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Neustrelitz ist die Kreisstadt des Landkreises Mecklenburg-Strelitz in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). GeografieNeustrelitz liegt inmitten der wald- und wasserreichen Mecklenburgischen Seenplatte am Zierker See, der über den Kammerkanal und den Woblitzsee mit der Oberen Havel-Wasserstraße verbunden ist. Innerhalb oder nahe der Stadt liegen mehrere größere und kleinere Seen (Glambecker See, Zierker See, Großer Fürstenseer See, Langer See, Krebssee und Domjüchsee). StadtgliederungNeben der Kernstadt gehören zum Stadtgebiet:
GeschichteAuf dem Gelände der Meierei Glienke (auch Glienecke oder Glieneke) ließ Herzog Adolf Friedrich III. ein einfaches Jagdhaus errichten. Als seine alte Residenz in Strelitz 1712 mit allen Wirtschaftsgebäuden abbrannte, wurde das Jagdhaus zu einem Schloss erweitert und eine neue Stadt in unmitelbarer Nachbarschaft gegründet. Als Name tauchte Neuenstrelitz bereits am 20. März 1732 in einer Quittung auf, die Julius Löwe einem Arbeiter ausstellte. [1] Mit einem herzoglichen Rescript vom 20. Mai 1733, das heute als Gründungsaufruf für Neustrelitz gilt, wurde die Verlegung verschiedener Hofbehörden hierher verfügt und allen Ansiedlungswilligen verschiedene Vergünstigungen wie eine zehnjährige Steuerfreiheit gewährt. Seither wurde die altmecklenburgische Landstadt Strelitz zur besseren Unterscheidung von Neu-Strelitz umgangssprachlich immer häufiger als Alt-Strelitz bezeichnet, ohne dass es jedoch zu einer offiziellen Umbenennung gekommen wäre. [2] Zunächst war Neustrelitz nur als Ortsteil der unweit südlich gelegenen altmecklenburgischen Landstadt Strelitz geplant. Ab der Jahrhundertmitte setzte die Entwicklung zur eingeschränkt selbständigen Residenzstadt ein, die als Kommune im politischen System des alten Mecklenburg bis zum Ende der Monarchie 1918 bedeutungslos blieb. Nach Eingemeindung der Stadt Strelitz 1931, die fortan den Stadtteilnamen Strelitz (Alt) führte, war Neustrelitz kurzzeitig kreisfrei. Neustrelitz gehörte neben Neubrandenburg, Rostock und Greifswald zu den Städten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern, in denen es 1933 Bücherverbrennungen gab; diese fand auf dem heutigen Buttelplatz statt. Am 29. April 1945 besetzte die Rote Armee Neustrelitz und blieb in mehreren Standorten verteilt bis zum Abzug der sowjetischen Truppen in der Garnison. Bei Kriegsende 1945 brannten das Residenzschloss, das Theater, ein Pavillon, das Alte Palais und das Kollegiengebäude unter ungeklärten Umständen ab. Seit 1952 war Neustrelitz Kreisstadt und Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises im neugebildeten Bezirk Neubrandenburg, welcher 1990 größtenteils im neukonstituierten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern aufging. Mit der Verwaltungsreform von 1994 wurde Neustrelitz wiederum Kreisstadt des neugebildeten Landkreises Mecklenburg-Strelitz, zu dem wesentliche Teile des einstigen mecklenburgischen Teilstaates gehören. Von 1951 bis 1975 war Neustrelitz Sitz der Bezirksleitungen der Parteien und Massenorganisationen, der Bezirksredaktion der Tageszeitung „Freie Erde” sowie der Druckerei „Erich Weinert” und auch der Bezirksredaktion der Tageszeitung „Der Demokrat”, die dann alle fast zeitgleich in die Bezirksstadt Neubrandenburg verlegt wurden. Der Neubau einer Siedlung abseits der Stadt, der erst 1989 seinen Abschluss fand, schuf für Tausende neuen Wohnraum. Da etwa hier vordem nur brachliegende Flächen mit unregelmäßig vorhandenen Kiefernbeständen die Landschaft prägten, nannte man dies Neubaugebiet Kiefernheide. Seit der Wende im Herbst 1989 nahm die Bevölkerung um etwa 5000 Einwohner ab – das sind etwa 20 Prozent der vormaligen Einwohnerzahl. Ab 1990 wurden zahlreiche Neustrelitzer Betriebe und Einrichtungen geschlossen, wie die Poliklinik, Elektroanlagenbau (EAB), Eisengießerei, Landtechnischer Anlagenbau (LTA), Maschinenfabrik Rogge, oder sie wurden in der Größe und Mitarbeiterzahl stark verkleinert wie das Bahnbetriebswerk von 1500 auf 70 Mitarbeiter. Einige Schulen mussten wegen Schülerrückgang geschlossen werden und wurden abgerissen wie die ehemalige Oberschule VII (Jahwaharlal-Nehru-Oberschule) und die Schule der sowjetischen Garnison. Nach 1990 wurde verstärkt die Sanierung der Innenstadt in Angriff genommen. Eine zunehmende Rolle im wirtschaftlichen Leben der Stadt spielt der Tourismus. PolitikPartnerstädte
WappenBlasonierung: In gespaltenem Schild vorn in Rot ein aus einer silbernen Wolke am Spalt wachsender silberner Arm mit Ärmel, an dessen Saum eine fliegende Schleife, in der Hand ein goldener diamantenbesetzter Ring; hinten in Gold ein hersehender schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem Maul, silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge, abgerissenem Halsfell, dessen Randung bogenförmig ausgeschnitten ist und sieben Spitzen zeigt und mit silbernen Hörnern, auf der Stirn eine goldene Fürstenkrone, von der fünf mit Blattornamenten und Perlen abwechselnd besteckte Zinken sichtbar sind. Kultur und Sehenswürdigkeiten
MarktplatzNeustrelitz wurde als barocke Residenzstadt um einen quadratischen Marktplatz angelegt. Von diesem führen sternförmig acht gerade Straßen in die Haupthimmelsrichtungen ab. Im Jahr 1866 wurde das Rondell in der Mitte des Platzes angelegt und ein Denkmal für den Großherzog Georg errichtet. Das Denkmal wurde 1956 abgebaut und deponiert. Erst 1989 konnte es auf dem Wilhelm-Buttel-Platz neu aufgestellt werden. Der alte Standort auf dem Markt wurde für ein Ehrenmal für die gefallenen der Sowjetischen Armee genutzt, welches Mitte der 1990er wieder entfernt wurde. Die Stadtkirche am Markt entstand als Saalbau zwischen 1768 und 1778 und besitzt den dritthöchsten Kirchtum in Mecklenburg-Vorpommern, welcher erst 1831 nach Pänen des Architekten Friedrich Wilhelm Buttel vollendet wurde. Das Rathaus, ebenfalls ein Werk Buttels, entstand nach dem Bau eines Seitenflügels 1836 erst in den folgenden Jahren mit Unterbrechungen in spätklassizistischen, an den Tudorstil angelehnten Formen und wurde 1843 beendet. SchlossbezirkDas ehemalige Residenzschloss von Neustrelitz existiert seit 1945 nicht mehr. Die Konturen des einstigen Baus auf dem Schloßberg am Rande des Stadtzentrums wurden vor einigen Jahren markiert. Östlich des früheren Schlossbezirks findet sich die Schlosskirche, welche von 1855 bis 1859 nach Plänen von Friedrich Wilhelm Buttel entstand. Der kreuzförmige Backsteinbau, einschiffig ausgeführt im Stil der Neogotik, wurde um 1970 von der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchgemeinde aufgegeben und bietet nach einer grundlegenden Sanierung seit 2001 Raum für Ausstellungen. Die hölzerne Decke und die Empore ergeben einen besonderen Rahmen. Von der Inneneinrichtung sind Reste der Grüneberg-Orgel aus dem Jahr 1859 vorhanden. Bemerkenswert sind die vier Figuren am Portal, die von Albert Wolff für diese Kirche geschaffen wurden. Die Orangerie, am östlichen Rand des Schlossparks gelegen, wurde 1755 als eingeschossiger Bau errichtet und von 1840 bis 1842 zum Gartensalon ausgebaut. Das Gebäude dient heute als Konzertsaal und Restaurant. Dort ist ein Modell des ehemaliges Schlosses ausgestellt. Der angrenzende barocke Stadtpark mit Luisentempel und Hebetempel und seinen verschiedenen Statuen und Büsten ist ebenfalls sehenswert. Innerhalb des Schlossparks befindet sich auch ein Tierpark. Weiterhin erhalten sind verschiedene, zum Schloss gehörende Gebäude wie der Marstall (Reitstall) (Entwurf von Buttel, vollendet von Baurat Richard) und das Carolinenstift (Krankenhaus als Stiftung der Herzogin Caroline 1860 erbaut), das Marienpalais (ehemaliger Wohnsitz der Großherzogin-Witwe Marie, ab April 1950 Erweiterte Oberschule EOS Clara Zetkin) und das Carolinenpalais (1850 von Buttel im Tudorstil erbaut, gewidmet der Herzogin Caroline). Unweit des Friedrich-Wolf-Theaters befindet sich der Hobesche Saal (auch „weißes Herrenhaus” genannt, 1740 erbaut), in dessen Saal das Standesamt untergebracht ist. Südöstlich des Schlosses wurde 1721 ein Tiergarten angelegt. Der damalige Eingang führte durch das Hirschportal, das 1824 bis 1826 entstand und heute noch zu besichtigen ist. TheaterWo heute das Friedrich-Wolf-Theater steht, befand sich seit 1755 ein Reithaus, erbaut von Martin Seydel, das 1775 zum „Komödien- und Redoutenhaus” umfunktioniert wurde und seit 1779 die Bezeichnung „Mecklenburgisch-Strelitzsches Hoftheater” trug. Es wurde von 1785 bis 1924 als Theater genutzt. Dann brannte das Gebäude ab und nach Plänen des Münchners Max Littmann wurde von 1925 bis 1928 ein neues errichtet. Am 1. September 1944 stellte es den Betrieb ein. Nach der Zerstörung 1945 wurde es wieder aufgebaut und dabei umgestaltet (1954 wiedereröffnet). Vor dem Theater befindet sich eine Bronzeplastik zur Ehren Friedrich Wolfs. HafengebietDer Hafen am Zierker See wurde zwischen 1841 und 1846 angelegt. Die ersten Speichergebäude kamen 1842 und 1846, erbaut durch den Kornhändler Stüver und durch den Kaufmann Behn, dazu. Den dritten Speicher ließ Bentzien erbauen. Sie wurden zum Teil nach 1990 zu Wohnhäusern umgebaut. Auf dem Wasserweg wurde von hier aus vorwiegend Getreide und Holz transportiert. Ein Gleisanschluss an die Bahnstrecke Berlin - Stralsund verhalf dem Hafen zu erneutem Aufschwung. Nach einigen Jahren des Erliegens aller Verladetätigkeiten wurden um 1995 neue Anlagen erstellt. Der Hafen bietet nach dem Umbau Liegeplätze für Boote und eine gut ausgerüstete Anlegestelle für Ausflugsschiffe. Neben der ehemaligen Dampferanlagestelle findet sich an der Weißen Brücke der Chinesische Pavillon, der 1821 als Wäschespülhaus für den Herzog errichtet wurde. Satelliten-Boden-StationAm Rande von Neustrelitz – bei der Kalkhorst – befindet sich seit Jahrzehnten eine Satelliten-Boden-Station. Sie wird heute vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) genutzt. Gedenkstätten, Kunst-Denkmäler und GedenktafelnIm Schlosspark:
An der Orangerie:
Am Friedrich-Wilhelm-Buttel-Platz:
Am Eingang zum Wildpark:
Im Stadtgebiet:
Sonstiges
Wirtschaft und InfrastrukturNeben dem Binnenhafen, der Landwirtschaft und der wachsenden Tourismusbranche sind in Neustrelitz Fabriken des Maschinen- und Anlagenbaus ansässig. Die Ostmecklenburgische Bahnwerk GmbH betreibt hier ein Instandhaltungswerk für Eisenbahnfahrzeuge. VerkehrsanbindungNeustrelitz bildet für den Eisenbahn-, Strassen- und Binnenschiffverkehr einen wichtigen Knotenpunkt im südlichen Mecklenburg-Vorpommern:
Bildung und Forschung
Öffentliche Einrichtungen
Im ehemaligen Kühlhaus sind ein Kino und eine Discothek, das DiFa-Palace untergebracht. Es ist die größte Diskothek Mecklenburg-Vorpommerns. Vereine und OrganisationenSportvereine
PersönlichkeitenEhrenbürger
Söhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Sonstiges
Literatur und Quellen
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