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Moringen ist eine Kleinstadt im Landkreis Northeim in Niedersachsen (Deutschland). GeografieGeografische LageMoringen liegt östlich des Höhenzugs Weper, an den sich unmittelbar westlich der Solling anschließt, und wird vom Oberlauf der Moore durchflossen, die einen westlichen Zufluss der Leine darstellt. Stadtgliederung
GeschichteDie Geschichte Moringens bis 1983 (auch mit Angaben zu den eingemeindeten Orten) ist relativ breit in Form einer Chronik dargestellt: „1000 Jahre Moringen 983–1983” von Walter Ohlmer, herausgegeben von der Stadt Moringen, Verlag August Lax, Hildesheim (1983), 368 Seiten mit 53 Abbildungen und 2 Plänen. Das Buch enthält auch ein Kapitel über die Juden in Moringen mit allerdings nur sehr spärlichen Angaben.Eine sehr ausführliche Darstellung der jüdischen Gemeinde Moringens von Martin Engelhardt liegt im Moringer Stadtarchiv,im evangelischen Pfarramt von Moringen und bei der Jüdischen Gemeinde in Hannover vor. Sie behandelt die Zeit der ersten Ansiedlung der Juden in der Stadt bis zur Deportation der letzten Juden – und den Umgang der Deutschen mit der Geschichte in der Nachkriegszeit. Ein weiteres kurzes Kapitel widmet sich dem Waisenhaus, dem späteren Werkhaus, das 1732 auf Kosten der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft errichtet wurde. 1798 wurde das Waisenhaus geräumt, um es anlässlich der damaligen Seeblockade zu einer Zuckerfabrik umzubauen. Das Projekt zerschlug sich 1803 auf Grund der französischen Besatzung, so dass das Gebäude wieder Waisenhaus wurde. 1818 kaufte es das Königreich Hannover zur Einrichtung einer so genannten Korrektionsanstalt. Ab 1838 wurden dort Polizeigefangene untergebracht. Ab 1866 unter preußischer Herrschaft wurde es Werkhaus, d. h. Arbeitshaus für „Nachhaft/Korrektionshaft”. Ab 1871 diente es als Provinzialwerkhaus. 1901–1907 wurde eine Abteilung für schwererziehbare Fürsorgezöglinge angegliedert. Im 1. Weltkrieg wurden hier feindliche, zum Austausch bestimmte Ausländer zusammengefasst. Eine Bedeutung hatte dieses Werkhaus für die Landwirte der Umgebung, die hier gegen geringes Entgelt Arbeitskommandos zur Arbeitshilfe bekommen konnten. Die Gebäude des Landeswerkhauses wurden vom 10. April 1933 bis 29. November 1933 als Schutzhaftsammellager für Männer und vom 7. Juni 1933 bis 21. März 1938 als Frauenkonzentrationslager, vom 1. August 1940 bis zum Kriegsende, d. h. bis zum 6. April 1945 unter der euphemistischen Bezeichnung „Polizeiliches Jugendschutzlager” als Jugendkonzentrationslager benutzt. Im Frauen-KZ Moringen waren insgesamt ca. 1350 Frauen inhaftiert, im Jugend-KZ ca. 1400 Jugendliche im Alter von 13 bis 22 Jahren. Während der ganzen Zeit wurde der „normale Werkhausbetrieb” fortgeführt. Bei Kriegsende wurden die Gebäude des Werkhauses einschließlich des Jugendschutzlagers von der Besatzungsregierung beschlagnahmt zur Einrichtung eines Lagers für „Displaced Persons”. Am 27. August 1947 wurde das jetzige Landeswerkhaus von der britischen Militärregierung an das Land Niedersachsen übergeben, in dem jedoch Polen noch bis zum 28. Juni 1960 wohnten. 1956 mit Verlegung der letzten „Korrigenden” wurde das Landeswerkhaus aufgelöst, um stufenweise in ein Landeskrankenhaus umgewandelt zu werden. An diese Vergangenheit erinnert die Mahn- und Gedenkstätte Moringen im ehemaligen Torhaus der Stadt. Heute befindet sich in Moringen ein vom Land getragenes forensisch-psychiatrisches Krankenhaus. Wirtschaft und InfrastrukturÖffentliche Einrichtungen
Bildung
Literatur
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