Osterburken in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Neckar-Odenwald-Kreis
Koordinaten: 49° 26′ N, 9° 26′ O
Höhe: 247 m ü. NN
Fläche: 47,32 km²
Einwohner: 6533
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 74701–74706 (alt: 6960)
Vorwahlen: 06291, 06292, 06295
Kfz-Kennzeichen: MOS
Gemeindeschlüssel: 08 2 25 075
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 3
74706 Osterburken
Webpräsenz: www.osterburken.de
Bürgermeister: Jürgen Galm

Osterburken ist eine Stadt des Neckar-Odenwald-Kreises in Baden-Württemberg. Wegen ihrer Lage am Obergermanisch-Rätischen Limes und der damit zusammenhängenden zahlreichen archäologischen Funde aus römischer Zeit wird sie auch als Römerstadt bezeichnet.

Geografie

Die Gemarkung liegt an der Kirnau im Bauland zwischen dem Odenwald und dem Jagsttal in einer Höhe zwischen 240 bis 392 m ü. NN.

Geschichte

  • 4000 v. Chr. Menschliche Ansiedlungen der Jungsteinzeit im Raum nachgewiesen
  • 150 n. Chr. Römischer Stützpunkt am äußeren obergermanischen Limes
  • nach 260 Vermutetete Kontinuität der Besiedlung durch die Alemannen
  • 822 Erste schriftliche Nennung
  • 1236 Gründung des adeligen Zisterzienserinnenklosters Seligental
  • 1333 Nach dem Tod des letzten Grafen der Linie Rieneck-Rothenfels erbt dessen Neffe, Ulrich II. von Hanau unter anderem Osterburken "Burgheim"
  • 1356 Kaiser Karl IV. bewilligt am 9. Januar – am gleichen Tag, an dem auch die Goldene Bulle bestätigt wird – auf dem Reichstag zu Nürnberg Stadt- und Marktrechte für Osterburken
  • 1376 Ulrich IV. von Hanau verkauft Osterburken an Erzbischof Ludwig von Mainz
  • 1463 Vergebliche Belagerung im Rahmen der Mainzer Stiftsfehde
  • 1552 Markgräflerkrieg, Verwüstung des Zisterzienserinnenklosters
  • um 1645 Kriegsschauplatz des Dreißigjährigen Krieges, Pest
  • 1803 Durch napoleonische Neuordnung wird O. Bestandteil und Amtssitz des Fürstentums Leiningen bzw. drei Jahre später des Großherzogtums Baden
  • 1848 Revolutionäre Unruhen auch in Osterburken mit Brandschatzung des Fürstlich-Leiningschen Hofgutes Marienhöhe
  • 1868 Verknüpfungspunkt der Bahnlinien Mannheim-Würzburg und Stuttgart-Würzburg
  • 1909 Öffentliche Wasserversorgung
  • 1913 Anschluss an das Elektrizitätsnetz
  • 2006 Neueröffnung des Limes-Museums
  • 2006 650-jähriges Jubiläum der Stadt Osterburken

Stadtgliederung

Die Gemeinde besteht aus folgenden Ortsteilen:

  • Bofsheim
  • Hemsbach
  • Osterburken
  • Schlierstadt

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kastell und Römermuseum

Bei Osterburken befindet sich die archäologische Ausgrabungszone um das ehemalige römische Kastell Osterburken, das Bestandteil des 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobenen Obergermanisch-Raetischen Limes ist. Das Kohortenkastell nebst Annexkastell, Badegebäuden und Weihebezirk ist einer der ergiebigsten provinzialrömischen Fundplätze Südwestdeutschlands.

Das Kastellbad wurde nach seiner Freilegung in ein Museum integriert. Dort befindet sich auch die Kopie des bedeutendsten archäologischen Fundes aus Osterburken, eines Mithrasreliefs, das die mythologische Tötung des Urstieres durch den Gott Mithras darstellt. Das Original ist heute im Besitz des Badischen Landesmuseums Karlsruhe.

Das Römermuseum Osterburken wurde nach Umbau und Erweiterung 2006 als überregionale Limes-Informationszentrum wiedereröffnet.

Histotainmentpark Adventon auf Marienhöhe

Auf dem ehemaligen Hofgut Marienhöhe des Fürsten zu Leiningen entsteht seit 2004 der Histotainmentpark Adventon. Hier wird mit den Mitteln der experimentellen Archäologie auf über 40 Hektar ein historischer Park errichtet.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Osterburken hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 insgesamt 17 Mitglieder. Sie gehören folgenden Parteien an:

FWV 7 Sitze
CDU 7 Sitze
SPD 2 Sitze
BIO (Bürgerinitiative Osterburken) 1 Sitz

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Osterburken ist über die gleichnamige Autobahnanschlussstelle an der A 81 Stuttgart - Heilbronn - Würzburg (4 km) gut zu erreichen. Außerdem führt die B 292 Mosbach - Adelsheim - Bad Mergentheim durch den Ort.

Osterburken ist ein Eisenbahnknotenpunkt: Die Frankenbahn Stuttgart–Würzburg und die Neckartalbahn von Heidelberg stoßen hier aufeinander. Auf letzterer Strecke ist der Ort Endpunkt der Linie S1 der S-Bahn RheinNeckar.

Öffentliche Einrichtungen

  • Zwei Alten- und Pflegeheime

Bildungseinrichtungen

  • Astrid-Lindgren-Schule Bofsheim (Förderschule)
  • Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule (GHWRS Osterburken)
  • Ganztagsrealschule
  • Ganztagsgymnasium (GTO)

Städtepartnerschaften

  • Hondschoote/Frankreich

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Klemens Brümmer (Bürgermeister a.D.)
  • Schwester Amalberga (Krankenschwester)
  • Adolf Zimmermann (Unternehmer)

Kulinarische Spezialitäten

  • Zubereitungen aus dem in der Region angebauten Grünkern

Literatur

  • Helmut Maisch und Herbert Walz: Osterburken ... wie es einmal war. Geiger, Horb am Neckar 1998. ISBN 3-89570-503-9
  • Walter Koupil: Seligental, Schlierstadt-Bauland. Chronik eines Vergessenen Klosters. 1990.
  • Helmut Neumaier: Osterburken - Stationen seiner Geschichte. Milte, Heidelberg 1973.
  • Britta Rabold, Egon Schallmayer, Adreas Thiel (Hrsg.): Der Limes. Die Deutsche Limes-Straße vom Rhein zur Donau. Theiss, Stuttgart 2000. ISBN 3-8062-1461-1
  • Egon Schallmayer: Der Limes. Geschichte einer Grenze. C.H.Beck, München 2006. ISBN 3-4064-8018-7 (Knappe, aktuelle Einführung.)
  • Elmar Weiss: Das Kloster Seligental bei Osterburken. Veröffentlichung des Historischen Vereins Bauland. 1986.
  • Elmar Weiss, Helmut Neumaier: Geschichte der Stadt Osterburken. Stadt Osterburken, Osterburken 1986.



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Informationsportal über Osterburken in Baden-Württemberg - 25.5.2012