Ottersweier in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rastatt
Koordinaten: 48° 40′ N, 8° 7′ O
Höhe: 137 m ü. NN
Fläche: 29,21 km²
Einwohner: 6385
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77833
Vorwahl: 07223
Kfz-Kennzeichen: RA
Gemeindeschlüssel: 08 2 16 041
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Laufer Straße 18
77533 Ottersweier
Webpräsenz: www.ottersweier.de
Bürgermeister: Jürgen Pfetzer

Ottersweier ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rastatt.

Geografische Lage

Ottersweier liegt in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Schwarzwald und Rhein, 3 km südlich von Bühl (Baden).

Geschichte

1774 verlegte die Markgräfin-Witwe Maria Viktoria Pauline von Aremberg ihren Wohnsitz von Baden-Baden nach Ottersweier, um im ehemaligen Residenzhaus der Jesuiten eine Klosterschule einzurichten. In der Klosterschule lernten junge Mädchen alle notwendigen Fähigkeiten, die sie als zukünftige Mütter und Erzieherinnen benötigten.

Religionen

Die Markgrafschaft Baden-Baden hatte im Laufe des 16. Jahrhunderts nach dem damals geltenden Fürstenrecht bereits sieben Mal das Religionsbekenntnis gewechselt. Im Jahr 1622 kam der streng katholische Markgraf Wilhelm von Baden an die Regierung, der wiederum von seinem Recht Gebrauch machte und sein Erbland wieder zur katholischen Kirche zurückführte, das achte Mal - Ottersweier ist seitdem katholisch geprägt. Es gibt aber auch eine landeskirchliche und eine freie evangelische Gemeinde im Ort.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 erfolgte die Eingemeindung von Unzhurst.

Politik

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Bühl.

Gemeinderat

Dem Gemeinderat gehören neben dem Vorsitzenden und Bürgermeister 18 Mitglieder an, zehn von der CDU, sechs gehören der Freien Wählergemeinschaft an und zwei Gemeinderäte stellt die SPD.

Partnerschaften

Ottersweier pflegt gute partnerschaftliche Beziehungen zu

  • Westerlo in Flandern in Belgien seit 1962 und
  • Krauschwitz in der Oberlausitz in Sachsen seit 1989.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildung

In Ottersweier gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule sowie eine weitere Grundschule im Ortsteil Unzhurst.

Persönlichkeiten

Prof. Dr. Joseph Sauer, geboren am 7. Juni 1872 in Unzhurst, gestorben am 13. April 1949 in Freiburg im Breisgau. Nach dem Besuch der Volksschule Unzhurst (1878-1885) verbrachte der vom Unzhurster Pfarrer Gotthard Eglau geförderte Junge einige Jahre auf der Heimschule Lender in Sasbach. 1889 wechselte er an Gymnasium in Rastatt, wo er 1891 das Abitur ablegte. In Freiburg studierte Sauer katholische Theologie. Am 5. Juli 1898 wurde er in Freiburg zum Priester geweiht. 1900 folgte die Promotion, 1902 habilitierte Sauer und wurde Privatdozent für Kirchengeschichte, speziell des Mittelalters, in Freiburg. 1905 erhielt er den Titel außerordentlicher Professor. 1909 wurde Sauer Großherzoglich Badischer Konservator der kirchlichen Denkmäler. Bis 1948 übte er dieses Amt aus, und in zwei Weltkriegen war er dabei vor allem um den Erhalt der Kirchenglocken im Land bemüht. 1916 wurde er ordentlicher Professor für Patrologie, christliche Archäologie und Kunstgeschichte in Freiburg. Zweimal war Sauer Rektor der Albert-Ludwigs-Universität (1925/26 und 1932/33. Kurz vor seinem Tod wurde er zum Ehrenbürger von Unzhurst ernannt. Joseph Sauer fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Unzhurst.

Literatur

  • Arnold, Claus, Katholizismus als Kulturmacht. Der Freiburger Theologe Joseph Sauer (1872-1949) und das Erbe des Franz Xaver Kraus, Paderborn/München 1999'
  • Ulrich Coenen: Die Baukunst der nördlichen Ortenau. Denkmäler in Bühl, Bühlertal, Ottersweier, Lichtenau, Rheinmünster und Sinzheim. Karlsruhe 1993.
  • Ulrich Coenen: Von des Chores Maß und Gerechtigkeit – Der Einfluß der spätgotischen Werkmeisterbücher auf den Ausbau von Chorturmkirchen in der Ortenau am Beispiel der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Ottersweier. In: Die Ortenau. Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden 79 (1999), Seite 372 – 411.
  • Ulrich Coenen: Die spätgotische Wallfahrtskirche Maria Linden in Ottersweier und ihre Proportionen - Der Einfluss der Werkmeisterbücher auf den Entwurf des Gotteshauses. In: Heimatbuch 2000 Landkreis Rastatt. 39. Jahrgang (2000), Seite 45 - 61.



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Informationsportal über Ottersweier in Baden-Württemberg - 25.5.2012