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Maulbronn ist eine Stadt im Enzkreis, Baden-Württemberg. Knittlingen und Mühlacker sind die nächstgelegenen Städte. GeschichteBereits zur Römerzeit war das nahe dem Limes gelegene Gebiet um Maulbronn besiedelt, was Funde von römischen Götterstatuen belegen. Um 1147 wurde im Bischoflehen zu Mulenbrunnen, nach einer Schenkung des Bischofs von Speyer an den Zisterzienserorden, das Kloster Maulbronn gegründet. Diese Klosteranlage entwickelte sich schnell zu einem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Zentrum in der Region. In der Reformationszeit teilte das Kloster das Schicksal vieler anderer württembergischer Kloster, wurde säkularisiert und war von da an Sitz eines Vogtes, der ab 1759 Oberamtsmann genannt wurde. Die Gemeinde Maulbronn existiert seit dem Jahr 1838, sie entstand aus einer Ansiedlung, die sich um das Kloster gebildet hatte. Es gehörte zum Neckarkreis im Königreich Württemberg. 1886 wurde Maulbronn zur Stadt erhoben und war bis 1938 Oberamtsstadt. Doch bereits um 1600 glich Maulbronn seiner herrschaftlichen Gebäude wegen eher einer Stadt als einem Dorf. Durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener nach dem zweiten Weltkrieg erhöhte sich die Einwohnerzahl deutlich. Die beiden frühesten wirtschaftlichen Standbeine der Stadt waren der Weinanbau, sowie die Natursteinindustrie, die sich bereits vor dem ersten Weltkrieg in Maulbronn etablierte. Der Maulbronner Schilfsandstein, den bereits die Zisterziensermönche abbauten verhalf Maulbronn dank der um 1871 neu beginnenden Bauperiode zu einem explosionsartigen Wirtschaftsaufschwung. Der Naturstein wurde weit über die Region hinaus zum Bau exportiert und hatte das Aufblühen mehrere Steinhauerbetriebe wie etwa der Firma Burrer zu Folge. Heute spielt der Naturstein nur noch eine geringe Rolle. Viele Besucher kommen der Klosteranlage unter dem Schutz der UNESCO wegen nach Maulbronn. ReligionenMit der Einführung der Reformation in Württemberg 1551 wurden auch Maulbronn, Schmie und Zaisersweiher lutherisch. Das Kloster wurde in eine Schule umgewandelt. Eingemeindungen
OrtsteileSchmieSchmie ist wahrscheinlich zur Karolingerzeit gegründet worden. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 788. Der Name geht wahrscheinlich auf einen keltischen Flussnamen zurück. Bei Schmie war jahrhundertelang die Grenze zwischen Württemberg und der Pfalz. ZaisersweiherZaisersweiher ist ebenfalls eine karolingische Gründung. Es wurde jedoch erst viel später, nämlich am 6. Januar 1100 in der Stiftungsurkunde des Kloster Sinsheim, erwähnt. Im 14. Jahrhundert übernahm das Kloster Maulbronn die Herrschaft über den Ort. Im bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg eroberte 1504 Herzog Ulrich von Württemberg das ganze Klostergebiet, so dass auch Zaisersweiher württembergisch wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Zaisersweiher weitgehend zerstört. Ortsansichten
Bevölkerungsentwicklung
PolitikGemeinderatDie Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
Städtepartnerschaften
Wirtschaft und InfrastrukturMaulbronn, das an der Württemberger Weinstraße liegt, ist ein bedeutender Weinbauort mit den Lagen Reichshalde, Eilfingerberg und Klosterstück, die zur Großlage Stromberg im Bereich Württembergisch-Unterland gehören. VerkehrMaulbronn verfügt mit dem Bahnhof „Maulbronn West” seit 1853 über eine ca. 3,5 km von Stadtzentrum entfernt im Wald gelegene Station an der Westbahn Bietigheim-Bissingen–Bruchsal. Diese ungünstige Bahnhofslage wurde aus topografischen Gründen gewählt. Die Westbahn erhielt einen Tunnel südlich des Bahnhofs (Name nach dem zweiten Weltkrieg) Maulbronn West, der bei der Elektrifizierung westlich umfahren und als Weinkeller weiter genutzt wurde. Seit 1914 gibt es eine Nebenbahn, die diesen Bahnhof mit der Stadt verbindet, der Westbahnhof (Name zu Reichsbahnzeiten) wurde damit zum Keilbahnhof. Der reguläre Personenverkehr auf der Nebenstrecke wurde 1973 eingestellt, seit 1996 gibt es jedoch an Wochenenden im Sommer wieder Ausflugszüge, die Touristen unter dem Namen "Klosterexpress" eine Anreise zum Kloster ermöglichen sollen. Darüber hinaus gibt es seit 2004 ein Anruf-Sammel-Taxi, das eine Verbindung zwischen Stadt und Bahnhof und damit zur S-Bahnlinie S9 herstellt. GerichteMaulbronn verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Karlsruhe gehört. BildungseinrichtungenIm Kloster Maulbronn befindet sich noch heute das Evangelische Seminar, ein Internat mit staatlicher Schule und kirchlichem Heim. Nachdem die Seminaristen in Maulbronn die Klassen 9 und 10 absolviert haben, zieht der Jahrgang für die Klassen 11 bis 13 geschlossen nach Blaubeuren um. Daneben gibt es noch das Salzach-Gymnasium und mit der Schule am Silahopp eine Grund-, Haupt- und Werkrealschule. Kultur und SehenswürdigkeitenGebäudeDas ehemalige Zisterzienserkloster Maulbronn ist seit 1993 Weltkulturerbe der UNESCO. Es beherbergt seit über 450 Jahren eine Klosterschule, das evangelische Seminar Maulbronn. Evangelische Seminare Maulbronn und Blaubeuren Bemerkenswert ist nicht nur die Klosteranlage, sondern auch die zum Teil noch erhaltenen künstlich angelegten Fischgewässer und Weinberge. Die Weinlage Maulbronner Eilfingerberg wurde bereits vor ca. 850 Jahren von Zisterziensermönchen angelegt. Der bekannte Weinbuchautor Ernst Hornickel schreibt in seinem Werk Die Spitzenweine Europas über den Eilfingerberg: „Diese uralten Weingärten beim idyllischen Kloster Maulbronn werden von den meisten Experten als wertvollste Rebhügel des ganzen Landes eingestuft.” Zur Herkunft des Namens Eilfinger wird folgende Geschichte erzählt: Im Kloster Maulbronn lebten die Mönche einst streng nach der harten Ordensregel der Zisterzienser. In den Fastenzeiten durften sie keinen Wein trinken. Deshalb tauchten sie nur ihre Finger in das köstliche Nass, um sie danach abzuschlecken. Manch einer der Klosterbrüder wünschte sich dabei, elf statt derer zehn Finger zu haben. Aus diesem frommen Wunsch, der bald zur festen Redewendung wurde, leitet sich der Name "Elf-Fingerberg" ab. Freilich schrieb man damals noch nicht "elf" sondern "eilf", so dass man auf dem Flaschenetikett heute die historische Schreibweise findet. Die Weine vom Eilfingerberg haben ein sehr eigenständiges Profil, das auf dem besonderen Kleinklima und dem in der Region selten zu findenden Bodentyp basiert. (Quelle: Hofkammer-Kellerei) PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
Ehrenbürger der Stadt
Literatur
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