Neunkirchen in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Koordinaten: 49° 37′ N, 11° 8′ O
Höhe: 317 m ü. NN
Fläche: 26,37 km²
Einwohner: 7840
Bevölkerungsdichte: 297 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91077
Vorwahl: 09134
Kfz-Kennzeichen: FO
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 154
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klosterhof 2-4
91077 Neunkirchen a.Brand
Webpräsenz: www.neunkirchen-am-brand.de
Bürgermeister: Wilhelm Schmitt

Neunkirchen am Brand (amtlich: Neunkirchen a.Brand) ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Forchheim und liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Erlangen am Fuße des Hetzleser Berges.

Geschichte

Wichtige Daten der Geschichte sind die Gründung des Augustiner-Chorherrenstiftes Kloster Neunkirchen am Brand 1314 und die Verleihung des Marktrechtes 1410. 1803 kam Neunkirchen mit dem Hochstift Bamberg zu Bayern. Zwischen 1886 und 1963 lag Neunkirchen an der Bahnstrecke der Sekundärbahn von Erlangen nach Eschenau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich Heimatvetriebene in Neunkirchen an, später erlebte der Ort, bedingt durch die Ansiedlung der Firma Siemens in Erlangen, einen sehr starken Anstieg der Einwohnerzahlen. Dies führte zum Entstehen zahlreicher Neubaugebiete um den alten Ortskern herum.

Trotzdem ist Neunkirchen heute keine reine Wohngemeinde, da diverse Industrie- und Gewerbebetriebe im Ort ansässig sind. Als größter Arbeitgeber im Industriebereich gilt die Neunkirchner Achsen Fabrik (NAF).

Geografie

Neunkirchen ist heute Teil des Ballungsraumes Nürnberg-Erlangen. Nicht ganz unproblematisch ist deshalb für Neunkirchens Einwohner die noch aus dem 19. Jahrhundert stammende und bis heute erhalten gebliebene Zugehörigkeit zu Oberfranken, obwohl der Ort schon immer wirtschaftlich in viel stärkerem Maße auf die mittelfränkischen Städte Erlangen und Nürnberg als auf den oberfränkischen Raum ausgerichtet war und ist.

Ortsteile

Ortsteile sind: Neunkirchen, Baad, Ebersbach, Ermreuth, Großenbuch, Rödlas, Rosenbach und Gleisenhof. Dazu kommen noch die Aussiedlerhöfe Vogelhof, Erleinhof, Wellucken und Saarmühle.

Ermreuth

Ermreuth ist ein eingemeindetes Dorf mit etwa 800 Einwohnern. Der Ort liegt im oberen Schwabachtal.

Der Ort (früher Erporuit, Ermbreuth) wurde von Mitgliedern des Geschlechts von Egloffstein vermutlich im 11. Jahrhundert gegründet. Urkundliche Erwähnung war erstmals 1128. Von den Herren von Egloffstein ging die Hälfte von Ermreuth 1400 an Barbara Muffel, Gemahlin des Eschenauer (siehe Eckental) Gutsherrn Niklas I. von Muffel, die andere Hälfte 1422 an den Nürnberger Lorenz Pirkheimer und von diesem 1453 an dessen Schwager Peter von Watt über. 1464 erwarb Niklas III. von Muffel auch die zweite Hälfte von Ermreuth, worauf dieses sich dann bis 1549 ganz im Besitz der Nürnberger Patrizierfamilie von Muffel befand.

Nach schweren Verwüstungen im Ersten Markgrafenkrieg 1449 und wechselnden Besitzern wurde der Ort 1796 von Preußen okkupiert, doch blieb es nur bei einer vorübergehenden Besetzung durch preußische Truppen bis 1798. 1800 verzichtete Preußen auf die Landeshoheit über Ermreuth. Sie ging am 1. Januar 1806 auf Bayern über.

Ermreuth war im wesentlichen kleinlandwirtschaftlich strukturiert. Der Obstbau spielte eine bedeutende Rolle. Seit Beginn der 50er-Jahre konnten sich viele Landwirte auf den kleinen Gütern nicht mehr ernähren, sie suchten sich als Pendler Arbeit in den nahen Städten. Die Landwirtschaft wird heute überwiegend nur noch als Nebenerwerb betrieben.

1971 verlor die Gemeinde ihre Selbständigkeit und wurde in den Markt Neunkirchen eingegliedert.

Nachbargemeinden

Kleinsendelbach, Igensdorf, Gräfenberg, Dormitz, Uttenreuth, Marloffstein, Hetzles, Langensendelbach

Religion

Neunkirchen am Brand ist ein mehrheitlich katholischer Ort mit vielen Traditionen, zum Beispiel der Karfreitagsprozession. Im Gegensatz dazu ist der Teilort Ermreuth mehrheitlich evangelisch. Allerdings gibt es heute, bedingt durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg sowie durch später erfolgten starken Zuzug, auch in Neunkirchen eine evangelische Gemeinde, die im Dezember 2000 ihre neuerbaute Christuskirche weihen konnte.

Ab etwa 1500 siedelten sich viele Juden in Ermreuth an, viele wurden vermutlich aus Nürnberg vertrieben. 1811 lebten 44 jüdische Familien im Ort. 1933 begann die Diskriminierung der jüdischen Mitbürger. In der Reichskristallnacht vom 9. auf 10. November 1938 wurden sie auch in Ermreuth misshandelt, ihre Wohnungseinrichtungen und Inneneinrichtungen der Synagoge zerstört und am Friedhof Grabsteine umgeworfen. 1938 waren noch 19 Juden ansässig. 15 von ihnen wurden 1939 zwangsverschleppt und unter der Naziherrschaft ermordet. Nur 4 konnten rechtzeitig nach Amerika auswandern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Ortsbild wirkt durch die erhaltenen Tore, das ehemalige Kloster Neunkirchen am Brand, zahlreiche Fachwerkhäuser und die mittelalterliche Zehntscheune.

Bauwerke

Im Ortsteil Ermreuth wurde die ehemalige Synagoge als Veranstaltungsort restauriert. Sehenswert sind hier auch das Schloss und die Kirche.

Verkehr

Busverbindungen bestehen nach Erlangen, Eckental und - weniger häufig - nach Forchheim mit den Linien des OVF.

Nächstgelegene Bahnstationen sind die Bahnhöfe in Erlangen, Eckental, Igensdorf, Eschenau, und Kalchreuth.

Früher war Neunkirchen am Brand auch mit einem Bahnhof der Erlangen-Eschenau-Bahn ausgestattet, der allerdings mittlerweile stillgelegt ist.

Partnerstädte

  • Deerljik in Belgien
  • Tótkomlós in Ungarn



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Informationsportal über Neunkirchen in Bayern - 25.5.2012