Meißen in Sachsen


Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Meißen
Koordinaten: 51° 10′ N, 13° 29′ O
Höhe: 106 m ü. NN
Fläche: 30,90 km²
Einwohner: 28.544
Bevölkerungsdichte: 924 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01654–01662
Vorwahl: 03521
Kfz-Kennzeichen: MEI
Gemeindeschlüssel: 14 2 80 240
Stadtgliederung: 12 Stadtteile/Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
01662 Meißen
Webpräsenz: www.stadt-meissen.de
Oberbürgermeister: Olaf Raschke

Meißen (lateinisch: Misena, von germanisch-slawisch: Misenaha - nhd. Meisenbach - eine Verkürzung dieses Namens ist noch im Bächlein Meisa enthalten) ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Freistaat Sachsen und hat knapp 30.000 Einwohner.

Die Stadt Meißen ist international berühmt für die Herstellung des Meißener Porzellans, des ersten Porzellans Europas seit 1708.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt Meißen – ca. 25 km nordwestlich von Dresden, ca. 100 km östlich von Leipzig und ca. 40 km nordöstlich von Freiberg (Sachsen) – liegt am Ausgang des Elbtalkessels an der Elbe und ihrem Nebenfluss, der Triebisch. Östlich von Meißen liegen Coswig und Radebeul. Niedrigster Punkt der Stadt ist der mittlere Wasserspiegel der Elbe bei 95 m Höhe über NN.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Coswig, Diera-Zehren, Käbschütztal, Klipphausen, Niederau, Triebischtal und Weinböhla im Landkreis Meißen.

Stadtgliederung

Altstadt - Plossen - Cölln - Questenberg - Triebischtal mit Buschbad - Bohnitzsch - Spaar - Zaschendorf - Lercha - Niederfähre - Zscheila - Klosterhäuser

Geschichte

Unterhalb der um das Jahr 929 von König Heinrich I. gegründeten Burg "Misnia" entwickelte sich Meißen von der anfänglichen Marktsiedlung Ende des 12. Jahrhunderts zu einer Stadt (Stadtrechte 1332 urkundlich bezeugt). Im Zuge der 1539 hier eingeführten Reformation wurden die drei Klöster aufgelöst und im ehemaligen Franziskanerkloster eine Stadtschule eingerichtet. Ab 1543 befindet sich die Fürstenschule im ehemaligen Kloster St. Afra. Wirtschaftlich wurde Meißen lange Zeit durch die Tuchmacherei bestimmt, welche durch den Dreißigjährigen Krieg aber nahezu zum erliegen kam. 1710 wurde unter August dem Starken die Porzellanmanufaktur eröffnet, welche neue Impulse setzte.

Bis 1423 existierte die Markgrafschaft Meißen. Bekannte Markgrafen von Meißen waren die Wettiner Konrad der Große, Otto der Reiche, Dietrich der Bedrängte, Heinrich der Erlauchte und Friedrich der Streitbare, der Kurfürst von Sachsen wurde.

Der Meißner Dom und die Albrechtsburg prägen die Silhouette von Meißen. Um 1250 wurde mit dem Bau des Doms begonnen. Ab 1470 wurde unter Arnold von Westfalen die Albrechtsburg errichtet.

Die historische Innenstadt wurde durch das Elbehochwasser 2002 schwer beschädigt.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1834 bis 1946

  • 1834 - 7.738
  • 1875 - 13.002
  • 1880 - 14.166
  • 1885 - 15.474
  • 1933 - 46.992
  • 1939 - 48.342
  • 1946 - 48.348

1950 bis 1997

  • 1950 - 49.455
  • 1960 - 48.289
  • 1970 - 45.175
  • 1981 - 39.276
  • 1984 - 38.214
  • 1995 - 32.200
  • 1997 - 30.486

1998 bis 2004

  • 1998 - 30.038
  • 1999 - 29.604
  • 2000 - 29.398
  • 2001 - 28.982
  • 2002 - 28.780
  • 2003 - 28.640
  • 2004 - 28.543
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

1 29. Oktober
2 31. August

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Meißner Dom
  • Albrechtsburg
  • Porzellanmanufaktur Meißner Porzellan
  • Altstadt
  • Frauenkirche
  • Schloss Scharfenberg
  • Schloss Siebeneichen

Siehe auch: Missingsch

Naturdenkmäler

  • Götterfelsen
  • Spaargebirge

Regelmäßige Veranstaltungen

An einem Wochenende Ende September findet das Weinfest statt, welches einem Stadtfest gleicht. Zur Weihnachtszeit werden die 24 Fenster des Rathauses in Adventskalendertürchen verwandelt. Jeden Tag wird dann ein Fenster von einem Kind aufgemacht,welches einen Vers oder ein Gedicht aufsagt.

Kulinarische Spezialitäten

Das Weinanbaugebiet um Meißen gilt als das nördlichste kommerzielle Weinbaugebiet der Welt. Es bringt besonders bei Kennern geschätzte, trockene Weine hervor.

Die Meißner Fummel ist ein aufgeblasenes und sehr zerbrechliches Gebäck. Dies wurde angeblich erfunden, um einen der Trunkenheit zugetanen Boten des sächsischen Königs zu erziehen: dieser musste die Fummel nach der Reise unversehrt vorweisen, was bei den damaligen Straßenverhältnissen nicht in trunkenem Zustand möglich war.

Die Gegend um Meißen ist ein Obstanbaugebiet, in dem sich auch noch einige ältere Apfelsorten finden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das wohl bekannteste Unternehmen Meißens ist die Staatliche Porzellan Manufaktur Meissen, welche handgefertigtes Porzellan herstellt. Es erzielt hohe Marktpreise.

Verkehr

Meißen ist über die Elbe durch die Sächsische Dampfschifffahrtsgesellschaft unter Anderem mit Dresden verbunden. Weiterhin führen die B 6 und B 101 durch Meißen. Durch die Bahnlinie ist Meißen jeweils mit Dresden und Leipzig verbunden. Meißen ist westlicher Endpunkt der Dresdener S-Bahn-Linie S1, welche über Dresden bis zur tschechischen Grenze führt. Der regionale Busverkehr wird durch die Verkehrsgesellschaft Meißen organisiert, sie ist Teil der Verkehrsverbunds Oberelbe.

Ansässige Unternehmen

  • Kabelwerk Meißen
  • UKM Meißen
  • Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen GmbH
  • DURAVIT Sanitärporzellan Meißen GmbH
  • Vogel & Noot Meissner Metallverpackungen GmbH
  • Photon Meissener Technologies GmbH

Medien

  • tvM - Meißen Fernsehen
  • Sächsische Zeitung, Lokalredaktion Meißen

Bildung

  • Fachhochschule der sächsischen Verwaltung (ehemalige Ingenieurschule für Kraft- und Arbeitsmaschinenbau "Rudolf Diesel")
  • Sächsisches Landesgymnasium Sankt Afra (ehemalige fürstliche Landesschule, heute Hochbegabtenförderung)
  • Gymnasium Franziskaneum Meißen
  • Berufsschulzentrum Meißen

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Adelheid von Meißen, böhmische Königin († 1211)
  • 1416, Herzog Sigismund von Sachsen, † in Rochlitz, Bischof von Würzburg
  • 1468, 13. Juni,Johann der Beständige,† 16. August 1532 in Schweinitz, Kurfürst von Sachsen
  • 1514, 24. Juni Johann Baumgart, † 18. März 1578 in Magdeburg, lutherischer Theologe, Kirchenlieddichter und Schuldramatiker
  • 1616, Johann Klaj, † 16. Februar 1656 in Kitzingen, Dichter
  • 1755, 10. April, Christian Friedrich Samuel Hahnemann, † 2. Juli 1843 in Paris, Arzt, Begründer der klassischen Homöopathie.
  • 1819, 26. März, Louise Otto-Peters, † 13. März 1895 in Leipzig, Schriftstellerin, Frauenrechtlerin.
  • 1828, 16. Januar Karl Gottfried Mäser, † 15. Februar 1901 in Salt Lake City, mormonischer Theologe und Pädagoge.
  • 1853, 27. Oktober, Paul Umlauft, Komponist, kgl. Prof. in Dresden
  • 1871, 22. März, Franz Adam Beyerlein, Schriftsteller
  • 1879, 2. März, Herbert Böhme , Superintendent 1933-1950, 1945 im Widerstand gegen die Meißner SS-Festungskommandantur.
  • 1885, 17. Januar, Willy Anker , SPD-Ortsvorsitzender 1923-1933, trägt am 6. Mai 1945 trotz angedrohter Erschießung entscheidend zur kampflosen Übergabe Meißens an die Rote Armee bei. 1945-1950 2. Bürgermeister und Stadtrat. † 4. Juni 1960
  • 1909, 22. Mai, Rudolf Bergander, † 10. April 1970 in Dresden, Maler
  • 1936, 1. Juni, Peter Sodann, Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant
  • 1944, 3. Mai, Gernot Erler, Politiker (SPD), Staatsminister im Auswärtigem Amt
  • 1962, 10. Juni, Ralf Schumann, Sportschütze, Olympiasieger 1992, 1996 und 2004 mit der Schnellfeuerpistole.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Der bekannteste Bischof von Meißen war Benno von Meißen.
  • Ein berühmter Schüler der fürstlichen Landesschule St. Afra war Gotthold Ephraim Lessing (1741–1745).
  • Eng verbunden mit dem Porzellan ist Johann Friedrich Böttger (* 4. Februar 1682 in Schleiz; † 13. März 1719 in Dresden)
  • Kaspar Eberhard, Superintendent von Meißen 1564-1574 (* 21. März 1523 in Schneeberg, † 20. Oktober 1575 in Wittenberg)
  • Paul Crell, (* 5. Februar 1531 in Eisleben, † 24. Mai 1579 in Meißen)
  • Wilhelm Leyser I., Domherr in Meißen ( * 26. Oktober 1592 in Braunschweig; † 8. Februar 1649 in Meißen)

Sonstiges

In Meißen wird eine spezielle Form des Sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnische, welches einen der fünf Meißnischen Dialekte darstellt.

Literatur

  • Helmut Reibig: Meißen. Brockhaus, Leipzig 1964.
  • Akademie der Wissenschaften der DDR (Hrsg.): Elbtal und Lösshügelland bei Meissen. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme in den Gebieten von Hirschstein und Meißen. In: Werte unserer Heimat. Bd. 32, Berlin 1979.
  • Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. Verlag von C.E. Klinkicht & Sohn, Meißen 1929, XVIII, 735 S.
  • Hans-Joachim Mrusek: Meißen. E.A. Seemann Verlag, Leipzig 1989, 3., verbesserte Auflage. 235(1) S.
  • Fritz Rauda: Meissen - die tausendjährige sächsische Elbstadt. Augsburg 1929
  • Gerhard Steinecke: Unser Meißen - 1929-2004. Meißner Tageblatt Verlags GmbH 2004



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Informationsportal über Meißen in Sachsen - 25.5.2012