Oerlinghausen in Nordrhein-Westfalen


Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Lippe
Koordinaten: 51° 58′ N, 8° 40′ O
Höhe: 214 m ü. NN
Fläche: 32,7 km²
Einwohner: 17.443 (31. Dez. 2004)
Bevölkerungsdichte: 533 Einwohner je km²
Postleitzahl: 33813
Vorwahl: 05202
Kfz-Kennzeichen: LIP
Gemeindeschlüssel: 05 7 66 056
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
33813 Oerlinghausen
Webpräsenz: www.oerlinghausen.de
Bürgermeisterin: Dr. Ursula Herbort (Parteilos)
Lage der Stadt Oerlinghausen im Kreis Lippe

Oerlinghausen ist eine Bergstadt im Kreis Lippe in der Nähe von Bielefeld in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt Oerlinghausen liegt im Teutoburger Wald, etwa in der Mitte zwischen Bielefeld und Detmold. Die Kernstadt ist überwiegend am Nordhang des Tönsberges gelegen, ebenso der Ortsteil Währentrup. Die Ortsteile Südstadt und Lipperreihe liegen in der Ebene südlich des Teutoburger Waldes, der Ortsteil Helpup nördlich davon.

Nachbargemeinden

Oerlinghausen grenzt westlich an die Bielefelder Stadtteile Sennestadt und Stieghorst, nördlich an die Gemeinde Leopoldshöhe, östlich an die Stadt Lage, südlich an die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock und südöstlich an die Gemeinde Augustdorf.

Stadtgliederung

Folgende Ortschaften liegen in der Stadt.

  • Oerlinghausen
  • Lipperreihe
  • Helpup, mit den Ortschaften
    • Währentrup
    • Mackenbruch
    • Wellentrup

Eingemeindungen

Zum 01. Januar 1969 wurden die Gemeinden Lipperreihe und Helpup zu Oerlinghausen eingemeindet. Während dieser Schritt in Helpup durchaus auf Akzeptanz stieß, gab es in Lipperreihe erheblichen Widerstand. In einer dort durchgeführten Abstimmung sprachen sich über 90% der Bevölkerung gegen die geplante Angliederung aus. Letztlich klagte Lipperreihe gegen die Eingemeindung bis zu dem Verfassungsgerichtshof in Münster; dabei war das Ziel eine eigenständige Gemeinde mit Sennestadt, welche ihrerseits gegen die Eingemeindung nach Bielefeld klagte. Als Gutachter für Lipperreihe fungierte in dem Rechtsstreit Hans Bernhard Reichow. Unter anderem auch aufgrund der Lippischen Punktationen wurde die Klage verloren.

Politik

Stadtrat

  • CDU 10 Sitze
  • SPD 11 Sitze
  • Grüne 4 Sitze
  • FDP 4 Sitze
  • FW 3 Sitze

(Stand: November 2006)

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot ein silbernes (weißes) Segelflugzeug. Im Schildfuß ein goldener (gelber) Dreiberg, belegt mit einer roten fünfblättrigen Rose mit goldenem (gelbem) Butzen und goldenen (gelben) Kelchblättern.

Städtepartnerschaften

Eine Partnerstadt von Oerlinghausen ist

  • Villers-lès-Nancy (Frankreich, seit 1988).

Außerdem werden Städtefreundschaften gepflegt mit:

  • Augustusburg (Sachsen, seit 1990)
  • Osterburg (Sachsen-Anhalt, seit 1991).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bekannt ist die Stadt unter anderem durch das Archäologische Freilichtmuseum und den größten Segelflugplatz Europas.

Bauwerke

  • Die ev.-ref. Pfarrkirche (auch Alexanderkirche genannt, da die älteste Glocke - aus Bronze - Alexander heißt) ist eine dreijochige Hallenkirche mit 5/8-Schluss. Der heutige Bau entstand zwischen 1511 und 1514 nach einem größeren Brandschaden. Vom Vorgängerbau aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden die Seitenschiffsmauern und der untere Teil des Westturmes übernommen. Bedeutendstes Austattungsstück ist der Orgelprospekt von 1688.
  • Synagoge, Tönsbergstr. 4. Schlichter, durch kräftige Lisenen gegliederter Bruchsteinbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er wird seit 1979 vom Kunstverein Oerlinghausen e.V. genutzt. Das ehemalige Bethaus ist eine der wenigen alten Synagogen im Gebiet Westfalen-Lippe, die weitgehend originalgetreu erhalten geblieben sind (siehe auch: Alte Synagogen in Nordrhein-Westfalen).
  • Tönskapelle (sogenannte „Hünenkapelle”). Von der mittelalterlichen Saalkirche, die innerhalb einer vorgeschichtlichen Ringwallanlage liegt, sind nur die Umfassungsmauern erhalten.
  • Villa, Detmolder Str. 20. 1913/14 nach einem Grundkonzept von Hermann Muthesius errichtet. An der Schlussplanung war der Frankfurter Architekt H.A.E. Kopf beteiligt. Der zweigeschossige Bau wird außen durch abgetreppte Lisenen mit Mosaikverblendungen gegliedert.
  • Der ehemalige jüdische Friedhof wurde seit dem Ende des 17. Jahrhunderts von der jüdischen Gemeinde als Begräbnisstätte genutzt. Hier befinden sich noch zahlreiche ältere Grabsteine.

Museen

  • Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen mit rekonstruierten Häusern aus der Steinzeit bis ins Frühe Mittelalter. Das Museum ist klein, ein Besuch lohnt jedoch. Neben Führungen wird auch ein museumspädagogisches Programm, wie der Wikingertag oder Handwerkskurse angeboten.

Infrastruktur und Wirtschaft

Schulen

  • Heinz Sielmann Schule Haupt-Real-Schule (Verbundschule)
  • Fröbelschule Oerlinghausen
  • Niklas Luhmann Gymnasium

Verkehr

Luftverkehr

Oerlinghausen besitzt einen Segelflugplatz mit regem Motor- und Segelflugbetrieb und einer Segelflugschule. Der Segelflugplatz ist der größte Europas.

Schienen- und Busverkehr

Der Bahnhof Oerlinghausen in Leopoldshöhe-Asemissen liegt an der Begatalbahn (KBS 404), auf der im Schienenpersonennahverkehr

  • der RegionalExpress (RE 82) „Der Leineweber” Bielefeld–Lage (Lippe)–Detmold–Altenbeken und
  • der RegionalBahn (RB 73) „Der Lipperländer” Bielefeld–Lage (Lippe)–Lemgo

verkehren.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr für den Leineweber von der NordWestBahn und für den Lipperländer von der Eurobahn, die jeweils Diesel-Triebwagen mit Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzen.

Im Straßenpersonennahverkehr bestehen direkte Busverbindungen nach Bielefeld, Lage (Lippe) und Bad Salzuflen. Eine Stadtbuslinie verbindet die Südstadt (Segelflugplatz) mit dem Bahnhof in Asemissen.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes OstWestfalenLippe (Der Sechser) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen

Oerlinghausen liegt verkehrsmäßig recht günstig an den Autobahnen A 2 und A 33.

Kliniken

In Oerlinghausen befindet sich die "Klinik am Hellweg", ein Fachkrankenhaus zur Rehabilitation suchtkranker Männer. Dort stehen 120 Therapieplätze vorwiegend zur Behandlung von Alkohol- bzw. Medikamentenabhängigkeiten zur Verfügung. Die Klinik gehört zum Verbund des Evangelischen Johanneswerkes in Bielefeld.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Persönlichkeiten wurden in Oerlinghausen geboren:

  • Marianne Weber (1870 - 1954), Frauenrechtlerin und Rechtshistorikerin, auch als Biographin ihres Mannes Max Weber bekannt
  • Carl Bobe (1874 - 1947), Erfinder des Postleitzahlsystems, Dadaist, "Weltreformator"
  • Berthold Müller-Oerlinghausen (1893 - 1979), Bildhauer
  • Roland Ploeger (1928 - 2004), Komponist, Organist und Musik-Professor

Weitere Persönlichkeiten

Folgende Persönlichkeiten stammen nicht gebürtig aus Oerlinghausen, wirk(t)en aber hier:

  • Niklas Luhmann (1927 - 1998), Soziologe
  • Richard Grathoff (1934 - ), Soziologe
  • Walter Trockel (1944 - ), Mathematischer Wirtschaftstheoretiker

Literatur

  • Uwe Gartenschlaeger, Jürgen Hartmann, Hans-Christoph Seidel: Eine rote Festung wird erobert - Der Nationalsozialismus in Oerlinghausen, 207 Seiten, Oerlinghausen 1986.
  • Manfred Hellmann: Max und Marianne Weber in Oerlinghausen. "Diese Landschaft ist doch von ganz unglaublicher Schönheit"; in: Der Minden-Ravensberger, 68. Jahrgang, 1996, S. 102-104.
  • Werner Höltke: Die "Tweten". Verträumte Stiegen und Gassen in Oerlinghausen., ISBN 3-9803990-3-6, 64 Seiten, Verlag Thomas P. Kieper, Bielefeld 2002.
  • Stadt Oerlinghausen: Oerlinghausen - Geschichte und Geschichten, 223 Seiten, Oerlinghausen 1984.
  • Michael Brocke, Aubrey Pomerance: Der jüdische Friedhof in Oerlinghausen. Eine bildlich-textliche Dokumentation, ISBN 3927085693, 1994
  • Karl Henke, Katharina Sitnikov-Peters : Ver- Gegenwärtigung. Der Ikonenkreuzweg in Oerlinghausen., ISBN 3870887311, Juli 2001



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Informationsportal über Oerlinghausen in Nordrhein-Westfalen - 25.5.2012