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Die „Hugenottenstadt” Neu-Isenburg mit ihren Stadtteilen Gravenbruch und Zeppelinheim befindet sich im Landkreis Offenbach in unmittelbarer Nachbarschaft zu Frankfurt am Main. Sie zählt 35.392 Einwohner (Stand 30. Juni 2005). Die Stadt ist heute vor allem bekannt durch das regional genutzte Einkaufszentrum „Isenburg-Zentrum” (IZ), die Hugenottenhalle, das Hotel Kempinski Frankfurt und das Autokino in Gravenbruch, den Sportpark, das Waldschwimmbad und nicht zuletzt durch ihre zentrale Lage in der Nähe des Frankfurter Flughafens. Außerdem wird oft behauptet, Neu-Isenburg sei die gaststättenreichste Stadt Deutschlands (bezogen auf die Einwohnerzahl). Geografie
NachbargemeindenNeu-Isenburg grenzt im Westen und Norden an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, im Osten an die kreisfreie Stadt Offenbach, sowie im Süden an die Städte Dreieich, Langen und Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau). Stadtgliederung1959 war Baubeginn für die „Wohnstadt im Grünen”: Gravenbruch. Fast 7.000 Menschen fanden in der Satellitenstadt, östlich zwischen der „Kernstadt” und Heusenstamm im Wald gelegen, eine neue Heimat. Durch den Zuzug vieler junger Familien war der Ortsteil die kinderreichste Stadt Europas. Bekannt ist Gravenbruch durch das Kempinski-Hotel und durch das Autokino. Mit der Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde Zeppelinheim im Zuge der Gebietsreform 1977 dehnte sich Neu-Isenburg auch nach Westen hin aus. Hier befindet sich das Zeppelinmuseum. GeschichteNeu-Isenburg wurde am 24. Juli 1699 als Exulantenstadt von Hugenotten gegründet, französischen Protestanten, die nach der Aufhebung des Toleranzedikts von Nantes aus Frankreich hatten fliehen müssen. Ihr neuer Landesherr, Graf Philipp zu Ysenburg und Büdingen sicherte ihnen Schutz, freien Gebrauch der französischen Sprache und Religionsfreiheit zu. Er gestattete ihnen, sich im Dreieichwald anzusiedeln, dort wo im Mittelalter die Wallfahrtskapelle „Zum Heiligen Kreuz” stand. Zum Dank an den Grafen wurde die Stadt nach ihm „Neu-Isenburg” benannt. Der Grundriss des Ortes wurde von Andreas Loeber entworfen. Die Stadt hatte einen quadratischen Grundriß. Von den Ecken führen diagonale Straße zum Marktplatz. Zusätzlich sind die Mitten der Außenseiten durch Strassen mit dem quadratischen Marktplatz verbunden. Neu-Isenburg war eine der Planstädte des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Siedler waren zunächst als Bauern tätig, besannen sich aber sehr bald auf ihre ursprünglich erlernten Handwerksberufe, etwa den des Strumpfwirkers, und legten so den Grundstein für die wirtschaftliche Entwicklung Neu-Isenburgs. Die umliegenden Gemeinden beäugten die französischen Siedler mit großem Misstrauen und nannten den Ort „welsches Dorf”. Am 20. Mai 1700 hielt Pfarrer Isaac Bermond unter einer alten Eiche auf der Mitte des Kirchplatzes den ersten Gottesdienst. Um 1701 erfolgte der Bau des Forsthauses (heute: Gaststätte „Frankfurter Haus”) durch die Stadt Frankfurt am Main an die Stadtgrenze zu Neu-Isenburg. Eine erste Französisch-Reformierte Kirche aus Holz wurde 1702 bis 1706 errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte an Himmelfahrt 1702. Ebenfalls 1702 wurde das Rathaus am Marktplatz errichtet. Im gleichen Jahr wurde das „Haus zum Löwen” erstmals erwähnt, das bis 1918 als Gaststätte Au Lion d'Or (Zum goldenen Löwen) genutzt wurde und heute als Heimatmuseum dient. Es folgte 1704 die erste Schule und 1705 die Bansamühle. Die Holzkirche wurde in den Jahren 1773 bis 1775 durch einen Steinbau ersetzt. 1781 wurde die erste deutschsprachige Schule errichtet. Nach dem Wiener Kongress von 1815 fiel die Grafschaft Ysenburg mit dem Oberamt Offenbach und der zugehörigen Gemeinde Neu-Isenburg an das Großherzogtum Hessen. 1828 baute der Preußisch-Hessische Zollverein ein Zollhaus (Frankfurter Straße 10) als Hauptzollamt an die Grenze zur damaligen Freien Stadt Frankfurt. Trotz der erheblichen Vorbehalte zogen schon ab dem 18. Jahrhundert auch deutsche Familien in die Stadt, was dazu führte, dass in der Kirche ab 1761 abwechselnd auf Deutsch und Französisch gepredigt wurde, sehr zum Widerwillen der französischen Bevölkerung. Schließlich wurde 1829 Deutsch als offizielle Amtssprache festgelegt. 1846 wurde die Main-Neckar-Eisenbahn bei Neu-Isenburg fertiggestellt, aber erst 1852 erhielt der Ort einen eigenen Bahnhof. Weitere Ereignisse in Kurzform:
Einwohnerentwicklung1834 hatte Neu-Isenburg erst 1.762 Einwohner. 1939 zählt die Stadt bereits 15.081 Einwohner. Nach der Eingemeindung Zeppelinheims und dem Bau von Gravenbruch lebten 1983 35.000 Menschen in der Stadt. PolitikStadtverordnetenversammlungSitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung (45 Sitze):
(nach Kommunalwahl 2006) InfrastrukturWirtschaftDurch seine unmittelbare Nähe zur Messestadt Frankfurt und zum Flughafen ist Neu-Isenburg ein attraktiver Standort für Unternehmen der vielfältigsten Branchen, darunter auch viele Hotels: Zuletzt wurde in der Stadt mit mehr als 230.000 die höchste Übernachtungszahl im Landkreis Offenbach verzeichnet. Die Stadt hat sich inzwischen vom Standort für produzierendes Gewerbe in einen Diensleistungsstandort gewandelt und zählt zu den größten High-Tech-Standorten im Rhein-Main-Gebiet. Hier einige wichtige ansässige Firmen:
VerkehrDie Stadt verfügt über mehrere Anschlüsse an das deutsche Autobahnnetz (A3, A5, A661) und ist in das S-Bahnsystem Frankfurts eingegliedert. Sie wird von den S-Bahnlinien S3 und S4 angefahren, Zeppelinheim von der S7. Außerdem gibt es noch eine Straßenbahnanbindung mit der Linie 14 am nördlichen Stadtrand. Geplant ist, die Innenstadt mit der S-Bahn oder einer Zweisystem-Stadtbahnstrecke (Regionaltangente West) an das Schienennetz anzubinden. Der Flughafen Frankfurt am Main befindet sich an der Gemarkungsgrenze und der Bahnhof Neu-Isenburg verfügt als einziger in Hessen über ein Verladegleis für Autoreisezüge. KulturWeit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist Neu-Isenburg durch die vielfältigen Veranstaltungen in der Hugenottenhalle. In dieser Mehrzweckhalle mit einem variablen Fassungsvermögen von bis zu 2.000 Besuchern finden große Rockkonzerte statt, gastieren Tourneetheater, werden Tanz und Musik aufgeführt. Den Bürgerinnen und Bürgern bietet sich ein umfassendes Kulturprogramm, das alle Sparten abdeckt. Neu-Isenburg ist im Rhein-Main-Gebiet insbesondere für das jährlich im Sommer stattfindende Open-Doors-Festival (früher Musikspektakel) bekannt. Drei Tage lang spielen etwa 40 verschiedene Bands und Künstler sämtlicher Musikrichtungen auf. Die kostenfreie Veranstaltung wird dabei von etwa 15.000 Gästen besucht und findet an über das ganze Stadtgebiet verteilten Bühnen statt. BildungGrundschulen
Gymnasium
Gesamtschule
Förderschule
Sonstige
PersönlichkeitenWichtige Persönlichkeiten der Stadt Neu-Isenburg:
Partnerstädte
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