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Nauen ist eine Stadt im Landkreis Havelland, Bundesland Brandenburg, westlich von Berlin. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen” des Landes Brandenburg, seit 1988 Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerke
PersönlichkeitenEhrenbürger
Söhne und Töchter der Stadt
SonstigesSendeanlagenNauen ist seit dem 19. August 1906, als die Großfunkstelle für drahtlose Telegrafie in Betrieb genommen wurde, Standort bedeutender Sendeanlagen. Anfangs diente die Anlage dazu, Telegramme über weite Strecken auch ohne Kabel zu übertragen mit dem Fernziel Funkkontakt zu den deutschen Kolonien in Afrika und Asien. Bis 1945 befand sich in Nauen ein großes Sendezentrum für Lang- und Kurzwelle, dessen Drahtantenne eine Fläche überspannte, die größer als das Fürstentum Monaco war. Die Tragmasten, die bis zu 260 Meter hoch waren, gehörten zu den höchsten Bauwerken Europas. 1913 wurden bereits Reichweiten bis 6.400 Kilometer erreicht. Klar verständlich telefonierte man von hier nach Wien. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs kam der Funkstelle auch militärische Bedeutung zu. Weil die Entente das Deutsche Überseekabel gekappt hatte, wurde die Anlage nun das Tor zur Welt. Von hier aus lenkte das Reich seine U-Boot-Flotte, hier hielt es den Kontakt in die Kolonien. 1918 übernahm die von TELEFUNKEN betriebene Gesellschaft TRANSRADIO die Funkstation. Trotz kriegerischer Turbulenzen schritt die Technik voran und ermöglichte Reichweiten bis zu 20.000 Kilometer. Nauen wurde durch diese Anlagen weltbekannt („Nauen kennt die Welt und die Welt kennt Nauen”). Bis 1925 lag der Muthesiusbau, das Sendergebäude des Senders Nauen, fast direkt an der heutigen B 273. Infolge einer Geländeerweiterung der Sendeanlagen umgeht die Straße seither das weiträumige Areal der Sendeanlage in großem Bogen ostwärts. 1945 wurden die Anlagen demontiert und der Muthesiusbau zeitweise als Kartoffellager genutzt. Ab 1954 begann man in Nauen wieder mit dem Aufbau von Sendeanlagen, insbesondere für Rundfunk und andere Funkdienste im Kurzwellenbereich. Beim Ausbau des Kurzwellenzentrums Nauen entstand eine 70 Meter hohe Drehstandantenne, die heute unter Denkmalschutz steht. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden zahlreiche Sendeeinrichtungen in Nauen aus der DDR-Zeit demontiert. Allerdings wurden zwischen 1995 und 1997 in Nauen auch vier neue drehbare Antennen, die so genannten ALISS-Antennen errichtet. Sie sind 80,5 Meter hoch, wiegen 280 Tonnen und haben eine Spannweite von 87 Metern. Hauptsächlich werden zur Zeit Programme der Deutschen Welle auf Kurzwelle ausgestrahlt. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
