Oebisfelde in Sachsen-Anhalt


Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Ohrekreis
Verwaltungsge-
meinschaft:
Oebisfelde-Calvörde
Koordinaten: 52° 26′ N, 10° 59′ O
Höhe: 68 m ü. NN
Fläche: 95,60 km²
Einwohner: 7377
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 39646, 39359
Vorwahl: 039002
Kfz-Kennzeichen: OK
Gemeindeschlüssel: 15 3 62 073
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lange Str. 12
39646 Oebisfelde
Webpräsenz: www.oebisfelde.info
Bürgermeister: Dr. H.-J. Giffey

Oebisfelde ist eine Stadt im Ohrekreis in Sachsen-Anhalt. Sie liegt an der B 188 sowie unmittelbar an der hier von der Aller gebildeten Landesgrenze zu Niedersachsen. Die Stadt Oebisfelde ist Mitgliedsgemeinde und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Oebisfelde-Calvörde.

Geographie

Oebisfelde liegt in der Übergangszone von der Altmark zur Magdeburger Börde, an der Grenze zu Niedersachsen am Fluss Aller. Östlich und nördlich von Oebisfelde befindet sich der Naturpark Drömling.

Stadtgliederung

Oebisfelde gliedert sich in die neun Stadtteile Kernstadt, Bergfriede, Breitenrode, Buchhorst, Gehrendorf, Lockstedt, Niendorf, Wassensdorf und Weddendorf.

Geschichte

Oebisfelde wird zwischen 1014 bis 1073 als Ysfelde erstmals urkundlich genannt. Zu dieser Zeit handelte es sich noch um ein Dorf. 1226 wird von einem Wolbertus de Ousfelde berichtet, 1263 ist die Rede von einem castrum (Burg). In dieser Zeit wird auch die planmäßige Stadtanlage vermutet.

Später hatte die Stadt unter kriegerischen Ereignissen zu leiden, 1547 wurde sie im Schmalkaldischen Krieg mehrfach verwüstet, während des Dreißigjährigen Krieges zogen sich die Bewohner häufig auf verborgene Horste ins Drömlings-Dickicht zurück.

Mit dem Aufkommen der Eisenbahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bedeutung Oebisfeldes, da es zum Bahnknotenpunkt wurde. Bis 1945 gab es vom Bahnhof Oebisfelde aus sieben Richtungen, in die Züge fuhren: die Lehrter Bahn nach Wolfsburg–Hannover, Wittingen, Salzwedel, die Lehrter Bahn nach Stendal–Berlin, (Neu-)Haldensleben–Magdeburg, Weferlingen sowie Schandelah–Braunschweig. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurden drei der vier grenzüberschreitenden Strecken stillgelegt. Die Lehrter Bahn Richtung Westen blieb für Interzonenzüge geöffnet, und Oebisfelde wurde zum Grenzbahnhof mit umfangreichem Personal. Seit September 2002 ist darüber hinaus die Strecke nach Salzwedel stillgelegt, so dass noch drei Strecken von Oebisfelde ausgehen. Die Züge der Schnellfahrstrecke Hannover-Berlin passieren Oebisfelde mit hoher Geschwindigkeit, das Empfangsgebäude des Bahnhofs ist geschlossen.

Oebisfelde gehört heute zum Ohrekreis, während es Jahrhunderte lang als Teil der Altmark galt. Mit der Auflösung des Kreises Klötze Mitte der 1990er Jahre wäre Oebisfelde Teil des Altmarkkreises Salzwedel geworden. Der Stadtrat entschied jedoch, dass Oebisfelde in den Ohrekreis, dessen Kreisstadt Haldensleben näher an Oebisfelde liegt, eingegliedert werden sollte.

Politik

Der Rat der Stadt Oebisfelde umfasst folgende Fraktionen:

  • CDU: 6 Mitglieder
  • UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft): 6 Mitglieder
  • SPD: 4 Mitglieder
  • Die Linkspartei.: 4 Mitglieder

Wappen

Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden ein natürliches Käuzchen mit um die Brust gehängtem goldenem Schild, darin zwei schwarze Rauten balkenweise.”

Das Wappen wurde im Zusammenhang mit der Stadterhebung durch den Grundherrn Gunter von Oberg verliehen. Das Käuzchen galt als Symbol der Wachsamkeit, der Brustschild mit den Rauten ist das Familienwappen der Obergs.

Städtepartnerschaften

  • Lidzbark (Lautenburg), Polen

Sehenswürdigkeiten

  • Innenstadt mit Roland
  • Burg Oebisfelde (Sumpfburg)
  • Naturpark Drömling

Sport/Freizeit

  • Vereine
    • Handball
      • SV Oebisfelde Sparte Handball
    • Reitsport
      • Reit- und Fahrverein Breitenrode
    • Computer
      • P-LAN@ (www.p-lanet.de)

Religion

Folgende Religionsgemeinschaften sind in Oebisfelde vertreten:

  • Evangelische Kirchengemeinde
  • Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten)
  • Neuapostolische Kirchengemeinde

Sonstiges

Einstige Sendeanlage für Kurzwelle

Im Sommer 1938 wurde in der Nähe von Oebisfelde mit dem Aufbau einer Sendeanlage für Kurzwellenrundfunk begonnen, die 1942 in Betrieb ging. Die Sendegeräte waren in verbunkerten Bauten untergebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Anlagen von den Sowjets demontiert und die Sendegebäude gesprengt. Heute sind von der Anlage nur noch die Brunnenanlagen für die Gewinnung des Kühlwassers für die Wasserkühlung der Sender, das Pumpenhaus und das Postdienstwohnhaus erhalten. Auch das Umspannwerk für die Stromübergabe zur Versorgung der Station ist noch teilweise in Betrieb.

Von den anderen Anlagenbestandteilen existieren nur noch einige überwachsene Trümmer.

Literatur

  • Friedrich-Karl Sonntag, Horst Schröder: OEBISFELDE - Eine Chronik, Oebisfelde 2000
  • Theodor Müller: Geschichte der Stadt und des Amts Oebisfelde nebst Urkundensammlung, Oebisfelde 1914



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Informationsportal über Oebisfelde in Sachsen-Anhalt - 25.5.2012