Mellrichstadt in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Verwaltungsge-
meinschaft:
Mellrichstadt
Koordinaten: 50° 25′ N, 10° 19′ O
Höhe: 270 m ü. NN
Fläche: 55,78 km²
Einwohner: 6145
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97638
Vorwahl: 09776
Kfz-Kennzeichen: NES (bis 1972: MET)
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 142
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstr. 4
97638 Mellrichstadt
Webpräsenz: www.mellrichstadt.de
Bürgermeister: Eberhard Streit (SPD)

Mellrichstadt ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt.

Geografie

Mellrichstadt liegt in der Region Main-Rhön. Die Stadt am Fuße der Rhön umfasst die Stadtteile Bahra, Eußenhausen, Frickenhausen, Mühlfeld, Sondheim im Grabfeld und Roßrieth.

Geschichte

Der karolingische Königshof Madalrichestat war Mittelpunkt des fränkischen Westergaues. 1232/1233 erfolgte die Erhebung zur Stadt, die im Mittelalter Sitz einer bedeutenden Rektorenschule (Lateinschule) war. Das ehemalige Oberamt des Hochstiftes Würzburg wurde nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Bis 1972 war Mellrichstadt Kreisstadt des Landkreis Mellrichstadt. Seitdem ist Mellrichstadt nach Bad Neustadt und Bad Königshofen die drittgrößte Stadt im Landkreis Rhön-Grabfeld.

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 6.841, 1987 dann 5.968, im Jahr 2000 6.344 und in der aktuellen Statistik (2005) 6.145 Einwohner gezählt.

Politik

Seit.1. September 2006 ist Eberhard Streit Bürgermeister. Der SPD-Stadtrat Streit wurde über eine unabhängige Liste, unterstützt von Freien Wählern und SPD, zum Stadtoberhaupt gewählt.

Mit der Stadtratswahl 2002 erhielt die CSU 8, die FWG 7, die SPD 3 und die Bürgerlisten Eußenhausen und Frickenhausen je 1 Sitz im Stadtrat. Nach dem Anschluss der Bürgerlisten-Stadträte an die CSU-Fraktion kann diese derzeit zusätzlich noch über 2 Stadträte verfügen, die im Zuge o.g. Bürgermeisterwahl von der FWG-Fraktion in die CSU-Fraktion gewechselt sind.

In den vergangenen Jahren haben mehrere Themen die Bürger derart bewegt, dass ein direktes Eingreifen - teils gegen die Mehrheiten im Stadtrat - des Volkes nötig war:

  • im Jahr 2003 verhinderte ein Bürgerbegehren, indirekt durch die SPD angetrieben, den Bau einer kommunalen Entlastungsstraße - genannt "Südspange". Die Bürger sprachen sich mit einer Mehrheit von 69,5% gegen den Bau und für das Bürgerbegehren aus.
  • Der Bau eines Krematoriums in Mellrichstadt wurde endgültig im Dezember 2004 durch massive Intervention der betroffenen Bürger mit Unterschriftenlisten und der Androhung eines Bürgerbegehrens gegen dieses Vorhaben zu Fall gebracht. Während die CSU diese Bürgerbeteiligung als image-schädigend einstuft, befürwortete etwa die SPD-Fraktion die Einflussnahme der Bürger.
  • Nach angekündigtem und inzwischen durchgeführtem massiven Abzug verschiedenster Institutionen aus der Stadt (Krankenhaus, Forstamt, Standortverwaltung, Bundeswehr) mobilisierten im Jahr 2006 maßgeblich FWG und SPD über 2000 Bürger zu einer Demonstration "Mellrichstadt macht mobil" bzw. "Mellrichstadt wehrt sich". Angeprangert wurde v.a. die Haltung der CSU, der in der Entscheidung zur Schließung des Kreiskrankenhauses ein Einknicken vor der Kreistags-Fraktion vorgeworfen wurde.
  • Mit einem beantragten Bürgerbegehren zum Thema der Wasserversorgung der Stadtteile erzwangen die Bürger aus Mühlfeld, Sondheim, Roßrieth und Eußenhausen den Stadtrat zum Umlenken. Dieser hatte einen Anschluss an die Kernstadt befürwortet. Nach Bürgerbefragungen in den Ortsteilen, die sich in Sondheim/Roßrieth (86,3%), Eußenhausen (94,0%) und Mühlfeld (96,4%) eindeutigst für die Eigenversorgung aussprachen, stimmte auch der Stadtrat 2007 trotz Einwänden der CSU dieser günstigeren, jedoch unsichereren Variante zu.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3843 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1411 T€.

Ämter und Behörden

In Mellrichstadt befindet sich eine Zweigstelle des Amtsgerichts Bad Neustadt sowie eine der drei KFZ-Zulassungsstellen des Landkreises Rhön-Grabfeld. Weiterhin ist Mellrichstadt einer von sieben Standorten bundesdeutscher Beschussämter.

Darüber hinaus war bis zum 30. September 2006 das Panzergrenadierbataillon 352 mit ca. 1000 Soldaten in der nun geschlossenen Hainberg-Kaserne stationiert.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 18, im produzierenden Gewerbe 2108 und im Bereich Handel und Verkehr 300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 923 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1975. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 9 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 6 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 134 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 4166 ha, davon waren 3715 ha Ackerfläche und 446 ha Dauergrünfläche.

Bildung

Derzeit existieren folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 225 Kindergartenplätze mit 206 Kindern
  • Volksschulen: 2 mit 34 Lehrern und 697 Schülern
  • Gymnasium: Martin-Pollich-Gymnasium, mathematisch-naturwissenscahftlicher und musischer Zweig mit 55 LehrerInnen und 561 Schülern
  • Berufsschulen: 1 mit 1343 Schülern
  • Realschule: Ignaz-Reder-Realschule mit 28 LehrerInnen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Heimatmuseum Salzhaus
  • Kreisgalerie mit Cafe ART
  • Grenzmuseum und "Skulpturenpark"
  • Schloss Wolzogen - Mühlfeld
  • Wasserschloss Roßrieth
  • Stadtpfarrkirche St. Kilian
  • historische Stadtmauer (Mellrichstadt)
  • Suhlesturm, Bürgerturm, Galgenturm (Mellrichstadt)
  • Ruine am Krankenhaus (Mellrichstadt)

Naturdenkmäler

  • Frickenhäuser See (Frickenhausen)

Freizeitmöglichkeiten

Mellrichstadt und das umliegende Streutal bieten eine Vielzahl an Wander- und Radwegen. Unweit der Innenstadt befindet sich die Naherholungsanlage Kirschgarten mit weiten Rasenflächen und einem Kneipp-Becken. Das städtische Hallen- und Wellenfreibad ist ganzjährig geöffnet, eine weitere Bademöglichkeit besteht am Frickenhäuser See. Weitere Sport- und Freizeitstätten sind vorhanden.

Verkehr

Infrastrukturell liegt Mellrichstadt an der A 71, zu erreichen über die Anschlussstelle Mellrichstadt. Durch Mellrichstadt führt die Bundesstraße B19 (Eisenach - Mellrichstadt - Würzburg - Ulm - Oberstdorf). Weiterhin ist Mellrichstadt Ausgangspunkt der B285 (Mellrichstadt - Ostheim - Kaltennordheim).

Die Stadt ist mit dem Haltepunkt Mellrichstadt Bahnhof an das Schienennetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Züge verkehren stündlich zwischen 5:00 und 23:00 Uhr in Richtung Würzburg und Erfurt.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Martin Pollich ((* um 1452 - † 1513 in Wittenberg), Philosoph, Mediziner und Theologe, Gründungsrektor der Universität Wittenberg
  • Paul Melissus (* 1539 - † 3. Februar 1602 in Heidelberg), humanistischer neulateinischer Schriftsteller und Komponist
  • Franziska Streitel (* 1844 - † 1911), Die "Dienerin Gottes" aus Franken, Gründerin des Ordens der "Schwestern von der Schmerzhaften Mutter"
  • Edward van Eckert (* 1960- ), Amerikanischer Fotograf und Filmspieler
  • Ignaz Reder, "Feldherr"



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Informationsportal über Mellrichstadt in Bayern - 25.5.2012