Litzendorf in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Koordinaten: 49° 54′ N, 11° 0′ O
Höhe: 311 m ü. NN
Fläche: 25,85 km²
Einwohner: 6179
Bevölkerungsdichte: 239 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96123
Vorwahl: 09505
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 155
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Knock 6
96123 Litzendorf
Webpräsenz: www.litzendorf.de/inhalt.html
Bürgermeister: Wolfgang Möhrlein
Lage der Gemeinde Litzendorf im Landkreis Bamberg

Litzendorf ist auf Grund der Gebietsreform seit 1. Mai 1978 eine Einheitsgemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg.

Geografie

Litzendorf und die meisten Ortsteile liegen im Ellerntal, das umgeben ist von bewaldeten Höhenzügen, mit den beiden höchsten Erhebungen des Landkreises Bamberg, dem Geisberg (585 m) und dem Stammberg (560 m).

Ortsteile

Die acht Ortsteile mit ihren Einwohnerzahlen sind:

  1. Pödeldorf am Hauptsmoorwald 1.753
  2. Naisa im Ellerntal 747
  3. Litzendorf im Ellerntal 1.492
  4. Lohndorf im Ellerntal 385
  5. Tiefenellern am Anstieg zur Fränkischen Schweiz 210
  6. Schammelsdorf 784
  7. Melkendorf 757
  8. Kunigundenruh im Hauptsmoorwald 2

Geschichte

Die Herkunft des Namens Litzendorf ist unklar. Mögliche Ableitungen sind vom slawischen lyko (= Bast) oder vom germanischen Wort litzel (= klein).

Zur Zeit der Merowinger und Karolinger, als die Dörfer, die wahrscheinlich fränkischen und slawischen Ursprungs sind, entstanden, war das Ellerntal noch stark bewaldet.

Zum ersten Mal erscheint der Name Litzendorf im Jahr 1129 in einer Urkunde des Bamberger Bischofs Otto, in der ein Otgoz von Licindorf erwähnt wird. Diser Otgoz gehörte dem niederen Dienstadel an und war Gerichts- und Verwaltungsbeamter des heiligen Otto, des Bischofs von Bamberg.

Litzendorf gehörte später zum Hochstift Bamberg und kam erst mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zu Bayern.

Einwohnerentwicklung

3.507 (1970)
4.825 (1987)
5.907 (2000)
6.179 (2005)

Politik

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2,279 Mio. €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 206.000 €.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Gold und Blau; vorne ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe, hinten ein silberner Helm mit Nasenschutz.

Der Bamberger Löwe steht für die Herrschaft des Hochstifts Bamberg über Litzendorf. Der Helm steht für die Ministerialien von Litzendorf, die im 12. Jahrhundert tätig waren als es noch keine Wappenschilder gab.

Sehenswürdigkeiten

Fränkische Straße der Skulpturen

Die Fränkische Straße der Skulpturen zwischen den Dörfern Tiefenellern, Lohndorf und Litzendorf entstand im Jahr 1994 und ist eine Ausstellung von Skulpturen inmitten der Landschaft des Ellerntales.

Sängerehrenmal bei Melkendorf

Das Sängerehrenmal für die Toten und Gefallenen des fränkischen Sängerbundes wurde im Jahr 1963 auf einer Anhöhe über Melkendorf errichtet. Das Denkmal besteht aus zwölf kreisrund angeordneten Kalksteinsäulen und einem altarähnlichen Sarkophag. Im Gedenkstein befinden sich Gedenkbücher mit den Namen der Verstorbenen aller Gesangvereine der damals 12, jetzt 13 Sängerkreise. Auf dem schmiedeeisernen Altarflügel steht der lateinische Spruch Mortui vivimus (= Wir Toten leben.).

  • Das Sängerehrenmal in Melkendorf

Jungfernhöhle bei Tiefenellern

Die Jungfernhöhle bei Tiefenellern ist eine neolithische Fundstätte. Ausgrabungen erbrachten die Belege der Nutzung der Höhle durch vier jungsteinzeitliche und beinahe alle nachfolgenden Kulturen. Der Name Jungfernhöhle rührt davon her, dass sich hier überwiegend die Überreste von weiblichen Personen fanden.

Grabhügelfriedhof bei Litzendorf

An der Straße von Litzendorf nach Geisfeld befinden sich frühkeltische Hügelgräber. Die Hügelgruppe ist vollständig von Wald umgeben. Der Durchmesser der Grabhügel variiert zwischen 8 und 25 Meter. Bei Ausgrabungen im 19. Jahrhundert wurde Material der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit geborgen.

Pfarrkirche St. Wenzeslaus

Die barocke Pfarrkirche St. Wenzeslaus in Litzendorf wurde von 1715 bis 1718 von dem Baumeister Johann Dientzenhofer errichtet. Sie besteht aus leuchtend goldgelben Eisensandsteinquadern und ist schon von Weitem zu sehen.

Die Wahl des böhmischen Herzogs und Nationalheiligen Wenzeslaus als Kirchenpatron geht wahrscheinlich auf Fürstbischof Lambrecht von Brun zurück, der enger Berater des in Prag residierenden Kaisers Karl IV. und Kanzler seines Sohnes Wenzel war. Nach der Erhebung Litzendorfs zur Pfarrei im Jahr 1406 entstand ein größerer Neubau, dessen viergeschossiger Chorturm heute noch steht.

Als sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts zunehmende Bauschäden zeigten, war man in der Behebung der Schäden zögerlich. Erst der 1702 als Pfarrer eingesetzte Johann Christoph Reinhard ging das Problem energisch an und wollte etwas Besonderes schaffen. Deshalb ließ er durch den Bamberger Hofbaumeister Johann Dientzenhofer an den Chorturm ein repräsentatives Langhaus anfügen.

Bildergalerie




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Informationsportal über Litzendorf in Bayern - 25.5.2012