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Ohrdruf ist eine Kleinstadt im thüringischen Landkreis Gotha. Sie liegt auf 375 m ü. NN (Rathaus) am Nordrand des Thüringer Waldes in der Mitte der Ohrdrufer Platte. Die Stadt ist vor allem als Wohnort Johann Sebastian Bachs bekannt. Außerdem liegt bei ihr der größte Truppenübungsplatz Thüringens. Sehenswert sind einige historische Gebäude der Altstadt wie z.B. das Schloss Ehrenstein. Ohrdruf ist erfüllende Gemeinde für die umliegenden Orte Luisenthal, Wölfis, Crawinkel und Gräfenhain sowie Zentrum des südlichen Teils des Landkreises Gotha. GeografieOhrdruf liegt auf der sogenannten Ohrdrufer Platte, einer Kalksteinformation, die sich nördlich an den Thüringer Wald anschließt. Die Umgebung Ohrdrufs ist nahezu völlig flach, die Berge des Thüringer Waldes beginnen etwa zwei Kilometer südlich der Stadt jedoch sehr „plötzlich”. Die sonst vorhandene Übergangszone aus Hügeln zwischen Flachland und Thüringer Wald fehlt hier. Ohrdruf liegt an der Ohra, einem Nebenfluss der Gera von dem sich auch der Name ableitet. „Ohr” kommt von Ohra, „druf” bedeutet im Thüringer Dialekt soviel wie „auf”. Auf der Ohra - Ohrdruf. Geschichte723 und 724 begann in Ohrdruf Bonifatius mit der Gründung der Zelle St. Michael seine Mission in Thüringen. Die Zelle gehörte um 800 dem Kloster Hersfeld. Im 10. Jh. war Ohrdruf mit seinem Petristift Aufenthaltsort von Kaiser Otto I.. Aus dem Besitz der Grafen von Käfernburg-Schwarzburg gelangte Ohrdruf 1342 an die Grafen von Gleichen, stand seit dem Spätmittelalter aber unter der Lehns- und Landesherrschaft der Wettiner. 1344 wurde das Chorherrenstift nach Gotha verlegt. 1348 wurden Ohrdruf die Stadtrechte verliehen. Seit 1356 wurde Ohrdruf von Ratsmeistern verwaltet. Von 1463 bis zur Reformation gab es ein Karmeliterkloster. 1599 verlegten die Grafen von Gleichen ihre Residenz nach Ohrdruf in das neuerbaute Schloss Ehrenstein, gleichzeitig wurde die Stadt ummauert und ein Gymnasium eröffnet. Als die Grafen von Gleichen 1631 ausstarben, fiel die Stadt und sechs Dörfer, meist in ihrer Umgebung, als Obergrafschaft Gleichen in Folge eines Erbvertrags an die Linie Neuenstein der Grafen von Hohenlohe. Sie unterhielten in Ohrdruf bis 1848 eine Kanzlei und Konsistorium. Die Landeshoheit blieb zunächst gemeinschaftlicher Besitz der Herzöge des Gesamthauses Sachsen-Weimar, gelangte aber 1657 in den alleinigen Besitz der Linie Sachsen-Gotha. Die Bewohner lebten von von Landwirtschaft, Wollweberei, Frachtfuhren, Holz- und Getreidehandel. Zwei Kupferhämmer stammten aus dem 15. und 17. Jahrhundert, ein Eisenwerk erzeugte Sicheln und Krauthobel, es gab zwei Papiermühlen und viele Peitschenstielmacher in einer eigenen Innung. Seit 1837 entstanden Fabriken für Porzellan, Spielwaren, Knöpfe, Lederwaren und Glasinstrumente. Seit 1876 besitzt die Stadt eine Bahnverbindung nach Gotha, seit 1892 nach Gräfenroda. Bis 1918 gehörte Ohrdruf zum Herzogtum Sachsen-Gotha - bis 1826 Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg, anschließend Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, von 1918 - nach dem Ende der Monarchie - bis 1922 zum Freistaat bzw. Gebiet Gotha. Nach Abtretung der Patrimonialgerichtsbarkeit durch die Grafen von Hohenlohe 1848 wurde der Kanzleibezirk Ohrdruf der Obergrafschaft Gleichen aufgehoben und für dessen um Ohrdruf gelegenen Orte das staatliche Justizamt Ohrdruf gebildet. Dessen Verwaltungsbefugnisse gingen 1858 im Zuge der im Herzogtum Gotha durchgeführten Verwaltungsreform an das neugegründete Landratsamt Ohrdruf über, welches bis 1922 bestand. Das Landratsamt Ohrdruf war verhältnismäßig groß und erreichte die Dimensionen eines heutigen Landkreises. Es erstreckte sich von Wechmar im Norden bis nach Zella-Mehlis und Manebach im Süden und von Tambach-Dietharz im Westen bis nach Gossel im Osten. Mit dem thüringischen Kreiseinteilungsgesetz von 1922 wurde der überwiegende Teil des Landratsamtsbezirks dem Landkreis Gotha, der östliche Teil dagegen dem Landkreis Arnstadt zugeordnet. Zella-Mehlis im Süden wurde kreisfrei. Angrenzende Staaten am Amtsgebiet waren: (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden) Landratsamt Gotha - Preußen (Mühlberg-Landratsamt Erfurt, ab 1932 Landratsamt Weißensee) - Schwarzburg-Sondershausen (Amt Arnstadt) - Schwarzburg-Rudolstadt (Angelroda) - Schwarzburg-Sondershausen (Enklave Geschwenda) - Sachsen-Weimar-Eisenach (Amt Ilmenau) - Preußen (Landkreis Schleusingen) - Hessen-Kassel (Herrschaft Schmalkalden) - Landratsamt Waltershausen Seit 1871 wurde ein Gebiet zwischen Ohrdruf, Jonastal und Bittstädt bereits als Manövergelände genutzt, sodass 1906 die Einrichtung eines offiziellen Truppenübungsplatzes vom Reichstag beschlossen und ab 1908 mit dem Ausbau des Geländes begonnen wurde. Der Platz ist mittlerweile im Besitz der Bundeswehr. Siehe auch: Truppenübungsplatz/Kriegsgefangenlager Ohrdruf WappenBlasonierung: „Der Erzengel Michael als Kniefigur in Silber auf blauem Grund mit erhobenem Schwert in der rechten und einer Waage in der linken Hand. Waage, Schwert und Gürtel sind goldfarben.” Siegel mit der Figur des Erzengels Michael als Seelenwäger erscheinen erst nach der Einführung der Reformation. Das Wappenbild erinnert an den Ursprung des Ortes als Einsiedelei St. Michael. Entwicklung der Einwohnerzahl:
PolitikOhrdruf ist erfüllende Gemeinde für die umliegenden Orte Crawinkel, Wölfis, Luisenthal und Gräfenhain. StadtratBei der Kommunalwahl vom 27. Juni 2004 hat die WfO (Wählergemeinschaft für Ohrdruf) mit acht Sitzen die meisten Mandate erhalten. Der Stadtrat setzt sich wie folgt zusammen:
Die Wahlbeteiligung lag bei 42,1 %. StädtepartnerschaftenOhrdruf unterhält eine Städtepartnerschaft mit dem hessischen Wolfhagen. Kultur und SehenswürdigkeitenIn Ohrdruf befindet sich das Schloss Ehrenstein aus den Jahren 1550 bis 1590. Der Renaissancebau war einst Residenz der Grafen von Gleichen. Südlich der Stadt liegt das technische Museum Tobiashammer. BildungIn Ohrdruf gibt es vier Schulen:
Wirtschaft und InfrastrukturSeit 2002 ist der Zwiebackhersteller Brandt in Ohrdruf angesiedelt, wo große Teile der Produktion erfolgen. Außerdem gibt es in Ohrdruf ein Warenverteilungszentrum des Otto-Versands sowie eine Fabrik des Süßwarenherstellers Storck. VerkehrOhrdruf liegt am Schnittpunkt der B88 Ilmenau - Eisenach und der B247 Gotha - Suhl. Die nächsten Autobahnen sind die etwa zwölf Kilometer nördlich verlaufende A4 mit der Anschlussstelle Gotha und die südöstlich verlaufende Bundesautobahn A 71, Anschlussstelle Gräfenroda Im Jahr 1876 erhielt die damals 5.000 Einwohner zählende Stadt einen Bahnanschluss an der Ohratalbahn, deren betrieblicher Mittelpunkt sie immer war und ist. Persönlichkeiten
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