Luckenwalde in Brandenburg


Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Koordinaten: 52° 5′ N, 13° 10′ O
Höhe: 48 m ü. NN
Fläche: 46,75 km²
Einwohner: 21.582
Bevölkerungsdichte: 462 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14943
Vorwahl: 03371
Kfz-Kennzeichen: TF
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 232
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 10
14943 Luckenwalde
Webpräsenz: www.luckenwalde.de
Bürgermeisterin: Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD)

Luckenwalde ist die Kreisstadt des Landkreises Teltow-Fläming, Bundesland Brandenburg, Deutschland. Luckenwalde besaß große Bedeutung als Industriestadt, seit der Wiedervereinigung entwickelt sich der Tourismus zum wirtschaftlichen Schwerpunkt der Stadt und ihrer Umgebung.

Geografie

Geografische Lage

Luckenwalde liegt bei den geografischen Koordinaten 52° 4' nördlicher Breite und 13° 10' östlicher Länge. Das ist etwa 50 Kilometer südlich von Berlin, was durch den Merkspruch Luckenwalde, Luckenkien, 50 Kilometer vor Berlin. ausgedrückt wird. Nördlich von Luckenwalde liegt Trebbin, südlich Jüterbog, östlich Baruth/Mark und westlich Treuenbrietzen. In der Nähe des Marktturms beträgt die Höhe über dem Meeresspiegel 49 Meter, bei den Weinbergen westlich des Zentrums sind es 77 Meter.

Geografischer Überblick und Geologie

Die Stadt liegt in einer Bucht des Baruther Urstromtals, welches hier weit nach Süden ausgreift und mit einer unscharfen Grenze bei Kloster Zinna in den weiter südlich gelegenen Fläming übergeht. Dieser sanfte Übergang hat mit seiner Verkehrsgunst die Entstehung der Stadt sicher gefördert. Einige Kilometer südwestlich (Keilberg) und südöstlich (Golmberg) der Stadt ist die Grenze jedoch sehr scharf ausgebildet.

Durch das Stadtgebiet verläuft die Brandenburger Eisrandlage. Diese Linie markiert den weitesten Vorstoß des skandinavischen Inlandeises während der jüngsten Eiszeit (der Weichseleiszeit) nach Süden. Die Weinberge, obwohl im Kern schon während der älteren Saaleeiszeit angelegt, sind eine Endmoräne dieses Eisvorstoßes. Die Abdachung der Weinberge nach Westen bildet die dazugehörige Sanderfläche. Auf den Weinbergen hat man in Ton- und Sandgruben sowohl die älteren saalezeitlichen Ablagerungen (meist toniger Geschiebemergel) als auch die jüngeren, sandigen weichselzeitlichen Sedimente abgebaut.

Dennoch ist die Landschaft in und um Luckenwalde im Wesentlichen durch das Urstromtal geprägt, sandig bis moorig und recht eben. Der Schmelzwasserabfluss im Urstromtal hat bis auf die Weinberge alle anderen Zeugnisse des Eisvorstoßes wieder abgetragen bzw. verschüttet. Während die älteren Abflüsse im Urstromtal noch nach Westen gerichtet waren, erfolgte die jüngere Entwässerung schon nach Norden. Die Nuthe folgt heute dieser von den Schmelzwässern des Eises vorgegebenen Richtung. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Lauf der Nuthe in prähistorischer Zeit zunächst westlich der Stadt verlief und sie damals weiter in Richtung des Pfefferfließes floss. Entsprechende Altläufe der Nuthe sind südlich und südwestlich der Stadt bis heute erhalten. Erst später nahm sie ihren Lauf östlich der Weinberge durch das heutige Stadtgebiet ein, wobei der genaue Zeitpunkt des Umschwenkens noch nicht bestimmt wurde.

Das sonst recht ebene Urstromtal wird durch Binnendünen merklich belebt, die vor allem in der ausgehenden Eiszeit aufgeweht wurden. Am Südrand der Stadt beginnt mit den Rauhen Bergen solch ein Flugsandgebiet. Eine Besonderheit ist die aktive Binnendüne auf dem ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz Zinna, wenige Kilometer südlich der Stadt. Die vorher bewachsene Düne wurde durch das Militär (wahrscheinlich ein Waldbrand) wieder aktiviert und ist bis heute in Bewegung (ca. 1 m pro Jahr).

Wie der Beiname Luch im Walde schon andeutet, war Luckenwalde von großen Waldgebieten umgeben. Auch heute noch findet sich viel Wald in Luckenwaldes Umgebung. Die Laubwälder in Luckenwaldes Umgebung, auf Sanderflächen auch Kiefern, gehen direkt in eines der größten Forstgebiete in Brandenburg gewann 7:0. Dabei hatte sich jedoch der Nationalspieler Philipp Lahm verletzt, so dass er bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nur mit einer Armschiene spielen konnte.

Persönlichkeiten

Theodor Fontane besuchte die Stadt und widmete ihr in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg das eigene Kapitel Luch im Wald. Es gibt eine Gedenktafel auf dem Marktplatz, die an Fontane erinnert. Außerdem veranstaltet der Heimatverein Fontane-Lesungen.

Der Architekt Erich Mendelsohn realisierte in Luckenwalde einige Arbeiten. Besonders bekannt ist sein Bau der Hutfabrik Steinberg, Herrmann & Co.

Der Mathematiker und einflussreiche Fachdidaktiker Hans Freudenthal wurde 1905 in eine jüdische Familie geboren; er wirkte ab 1930 in den Niederlanden.

Der Kunstmaler Ewald Deul lebte in Luckenwalde. Nach Studium in München und internationaler Arbeit (Ausstellung u.a. in Japan) hat er in Luckenwalde gearbeitet. Ein großer Teil seiner Arbeiten wurde dem Museum in Luckenwalde geschenkt.

Der spätere Studentenführer Rudi Dutschke wurde 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde (heute Gemeinde Nuthe-Urstromtal) geboren und wuchs hier auf. Daran erinnert eine Gedenktafel vor dem von ihm besuchten Gymnasium.

Der Politiker Ludwig-Holger Pfahls wurde 1942 in Luckenwalde geboren. Er erlangte Bekanntheit, als er als Mitglied der Kohl-Regierung in einen Spendenskandal verwickelt war.

Städtepartnerschaften

Zur DDR-Zeit wurde die französische Stadt Dieppe Partnerstadt von Luckenwalde. Die Beziehungen wurden jedoch nach der Wende nicht weiter gepflegt. Der Verein zur Förderung Internationaler Städtekontakte bemüht sich derzeit um die Verbesserung der Beziehungen.

Nach der Wende wurde am 2. März 1990 Bad Salzuflen in Nordrhein-Westfalen zunächst provisorisch zur Partnerstadt gewählt, nach Wahlen am 7. September 1990 wurde dieser Beschluss bestätigt.

Wirtschaft

Infrastruktur

Am Luckenwalder Bahnhof halten Regionalexpresszüge der Deutschen Bahn auf der Strecke Berlin-Leipzig bzw. Halle. Die Bundesstraße 101 führt durch Luckenwalde.

Bekannte Unternehmen

  • auf dem ehemaligen Volltuch-Betriebsgelände befinden sich nunmehr eine Wohnsiedlung, Hotel und Kunsthalle Vierseithof sowie eine Bowlingbahn.
  • die Baulichkeiten der ehemaligen Spirituosenfabrik Gebrüder Falkenthal, deren bekanntestes Produkt der Zinnaer Klosterbruder war, wurden nach Betriebseinstellung im Jahre 2006 abgerissen.
  • Luckenwalder Tüten- u. Papptellerfabrik GmbH (ursprünglich von Hermann Henschel gegründet), ununterbrochen seit der Gründung aktiv
  • Rosenbauer Feuerwehrtechnik GmbH (vormals Metz-FGL Feuerwehrtechnik GmbH bzw. Koebe)
  • Hesco Kunststoffverarbeitung Luckenwalde, früher bekannt als Plasteschulze (Helmut Schulze), größter Kabelschellenproduzent der DDR, sukzessive verstaatlicht und enteignet, 1990 reprivatisiert
  • Luckenwalder Wurst- und Fleischwaren (schon im Mittelalter war Luckenwalde bekannt für seine Wursterzeugung)
  • Biotechnologiepark, seit 1997
  • INA-Schaeffler KG
  • Klaus Köhler Beton- und Fertigteilwerk GmbH (Fertigung von Betonfertigteilen)
  • Baustoffwerke Ruhlsdorf - im Vorort Ruhlsdorf gelegenes, 1995 errichtetes Kalksandsteinwerk
  • Dr. Schiller Walz- und Werkzeugtechnik GmbH - Kaltgewalzte Wälzlagerringe aus Luckenwalde, 1992 gegründetes Unternehmen
  • Gimaex-Schmitz Fire and Rescue GmbH (Feuerwehr-Fahrzeugbau, Stationäre Löschtechnik, One Seven Druckluftschaum)

Literatur

  • Heiko Tammena: Unser schönes rotes Luckenwalde. Lager, Milieu und Solidargemeinschaft der sozialistischen Arbeiterbewegung zwischen Ausgrenzung und Verstaatlichung, Dissertation, Münster: LIT-Verlag 2000. ISBN 3-8258-4599-0
  • Roman Schmidt: Luckenwalde. Sutton, Erfurt 2000. ISBN 3897021854
  • Uwe Mai: Kriegsgefangen in Brandenburg, Stalag III A in Luckenwalde 1939-1945. Metropol, Berlin 1999. ISBN 3932482255
  • Dieter Noeske, Dieter Funke, Uta Högel: Luckenwalde im märkischen Land. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 1993. ISBN 3861341328
  • Christa und Johannes Jankowiak: Unterwegs an Nuthe und Nieplitz. Stapp, Berlin 1995. ISBN 3877760619
  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 4. Spreeland. Luch im Wald. Ullstein, Frankfurt/M 1998 (Zitate nach d. Ausg.). ISBN 3-548-24381-9



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Informationsportal über Luckenwalde in Brandenburg - 25.5.2012