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Neustadt-Glewe ist eine Stadt im Landkreis Ludwigslust im Südwesten des deutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist Sitz des Amtes Neustadt-Glewe, dem auch die Gemeinden Brenz und Blievenstorf angehören. GeografieGeografische LageDie Stadt liegt an der Elde, am Südrand der Lewitz, etwa 30 Kilometer südlich von Schwerin. OrtsteileZu Neustadt-Glewe gehören die Ortsteile Hohes Feld, Friedrichsmoor, Hohewisch, Klein Laasch, Kronskamp, Neuhof und Wabel. GeschichteIm Jahr 1248 wird die „Nova Civitas Chlewa” (Neue Stadt Glewe), welche ursprünglich aus einer slawischen Siedlung hervor geht, erstmals urkundlich in der Grafschaft Schwerin erwähnt. Durch die Lage zwischen Elde und einem Seitenarm dieses Flusses war die Errichtung einer Stadtbefestigung nicht notwendig. Die Burg, Sicherungs- und Wehranlage der Grafschaft und heute Wahrzeichen der Stadt, entstand Mitte des 13. Jahrhunderts. Durch Vorkommen von Raseneisenerzen spielte vom 16. bis ins 18. Jahrhundert die Eisenverhüttung eine wesentliche wirtschaftliche Rolle. Nach dem Bahnanschluss 1880 wuchs die Stadt über ihre mittelalterlichen Grenzen hinaus. Probebohrungen aus dem Jahr 1988 führten zur Nutzung des unterirdisch vorkommenden Thermalwassers. Bis 1994 wurde ein Geothermieheizwerk errichtet, welches ein Wohngebiet und das Lederwerk mit Fernwärme versorgt. 2003 ging hier das erste deutsche Erdwärmekraftwerk ans Netz. Denkmäler
Einwohnerentwicklung
PolitikStadtvertretungDie 19 Sitze der Stadtvertretung teilen sich wie folgt auf:
WappenBlasonierung: „In Rot das schwebende Brustbild eines Mannes in natürlicher Gesichtsfarbe mit silbernem Haar und Bart, am Hals ein blauer Gewandsaum, golden besäumt und mit fünf goldenen Röschen belegt, beseitet von zwei aufrechten goldenen Schlüsseln mit abgewendeten Bärten.” StädtepartnerschaftenNeustadt-Glewe ist Mitglied der internationalen Städtefreundschaft „Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa” mit 34 Mitgliedern aus fünf Staaten. Zudem unterhält der Ort eine Städtepartnerschaft mit Oststeinbek bei Hamburg. Sehenswürdigkeiten & KulturBauwerkeAlte BurgDas Mitte des 13. Jahrhunderts errichtete und zu den besterhaltenen Burgen Mecklenburgs zählende Bauwerk findet in Dokumenten aus dem Jahr 1331 erstmalige Erwähnung und diente der Sicherung der südwestlichen Grenze der Grafschaft Schwerin sowie der Kontrolle der Wege und der Furten der Elde und des nahe gelegenen Lewitzgebietes. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde das Bauwerk umstrukturiert. Bis in die 1920er Jahre wurde auf der Burg unterrichtet. Zu DDR-Zeiten befanden sich eine Jugendherberge und Wohnungen in ihr. Die Burg beherbergt heute ein Museum zur Burggeschichte.
Neues SchlossGanz in der Nähe der Burg befindet sich das Schloss. Es wurde nach über hundert Jahren Bauzeit im Jahr 1720 fertiggestellt, ruht auf hunderten von Eichenpfählen und diente dem späteren Herzog Christian Ludwig II. von 1725 bis 1735 als Wohnsitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es eine Notunterkunft für Flüchtlinge und später eine Schule. Zu DDR-Zeiten befanden sich im Schloss eine Bibliothek und eine Mittagsküche für Werktätige und Schüler. Das Gebäude verfiel in dieser Zeit zusehends. Nach aufwändigen Sanierungsarbeiten sowohl an den Fundamenten, am Dach, an den Außenmauern als auch an den Innenräumen, beherbergt das Schloss heute ein Hotel und ein Feinschmeckerrestaurant. Bemerkenswert sind die Stuckdecken, die von polnischen Spezialisten saniert wurden. RathausDas 1805-1806 erbaute Fachwerkhaus wurde 1993-2000 saniert und besitzt einen Turm mit Turmuhr. Der dem Rathaus vorgelagerte und von Fachwerkbauten umrahmte, gepflasterte Platz dient u.a. Wochenmärkten. Kirche St. MarienDas gotische turmlose Bauwerk ist im 14. Jahrhundert entstanden, wurde mehrfach umgestaltet und erhielt 1746 eine prächtige Renaissancekanzel. Die Kirchenglocke befindet sich in einem Nebengebäude. Jagdschloss FriedrichsmoorDieser im gleichnamigen Ortsteil gelegene Fachwerkbau war ehemals Jagdsitz der Herzöge. Wiesenmeisterei TuckhudeDas im Ortsteil Tuckhude befindliche ehemalige Verwaltungsbehörde des herzoglichen Hofes für die Lewitz ist heute agrarhistorische Bildungsstätte mit Übernachtungsmöglichkeit. weitere Bauwerke
Natur
Neustädter SeeIm Nordwesten der Stadt befindet sich der Neustädter See. Die flachen sandigen Uferzonen sind bei Badegästen sehr beliebt. Neben einer offiziellen Badeanstalt mit Seebrücke gibt es noch wenige unbewachte Badestellen. In unmittelbarer Nähe des Sees befinden sich ein Campingplatz, Ferien- und Wochenendsiedlungen sowie einige gastronomische Einrichtungen.
SportDer SV Fortschritt Neustadt-Glewe e.V. ist in vielen Sportarten vertreten. Zur sportlichen Betätigung stehen direkt neben dem Lederwerk ein Stadion sowie in der Nähe der Realschule eine Sporthalle zur Verfügung. Auf dem Flugplatz im Südosten der Stadt wird unter anderem dem Sport- und Segelflug sowie dem Fallschirmspringen nachgegangen. Regelmäßige Veranstaltungen
Wirtschaft und InfrastrukturDie Wirtschaft und Beschäftigung betreffend hat Neustadt-Glewe wie viele Orte in den neuen Bundesländern die besten Zeiten hinter sich. Mit der Abwicklung großer Betriebe 1990-1992, wie dem Lederwerk oder dem Fernmeldewerk gingen der Stadt ca. 3500 Arbeitsplätze verloren. Nicht zu übersehen sind viele leerstehende Geschäfte in der Hauptverkehrsstraße. Heute ist die Stadt eher mittelständisch geprägt. Ansässige Unternehmen
VerkehrStraßenverbindungenNeustadt-Glewe ist durch die Bundesautobahn 24 (Hamburg - Berlin) sowie die durch die Stadt führende Bundesstraße 191 (Celle - Plau) verkehrsgünstig gelegen. Durch den geplanten Lückenschluss der A 14 wird südwestlich der Stadt ein weiterer Autobahnanschluss entstehen. EisenbahnverbindungenEine Nebenstrecke der Bahn führt durch Neustadt-Glewe, die durch die ODEG bedient wird. Über den nur 9 Kilometer entfernten Bahnhof Ludwigslust besteht Anschluss zu den Fernstrecken Berlin-Hamburg, Leipzig-Rostock sowie zur Nahverkehrsstrecke Wismar-Berlin. Zugverbindung Nahverkehr
WasserverbindungenDie Müritz-Elde-Wasserstraße wird heute vor allem von Hobbykapitänen genutzt. Direkt am Fuße der Burg befindet sich ein Bootsanleger mit 50 komplett ausgerüsteten Anlegeplätzen. Die Schleusenanlage in der Nähe des Schlosses überwindet einen Höhenunterschied von ca. 2,30 m. Öffentliche Einrichtungen
Bildung
PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
Quellen / Weblinks
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