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Nackenheim ist eine Ortsgemeinde und ein Weinbauort in Rheinhessen im Landkreis Mainz-Bingen und liegt in der Nähe von Mainz. Nackenheim ist die einzige Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Bodenheim, die direkt am Rhein liegt. GeografieGeografische LageNackenheim ist eine idyllisch zwischen Rebhügeln und dem Rhein gelegene Gemeinde, deren Weinberge vor mehr als 1.200 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurden. Nachbargemeinden
PolitikGemeinderatDer Gemeinderat aus Nackenheim setzt sich aus 23 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen, einschließlich des nebenamtlichen Bürgermeister.
(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004) Bürgermeister
Wappen
Über dem Rathauseingang von Nackenheim befindet sich ein Wappenstein, der von dem vorliegenden Wappen in folgenden Einzelheiten abweicht: Statt des Kreuzes ziert ein Haken mit spitzem Winkel den Reichsapfel und das Rad ist achtspeichig. ... Der Schlußstein über dem Rathauseingang bringt, sicherlich in unbewußter Umwandlung, das stets sechsspeichige Mainzer Rad, denn nur um dieses kann es sich handeln, mit acht Speichen. Zum anderen war die Deutung des Reichsapfels unklar. Demandt-Renkhoff (Hessisches Ortswappenbuch, 1956, S. 124 f) legen dar, daß das Mainzer Rad ursprünglich Siegeldarstellungen mit der Steinigung des heiligen Stephanus - Hinweis auf das Mainzer Stephansstift als Patronatsherren der Nackenheimer Gereonskirche - verdrängte. Ebenso erfuhr das der Steinigung Stephans beigefügte Ortszeichen, das zunächst mehr einem Sester glich, immer mehr eine Umwandlung zu einem Reichsapfel hin, weshalb diese Form im nunmehrigen Ortswappen verwandt wird. Die von Demandt-Renkhoff vorgeschlagenen, nunmehr auch verbreiteten Farben Schwarz und Rot, wurden beibehalten, allerdings aus heraldischen Gründen und in Anlehnung an den schon mehrfach genannten Schlußstein mit einer Leiste versehen, deren silberne Farbe in Verbindung mit dem Rot der unteren Schildhälfte auf das Erzstift Mainz verweist. Das Wappen ist historisch wohl begründet und heraldisch einwandfrei; seine Genehmigung wird empfohlen. Städtepartnerschaften
Die Partnergemeinde ist mit einem Weinstand auf dem jährlichen Weinfest vertreten. Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerkeRathausBis ins 15. Jahrhundert fanden in Nackenheim Amtshandlungen des Dorfgerichts und der Ortsverwaltung im Freien statt unter einem Baum im Fronhof des Mainzer St. Stephanstifts, das die Ortsherrschaft besaß. Im 16. Jahrhundert wurde auf dem Stiftsgelände ein Rathaus gebaut, vor dem die Erbhuldigung für den neuen Ortsherren, den Mainzer Kurfürsten, im Jahre 1616 von den Einwohnern des Fleckens Nackenheim geleistet wurde. Dieses alte Rathaus musste 1751 einem Fachwerk-Neubau weichen. Im oberen Stockwerk waren ein Raum für das Ortsgericht und ein Beratungszimmer untergebracht. Im Erdgeschoss befand sich ein Feuerlöschgeräteraum mit den ledernen Löscheimern und die Gerätschaften des Eichmeisters, der die Weinfässer nachmessen und mit Brandzeichen eichen musste. Daneben war eine Arrestzelle, im Volksmund Kittje genannt, in der auf kurze Zeit Missetäter einsitzen mussten. Als erster Schultheiß amtierte Paul Kertz (1749 - 1763) in dem neuen Rathaus. 1792, nach dem Einmarsch der französischen Revolutionsarmee, war im Rathaus eine Kommandantur unter dem Bürgergeneral Daniel Stamm eingezogen. 1793 wählte die Bürgerschaft an Stelle des Schultheißen Johannes Herd zum Maire den Ortspfarrer Dr. Karl Melchior Arand. Während der kurzen Besatzungszeit im Jahre 1796 setzten die Franzosen Wilhelm Jans als Agent municipal ein. Ab 1797, als Nackenheim auf 17 Jahre zu Frankreich gehörte, amtierte im Rathaus nur ein Adjunkt; der Maire saß in Bodenheim. Diese Verwaltungsregelung als Doppelgemeinde behielt auch das Großherzogtum Hessen ab 1816 bei. Der Bodenheimer Bürgermeister war auch für Nackenheim zuständig. 1822 bekam Nackenheim eine eigenständige Großherzogliche Hessische Bürgermeisterei unter dem Bürgermeister Johann Schneider (1822 - 1831). Über dem Rathausportal mit Ortswappen und der Jahreszahl 1751 war eine Nische, in der vermutlich einmal die Statue des Ortspatrons St. Stephan stand, seit der Französischen Revolution verwaist. Erst 1931 wurde dort auf Antrag des Ratsmitgliedes Dr. Franz Usinger eine Madonnenfigur Friedenskönigin Maria zur "Danksagung für die Rheinlandbefreiung" aufgestellt. Unter der Naziherrschaft musste die Figur entfernt werden, bis sie 1945 nach Kriegsende wieder ihren Platz einnehmen konnte. Im Jahre 1935 wurde das Rathaus grundlegend umgebaut, u. a. wurde das Portal in die heutige Mitte des Gebäudes versetzt. Weitere Renovierungen erfolgten in den Jahren 1950 - 1951 zur 200-Jahrfeier des Rathauses. Die letzten Instandsetzungen erfolgten in den Jahren 1962 und 1980. Im Rahmen einer Besprechung im November 1992 wurden erhebliche Schäden an Deckenbalken durch Würfelbruch festgestellt, die im Dezember 1992 zu einer ersten Schadensanalyse führte, die diese Schäden bestätigte. Gemeinsam mit der Gemeinde Nackenheim und der Denkmalpflege und dem beauftragten Statiker wurde eine weitergehende umfangreiche bauliche Untersuchung vereinbart mit dem Ziel, eine denkmalgerechten Instandsetzung für das Rathaus zu planen, dazu gehörte auch ein verformungsgerechtes Bauaufmaß. Diese wichtigen Voruntersuchungen waren und sind notwendig für eine detaillierte Ausschreibung gewesen, um eine für die Gemeinde kalkulierbare Instandsetzung zu beginnen. In ständiger Abstimmung mit der Gemeinde, dem Statiker, den beauftragten Handwerkern und der Denkmalpflege wurde eine unter den Aspekten eingeschlossen alte und neue handwerkliche Technologie sowie ökologischen Bauens mit den Instandsetzungsarbeiten im November 1994 begonnen. Eine herausragende Leistung war, während des zimmermannsmäßigen Austausches der Fachwerkwände die gesamte Dachkonstruktion inkl. Dacheindeckung auf dem Gebäude auch als Schutz zu belassen. Die weiteren handwerklichen Arbeiten umfassten vor allem folgende Gewerke:
Regelmäßige Veranstaltungen
Wirtschaft und InfrastrukturBildung
Verkehr
PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
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