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Miesbach ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberbayern. GeografieMiesbach liegt in der Region Oberland, 56 km südöstlich von München, beiderseits der Schlierach. Es existieren folgende Gemarkungen auf dem Gemeindegebiet: Hausham, Miesbach, Niklasreuth, Parsberg, Wies, Wörnsmühl. Gemeindeteile sind Miesbach (mit den Ortsteilen Schweinthal, Kreuzberg, Haidmühl, Au, Schopfgraben, Berghalde), Parsberg, Bergham, Wies, Wachlehen und Müller am Baum. TopographieDie Innenstadt Miesbachs staffelt sich auf drei unterschiedlich hoch gelegenen Flussterassen des östlichen Schlierachtals. Auf der untersten Ebene liegen der historische Marktplatz, das Rathaus, Eisporthalle und der Bahnhof. 9 bis 10 Meter höher liegt weiter östlich der Stadtplatz, mit der Pfarrkirche ältester Teil der historischen Altstadt. Die gesamte östlich angrenzende neuere Innenstadt mit Gewerbegebiet und Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 307, sowie Polizeigebäude und Stadthalle Waitzinger Keller, liegen nochmals 10 bis 15 Meter höher auf der obersten, weitgehend ebenen Flussterasse. Diese topographischen Besonderheiten führten zu einer reizvoll gegliederten Altstadt mit oberem Stadtplatz und unterem Marktplatz. Geschichte1114 erfolgte die erste Erwähnung Miesbachs in einer Urkunde des Bischof Heinrich von Freising und Abt Aribo von Tegernsee. Vermutlich noch unter den Freisinger Bischöfen erhielt der Ort im 13. Jahrhundert das Marktrecht. 1312 gelang den Waldeckern mit der Zerstörung der Burg Miesbach der erste Schritt zur Ablösung des Gebietes vom Bistum Freising. Die endgültige Anerkennung als Reichslehen erfolgte 1476 durch Kaiser Friedrich III.. 1516 gelangte die Reichsherrschaft Waldeck an die Familie Maxlrain. 1527 wurde bei einem Stadtbrand die Kirche so stark zerstört, daß sie abgetragen werden musste. 1584 beendete der bayerische Herzog Wilhelm V. die von Wolf Dietrich von Maxlrain seit um 1560 geförderte Reformation mit einer Handelssperre. Im Januar 1637 erhob Kaiser Ferdinand II. Waldeck zur Grafschaft Hohenwaldeck. Nach dem Aussterben der Maxlrainer kam Hohenwaldeck an die Wittelsbacher, die es als gesonderten Teil in das Kurfürstentum integrierten. Im 17. und 18. Jh. erlebte der Ort eine Blütezeit durch die Wallfahrt zur Schmerzhaften Maria und das Kunsthandwerk. 1783 wurde bei einem Stadtbrand fast der gesamte Markt zerstört. 1803 wurde die Grafschaft Hohenwaldeck aufgelöst und in ein Landgericht umgewandelt, dessen Nachfolger der heutige Landkreis Miesbach ist. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde Miesbach. Die Trachtenbewegung hat ihre Wiege in Miesbach, die Miesbacher Tracht wurde in der Folge zum Synonym für bayerische Tracht. Am 4. April 1859 entstand der Vorläufer des heutigen Trachtenvereins, die "Gesellschaft Gemüthlichkeit". Den Forschungen des ehemaligen Miesbacher Bürgermeisters Dr. Gerhard Maier zufolge war sie die erste vereinsmäßige Organisation, die sich um den Erhalt der heimischen Tracht bemühte. Der erste Verein, der das Wort "Tracht" auch im Namen führte, entstand jedoch in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts in Bayrischzell. Am 16. September 1882 war Miesbach Ausgangspunkt einer 57 Kilometer langen auf Holzmasten verlegten Gleichstromleitung nach München. Miesbach wurde als Ort der Übertragung ausgewählt, weil das (1911 aufgelassene) Bergwerk in technischer Hinsicht führend war. Mit Dampfmotor zum Antrieb wurde per Freileitung eine Gleichspannung von 1.343 Volt in den Münchner Glaspalast übertragen. Mittels elektrischer Pumpe wurde ein künstlicher Wasserfall erzeugt. Damit wurde gezeigt, dass elektrische Energie über große Distanzen übertragen werden kann. Diese von Oskar von Miller und Marcel Deprez präsentierte Neuerung war die weltweit erste Kraftstromübertragung über eine derart weite Strecke. 1918 wurde Miesbach durch König Ludwig III. zur Stadt erhoben. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort wenig später mit den rechtsextremen Artikeln des Miesbacher Anzeiger. 1978 erfolgte die Eingemeindung von Parsberg, Wies, Haidmühl und Straß, Parsberger Höhe und Unterwartbichl. ReligionenMiesbach besitzt eine überwiegend katholische Bevölkerung, die ihren Mittelpunkt in der Hauptkirche der Stadt, der Stadtpfarrkirche, hat. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gemeinden Altbayerns, verfügt es über eine wechselvolle Religionsgeschichte. So war Miesbach als Teil der Herrschaft Waldeck seit der Mitte des 16. Jahrhunderts unter Wolf Dietrich von Maxlrain ein Zentrum des Protestantismus im südlichen Bayern. 1584 zur Rekatholisierung gezwungen, musste der katholische Glaube noch bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts durch die Missionstätigkeit der Franziskaner von Tölz gefestigt werden. Seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert entwickelte sich Miesbach sogar zu einem überregional bekannten Wallfahrtsort zur Muttergottesfigur der Stadtpfarrkirche. Auf dem Höhepunkt dieser Zeit verehrte Papst Innozenz XIII. dem Gnadenbild den Titel "Mater dolorosa, miraculis gloriosa". Sein Nachfolger Benedikt XIII. schenkte zudem der Gemeinde die Gebeine des Hl. Maurus, die bis vor kurzem in der Kirche aufbewahrt wurden. Eine evangelische Gemeinde konnte sich erst wieder seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bilden und ist neben der Gemeinde in Tegernsee die älteste im Landkreis. Daneben gibt es noch eine neuapostolische Gemeinde mit Kirche und eine islamische Gemeinschaft, deren Moschee sich noch im Bau befindet. Von den ehemals in Miesbach vorhandenen drei klösterlichen Niederlassungen musste das Kloster der Armen Schulschwestern als letztes 2005 seine Pforten schließen. EinwohnerentwicklungAuf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 8.944, 1987 dann 9.571 und im Jahr 2002 11.187 Einwohner gezählt. Bevölkerungungsstand am 1. Januar 2006: 12.245 Einwohner (Das entspricht einem Bevölkerungswachstum in den letzten 20 Jahren um ca. 1 Drittel). PolitikBürgermeisterin ist Ingrid Pongratz (CSU). Ihre beiden Vorgänger waren Konrad Schweinsteiger † (SPD) und Dr. Gerhard Maier † (CSU). Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 6.536 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1.550 T€. Kultur und SehenswürdigkeitenMiesbach ist ein Zentrum der bayerischen Brauchtumspflege (sehr bekannt durch die "Miesbacher Tracht"). Im 17. und 18. Jahrhundert erlangte der Ort Bedeutung durch die Wallfahrt zur Schmerzhaften Maria und wegen seines Kunsthandwerks. Er ist ein früheres Zentrum des Haberer-Wesens. Die Altstadt mit Stadtplatz, Marienplatz und Marktplatz stehen unter Ensemblesschutz. Innerhalb dieses Ensemblesschutzbereich befinden sich zahlreiche Baudenkmäler. Der obere Stadtplatz und der Marktplatz mit seinen angrenzenden kleinen Gassen und Plätzen bis zum Marienplatz stellt ein Altstadtensemble von hohem städtebaulichem Reiz und Wert dar. Hinzu kommen die exponierte Lage der Stadtpfarrkirche und die Ledererstrasse mit zahlreichen Baudenkmälern.Die Blickbeziehungen von erhöhten Lagen auf die Altstadt, der Wasserlauf der Schlierach mit begleitendem Grün und der teilweise vorhandene wertvolle Baumbestand ergänzen das prächtige Stadtbild. Sehenswert
Wirtschaft und InfrastrukturDas Geschäftszentrum Miesbachs liegt deutlich erkennbar an den wichtigsten Plätzen, dem oberen Stadtplatz, dem tiefergelegenem Marktplatz und dem Bahnhofplatz. Der Marktplatz und Bahnhofplatz ist umgeben von reizvollen kleinen Plätzen und Gassen, wie dem Marienplatz, dem Heimbucher Winkl, dem Manhardtwinkl und dem Marktwinkl. Diese kleinteilige Struktur ist in vergleichbaren Innenstädten nur selten zu finden, sie ist eine Besonderheit Miesbachs. Der Kunde findet in kürzester Entfernung eine Vielzahl von unterschiedlichen Geschäften vor. Land- und ForstwirtschaftMiesbach ist Mittelpunkt der alpenländischen Vieh- und Milchviehwirtschaft. VerkehrEisenbahn: Miesbach hat einen Bahnhof auf der von der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) betriebenen Strecke von München Hauptbahnhof nach Bayrischzell BildungIm Jahr 2005 existierten folgende Einrichtungen:
Ehrenbürger(seit 1945)
Persönlichkeiten
Literatur
Vereine
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