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Naila ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Hof und liegt etwa 18 Kilometer westlich der Kreisstadt Hof im Frankenwald im äußersten Norden Bayerns. Naila hat seit 1454 Stadtrechte, war bis 1972 Kreisstadt des Landkreises Naila und ist seit 1993 Mittelzentrum. GeografieNaila liegt im östlichen Frankenwald am Flüsschen Selbitz. Die Höhenmarke am Nailaer Bahnhof zeigt 501 m über Normalnull. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet liegt in 710 m Höhe bei Döbrastöcken am Anstieg zum Döbraberg, der niedrigste in 488 m an der Selbitz am Eingang des Höllentales. StadtgliederungNaila gliedert sich in insgesamt sechs Ortsteile. Neben der Stadt selbst sind dies die Ortschaften Culmitz, Lippertsgrün und Marlesreuth im Südwesten sowie Marxgrün und Hölle nördlich im Selbitztal. FlächennutzungInnerhalb der Gemarkungsgrenzen von Naila (37,05 km²) befinden sich: 19,22 km² landwirtschaftliche Nutzflächen, 1,69 km² öffentliche Verkehrsflächen, 13,7 km² Waldflächen, 0,22 km² Gewässer, 0,1 km² Park- und Grünanlagen und 0,065 km² unbebaute Industrie- und Gewerbeflächen. GeschichteFrühzeit, ca. bis 1000Als erste Bewohner des Gebietes um Naila werden Kelten vermutet. Anhaltspunkte sind u. a. die Ortsnamen Kemlas und Marlesreuth, die nach Aussagen von Sprachwissenschaftlern keltischen Ursprungs sein sollen. In Mittelfranken ist generell die Anwesenheit der Kelten zu dieser Zeit durch Bodenfunde nachgewiesen. Am Rand des Ortskerns von Naila wurden bei Bodenbohrungen 24 Keramikscherben gefunden, die anhand einer C-14-Analyse der sie umgebenden Holzkohle in die Jahre 600-900 n.Chr. datiert werden konnten. Da außerdem bei diesen Scherben Eisenschlacke gefunden wurde, die ebenfalls aus dieser Zeit stammt, würde das bedeuten, dass es schon vor der eigentlichen Besiedlung durch deutsche Stämme eine produzierende und damit auch siedelnde Bevölkerung auf Grundlage des Bergbaus im Raum Naila gegeben hat. Vermutlich wurde die Gegend um Naila in den Jahren 850 - 1000 von Slawen bevölkert, darauf deuten einige Ortsnamen hin die slawischen Ursprungs zu sein scheinen. Die Slawen waren jedoch wenig sesshaft und deshalb kann man nicht von Besiedlung im eigentlichen Sinn sprechen. Erste Besiedelung, ca 11.-14. JahrhundertEine erste Besiedelung im Raum Naila durch deutsche Stämme wird um das Jahr 1000 vermutet. Diese rodeten Wald und betrieben Feld- und Ackerbau auf den erschlossenen Flächen. Durch die wenige Kilometer entfernte Mundartgrenze nach Thüringen kann man vermuten, dass sich mehrere Siedlungswellen in der Gegend um Naila getroffen haben. Welches Adelsgeschlecht Naila gegründet hat, kann man nicht genau sagen. In Frage kommen vor allem die Radecker und ihre Vorfahren, die Herren von der Grün, da diese in den ersten Urkunden über Naila erwähnt werden. Das früheste bekannte Naila lag am Zusammenfluss des Dreigrünbachs mit der Culmitz. Ca. 1200-1300 gab es die zweite größere Siedlungswelle deutscher Stämme, die viele der kleineren Ortschaften um Naila hervorgebracht hat und ein dichteres Netz von Siedlungen zur Folge hatte. Erste urkundliche Erwähnungen, ca. 14.-15. JahrhundertEs gibt Hinweise darauf, dass Naila schon im Jahr 1333 in Rechtsgeschäften zwischen dem Erzbistum Bamberg und verschiedenen Adelsgeschlechtern eine Rolle gespielt hat. Naila wird in Urkunden der Vögte von Weida aus dem Jahr 1343 erstmals dokumentarisch erwähnt. Die älteste dieser Urkunden nennt jedoch noch nicht den Namen Naila. Die Übersetzung ins Neuhochdeutsche lautet folgendermaßen:
Im Original wird Naila „Dorf zu Neulins” genannt. Dies ist die erste dokumentierte Version des Ortsnamens Naila. Da sich von nun an die urkundlichen Erwähnungen mehren, kann man davon ausgehen, dass Naila in der Zeit bis 1400 n.Chr. ein starkes Bevölkerungswachsum hatte. Die Bezeichnung als Dorf lässt darauf schließen, dass es schon 1343 eine ansehnliche Größe gehabt haben muss. 1398 war ein weiteres wichtiges Datum für Naila. Hier wurde Froschgrün erstmals urkundlich erwähnt und zwar als Kunemund und Petzold von Donebeck am 26. März ein Lehen in Froschgrün vom Burggrafen empfingen. Naila wird auf den Urkunden jetzt „dorff zum Newlein” betitelt. Erhebung zur Stadt, Anfang 15. JahrhundertEin Schiedsspruch aus dem Jahr 1435 zur Beilegung des Streits zwischen den Gotteshauspflegern in Naila und dem Pfarrer in Steben wegen der für das Gotteshaus gegebenen Spenden erwähnt die St.-Veits-Kirche in Naila. Die St.-Veits-Kirche war ein Vorgängerbau der heutigen evangelischen Stadtkirche. Der Ausgang des Streits ist nicht überliefert. Im Jahre 1454 wurde Naila von Markgraf Johann IV. von Brandenburg-Kulmbach zur Stadt erhoben. Dabei wurde auch das bis auf kleine Änderungen bis heute gültige Wappen festgelegt. Beginn der Bergbautätigkeit, Ende des 15. Jahrhunderts1471 war der Beginn des dokumentierten Bergwerkbaus in Naila. Auch wenn es schon vorher Hinweise auf Bergbau in Naila gegeben hat, so ist die Zeit um 1471 mit Sicherheit der Beginn des industriellen Bergbaus in Naila. Nun wandelte sich das Dorf von einer Agrargemeinschaft in einen industriell ausgerichteten Markt. Im gleichen Jahr wurde am 5. Oktober Wilhelm von Wildenstein bei der Gesamtbelehnung mit Schloss Wildenstein von Bischof Georg von Bamberg mit dem Bann über das Blut zu richten belehnt. Die Macht der in Naila sitzenden Wildensteiner dürfte in dieser Zeit ihren Höhepunkt erreicht haben. 1477 dürfte die Blütezeit des Bergbaus erreicht gewesen sein, zahlreiche Belehnungen mit Bergwerken aus dieser Zeit zeugen hiervon. Im 15. Jahrhundert waren die blühenden Hauptwirtschaftszweige Bergbau und Hüttenwesen, die Kupfer- und Eisenerze wurden bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts abgebaut. Die Nailaer Bergwerke gruppierten sich um den Hofer Berg. Dabei lagen die zwar wertvolleren, jedoch auch wegen der ständigen Wassereinbrüche kostspieligeren im Stelbitzgrund, während sich die anderen auf der Höhe etwa bei der Straße zum heutigen Wohngebiet 'An den Linden' und nach Rodesgrün befanden. Die im Selbitzgrund gelegenen Kupferbergwerke verdanken ihren Wert einem Gang von Kupfererz, der eine reiche Ausbeute ergab. Es wird berichtet, dass dort sogar gediegenes Kupfer gefunden worden sei. Beide Werke haben wohl wegen ihres schon frühzeitig erkannten Wertes Namen aus der Bibel. Da ist zunächst das Bergwerk Reicher König Salomo – benannt nach den biblischen König Salomo – , das rechts der Hofer Straße sich etwa dort befand, wo heute die Fabrikanlagen des Textilwerkes Naila stehen. Der Name wurde sicher deshalb gewählt, um den Reichtum zu kennzeichnen, den man sich aus diesem Bergwerk zu gewinnen erhoffte. Das Gegenstück dazu war das links der Straße, etwa an der Stelle der alten Gebäude der Firma Paetzel & Sell und einem Teil des Sportplatzes der Freien Turnerschaft, gelegene Bergwerk Königin vom Reich Arabien. Durch diesen Namen wird offensichtlich die Verbundenheit mit dem vorher genannten Werk zum Ausdruck gebracht. Zu den wichtigsten und auch ergiebigsten, allerdings auf Eisen betriebenen Bergwerken, gehört das Bergwerk Wilder Mann. Es ist nach dem Wappenbild der Stadt Naila benannt. Es ist hier zu unterscheiden zwischen dem oberen und dem unteren Wilden Mann. Die Schächte des oberen wilden Mannes sind etwa dort zu suchen wo heute das Kreiskrankenhaus steht. Unterhalb davon, links der Straße lag der untere Wilde Mann. Beide Werke lieferten einen gehaltreichen Spateisenstein, der oft Knollen von Kupfererz einschloss. Dabei war der obere Wilde Mann das ergiebigere Werk. Auf der rechten Seite der Hofer Straße, etwa gegenüber dem Kreiskrankenhaus war hinter der Wildemannshalde, auf der das aus dem Werk geförderte Erz aufgeschüttet wurde, das ebenfalls auf Eisen betriebene Bergwerk Weiser Mann. Wie es zu seinem Namen gekommen ist, ist nicht überliefert. Vielleicht lehnt es sich sogar an den Namen Reicher König Salomo an oder meint sogar mit anderen Worten diesen. Südöstlich davon am Hang zum Eschenbach befand sich das Bergwerk Sankt Jakob. Es wurde ebenfalls auf Eisen betrieben, erlangte jedoch wie der Weise Mann keine größere Bedeutung. Der Name dürfte zu Ehren des Apostels Jakobus gewählt worden sein, wobei nicht sicher ist, welcher von mehreren gemeint ist. Nach dem Reformator Martin Luther (1483-1546) war das im Jahr 1755 auf dem Schelmenacker (heute Park und Villa Seyffert) zur Gewinnung von Kupfer eröffnete Bergwerk benannt, das jedoch kurze Zeit später wieder geschlossen werden musste. Wiederaufbau nach dem großen Brand 1626 - Anfang 18. JahrhundertZwischen den Jahren 1632 und 1634 wurde Naila in den Kriegswirren des Dreißigjährigen Krieges mehrmals überfallen und gebrandschatzt. 1683 wurde in Naila ein Bergamt eingerichtet. Die Belebung der Bergbautätigkeit sorgte für wirtschaftlichen Aufschwung nach den Zerstörungen Anfang des Jahrhunderts. 1699 trat in Dokumenten eine Rektoratsschule auf. Ende des Bergbaus, 18. Jahrhundert1716 sind in Naila 142 Häuser und acht Zünfte dokumentiert worden. In den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts erlebte der Bergbau seinen letzten Höhepunkt. 1765 wurde die Marmorbrücke über die Selbitz (nähe Wiesenfestplatz) gebaut und drei Jahre später fertiggestellt. Im Jahr 1792 wurde Naila kurzzeitig preußisch. Beginn der Industrialisierung, 19. Jahrhundert1810 wird Naila mit den östlichen Teilen Frankens bayerisch. Zwei Jahre später wird ein Bayerisches Landgericht angesiedelt. Im damaligen Landgericht ist heute die Polizeiinspektion Naila untergebracht. 1818 wurde Naila eine Stadt mit Bürgermeister, Magistrat 3. Klasse und Gemeindekollegium. Der Bau eines Landgerichtsgebäudes wurde 1825 begonnen. Heute wird das Gebäude als Rathaus genutzt. Die erste Postexpedition wurde 1848 in Naila eingerichtet. Um 1858 gab es letzte Anstrengungen zur Belebung des Bergbaus in Naila, jedoch schon 1859 kam die Anordnung zur Einstellung des Bergbaus. Einen tiefen Einschnitt in die städtische Entwicklung stellte auch der große Brand vom 3. August 1862 dar, da dabei fast die gesamte Stadt vernichtet wurde. Doch schon 1871 wurde die heutige evangelische Kirche geweiht. 1881 wurde die Neuanlage des Friedhofes eingeweiht und etwa zu dieser Zeit war auch der Beginn der industriellen Textil- und Schuhproduktion in Naila. Am 1. Juni 1887 wurde Naila an die Bahnlinie Hof-Marxgrün angeschlossen. Die erste Nailaer Zeitung wurde 1897 herausgegeben. Ein Jahr später, 1898, folgte die Inbetriebnahme der ersten Telefonanlage. 20. JahrhundertMit dem Bahnanschluss nach Hof 1887 bekam die Industrialisierung in Naila einen großen Schub. Es entwickelte sich eine starke mittelständische Industrie mit den Schwerpunkten Textil- und Schuhherstellung, wenngleich einige Branchen nach dem Zweiten Weltkrieg und im ausgehenden 20. Jahrhundert wieder wegbrachen. Zur Jahrhundertwende wurde das Eisenbahnnetz um Naila stark erweitert, indem 1898 die bestehende Verbindung von Hof bis nach Bad Steben erweitert wurde. 1901 wurde durch die Höllentalbahn eine Anbindung ins benachbarte Thüringen geschaffen und ab 1910 zweigte in Naila die Nebenbahn nach Schwarzenbach am Wald ab. Von diesen Strecken ist heute nur noch die Bahnstrecke Hof-Naila-Bad Steben in Betrieb. Das städtische Elektrizitätswerk wurde 1909 eingeweiht. Die Nailaer Infrastruktur wurde also zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts erheblich erweitert. Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) zählte Naila fast 130 Gefallene bzw. Vermisste. 1920 kam die endgültige Eingemeindung von Froschgrün, das vorher schon mit der Stadt Naila verwachsen war. Bis zum Zweiten Weltkrieg (1939-1945) war Naila, nicht zuletzt wegen der guten Schienenanbindung, ein wirtschaftliches Zentrum im Frankenwald. Im Krieg fielen nahezu 200 Nailaer, neben zahlreichen Vermissten, bis die Stadt am 14. April 1945 durch amerikanische Truppen kampflos besetzt wurde. Dies geschah gegen 17:30, nachdem die US-Armee mit Panzerspitzen an der Lichtenberger Straße Stellung bezogen und einen Zivilisten ins Rathaus geschickt hatte, um herauszufinden, ob Naila verteidigt wird. Der Zivilist brachte die Nachricht, dass die Stadt kampflos besetzt werden könnte. Naila wurde nach der Besetzung provisorischer Garnisonsstandort der US-Streitkräfte. Nach der Grenzziehung fiel zwar mit Thüringen ein wichtiger Absatzmarkt weg, jedoch erholte sich die Nailaer Wirtschaft und insbesondere die Industrie nach dem Krieg sehr schnell, was u. a. die schon zwei Jahre nach Kriegsende eingeweihte Maschinenfabrik LIBA bezeugt, die bald als Ausbildungsstätte für Textilingenieure einen sehr guten Ruf genoss. 1966 zog dann die 16. Kompanie des Fernmelderegiments 32 der Bundesluftwaffe zur Luftraumbeobachtung der nahe liegenden innerdeutschen Grenze in die neu erbaute Frankenwaldkaserne ein und die amerikanische Einheit wurde abgezogen. Im gleichen Jahr wurde die Selbitzregulierung abgeschlossen, außerdem wurden die Culmitz und der Dreigrünbach innerhalb des Stadtgebietes abgedeckt. Das Freibad am Dreigrünbachgrund wurde 1969 fertiggestellt und ein Jahr später wurde mit dem Neubau des Gymnasiums begonnen. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde 1972 der Landkreis Naila dem Landkreis Hof angegliedert. 1977 begannen dann die Arbeiten am Neubau der Frankenhalle. Das Kinderdorf Martinsberg wurde 1981 eingeweiht, 1983 das städtische Stadion. Anschließend folgte 1984 die Einweihung der BMX-Bahn, die später zu einem Skatepark umgebaut wurde. Die Kabelfernsehanlage wurde 1988 in Betrieb genommen. Nach der Grenzöffnung bekamen Besucher aus der DDR am 9. November 1989 in Naila über 11 Millionen DM Begrüßungsgeld ausgezahlt. Dies zog auch einen starken Ausbau des Einzelhandels in Naila nach sich, da viele Thüringer nun die erste Anlaufstelle im Westen zum Einkaufen nutzten und das grenznahe Vogtland noch recht strukturarm war. Nach diesen Jahrzehnten der Saturiertheit ging es in Naila in den 1990er Jahren jedoch wirtschaftlich etwas bergab. Die Panda-Schuhfabrik stellte ihre Produktion 1991 ein, 1992 wurde die Frankenwaldkaserne aufgelöst, da die ursprüngliche Aufgabenstellung, die Luftraumüberwachung nahe der innerdeutschen Grenze, weggefallen war. 1994 kam es zur Einstellung des Güterverkehrs auf den Bahnstrecken Hof-Bad Steben und der Nebenstrecke nach Schwarzenbach am Wald, der Bahnschalter Naila wurde geschlossen. Nach der Eröffnung der Stadtbibliothek 1996 und des Skateparks 1998 kam 1999 der Konkurs der Textilfabrik C. Seyfert, die seitdem als Textilwerk Naila GmbH fortgeführt wird. EinwohnerentwicklungDie Einwohnerzahlen beziehen sich auf den heutigen Gebietsstand (die eingemeindeten Orte sind mit enthalten).
Wappen
Schwarz und Silber sind Symbol für die hohenzollerischen - später brandenburgischen - Landesherren. Daneben steht der wilde Mann, der Historikern zufolge ein Symbol für Bergbau in der Gegend ist. Das Wappen ist nur einmal im Jahr 1819 verändert worden. Nach dem Anschluss an Bayern wurden die schwarzen Flächen blau gefärbt, um die bayerischen Landesfarben darzustellen. Diese Änderung wurde zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wieder rückgangig gemacht. Der Name NailaDie Entstehung des Stadtnamens liegt bis heute im Dunkel der Geschichte verborgen, obwohl sich schon viele Gelehrte den Kopf darüber zerbrochen haben (u. a. Magister Johann Will, Paul Daniel Longolius, Dr. Wilhelm Götz). Es kamen folgende Variationen des Ortsnamens vor
Es gibt mehrere Deutungsversuche für diese Varianten. Stammt die Bezeichnung „Naila” aus dem Altdeutschen, dann lässt sie sich so erklären:
Legt man die slawische Sprache zu Grunde ergibt sich folgende Erklärung:
PolitikSitzverteilung im Stadtrat
(ab Mai 2002 - Stadtratswahl vom 3. März 2002) Amtierende Nailaer Bürgermeister
Chronologische Liste der 1. Bürgermeister von Naila
WirtschaftNaila war früher ein wichtiger Standort der Textilindustrie, die heute nur noch teilweise erhalten ist. Die aufstrebenden Säulen der Wirtschaft sind seit der Wiedervereinigung der Einzelhandel und die Speditionen. Diese können dank der Osterweiterung der Europäischen Union durch die zentrale Lage und die gute Verkehrsanbindung stabil hohe Wachstumsraten ausweisen, sie gelten als Hoffnungsträger der Nailaer Wirtschaft. Ein weiterer wirtschaftlicher Schwerpunkt der Region - eigentlich ganz Oberfrankens - ist das Braugewerbe. So gab es in Naila drei Brauereien: Gambrinus-Bräu Heckel und Hagen, Löwenbräu und Bürgerbräu Andreas Wohn. Die beiden kleineren wurden inzwischen von der größten – der Bürgerbräu – aufgekauft. Der sich verschärfende Wettbewerb im Textilbereich, der seit den neunziger Jahren zu vielen Insolvenzen in der Region geführt hat, wurde relativ gut durch das wachsende Logistik- und Einzelhandelsgewerbe und die starke Maschinenbau- und Kunststoffindustrie aufgefangen. Zu den großen Unternehmen in Naila zählen die Spedition Bischoff, die LIBA Maschinenfabrik , Ontec Automatisierungstechnik, TLS - Transport Logistik Systeme, Rehau AG - Werk Marlesreuth (Kunststoffe), Höllensprudel und Thierron Fassadensysteme. BildungDas naturwissenschaftlich-technologische Gymnasium, die Staatliche Realschule und die Grund- und Hauptschule (Volksschule Frankenwald I und II) komplettieren das Angebot an regulären Schulen. Des weiteren gibt es neben einer allgemeinen Berufsschule die Staatliche Fach- und Berufsfachschule für Bekleidung (vormals Staatliche Stickereifachschule) und die Schule am Martinsberg, ein privates sonderpädagogisches Förderzentrum. Die zukünftigen Schüler werden in vier Kindergärten sowie dem Heilpädagogisch-Psychotherapeutischen Kinderdorf Martinsberg betreut. Die Stadt unterhält eine eigene Volkshochschule. Seit 2001 ist die Musikschule Naila in die Volkshochschule integriert. VerkehrsanbindungStraßeNaila liegt in der Nähe der Bundesautobahn 9 (Berlin-München), Anschlussstelle 32 - Naila/Selbitz. Südlich von Naila verläuft die Bundesstraße 173, die Hof im Osten mit Kronach im Westen verbindet. Weitere Landes- und Kreisstraßen verbinden Naila mit Bad Steben im Norden, Berg im Nordosten und Selbitz im Südosten. SchieneDurch Naila führt die Bahnstrecke Hof-Bad Steben. Bis 1945 hatte diese Strecke über die Höllentalbahn eine Anbindung nach Saalfeld und Triptis in Thüringen. Durch die Zonengrenze, die etwa 12 Kilometer nördlich von Naila verlief, wurde die Höllentalbahn 1945 unterbrochen. Die Verbindung nach Thüringen ist auch heute noch eingestellt. Außerdem begann in Naila die Lokalbahn Naila-Schwarzenbach am Wald. Diese Strecke ist mittlerweile ebenfalls eingestellt. Freizeit- und KulturangebotZu erwähnen wären die beiden großen Märkte, der Frühlings- und der Herbstmarkt,sowie der Rupperichmarkt Ende November, die zahlreichen Naherholungsgebiete in der Region, beispielsweise das Höllental sowie ostersamstags der Brauch des Eierwalchens (Eierrollens), der in früheren Zeiten große Bedeutung in Naila hatte (die Namensgebung mehrerer Straßen ist auf den Brauch zurückzuführen). In Naila selbst gibt es außerdem eine Minigolfbahn, das beheizte Freibad sowie den Skatepark und im Froschgrüner Park fährt in den Sommermonaten sonntags eine öffentliche Gartenbahn. Durch Naila führt außerdem der Frankenweg. SportDas Sportangebot umfasst Tischtennis, Tennis, Karate, Kickboxen, Fußball, Handball, Volleyball, Kung-Fu, Motorsport, Kegeln, Sport- und Bogenschießen, Dart, Leichtathletik, Langstreckenlauf und Triathlon. Möglichkeiten zum Skiabfahrts- und Snowboardfahren am Schlepplift bieten sich im Ortsteil Döbrastöcken. In der Umgebung von Naila finden sich außerdem zahlreiche Skilanglaufloipen und Wanderwege. Beim Stadion, am Nordrand Nailas gelegen, handelt es sich um ein Leichtathletikstadion mit Laufbahnen, Wurfanlagen und einem Fußballfeld. Das Spielfeld ist auf einer Seite von einem Erdwall mit Stehrängen umgeben, die Platz für circa 2.000 Zuschauer bieten. Es wurde 1983 mit einem Spiel eines verstärkten FSV Naila gegen den neunmaligen deutschen Fußball-Meister 1.FC Nürnberg eingeweiht. ReligionNaila ist Sitz je eines Dekanates sowohl der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern als auch der katholischen Kirche. Das evangelische Dekanat Naila umfasst den ehemaligen Landkreis Naila. Neben der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche am Marktplatz und der römisch-katholischen Kirche Verklärung Christi gibt es einen Versammlungsraum der Zeugen Jehovas, eine evangelisch-methodistische Kirche sowie eine neuapostolische Kirche. Weiter gibt es ein Freizeitheim des CVJM, eine Landeskirchliche Gemeinschaft und die evangelische Kreuzbruderschaft. WissenswertesMobilfunkstudieDiese Studie wird in der Fachpresse meist nur Naila-Studie genannt und wurde 2004 in der Frankenhalle von Dr. Horst Eger, der die Studie zusammen mit den meisten praktizierenden Ärzten von Naila erstellt hat, vorgestellt. Ihr Thema ist die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen elektromagnetischer Strahlung von Mobilfunkmasten und der Auftretenswahrscheinlichkeit von Krebs. Die Bewohner wurden anhand der Entfernung ihrer Wohnung zu einem Mobilfunkmasten eingeteilt und die Krebshäufigkeit nach 10 Jahren Beobachtung miteinander verglichen - mit frappierenden Ergebnissen. Statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit für einen derartigen Zusammenhang anhand der Daten der Studie bei 95 bzw. 99 % (durch Chi-Quadrat-Test ermittelt). Die in Naila durchgeführte Studie wurde kontrovers diskutiert, wobei die Kritiker auf die Größe der Kontrollgruppe verwiesen, die zu klein ist um andere Störfaktoren gänzlich auszuschließen und die Verfechter der Studie auf die hohe Statistische Signifikanz der gewonnenen Werte, die mindestens eine Wiederholung in größerem Masstab nahelegen würde. Die Stadt Naila strebt derzeit in einer Petition die Absenkung der Höchstwerte auf ein Millionstel ihres jetztigen Standes sowohl auf Landes, Bundes- als auch auf EU-Ebene an. Argument sind dabei zum einen das Vorsorgeprinzip der Europäischen Umweltpolitik, zum anderen werden die extrem niedrigen Grenzwerte der Schweiz und des österreichischen Bundeslandes Salzburg angesprochen, mit denen trotzdem ein funktionierendes Netz betrieben werden kann. Zu erklären ist dass damit, das die Intensität von elektromagnetischer Strahlung mit steigender Entfernung vom Sender quadratisch sinkt. Wenn man also mit einem einzigen Sender ein sehr großes Gebiet abdecken will, dann hat man in unmittelbarer Entfernung zum Sender eine extrem hohe Strahlenbelastung, die weit höher ist als zum Empfang nötig wäre. Die Lösung in der Schweiz und in Österreich sind dementsprechend wesentlich mehr Sendemasten, die dafür mit deutlich niedrigerer Leistung betrieben werden. Demografie-TageDer frühere Nailaer Notar Axel Adrian hat im Jahr 2003 die Nailaer Demografie-Tage ins Leben gerufen. Die Veranstaltung diskutiert jährlich Probleme , die durch die rückläufige Bevölkerungsentwicklung in Deutschland entstanden sind und noch entstehen werden. Sie wird von POLIS – der Vereinigung zur interdisziplinären Untersuchung von Demographie, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft e. V. organisiert. Im Jahre 2006 fanden die 3. Nailaer Demografie-Tage mit Referenten aus Wissenschaft und Politik statt. Ballonflucht aus der DDRAm 16. September 1979 flogen die Familien Strelzyk und Wetzel aus Pößneck mit einem selbstgenähten Heißluftballon nachts über die innerdeutsche Grenze und landeten nach 28 Flugminuten und 22 Kilometern (Luftlinie) in einem Feld bei Naila. An Bord befanden sich vier Erwachsene und vier Kinder. Der Original-Ballon ist im Nailaer Museum ausgestellt. 1981 wurde in den USA der Film Mit dem Wind nach Westen (engl.: "Night Crossing") mit u. a. John Hurt, Sky du Mont, Beau Bridges und Klaus Löwitsch von Disney gedreht, der auf den Ereignissen basiert. KuriosaIn einem Bild-Zeitungsartikel der 1980er Jahre wurde Naila [sprich: Na-ila] Afrika zugeordnet, was zu einigen Belustigungen geführt hat. In der Umgebung werden die Nailaer Bürger seit dem großen Brand von 1862 sowie dem gehäuften Abbrennen von Scheunen und Gebäuden neckisch Naalicher Ozünder (Nailaer Anzünder) genannt. So wurde inzwischen auch ein Ozünderweg ausgeschildert. Persönlichkeiten
Literatur
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