Löchgau in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Koordinaten: 49° 0′ N, 9° 7′ O
Höhe: 260 m ü. NN
Fläche: 10,95 km²
Einwohner: 5326
Bevölkerungsdichte: 486 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74369
Vorwahl: 07143
Kfz-Kennzeichen: LB
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 047
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 49
74369 Löchgau
Webpräsenz: www.loechgau.de
Bürgermeister: Werner Möhrer

Löchgau ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Löchgaus findet sich in einer gefälschten Schenkungsurkunde. Darin wird beurkundet, dass der Bischof von Speyer im Jahr 1147 die Peterskirche von Löchgau an das Kloster Maulbronn verschenkt habe, nachdem er sie zuvor von einem in Löchgau ansässigen Adligen namens Beringer gekauft haben soll. Im Jahr 1244 übergibt das Kloster Maulbronn die Kirche in Löchgau an das Domstift Speyer.

1484 kommt das kurpfälzische Viertel von Löchgau in württembergischen Besitz, als es gegen den württembergischen Anteil von Ingersheim getauscht wird. Herzog Ulrich von Württemberg erwirbt 1506 ein weiteres Viertel des Dorfes von Konrad Schenk von Winterstetten im Tausch gegen Freudental. 1529 kauft Markgraf Philipp I. von Baden seine Besitzungen in und um Besigheim zurück und erhält dabei die Hälfte des Dorfes Löchgau. Bis 1595 ist Löchgau somit halb badisch, halb württembergisch.

1595 kauft Herzog Friedrich I. von Württemberg die zweite Hälfte von Löchgau zusammen mit den badischen Ämtern Mundelsheim und Besigheim von Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach, so dass Löchgau, das nun zum Oberamt Besigheim gehört, nun vollständig in Württemberger Besitz kommt.

1739 entsteht der zwei Kilometer südlich von Löchgau gelegene Weiler Weißenhof, als zwei Brüder aus Löchgau, Jakob und Hans-Jörg Weiß, auf den Ruinen eines ehemaligen römischen Gutshofes ihren Bauernhof erbauen. Mit der Kreisreform 1938 kommt der Ort zum Landkreis Ludwigsburg.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1545 605
1605 780
1634 180
1652 33
1655 52
1661 220
1703 500
1724 614
1787 1039
Jahr Einwohner
1797 996
1802 1005
1809 1214
1846 1690
1869 1670
1876 1222
1884 1335
1912 1367
1939 1512
Jahr Einwohner
1946 2026
1960 2720
1970 3928
1980 4374
1990 4938
2000 5262
2004 5344
2005 5326
   

Quellen: Pfarrberichte (Hauptstaatsarchiv Stuttgart), Evang. Gemeindeblatt aus Löchgau, Der Kreis Ludwigsburg

Politik

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 führte zu folgendem Ergebnis:

  • CDU 34,4% (-0,6): 5 Sitze (=)
  • FWL 30,7% (-3,0): 4 Sitze (-1)
  • SPD 19,9% (+2,3): 3 Sitze (+1)
  • Verein Frauen für Löchgau (VFFL) 15,0% (+1,3): 2 Sitze (=)

Wappen und Flagge

Das Gemeindewappen zeigt in Blau den goldenen Großbuchstaben L, links oben einen sechsstrahligen goldenen Stern. Die Gemeindeflagge in den Farben Gelb-Blau wurde am 12. März 1980 verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Der Grundstock des 1998 eröffneten technikgeschichtlichen Museums in der Schulstraße geht auf die 4.500 Nageltypen umfassende Mustersammlung der Firma Röcker zurück. Das Unternehmen produzierte fast hundert Jahre lang, von 1876 bis 1974, in Löchgau. Ausgehend von dieser Sammlung hat der Arbeitskreis Dorfbild eine Dauerausstellung zur Geschichte des Nagels eingerichtet und textliche und bildliche Zeugnisse, die in Verbindung zum Thema Nagel stehen, zusammengetragen. Darüber hinaus wird eine Kuriositätensammlung gezeigt.

Bauwerke

  • Peterskirche

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Hasenropferfest
  • Weißenhoffest
  • Löchgauer Weindörfle
  • Flugfest Löchgau
  • Krämermarkt - jeweils ein Markt im Frühjahr und Herbst

Wirtschaft

Löchgau ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Schalkstein im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören.

Verkehr

In Löchgau gibt es einen Segelflugplatz.

Öffentliche Einrichtungen

Es gibt ein Alten- und Pflegeheim der kreiseigenen Kleeblatt Pflegeheime.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • 1582, 25. Juli, Jakob Löffler, † 20. April 1638 in Basel, württembergischer Kanzler
  • 1673, Johann Conrad Creiling, † 1752, Professor der mathematischen Wissenschaften und der Naturphilosophie in Tübingen, Wunderdoktor
  • 1806, 4. April, Heinrich Michael Edelmann, † Juli 1874 in Bad Sebastiansweiler, stellvertretender württembergischer Kriegsminister
  • 1907, 28. März, Reinhold Bechtle, † 13. Januar 1938 im KZ Welzheim, Schneider, KPD-Mitglied, Widerstandskämpfer gegen die NS-Diktatur

weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen

  • Christoph Fahrner, 1616–1688?, Schultheiß von Löchgau, speyerischer Domstiftschaffner, Heilmittelhersteller und Chemiker
  • Gustav Hoffmann, 1875–1952, evang. Pfarrer, Geschichtsforscher
  • Karl-Henning Seemann, * 1934, bildender Künstler, em. Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
  • Girolamo Vermiglio, * 1958, italienischer Karate-Meister (6. Dan) , Präsident des KHSD

Literatur

  • Dr. Thomas Schulz (Herausgeber) Löchgau - Beiträge zur Ortsgeschichte, Ludwigsburg 2004



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Informationsportal über Löchgau in Baden-Württemberg - 25.5.2012