Mertingen in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Koordinaten: 48° 39′ N, 10° 47′ O
Höhe: 411 m ü. NN
Fläche: 38,42 km²
Einwohner: 3882
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86690
Vorwahl: 09078
Kfz-Kennzeichen: DON
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 181
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fuggerstr. 5
86690 Mertingen
Webpräsenz: www.mertingen.de
Bürgermeister: Albert Lohner (CSU)

Mertingen ist eine Gemeinde im Landkreis Donau-Ries im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben nahe der Stadt Donauwörth und etwa 35 km nördlich von Augsburg. Der Ort wird von der Schmutter durchflossen, kurz bevor sie in die Donau mündet.

Geografie

Mertingen liegt in der Planungsregion Augsburg.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Mertingen umfasst die Kerngemeinde Mertingen (3.250 Einwohner), sowie die Ortsteile Druisheim (450 Einwohner) im Süden und Heißesheim (190 Einwohner) im Nordwesten.

Geschichte

Früheste Spuren menschlicher Besiedlung finden sich bereits in der Altsteinzeit. Dies belegt der seltene Einzelfund eines Faustkeils auf dem Höhenrücken südöstlich von Mertingen. Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Römer unter Kaiser Augustus den Alpenraum und drangen bis zur Donau vor. Sie besetzten diese neu erworbene Provinz Raetia und sicherten sie in der Zeit von 41 - 54 und 259/260 durch den Bau von zwei Kastellen bei den Burghöfen südlich von Mertingen. Hier in der Nähe endete auch die römische Fernstraße Via Claudia Augusta. Die Römer wurden Mitte des 5. Jh. von den aus dem Norden eingedrungenen Alamannen verdrängt. In der Flur „Wörthfeld” wurden 32 Reihengräber aus der Merowingerzeit samt reichen Grabbeigaben (Waffen und Schmuck) im Jahr 1969 entdeckt. Aus diesen und weiteren Funden lässt sich vermuten, dass Mertingen bei der Landnahme von den Alamannen gegründet worden ist.

Erstmals wird der Ort „Mardinga” im Jahre 969 in einer Stiftungsurkunde des Bischofs Ulrich erwähnt. 1634 wurden im Dreißigjährigen Krieg schwere Verwüstungen durch 15.000 schwedische Soldaten unter Gustav II. Adolf angerichtet.

In den Jahren 1796 und 1800 drangen französische Truppen in Mertingen ein. Als Napoleon 1805 die Donau überquerte, zogen 200.000 Mann drei Tage lang durch Mertingen. Bei seinem Russlandfeldzug im Jahre 1812 starben 30.000 bayerische Soldaten - darunter sechs Mertinger.

Im Jahre 1870 ließen sich in Heißesheim viele Mennoniten aus dem Badischen nieder.

Der Ortsteil Druisheim wurde am 1. Mai 1978 eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerentwicklung von Mertingen (inkl. den Ortsteilen) in Zahlen.

Jahr 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2006
Einwohner 2.350 2.806 2.861 2.903 3.260 3.675 3.866 3.882

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Albert Lohner (CSU)
  • 2. Bürgermeister ist Hans Mair (SPD)

Gemeinderat

Die Sitzeverteilung im Gemeinderat.
Jahr CSU SPD PWG gesamt Wahlbeteiligung (in %)
2002 8 4 4 72,5

Wappen

Beschreibung: Über von Silber und Rot gespaltenem Schildfuß gespalten; vorne in Rot ein silbernes Kreuz mit zwei Querarmen, hinten in drei Reihen Eisenhütchen von Blau und Silber.

Bedeutung: Die Farben Silber und Rot im Schildfuß weisen auf das Hochstift Augsburg hin, das in Mertingen bereits im 11. Jahrhundert Besitz hatte. Das silberne Kreuz stellt das Kreuzpartikel des Stifts Heilig Kreuz von Donauwörth dar und steht als redendes Zeichen für dessen Herrschaft im Gemeindegebiet. Die Eisenhütchen erinnern an die Marschälle von Pappenheim, die um 1280 Lehnsherren in Mertingen waren und diese Zeichen in ihrem Wappen führten.

Städtepartnerschaften

Sainte-Pazanne im Departement Loire-Atlantique (Frankreich)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Am Ortsrand von Mertingen verläuft die vierspurig ausgebaute Bundesstraße B 2, welche in Richtung Norden über Donauwörth nach Nürnberg und in Richtung Süden nach Augsburg zur Bundesautobahn A 8 Stuttgart–München führt.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Zwischen Donauwörth und Augsburg verkehren im 30-Minuten-Takt die Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn im Augsburger Verkehrsverbund (AVV) mit Halt in Mertingen. Hierdurch bestehen sehr gute Anbindungen nach München und Nürnberg.

Ab 2011 soll der Regionalverkehr als S-Bahn-ähnlicher Schienenverkehr betrieben werden.

Wirtschaft

Für die ca. 3.900 Einwohner gibt es 2.550 Arbeitsplätze direkt am Ort.

Die nachfolgenden namhaften Unternehmen sind in Mertingen ansässig:

  • Zott (Molkereiprodukte)
  • Sigel GmbH (Büropapiere)
  • Fendt Caravan (Wohnwägen)
  • MTS Systemtechnik GmbH (Antennen- u. Datentechnik)
  • Südstahl GmbH (Maschinenbau)
  • DirektCom GmbH (Printlösungen für Direktmarketing)
  • Fitz Interior (Innenausbau von Hochsee-Yachten, Privat-Jets u. Geschäftsräumen)
  • ProWide - Das Internet-Systemhaus GmbH (Internetseiten, Onlineshops u. Webdesign)
  • novotronik - Signalverarbeitung Systemtechnik GmbH
  • KWB Bayern Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH (Hersteller von Hackgut- u. Pelletheizungen)

Bildung

  • Volksschule Mertingen (231 Schüler im Schuljahr 2006/2007)
  • Kindergarten Mertingen (151 Kindergartenplätze)

Freizeit und Sport

  • Bulldog u. Oldtimerfreunde Mertingen 91
  • Goißler/Plattler
  • FC Mertingen (Fußball, Tischtennis, Gymnastik und Bogenschiessen)
  • Motorradfreunde Mertingen
  • Reit- und Fahrverein Donauwörth-Mertingen
  • Schützenverein Gemütlichkeit Mertingen
  • Windhundfreunde Mertingen
  • Faschingsfreunde Mertingen
  • Tennisclub Mertingen

Kultur

Sehenswürdigkeiten

Die Museumsfreunde Mertingen haben in langjähriger Arbeit drei alte, ortstypische Gebäude - ein bäuerliches Anwesen, einen Stadel und ein altes Schulhaus - wiederhergestellt, ausgebaut und als Museum eingerichtet. Sie bewahren darin wesentliche Zeugnisse der Vergangenheit auf und vermitteln ein anschauliches Bild von der Lebensweise in einem nordschwäbischen Dorf im 19. und frühen 20. Jahrhundert.




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Informationsportal über Mertingen in Bayern - 25.5.2012