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Neuruppin ist die Kreisstadt des brandenburgischen Landkreises Ostprignitz-Ruppin. Nach Eingemeindungen der Stadt Alt Ruppin und 13 Dörfern 1993 zählt Neuruppin 32.000 Einwohner bei einer Fläche von 303 km². Zum Gedenken an den in Neuruppin geborenen Dichter Theodor Fontane trägt die Stadt den Beinamen Fontanestadt. Neuruppin ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen” des Landes Brandenburg OrtsteileZur Stadt Neuruppin gehören seit der Eingemeindung 1993 folgende Ortsteile (Stand: 31. Dezember 2002):
SehenswürdigkeitenBauwerke
Museen
Denkmale
Sonstige
GeschichteVor dem Stadtbrand (bis 1787)Die urgeschichtliche Besiedelung des Landes reicht von der mittleren Steinzeit über die jüngere Bronzezeit mit erst germanischen, später dann slawischen Siedlungen (Im Altstadtbereich – u. a. „Neuer Markt” – und im Umland) an den Ufern des Ruppiner Sees. In spätslawischer Zeit wurde dieses Gebiet von dem Stamm der Zamcici besiedelt, dessen Machtzentrum eine Burg auf der Alt Ruppin südlich vorgelagerten Insel Poggenwerder gewesen war. Nach dem Wendenkreuzzug 1147 und der Eroberung des Landes durch deutsche Landesherren, darunter u. a. auch Albrecht der Bär wurde ab 1214, auf dem Alt-Ruppiner Amtswerder, eine große Niederungsburg („Planenburg”), neben der älteren slawischen Burganlage, errichtet. Im nördlichen Vorgelände entstand eine Marktsiedlung mit Nikolaikirche, östlich daran und jenseits des Rhins der „Kiez”: die Stadt (Olden Ruppyn) Alt Ruppin war entstanden. Südwestlich des Burgortes entstand seit Anfang des 13. Jahrhunderts die Siedlung des heutigen Neuruppin mit Nikolaikirche und angerartigem Straßenmarkt. Neuruppin war eine planmäßige Stadtgründung der Grafen von Lindow-Ruppin, einer Nebenlinie der Arnsteiner, die in Alt Ruppin residierten. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1238. Eine Erweiterung der ursprünglichen Marktsiedlung Alt Ruppin, hin zur heutigen Stadt Neuruppin, erfolgte wahrscheinlich bereits vor der Gründung des Dominikanerklosters 1246 als erste Niederlassung des Ordens zwischen Elbe und Oder durch den ersten Prior Wichmann von Arnstein. Die Verleihung des Stendaler Stadtrechtes erfolgte am 9. März 1256 durch Günther von Arnstein. Die Befestigung der Stadt erfolgte im 13. Jahrhundert]] durch Palisaden und ein Wall-Grabensystem, später wurde sie durch Mauern und Wall-Grabenanlagen befestigt; 24 Wiekhäuser und zwei hohe Türme verstärkten die Stadtmauern. Dazu kamen drei Tore, das Altruppiner/ Rheinsberger Tor im Norden, das Berliner/ Bechliner Tor im Süden und das Seetor im Osten. die vollständige Ummauerung erfolgte spätestens gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Neuruppins ältester Teil war ein langgestreckter Anger, begleitet von zwei parallelen Straßen zwischen dem südlichen und nördlichen Stadttor, im Süden darauf die älteste Kirche Neuruppins (St. Nikolai). Die Hauptstraße Neuruppins war seit Mitte des 16. Jahrhunderts gepflastert. Quer durch Neuruppin, von Nordwesten zum See hin, verlief der aus der Ruppiner Mesche kommende Klappgraben zur Versorgung der Stadt mit Brauchwasser und zur Entwässerung, der 1537 zum Teil zugeschüttet wurde und nach dem Stadtbrand 1787 als offener Kanal in der Schinkelstraße erneuert wurde. Neuruppin gehörte bereits im Mittelalter zu den größeren nordostdeutschen Städten. Erhalten sind aus dieser Zeit: unter anderem Teile der Stadtmauer, Teile der Klosterkirche St. Trinitatis (1246), die St. Georgs-Kapelle (1362), das Siechenhospital (1490), sowie Reste des Seeviertels. Die mittelalterliche Stadt hatte einen nahezu quadratischen Grundriss von etwa 700 m × 700 m, der an der Ostecke auffällig abstumpft. Die OSO–Seite grenzt an den Ruppiner See. Nach dem Aussterben der Grafen von Lindow-Ruppin 1524 kam Neuruppin als erledigtes Lehen an den Kurfürst Joachim I. (Brandenburg). Der Dreißigjährige Krieg verwüstete auch Neuruppin, nach 1685 siedelten sich französische Hugenotten an. Im Jahre 1688 wurde Neuruppin eine der ersten Garnisonstädte Brandenburgs. Hier war Kronprinz Friedrich 1732-1740 nach seinem erfolglosen Fluchtversuch und anschließender Haft in Küstrin Kommandeur. Ab 1740 hatte der Orgelbauer Gottlieb Scholtze seine Werkstatt in Neuruppin, der u. a. die Orgel in Rheinsberg baute. Stadtbrand und Wiederaufbau (1787-1804)Ein wichtiger Einschnitt in die Entwicklung der Stadt war der Flächenbrand vom Sonntag, dem 26. August 1787, bei dem etwa 400 Häuser der Stadt ein Opfer der Flammen wurden. Dieser große Stadtbrand, ausgebrochen im Scheunenviertel vor dem Bechliner Tor, vernichtete die mittelalterliche Stadtanlage mit dem Rathaus und etwa zwei Drittel der Fachwerk- Wohnbauten. Mit den Sach- und Geldspenden sowie den von der preußischen Regierung bereitgestellten 130.000 Taler Retablissementsgeldern begann der Wiederaufbau der Stadt. Der bereits seit 1783 in der Stadt tätige Stadtbaudirektor Bernhard Mattias Brasch setzte die Vorgaben der Retablissementskommission um und beaufsichtigte den Wiederaufbau der Stadt. Der Wiederaufbau erfolgte von 1788 bis 1804, der nach einem einheitlich geplanten Grundriß durchgesetzt wurde. Sein Plan sah die Erweiterung der Stadt von 46 auf knapp 61 Hektar bei Beseitigung der Wälle zwischen Tempelgarten und See vor. Die beiden eng zusammenliegenden Nord-Süd-Straßen wurden zu einer Achse, der heutigen Karl-Marx-Straße, vereinigt. Es entstand ein rechtwinkliges Netz von Straßen mit durchgängig zweigeschossigen Traufenhäusern. Lange breite Straßen, unterbrochen durch stattliche Plätze, und Häuser im frühklassizistischen Stil prägen seit jener Zeit das Stadtbild. Diese städtebaulichen Reformprinzipien sind noch heute gut erkennbar. So entstand mit dem Wiederaufbau eine in dieser Originalität einzigartige klassizistische Stadtanlage. Sie gilt auch heute noch als Musterbeispiel frühklassizistischer Städtebaukunst. Den Abschluss des Wiederaufbaus markierte die Fertigstellung der Pfarrkirche St. Marien (erbaut 1801-04 unter der Mitwirkung von Carl Ludwig Engel). Nach dem Wiederaufbau (ab 1804)In Neuruppin begann Johann Bernhard Kühn 1750 mit der Produktion der Bilderbögen. Unter seinem Sohn Gustav Kühn (1794-1868) erreichten diese Auflagenzahlen über 3 Millionen Stück pro Jahr und wurden mit der Aufschrift Neu-Ruppin, zu haben bei Gustav Kühn weltweit bekannt. 1877 richtete der Orgelbauer Albert Hollenbach seine Werkstatt in Neuruppin ein. Von ihm stammen u. a. Orgeln in den Kirchen der Ortsteile Bechlin, Karwe, Nietwerder und Storbeck, sowie der Siechenhauskapelle in der Altstadt Neuruppins. Nach 1880 wurde Neuruppin Mittelpunkt eines Nebenbahnnetzes, das bis 1945 von der Ruppiner Eisenbahn AG betrieben wurde. 1893 wird am Südrand der Kernstadt die Landesirrenanstalt Neuruppin errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie auch als Durchgangslager für Euthanasieopfer hauptsächlich aus Berlin, später zunehmend als Reservelazarett. Nach 1945 dienten Teile der Einrichtung als Bezirkskrankenhaus. Ab 1996 gehören die jetzige „Landesklinik Neuruppin” und das Bezirkskrankenhaus als „Ruppiner Krankenhaus” als Teile der „Ruppiner Kliniken GmbH” in die Trägerschaft des Landkreises Ostprignitz-Ruppin. Die Ruppiner Kliniken sind damit einer der größten regionalen Arbeitgeber.[2] Seit 1905 werden Feuerlöscher in Neuruppin hergestellt. Insbesondere die Minimax-Feuerlöscher waren aufgrund leichter Handhabung schnell weit verbreitet. 1921 wurde Gildenhall als Freiland-Siedlung vom Baumeister und Siedlungstechniker Georg Heyer (1880-1944) begründet. Die sowjetischen Truppen legten unmittelbar nördlich der Kernstadt einen Militärflugplatz an, dessen Betrieb zu erheblicher Lärmbelästigung in der Stadt führte. Nach der Wende 1989 führten massive Demonstrationen der Neuruppiner zur Schließung des Flugplatzes. 1952 wird Neuruppin Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im Bezirk Potsdam, nach der Wende geht dieser Kreis in den Landkreis Neuruppin im Land Brandenburg über. Zur Zeit der DDR existiert der Großbetrieb Elektro-Physikalische Werke Neuruppin (EPW) als Produzent elektronischer Bauelemente. PersönlichkeitenSöhne und Töchter NeuruppinsNeuruppin ist die Geburtsstadt von:
EhrenbürgerNeuruppin hat die Ehrenbürgerschaft verliehen an:
aberkannte EhrenbürgerschaftNeuruppin hat die Ehrenbürgerschaft aberkannt von:
StadtältesteNeuruppin hat den Titel Stadtältester verliehen an:
Neuruppin in der Literatur
Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrNeuruppin ist mit der Bahn RE 6 im Stunden-Takt von Berlin-Spandau - Hennigsdorf zu erreichen. Über die Autobahn A 24 ist Neuruppin über die Abfahrten Neuruppin und Neuruppin Süd zu erreichen. In und um Neuruppin existiert ein Netz aus touristisch interessanten Radtouren. Öffentliche EinrichtungenNeuruppin ist Sitz der Kreisverwaltung des Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Bildungin Neuruppin ansässige Privatschulen
Staatliche Schulen
Kultur, SportNeuruppin ist neben zahlreichen anderen Brandenburger Städten Partnerstadt von Hertha BSC[8]. Weblinks Neuruppin
FußnotenSiehe auch: Tourismus in Brandenburg, Radrouten in Brandenburg Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
