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Muhr am See (amtlich: Muhr a.See) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und liegt rund 50 km südwestlich von Nürnberg am Altmühlsee. EntstehungMuhr a.See existiert in der heutigen Form erst seit 1976. Im Rahmen der bayerischen Gemeindegebietsreform waren zum Jahresbeginn die beiden Vorläuferorte Altenmuhr und Neuenmuhr zu einer Einheitsgemeinde zusammengefasst worden. Da zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass nahe dem Ort später (1986) der Altmühlsee als Teil des Fränkischen Seenlandes entstehen würde, erhielt die neue Gemeinde den Namen "Muhr am See". Eine wichtige wirtschaftliche Grundlage des Ortes ist heute - bedingt durch den See und ausgedehnte Wälder in der Umgebung - der Tourismus. GeschichteDer erste Hinweis auf die Herren von Muhr stammt aus dem Jahr 888. Für 893 ist der Ortsname vicus mura genannt. Das Schloss Altenmuhr entstand im frühen 12. Jahrhundert, das - nicht erhaltene - Neuenmuhrer Schloss etwa ein Jahrhundert später. 1525 wurde durch Veit von Lentersheim die Reformation durchgesetzt. 1632 wurde im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs fast ganz Neuenmuhr niedergebrannt, nur Schloss und Kirche blieben bestehen. 1752 wurde das Torhaus in Altenmuhr erbaut. 1799 kamen die Muhrer Schlösser, von Schiller 1781 in den Räubern verewigt, in den Besitz des preußischen Ministers Carl A. von Hardenberg. 1810 wurden Alten- und Neuenmuhr bayrisch. Die Schlösser gingen 1837 in den Besitz von Georg Wilhelm von Le Suire über. 1938 fand die rührige jüdische Gemeinde von Altenmuhr unter der Herrschaft der Nationalsozialisten ihr Ende. 1976 wurden die Gemeinden Alten- und Neuenmuhr zusammengelegt. 2003 erfolgte die Fertigstellung der Ortsumgehung durch die B 13. Gemeindeteile
PolitikGemeinderatDer Gemeinderat von Muhr am See hat 14 Mitglieder, dazu kommt noch der Bürgermeister.
(Stand: Kommunalwahl am 3. März 2002) WappenDie Wappenbeschreibung lautet: In Rot nebeneinander zwei senkrecht stehende silberne Armbrustsäulen. Sehenswürdigkeiten
Das ursprüngliche Wasserschloss mit seinem Bergfried stammt aus dem 12. Jahrhundert. Es gilt als einer der interessantesten Burgenbauten des oberen Altmühltals. Ursprünglich als quadratische Zwingeranlage mit vier runden Ecktürmen konzipiert, ging es im 19. Jahrhundert seiner Zwingermauern und des Wassergrabens verlustig, so dass jetzt nur noch der Hauptbau aus dem frühen 17. Jahrhundert und der Bergfried zu sehen sind. Dieser hat eine Höhe von 20 m und eine Mauerstärke von ca. 1,6 m. Das Schloss wurde ursprünglich von den Herren von Muhr erbaut und befindet sich heute im Privatbesitz der Familie Le Suire. Es ist nicht öffentlich zugänglich.
Das Torhaus aus dem 18. Jahrhundert überspannt eine heute noch befahrene Straße.
Der erste größere bekannte Umbau der Kirche St. Johannes fand 1467 statt. 1798 richtete ein Blitzschlag starke Schäden an; der Turm wurde in seiner heutigen Zwiebelgestalt wieder aufgebaut. Eine Innenrenovierung mit Ersatz der alten Fenster wurde in den Jahren von 1908 bis 1910 vorgenommen; Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche sowohl außen als auch innen saniert.
St. Jakobus zieht heute vor allem wegen des Storchennestes die Blicke auf sich, das sich seit 1946 auf dem Westgiebel befindet. Die Kirche wurde 1622 erbaut, aber schon zehn Jahre später, als der Rest des Dorfes niedergebrannt wurde, durch plündernde Soldaten ihrer Glocke beraubt. Erst durch eine Stiftung des Gustav von Lentersheim konnte 1726 wieder eine Glocke angeschafft werden.
Erst 1958 wurde die schlicht gestaltete Walburgiskirche eingeweiht.
Der Witwensitz Julienburg stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Zur Vogelinsel gehört ein Informationszentrum und ein ornithologischer Lehrpfad.
Am Muhrer Bürgerhof befindet sich das Informationszentrum, in dem man sich über Technik, Natur und Kultur rund um den Altmühlsee kundig machen kann. VeranstaltungenDer Tatsache, dass die Handlung der Räuber von Friedrich Schiller in den ursprünglich fünf Muhrer Schlössern angesiedelt war, wird durch Sommerfestspiele Rechnung getragen. Die Altmühlseefestspiele finden auf der Freilichtbühne im Bürgerhof statt. FreizeitangeboteIm Mönchswald findet der Gast etwa 150 km ausgeschilderte Wanderwege vor. Das Seezentrum Muhr am See bietet Gastronomie, Sanitärzentrum und Umkleideräume für den Badestrand, Boots- und Fahrradvermietung und eine Bootsanlegestelle. Ferner stehen eine Sportbootanlage mit Land- und Wasserliegeplätzen sowie ein Campingplatz zur Verfügung. VerkehrsverbindungenIn Muhr am See halten Regionalzüge der Verbindung (Würzburg -) Ansbach - Treuchtlingen (entspricht in Teilen der Regionalbahnlinie R 8 des VGN -Verkehrsverbund Großraum Nürnberg). Die Bundesstraße 13 führt direkt durch den Ort hindurch. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
