen Kurköln und Waldeck wurde vom Kurfürsten von Köln unter anderem auch Neukirchen beansprucht. Die Einwohner wurden vor das kölnische Gericht nach Medebach gefordert. Erst 1663 verzichtete Kurköln auf die Ansprüche auf den Ort, womit auch der gewaltsame Versuch zur Wiedereinführung der katholischen Konfession durch den Kurfürsten ein Ende fand. Neukirchen war Filiale der Pfarrei Münden und im 18. Jahrhundert vorübergehend eigene Pfarrei. Heute gehört der Ort zum Kirchspiel Sachsenberg. Die Kirche mit rechteckigem Schiff wurde 1864 von dem Maurermeister Gülich aus Sachsenberg an Stelle einer älteren Vorgängerkirche, die abgebrochen werden musste, neu erbaut. Verlässliche Angaben darüber, wie das Gotteshaus vor dem Neubau ausgesehen hat, gibt es nicht. Die erste neue Kirche, die dem Dorf den Namen gab, muss wohl schon vor 1336 - der Erstnennung von Neukirchen - gebaut worden sein, aber eine genaue Zeitangabe ist nicht möglich. Als erster Teil des heutigen Dorfes entstand wohl das jetzige Oberdorf als Haufendorf. Es war ein reines Bauerndorf, was allem Anschein nach aus einem Herrenhof hervorgeging. Nach und nach entstand noch das Unterdorf als Straßendorf. Es beherbergte die Tagelöhner und Arbeiter bzw. Handwerker. Das Schulhaus wurde 1785 erbaut. Nach dem zweiten Weltkrieg baute man eine größere Schule, die 1976 geschlossen wurde. In dem landwirtschaftlich geprägten Ort leben heute 488 Einwohner. Viele von ihnen sind in den fünf Vereinen aktiv. MündenIm Jahre 1028 bestätigte Kaiser Konrad, dass der Abt des Klosters Corvey der Matrone Alvered den Hof zu Gimundia zur lebenslangen Benutzung gegeben habe. Damit wurde Münden erstmals urkundlich erwähnt. Am Ende des 13. Jahrhunderts verpfändete Kloster Corvey dem Grafen Otto von Waldeck das Amt Münden. In einem Streit zwischen Corvey und den Waldecker Grafen wurde Münden im Jahre 1321 durch Schiedsspruch den Grafen zugesprochen. Graf Heinrich IV. von Waldeck verpfändete den Ort 1336 dem Grafen Johann von Nassau als Mitgift seiner Tochter Elisabeth. Seit 1473 gehörte Münden, das bis dahin Sitz eines Corveyschen und später Waldeckischen Amtes gewesen war, zum von Dalwigkschen Amt Lichtenfels. In den von 1533 andauernden Fehden und Grenzstreitigkeiten zwischen Kurköln und Waldeck beanspruchten die Kurfürsten auch das Dorf Münden. Die Einwohner wurden vor das kölnische Gericht in Medebach gefordert, doch wurde ihnen das Erscheinen dort von den Herren von Dalwigk untersagt. Im Jahre 1663 verzichtete Kurköln dann in einem Vergleich mit den Grafen von Waldeck auf die Ansprüche auf Dorf und Amt Münden. Frühere Bezeichnungen waren neben Gimundia auch Gemundi (1120), Gimunden (1125), Munden (1298), Gemonden (1321), Gemunden (1336, 1473) oder Dreckmünden (1679). In dem an der Orke gelegenen Stadtteil leben rund 420 Menschen ca. 1,5 km von der westfälischen Grenze entfernt. FürstenbergFürstenberg, die einst kleinste Stadt Waldecks und Hessens, wurde bereits 1254 erstmals als Stadt erwähnt. Reste der alten Stadtmauer sind im historischen Ortskern noch erkennbar. Viele alte Geschichten und Sagen ranken sich um das kleine Städtchen im Waldecker Land. Eine davon ist die Igelsage, nach der Fürstenberg auch den Namen „Igelstadt” erhalten hat. Ein Igel soll den Grafen Heinrich von Waldeck vor einem Sturz in den Abgrund bewahrt haben, als dessen Pferd vor dem Igel scheute. Bis heute wird am Montag vor Pfingsten in Fürstenberg das Igelfest gefeiert. SachsenbergDer Sage nach hat sich im sechsten Jahrhundert an der Stelle des heutigen Sachsenberg eine alte sächsische Volksburg als Gegengründung zu Frankenberg befunden. Im Jahr 1230 beschließt der Abt von Corvey, in der Nähe der Burg Lichtenfels eine Stadt zu bauen. Eine erste Erwähnung „Sassenbergs” als Lorvenscher Besitz erfolgt 1251 und im Jahr 1262 wird Sachsenberg erstmals als Stadt genannt. Nach einer Fehde verpfändet Corvey 1267 Sachsenberg dem Grafen Adolf von Waldeck. 1297 verzichtet Corvey endgültig zugunsten der Waldecker Grafen. Im Jahr 1537, Sachsenberg gehört zum Amt Eisenberg, wird eine Burg erwähnt, die vermutlich im 30-jährigen Krieg wieder zerstört wurde. Als möglicher Standort der Burg wird der in der Nähe Sachsenbergs gelegene „Burgberg” vermutet. In den folgenden Jahrhunderten wird die Stadt immer wieder von Katastrophen heimgesucht. Im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert wütet die Pest auch in Sachsenberg. Insgesamt 550 Einwohner fallen ihr zum Opfer. Im 7-jährigen Krieg (1756 bis 1763) wird die Stadt von französischen Truppen besetzt und verwüstet. Der erste große Stadtbrand 1844 vernichtet die östliche Oberstadt mit insgesamt ca. 70 Gebäuden. Am 10. August 1889 brennt es erneut. Diesmal fällt die Stadtmitte mit dem 1585 erbauten dreigeschossigen Fachwerkrathaus den Flammen zum Opfer. Über 120 Wohn- und Nebengebäude werden zerstört. Mit dem Rathaus verbrennt auch ein Großteil der alten Stadturkunden, Chroniken und Akten. Trotz der durch die wiederholten Brände entstandenen Verwüstungen und der beim Neuaufbau vorgenommenen Veränderungen ist der ursprüngliche, an den Städten der Staufer orientierte, Entwurf mit schachbrettartigem Grundriss noch erkennbar. Der kleinstädtische Charakter wird unter anderem durch die Reste der alten Stadtmauer, den zentral im alten Ortskern gelegenen Marktplatz mit dem Rathaus und einige stattliche Bürgerhäuser, die die turbulenten Zeiten überdauert haben, geprägt. Ein anschauliches Beispiel für die Baustile verschiedener Epochen und unterschiedlicher Kulturkreise, dem fränkischen und dem sächsisch-hessischen, ist das Fachwerk-Ensemble am „Hofstadtplatz”, dessen Bezeichnung auch als Hinweis auf eine untergegangene Burg interpretiert wird. Es gibt drei Kirchen: die evangelische, die selbstständig-evangelisch-lutherische und die katholische. Erwähnenswert ist der 1708 von Josias Wolrad Brützel geschaffene Kanzelalter der evangelischen Kirche. Neben einer Vielzahl von Vereinen hat Sachsenberg eine engagierte Kultur- und Kunstszene. In Sachsenberg leben 950 Einwohner. Ortsvorsteherin ist Tanja Schäfer-Hellwig (Stand 2007). PolitikStadtverordnetenversammlungBei der Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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