Markdorf in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Koordinaten: 47° 43′ N, 9° 24′ O
Höhe: 453 m ü. NN
Fläche: 40,92 km²
Einwohner: 12.686
Bevölkerungsdichte: 310 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88677 (alt: 7778)
Vorwahl: 07544
Kfz-Kennzeichen: FN
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 034
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
88677 Markdorf
Webpräsenz: www.markdorf.de
Bürgermeister: Bernd Gerber (FWV)

Markdorf ist eine Stadt im Bodenseekreis, etwa 6 km nördlich des Bodensees am Fuße des 754 m ü. NN hohen Gehrenbergs.

Nachbarstädte sind Friedrichshafen im Südosten, Meersburg im Südwesten und Ravensburg im Nordosten.

Geografie

Stadtgliederung

Neben der Kernstadt gibt es die Teilorte Ittendorf und Riedheim mit eigenen Ortschaftsräten.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt datiert aus dem Jahr 817, als Kaiser Ludwig der Fromme eine Schenkung an das Kloster St. Gallen vornahm. Die Verleihung der Stadtrechte hat um das Jahr 1250 herum stattgefunden; die Stadt feierte deshalb im Jahr 2000 ihr 750-jähriges Stadtjubiläum. Der Ausbau der Stadt wurde vom 12. bis zum 14. Jahrhundert von den Freiherren von Markdorf vorangetrieben, bevor sie unter der Herrschaft der Konstanzer Bischöfe und vor allem dank des Weinanbaus ihre Blütezeit erlebte.

Später ging es bergab, besonders der Dreißigjährige Krieg und die Napoleonischen Kriege forderten ihren Tribut. Nur wenige Jahrzehnte später, in der Nacht vom 10. zum 11. Juli 1842, folgte der große Brand von Markdorf, durch den 349 Bewohner vor allem des östlichen Teils der Stadt obdachlos wurden.

1901 schließlich wurde Markdorf durch die Bodenseegürtelbahn an das reichsdeutsche Bahnnetz angeschlossen.

In den Sechzigern und Siebzigern kam es zu einem starken Wachstum der Stadt, insbesondere durch die zahlreichen Pendler, die in Friedrichshafener Firmen arbeiteten. 1967 wurde das Bildungszentrum Markdorf gegründet. Die Gesamtschule zog fünf Jahre später in ein neuerrichtetes Schulgebäude um. 1974 wurde die Städtepartnerschaft zwischen der elsässischen Stadt Ensisheim und der Stadt Markdorf begründet.

Eingemeindungen

Im Jahr 1972 wurden die ehemals selbständigen Gemeinden Ittendorf und Riedheim in die Stadt Markdorf eingegliedert, was einen der Gründe für den starken Anstieg der Bevölkerungszahl um diese Zeit darstellt (vgl. Tabelle).

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohnerzahlen
1900 ca. 1.700
1933 2.200
1939 3.000
1961 4.750
1975 9.873
2000 12.097
31. Dezember 2005 12.686

Politik

Gemeindeverwaltungsverband

Markdorf hat sich mit den Gemeinden Bermatingen, Deggenhausertal und Oberteuringen zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen und ist Sitz dieses Verbandes.

Gemeinderat

Nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:

FWV 32,9 % 8 Sitze ±0
CDU 30,9 % 8 Sitze -2
Umweltgruppe 27,7 % 7 Sitze +2
SPD 8,5 % 2 Sitze ±0

Wappen

Das Stadtwappen zeigt ein rotes Mühlrad mit acht Speichen auf gelbem Hintergrund.

Das Mühlrad findet sich in abgewandelter Form auch im Wappen des Bodenseekreises.

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 1991 Bernd Gerber, der damit Eugen Baur im Amt folgte. 1999 wurde Gerber wiedergewählt.

Städtepartnerschaft

Seit 1974 besteht eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Ensisheim im Elsass.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Markdorf liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße und am Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Der Aussichtsturm auf dem Gehrenberg bietet bei gutem Wetter eine ausgezeichnete Sicht bis weit über den Bodensee.

Bauwerke

  • Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus
  • Bischofschloss, frühere Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Konstanz
  • Untertorturm
  • Hexenturm mit Handwerkmuseum
  • Obertor
  • Latschebrunnen am Latscheplatz (mit lebensgroßen Bronzefiguren)
  • Ittendorfer Schloss

Wirtschaft und Infrastruktur

Bis heute spielt in Markdorf die Landwirtschaft, insbesondere Obst- und Weinbau, eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus sieht sich die Stadt heute als innovationsfördernder Standort für Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie.

Tourismus und Naherholung sind ebenfalls wichtige Wirtschaftsfaktoren.

Die Stadt ist Wohnsitz für viele Pendler, die in Friedrichshafener Firmen wie Dornier oder MTU arbeiten. Größte Firmen: Albert Weber GmbH, Alpla

Verkehr

Markdorf wird von der Deutschen Bahn AG auf der Bodenseegürtelbahn (Lindau-Radolfzell) angebunden. Vom Bodensee her kommend ist die Stadt über die B 33 von Meersburg aus, weiter nach Ravensburg, erreichbar.

Medien

Die Schwäbische Zeitung und der Südkurier betreiben in Markdorf jeweils eine Lokalredaktion.

Öffentliche Einrichtungen

  • Landwirtschaftsamt des Bodenseekreises (Ende 2006 nach Friedrichshafen zurückverlegt)

Bildung

In Markdorf befindet sich das Bildungszentrum Markdorf, das sowohl Haupt- und Realschule, als auch ein Gymnasium beinhaltet. Außerdem die Jakob-Gretser-Grundschule, sowie eine Grundschule im Ortsteil Leimbach und eine Sonderschule. Die Justus-von-Liebig-Schule Überlingen hat eine Außenstelle in Markdorf. Die Musikschule Raumschaft Markdorf bildet neben einheimischen Schülern auch Kinder aus Bermatingen, Deggenhausertal, Kluftern und anderen benachbarten Gemeinden im musischen Bereich aus.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • 1951, 31. Januar, Dieter Hillebrand, Politiker (CDU), MdL (Baden-Württemberg)
  • 1562, 27. März, Jakob Gretser, † 29. Januar 1625 in Ingolstadt, jesuitischer Philologe, Historiker und Dramatiker



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Markdorf in Baden-Württemberg - 25.5.2012