
|
Olching ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck und liegt etwa 20 Kilometer westlich von München. Die Gemeinde Olching entstand 1978 als Verwaltungseinheit, in der die bis dahin selbständigen Gemeinden Olching, Esting und Geiselbullach zusammengefasst wurden. Mit einer Einwohnerzahl von knapp 25.000 gilt Olching als bevölkerungsreichste Gemeinde Bayerns, die weder Stadt- noch Marktrecht besitzt. GeografieGeographische LageDas Gebiet der Gemeinde Olching liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Dachau und Fürstenfeldbruck und erstreckt sich auf beiden Seiten der Amper. NachbargemeindenOlching grenzt im Westen an das Gemeindegebiet von Maisach, im Norden an Bergkirchen (Landkreis Dachau), im Osten an das Stadtgebiet von München, im Südosten an die Gemeinde Gröbenzell, im Süden an Puchheim und Eichenau und im Südwesten an Emmering und Fürstenfeldbruck. Ortsgliederung1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Olching, Esting und Geiselbullach zu einer Verwaltungseinheit zusammengefasst. Heute besteht Olching aus den Ortsteilen Olching, Geiselbullach, Graßlfing und Esting. Der Ortsteil Esting untergliedert sich wiederum in (Alt-)Esting und Neu-Esting. AusdehnungDie Gesamtfläche der Gemeinde Olching beträgt 2.990,5 ha. Hiervon entfallen 1960 ha auf landwirtschaftliche Nutzflächen, 303 ha auf Gebäude und zugehörige Freiflächen, 224 ha auf Verkehrsflächen, 193 ha auf Waldflächen, 103 ha auf Wasserflächen, 35 ha auf Erholungsflächen, 23 ha auf Betriebsflächen und 151 ha auf Flächen anderer Nutzung. In der Gemeinde Olching gibt es das Landschaftsschutzgebiet "Untere Amper" (ca. 553 ha davon 316 ha auf dem Gebiet der Gemeinde Olching) sowie das Landschaftsschutzgebiet "Graßlfinger Moos und Olchinger See" (ca. 590 ha). KlimaOlching liegt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen kontinentalen Klima. Weitere wesentliche wetterbestimmende Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als regionale Wetterscheide. Aufgrund dieser Konstellation ist das Wetter relativ wechselhaft. Der Föhn bringt das ganze Jahr hindurch aus südlicher Richtung immer wieder warme und trockene Luftströmungen nach Olching. Damit verbunden ist eine sehr gute Fernsicht - und insbesondere auch der berühmte bayerisch-blaue Himmel - so dass auch die Bayerischen Alpen sehr deutlich zu sehen sind. Bei einigen Menschen löst der Föhn Kopfschmerzen und/oder Kreislaufprobleme aus. WappenDas Wappen der Gemeinde Olching stammt aus dem Jahr 1951. Der geschwungene blaue Balken im unteren Teil symbolisiert den Fluss Amper, welcher durch Olching fließt und eine große Bedeutung für Olching hat. Das Schilfrohr in der Mitte soll daran erinnern, dass Olching früher eine Sumpfgegend war. Der Weizen steht für die Landwirtschaft auf dem kultivierten Land. Der obere Teil zeigt das Rautenwappen Bayerns. GeschichteOlching (wie auch Esting und Graßlfing) ist eine alte bajuwarische Ansiedlung. Die erste urkundliche Erwähnung Olchings stammt aus dem frühen Mittelalter. In einer Schenkungsurkunde von 740 übergibt der Agilolfingerherzog Tassilo II. den Ort mit Kirche und Getreidemühle dem Kloster Benediktbeuern (die Echtheit der Beurkundung ist umstritten). Die 1903 abgerissene frühgotische Kirche wurde durch die neuromanische Basilia "St. Peter und Paul" ersetzt. 1258 muss Herzog Ludwig der Strenge als Sühne für den Mord an seiner Frau Maria von Brabant ein Kloster gründen. Dieses wurde 1262 vom Aiblinger Gebiet nach Olching verlegt. Die Zisterziensermönche trafen daraufhin am 14. August 1262 in Olching ein und "erstellten gar bald einen hölzernen Bau". Nicht endgültig geklärt ist ob ein Starzelhochwasser oder ungeklärte Eigentumsverhltnisse dafür sorgten, dass die Mönche schon 1263 auf "des Fürsten Feld" - in der Nähe des heutigen Fürstenfeldbruck übersiedelten. Das Kloster Fürstenfeld hatte in den folgenden Jahrhunderten bis zur Säkularisierung (1802/03) in Olching viele Besitztümer, aber auch andere kirchliche und weltliche Grund- und Lehenserrschaften sind in vielen Dokumenten erwähnt. Der Dreißigjährige Krieg hinterließ auch in Olching seine Spuren. Am 17. Mai 1632 zog König Gustav Adolf von Schweden in München ein. Während die Stadt gegen eine Kontributionszahlung verschont blieb, spürte vor allem das Umland die Last des Krieges. Von 67 Anwesen in Olching im Jahr 1631 waren 1648 nur noch ganze neun erhalten. Im 18. Jahrhundert konnte sich der Ort allerdings von den Kriegsschäden wieder etwas erholen, und als 1802/03 große Gebiete aus dem Besitz des Kloster Fürstenfeld der Gemeinde zufielen erwarben 55 Anwesensbesitzer ihre Nutzungsrechte an den Flächen. 1821 wurde Olching (das bis dahin über Jahrhunderte von Dachau aus verwaltet worden war) an das neu gegründete Rentamt Fürstenfeldbruck angegliedert und 1823 auch dem Landgericht Fürstenfeldbruck. 1834 wird die erste Schule gegründet. 1839 war Olching ein kleines Dorf mit etwa 50 Höfen und etwa 300 Einwohnern. Dies änderte sich schlagartig mit der Bau der Eisenbahnlinie München - Augsburg. Der Streckenabschnitt München - Olching wurde am 27. Oktober 1839 fertiggestellt und im darauffolgenden Jahr verkehrte der erste Dampfzug nach Augsburg. In Olching siedelte sich daraufhin eine Holzstoff-Fabrik an welche dem Ort einen erheblichen Bevölkerungszuwachs durch den Zuzug von Arbeitskräften bescherte. Durch die hohe Anzahl von Arbeitern in Olching hatten sie auch im 20. Jahrhundert einen großen Einfluss auf die soziale und politische Kultur in Olching. Die linken Parteien hatten in der Weimarer Republik stets die Mehrheit im Gemeinderat. Bei einem alliierten Bombenangriff am 22. Februar 1944 mittags wurden 22 Menschen, darunter auch zwei Zwangsarbeiter, getötet. Nach dem Kriegsende 1945 mussten rund 2.000 Heimatvertriebene, meist aus Schlesien und der Tschechoslowakei aufgenommen werden. Der Anteil dieser Neubürger machte 1950 mehr als 25 % der Gesamtbevölkerung aus und ihr Engagement trug nicht unerheblich zur dynamischen Entwicklung Olchings in der Nachkriegszeit bei. Prägten nach dem Krieg vor allem Bauernhöfe das Ortsbild von Olching, sind an deren Stelle nun längst moderne Geschäftsbauten in der Hauptstraße getreten. Viele Bürger arbeiten in München und profitierten von der Einrichtung des S-Bahnverkehrs 1972 anlässlich der Olympischen Spiele in München. Seit der Bildung der Großgemeinde 1978 steigen die Einwohnerzahlen weiter an, vor allem durch den Bau einer neuen Wohnsiedlung im Schwaigfeld. WirtschaftVerkehrOlching ist über die Anschlussstellen Dachau/Fürstenfeldbruck oder Lochhausen/Langwied mit der Autobahn A 8, sowie über Anschlussstelle Lochhausen mit der A 99 verbunden. Außerdem gibt es zwei Auffahrten auf die B 471. Im öffentlichen Nahverkehr sind Olching und Neu-Esting mit eigenen Haltestellen an der Linie S4 (Mammendorf - Esting - Olching - München Hauptbahnhof - Ebersberg) an das S-Bahnnetz des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes angeschlossen. Die Münchner Innenstadt ist damit in gut 20 Minuten zu erreichen. Darüber hinaus bestehen Busverbindungen in die umliegenden Ortschaften. Olching befindet sich an der Schnellfahrstrecke Augsburg-München, bei der die Züge bis zu 230 km/h schnell werden können. Kultur und SehenswürdigkeitenKulturelle Einrichtungen
Regelmäßige VeranstaltungenFaschingsumzugDer Faschingsumzug, der jedes Jahr am Faschingsdienstag um 14 Uhr stattfindet, hat in Olching eine lange Tradition. Schon ca. 1923 fand, organisiert vom damaligen Burschenverein, ein Faschingszug statt. Zwischen 1938 und 1952 fanden keine belustigende Umzüge statt. Erst 1953, als sechs Maskierte (darunter drei Musikanten) durch Olching zogen, war das Eis gebrochen. Bis zum Jahr 1980 prägte vor allem Sepp Miller als Organisationsleiter das Bild des Olchinger Faschingstreibens. Der Zug wurde durch die Mitwirkung von Vereinen aus Olching und den umliegenden Gemeinden immer größer. Mittlerweile ist der Olchinger Faschingsumzug der größte in ganz Oberbayern. Nur 1962 wegen der Flutkatastrophe in Hamburg, 1990 wegen des Orkans Wiebke und 1991 während des Golfkrieges fand die Veranstaltung nicht statt. In den folgenden Jahren verfolgten jeweils ungefähr 30.000 - 40.000 Zuschauer das Spektakel in der Olchinger Hauptstraße. VolksfestDas Olchinger Volksfest findet jährlich in der zweiten Pfingstferienwoche statt. An Fronleichnam wird im Rahmen des Festprogramms das traditionelle Speedwayrennen ausgetragen. Darüber hinaus veranstaltet die Gemeinde Olching ein breites Rahmenprogramm rund um das Volksfest. Meistens am Montag findet, nach Einbruch der Dunkelheit, ein großes Brillantfeuerwerk statt. BladeFeverDie Jugendinitiative Treffpunkt offene Jugendarbeit Olching e.V. veranstaltet jährlich eine Rollerblade-Veranstaltung namens BladeFever. Freizeit- und Sportanlagen
Öffentliche EinrichtungenBildungseinrichtungenSchulen
Sonstige
Behördliche EinrichtungenGemeinde Olching
Sonstige Einrichtungen
EinwohnerBesonders durch die Neubauten im Schwaigfeld (Ortsteil Graßfling) sind die Einwohnerzahlen in den letzten Jahren in Olching gestiegen. EinwohnerentwicklungVergangenheitDer Bevölkerungsstand am:
(jeweils ohne Nebenwohnsitz) ZukunftNachfolgende Werte basieren auf Schätzungen über die künftige Einwohnerentwicklung.
EinwohnerstatistikJuli 2003 - 30. Juni 2004
Einwohnerverteilung auf die Ortsteile(1995 - 2004)
Ausländische Bürger(Stand: 31. August 2004) 2.202 (9,09 % der Gesamtbevölkerung) Religionszugehörigkeit(inkl. Nebenwohnsitz)
Persönlichkeiten
Partnergemeinden
Quelle
Literatur
Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
