Mölln in Schleswig-Holstein


Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Koordinaten: 53° 38′ N, 10° 41′ O
Höhe: 19 m ü. NN
Fläche: 25,05 km²
Einwohner: 18.647
Bevölkerungsdichte: 744 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23879
Vorwahl: 04542
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 090
Adresse der
Stadtverwaltung:
Wasserkrüger Weg 16
23879 Mölln
Webpräsenz: www.moelln.de
Bürgermeister: Wolfgang Engelmann (SPD)

Mölln ist eine Stadt im Kreis Herzogtum Lauenburg im Südosten Schleswig-Holsteins.

Geographie

Mölln liegt an der B 207 (Alte Salzstraße) etwa 30 km südlich von Lübeck, im Gebiet des Naturparks Lauenburgische Seen. Der Stadthügel ist eine vom Schmelzwasser der letzten Eiszeit geprägte Endmoränenzunge. Die Stadt ist von der vom Hellbach bzw. der Pinnau durchflossenen Möllner Seenplatte umgeben, bestehend - im Gegenuhrzeigersinn - aus den Seen Drüsensee, Lüttauer See, Schmalsee, Hegesee, Schulsee, Stadtsee und Ziegelsee. Der Ziegelsee wird vom Elbe-Lübeck-Kanal durchquert, der westlich an Mölln vorbei führt.

Geschichte

Die erstmalige Erwähnung des Ortes erfolgte 1188. Anfang des 13. Jahrhunderts erhielt Mölln das Stadtrecht. Wirtschaftlich profitierte Mölln von seiner Lage an der Alten Salzstraße von Lüneburg nach Lübeck. Durch Mölln führte der älteste Kanal Deutschlands, der 1398 fertiggestellte Stecknitzkanal. Von 1359 bis 1683 war Mölln an Lübeck verpfändet und wurde von dort verwaltet.

1900 wurde der Elbe-Lübeck-Kanal eingeweiht. 1929 bis 1931 diente die Möllner ehemalige Unteroffiziersvorschule als Aufnahmelager für insgesamt 5650 deutschstämmige Mennoniten aus der Sowjetunion, von denen die meisten weiter in die USA und nach Brasilien auswanderten. 1933 wurde mit dem Bau der Heeresmunitionsanstalt (MUNA) begonnen, die ein Gebiet von 213 ha umfasste und in der zeitweilig über 2000 Menschen, darunter während des Zweiten Weltkrieges viele Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Osteuropa, beschäftigt waren.

Von Dezember 1944 bis April 1945 war im Sägewerk Breitenfelde ein Außenkommando des Konzentrationslagers Neuengamme untergebracht. Hier mußten 20 Häftlinge Sklavenarbeit verrichten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wuchs die Einwohnerzahl erheblich durch Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, die MUNA wurde zum Wohngebiet „Waldstadt”.

1970 wurde die Stadt anerkannt als Kneippkurort. Am 23. November 1992 sterben drei Türkinnen, darunter zwei Kinder, bei einem von jungen Neonazis verübten Brandanschlag auf ein Wohnhaus.

Politik

Zum 1. Januar 2007 wurde eine Verwaltungsgemeinschaft mit dem Amt Breitenfelde begründet.

Bürgermeister

  • 1950-1962: Hermann Franck (SPD)
  • 1998-heute: Wolfgang Engelmann (SPD)

Wappen

Blasonierung: „In Rot ein silbernes Mühlrad. Im silbernen Schildhaupt ein rotes Mühleisen.[1]

Freizeit

  • zwei Fitnesscenter
  • kleines Kurbad
  • Luisenbad
  • Wildpark
  • Tret- & Motorbootfahrten auf dem Stadtsee
  • Wasserturm mit Rundumblick, wechselnde Ausstellungen (Öffnungszeiten beachten)
  • sehr gute Möglichkeiten für Touren-, Montainbike- und Rennradfahrer (u.a. entlang des Elbe-Lübeck-Kanals und im Naturpark Lauenburgische Seen)
  • Draisinefahrten in Schmilau (Landstraße Richtung Ratzeburg)
  • Wisentgehege an der B 207 Alte Salzstraße Richtung Ratzeburg (Gemeinde Fredeburg)
  • Hellbachtal
  • Pinnsee

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Besondere Sehenswürdigkeiten sind die gut erhaltene Altstadt mit der sie überragenden backsteingotische Kirche Sankt Nicolai und der an ihrem Turm befindliche Gedenkstein für Till Eulenspiegel, oft fälschlicherweise als sein Grabstein bekannt. Bei der Kirche befinden sich auch das Eulenspiegel-Museum und das Heimatmuseum im Alten Rathaus. Das gotische Rathaus aus dem Jahr 1373 ist neben dem Lübecker Rathaus das einzige aus dieser Stilepoche in ganz Schleswig-Holstein. Der Stadthauptmannhof ist Sitz der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

In unmittelbarer Umgebung der Stadt gibt es Seen, Parkanlagen und Wälder.

In zweijährigem Rhytmus findet ein Folk-Festival statt, zuletzt 2006.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Siegfried Cäso von Aeminga (1710-1768) Jurist
  • Karl Gatermann d.Ä. (1883-1959) Maler, Zeichner und Graphiker.

Verkehr

Man kann Mölln von Hamburg aus sehr gut mit dem Auto erreichen, denn Mölln liegt nur wenige Fahrminuten von der Autobahnausfahrt „Talkau” an der Bundesautobahn 24 entfernt. Mölln hat durch Bundesstraße 207 eine gut ausgebaute Ortsumgehung.

Weiterhin liegt Mölln an der Bahnstrecke Lübeck-Lüneburg. Bis 1959 existierte zudem eine Verbindung zur Kaiserbahn nach Hollenbek. Die Strecke ist mittlerweile abgetragen.

Literatur

  • Braun, Frank: Hausbau in Mölln im 17. und 18. Jahrhundert. Zusammenhänge zwischen Baubestand, Wirtschaftsstruktur und Sozialtopographie einer norddeutschen Kleinstadt ( = Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins, Bd. 23), Neumünster 1994
  • Raap, Jürgen: Von Köln nach Mölln, 1. Aufl., 2006



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Informationsportal über Mölln in Schleswig-Holstein - 25.5.2012