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Memmingen ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Sie dient als zentral gelegenes Oberzentrum der umliegenden Region Unterallgäu / württembergisches Illertal als Schul-, Verwaltungs- und Handelszentrum. Das Stadtgebiet grenzt im Westen an die Iller, den Grenzfluss zu Baden-Württemberg und ist nach Norden, Osten und Süden umgeben vom Landkreis Unterallgäu. GeographieMemmingen liegt nahe der bayerischen Westgrenze (das Stadtgebiet grenzt an Baden-Württemberg), der Iller, etwa 50 km südlich von Ulm und 100 km süd-westlich von München. Die Frage, ob Memmingen noch "im Allgäu" liegt, wird von offizieller Seite (Bürgermeister) und von der Memminger Bevölkerung meist bejaht. Unbestritten ist, dass südlich von Memmingen, etwa bei Bad Grönenbach, die typische Allgäuer Hügellandschaft beginnt, weshalb Memmingen auch als "Tor zum Allgäu" bezeichnet wird. Somit müsste das Memminger Tal, in dem die Stadt liegt, Mittelschwaben zugerechnet werden. Die für den Tourismus und die Vermarktung regionaler Produkte positive Assoziation mit dem Begriff "Allgäu" führt freilich dazu, dass die Inanspruchnahme dieses Landschaftsnamens tendentiell nach Norden hinausgeschoben wird. Ausdehnung des StadtgebietesDas Stadtgebiet besteht aus den Gemarkungen Memmingen, Amendingen, Buxach, Dickenreishausen, Eisenburg, Ferthofen, Steinheim, Volkratshofen sowie einem Teil der Gemarkung Buxheim (der andere Teil der Gemarkung bildet die Gemeinde Buxheim). Zur Stadt Memmingen gehören unter anderem die Ortsteile Memmingen, Amendingen, Bleiche, Brunnen, Buxach, Buxachermühle, Dickenreishausen, ein Teil des Ortes Egelsee, Eisenburg, Ferthofen, Grünenfurt, Hart, Hitzenhofen, Illerfeld, Priemen, Schnaid, Steinheim, Unterhart und Volkratshofen. GeschichteVermutlich befand sich hier schon in der Römerzeit ein kleiner Wacht- und Siedlungsposten (Cassiliacum), etwa im 5. Jahrhundert entstand eine alemannische Siedlung (gegründet durch den Allemannen Mammo), im 7. Jahrhundert ein fränkischer Königshof. Durch die Salzstraße aus Böhmen, Österreich und München nach Lindau und die Italienstraße aus Norddeutschland in die Schweiz und nach Italien erlangte der Handelsposten zunehmende Bedeutung. Erstmalig erwähnt wird der Ort Mammingin im Jahre 1128, wo ein Gerichtsfall von 1099 erwähnt wird. Diese Urkunde wurde im Kloster Ochsenhausen verfasst. Um das Jahr 1158 wurde Memmingen durch Herzog Welf VI. zur Stadt Memmingen, die ersten Befestigungsanlagen wurden jedoch schon um das Jahr 1000 erbaut. 1286 wurde die Stadt durch Rudolf I. von Habsburg freie Reichsstadt und damit direkt dem Kaiser unterstellt. 1519 wurde erstmals weltweit das Wort "America", als Bezeichnung des neuen Kontinents in Memmingen gedruckt (1519 bei Albrecht Kunne (Jacob Stoppls "Repertorium in formam alphabeticam..."). Im Bauernkrieg 1525 proklamierten die aufständischen Bauern in Memmingen ihre 12 Artikel, die erste Erklärung der Menschenrechte weltweit. Die Stadt gehörte im Jahr 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) am Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens. 1630 rückte die Stadt wieder in den Blickpunkt der europ. Politik, als der Generalissimus Wallenstein im 30jährigen Krieg in die Stadt einzog und dort für ein paar Wochen Ruhe in den Wirren der Zeit durchsetzte. In der Stadtchronik heißt es auch: „Es hat Glück und Heyl gewest!”. Hier wurde er als Oberbefehlshaber der Kaiserlichen abgesetzt. 1802 wurde im Rahmen der Mediatisierung nach dem Reichsdeputationshauptschluss die Stadt dem Kurfürstentum Bayern zugeschlagen. Im 19. Jahrhundert folgte ein langsamer wirtschaftlicher Niedergang, der sich erst mit dem Bau der von der Stadt finanzierten Illertal-Bahnstrecke verlangsamte, und zu einer neuen wirtschaftlichen Blüte führte. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist sie eine prosperierende Stadt, deren Wirtschaftswachstum über dem bayerischen Durchschnitt liegt. In den 1990er Jahren rückte Memmingen durch den bundesweit größten Abtreibungsprozess gegen einen örtlichen Arzt noch einmal in den Blickpunkt der Öffentlichkeit (auch bekannt als der Kreuzzug von Memmingen). Ausgangspunkt dieser Prozesse war die Durchführung von Abtreibungen ohne die gesetzliche notwendige Beratung der Frauen. Der Arzt ignorierte dieses Gesetz und Frauen glaubten, dass seine Beratung ausreiche. Unkenntnis und blindes Vertrauen führten so zu ungezählten Verurteilungen in den sogenannten Memminger Prozessen. 2004 erhielt die Stadt den bayerischen Qualitätspreis als wirtschaftsfreundlichste Gemeinde Bayerns. Im Jahr 2005 verlieh die Stadt erstmals den Memminger Freiheitspreis von 1525. Überreicht hat diesen der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse an Gyula Horn. Dieser Preis soll unregelmäßig in Zukunft an bedeutende Personen, welche für Freiheit stehen, verliehen werden. EingemeindungenIm Zuge der Gebietsreform wurden 1972 die Stadtrandgemeinden Amendingen (3.623 Einwohner), Buxach mit Hart (657 Einwohner) und Eisenburg (1.427 Einwohner) eingemeindet. 1976 folgten dann Dickenreishausen (830 Einwohner) und Steinheim (2.828 Einwohner). Zuletzt wurde 1978 Volkratshofen mit Ferthofen (1.261 Einwohner) nach Memmingen eingegliedert. PolitikStadtrat(Wahl im Mai 2002) CSU (38,8%), SPD (25,2%), CRB (Christlicher Rathausblock) (13,0%), FW (10,7%), GRÜNE (6,5%) und ödp (5,9%).
Oberbürgermeister
StädtepartnerschaftenIm Laufe der Jahre haben sich viele Städtepartnerschaften entwickelt, die sehr aktiv sind und gepflegt werden. Partnerschaften bestehen mit:
Darüber hinaus gibt es Freundschaften mit:
Patenschaft1956 wurde die Patenschaft für die aufgrund der Benes-Dekrete vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt und dem Kreis Freudenthal / Altvater übernommen. Sehenswürdigkeiten und KulturTouristisch hat die Stadt viel zu bieten: Ein sehr großer Teil der mittelalterlichen Altstadt hat den Krieg und die Nachkriegsjahre überstanden und wird heute stolz gehegt und gepflegt. Darunter sind auch noch acht Tore und Türme (Kempter-, Ulmer-, Wester- und Lindauer Tor; Hexen-, Bettel-, Soldaten- und Schwalbenschwanzturm) sowie ca. 2 Km Stadtmauer erhalten, die in Teilen aus dem 11-12. Jahrhundert stammt. Betrafen die Kriegsverluste vor allem das Bahnhofsviertel, also den östlichen Teil der Altstadt, so kam es seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zu großen Verlusten an historischer Bausubstanz. An ganzen Straßenzügen wurden - wie z.B in der Kreuzstraße und in der südlichen Altstadt - die mittelaltlerlichen und frühneuzeitlichen Bürgerhäuser abgerissen und historisierende meist wesentlich größere Giebelhäuschen aus Beton ersetzt. Neben vielen Bürgerhäusern (darunter auch mehrere barocke Palazzi) zählen dazu die vielen pittoresken Straßenzüge, durch die der Stadtbach fließt. Vor allem der mittelalterliche Marktplatz mit dem Steuerhaus und dem Renaissance-Rathaus trägt zum Stadtbild bei. Berühmt ist auch die gotische Martinskirche mit ihrem Chorgestühl und die im Jahr 1996 restaurierte Anlage des ursprünglich französischen Antoniter-Klosters. Diese ist die am besten erhaltene und größte Anlage weltweit. Auch das Siebendächerhaus, die Kreuzherrenkirche, das renovierte Hurenhaus der Stadt, der Salzstadel, die Großzunft, die Kramerzunft (auch 12-Artikelhaus genannt) stellen eine Attraktion dar. Weniger bekannt ist der Bismarckturm auf dem Hühnerberg, welcher aber nicht von innen besichtigt werden kann. Auch die sieben Memminger Wahrzeichen zählen zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt (darunter die „Blaue Saul”, „Der Gaul in der Wiege”, „Die Heilige Hildegard”, „Der Basilisk”, etc.). Diese Wahrzeichen musste jeder Geselle, welcher in Memmingen einen Beruf erlernte, wissen. Sie dienten als Nachweis über den Lehrort.
Veranstaltungen
Museen
Theater
Kirchen
Friedhöfe
Vereine
Bildung und WissenschaftAllgemeinbildende SchulenIn Memmingen befinden sich sieben Volksschulen, eine Realschule (städt. Sebastian Lotzer Realschule), eine staatliche Wirtschaftsschule, zwei Gymnasien (Bernhard-Strigel-Gymnasium und Vöhlin-Gymnasium), eine Volkshochschule und jeweils eine Berufsoberschule und eine Fachoberschule. Berufsbildende Schulen
Hochschulen
Sonstiges
Wirtschaft und InfrastrukturSeit 1993 ist die Stadt Oberzentrum mit einem Einzugsgebiet von ca. 270.000 - 390.000 Menschen. Zusammen mit den direkt an die Stadtgrenze angrenzenden Gemeinden hat der Bereich Memmingen ca. 60.000 Bewohner. In Memmingen sind 23.807 Sozialversicherungspflichtige beschäftigt (Stand 31. März 2006). VerkehrStraßenverkehrDie Stadt liegt verkehrsgünstig an den Autobahnen A 7 Ulm - Füssen - Österreich und A 96 München - Lindau - Schweiz (südlichstes Autobahnkreuz Deutschlands). SchienenverkehrIm Bahnhof Memmingen kreuzen sich die Bahnlinien München - Lindau und Ulm - Oberstdorf. Der Regionalverkehr ist gut eingebunden in den Allgäu-Schwaben-Takt mit Halten in Memmingen jeweils zur halben Stunde. Im Fernverkehr verkehren mehrere IC (Dortmund-Oberstdorf) und EC-Züge (München-Zürich) täglich. Memmingen ist auch der Endpunkt, der von Aulendorf kommenden Württembergischen Allgäubahn. LuftverkehrDer bisher nur für Geschäftsflieger zugängliche Allgäu Airport in Memmingerberg wird momentan zu einem Flughafen ausgebaut. Charter- und Linienflugverkehr sind ab 28.Juni 2007 geplant. Ortsansässige UnternehmenIn Memmingen ist der bundesweit tätige Reformhandelsversand Gefro ansässig. Rohde & Schwarz (Messgerätebau) betreibt in Memmingen ein Werk und ein Auslieferungslager. Die Metzeler Schaum GmbH, welche ihren Sitz in Memmingen hat, ist weltweit die erste Firma, welche Schaumstoff aus Pflanzenöl herstellen kann. Der weltweit tätige Industriemagnete herstellende Magnet Schulz hat ebenfalls seinen Sitz und das Stammwerk in Memmingen. Dachser betreibt das Logistikzentrum Allgäu im Gewerbegebiet Nord, wobei dieser schon als Stadt in der Stadt anzusehen ist. Er beschäftigt hier mehr Angestellte als in jeder anderen Niederlassung oder in der Hauptzentrale. Die Spezialstahlseilfabrik Pfeiffer hat ihren Sitz und ihr Werk in Memmignen (z. B. lieferte diese die Seile für das Olympiastadion München, die Eissporthalle Memmingen, etc.) Ein Werk der Degussa steht im Ortsteil Steinheim. Die Memminger Brauerei GmbH hat ihren Hauptsitz in Memmingen und ist für viele Vereine der Hauptsponsor (z.B. für den Eishockey-Verein Memminger Indians). Die Deutschlandweit tätige Baufirma Josef Hebel hat ihren Sitz in Memmingen. Diese erwirtschaftete im Jahr 2006 einen Umsatz von mehr als 80.000.000 EUR mit über 400 Mitarbeitern. Der Spezialfahrzeugbauer Goldhofer, bekannt für Flugzeugschlepper, hat seinen Stammsitz und sein Werk in Memmingen. GameStop Deutschland GmbH, der deutsche Ableger der weltweit führenden Einzelhandelskette für Computer- und Videospiele, betreibt unter den Marken EB Games und GameStop ca. 100 Filialen in Deutschland. Besondere EinrichtungenMemmingen ist Sitz des Amtsgerichts Memmingen, des Landgerichts Memmingen und der Justizvollzugsanstalt Memmingen. PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zu Memmingen
Literatur
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