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Pappenheim ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und liegt im Altmühltal rund 60 Bahnminuten südlich von Nürnberg. GeografieGeografische LageDie Stadt Pappenheim liegt an der Altmühl zwischen Treuchtlingen und Eichstätt. Stadtgebiet und -gliederungPappenheim besteht neben dem eigentlichen Stadtkern aus den acht Ortsteilen Bieswang, Geislohe, Göhren, Neudorf, Ochsenhart, Osterdorf, Übermatzhofen und Zimmern. Während diese zwei bis sechs Kilometer weiter nördlich, östlich und südlich des Flusses liegen, ist der Stadtkern mit der Burg in der Altmühlschleife gelegen. GeschichtePrähistorische Siedlungsspuren lassen sich auf der knapp westlich der Stadt gelegenen Höhensiedlung „Alte Bürg” und im darunter liegenden Ortsteil Niederpappenheim bis ins Jungneolithikum zurückverfolgen. Von der „Alten Bürg” stammen auch Funde der frühen Bronze- und der Hallstattzeit. Ein mehrfach gestaffeltes System von Abschnittswällen zeugt dort von mehreren Befestigungsphasen. Eine weitere und vermutlich jüngere Höhensiedlung der späten Hallstattzeit existierte auf dem „Schlossberg”, auf dem später die Burg errichtet wurde. Nach einer längeren Unterbrechung nutzten dann Germanen des 4. oder 5. Jh. n. Chr. die Anhöhe erneut für eine Befestigung. Es steht zu vermuten, dass zumindest für die vorgeschichtlichen Perioden auch kleinere Ansiedlungen im Tal bestanden, da die Altmühl hier zudem durch eine Furt leicht passierbar war. Die Gründung der heute noch existierenden Siedlung Pappenheim lässt sich namenkundlich erst in der Zeit um 750 fassen. Die früheste schriftliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 802 als „Papinhaim im Sualafeld”. Darin schenkt Reginsind, die Witwe des Grafen im Thurgau, Vermögen und Besitz „in und um Pappenheim” dem Kloster St. Gallen. Die im 9. Jahrhundert errichtete Galluskirche ist noch heute Zeugnis dieser Verbindung nach St. Gallen und nicht nur Pappenheims ältestes noch stehendes Bauwerk, sondern auch eines der ältesten in Franken. Oberhalb der St.-Gallus-Kirche, auf dem „Weinberg”, findet sich eine weitere Abschnittsbefestigung, bei der es sich vermutlich um eine (vielleicht nicht fertiggestellte) Befestigungsanlage aus der Zeit der Ungarneinfälle im 10. Jh. handelt, die zum Schutz der St. Galler Besitzungen errichtet worden sein könnte. Die frühmittelalterliche Ansiedlung dürfte im Bereich um diese Kirche herum entstanden sein. Vermutlich bestand zu dieser Zeit auch wieder eine Befestigung auf der „Alten Bürg”, die nach Ausweis von Funden bis ins Hochmittelalter hinein bestand hatte. Nach ihrer Zerstörung wurde sie nicht wieder aufgebaut, sondern die Burgstelle auf den Sporn in die Altmühlschlinge hinunter verlegt, was einem allgemeinen Trend der Zeit entsprach. Diese staufische Burganlage wurde im Jahre 1175 fertiggestellt, wie das Weihedatum der Burgkapelle verrät. Erbaut wurde diese Anlage vermutlich als kaiserliche Burg und anfänglich dem Reichsministerialengeschlecht der Calatine, die sich nun Marschälle von Pappenheim nannten, als Lehen, später als Allod überlassen. Acht Jahrhunderte hindurch übte dieses Geschlecht bei allen Kaiserkrönungen sein Amt aus. Als Residenzstadt wurde Pappenheim zum regionalen Mittelpunkt, und neben vielen Privilegien der Reichsmarschälle wie Halsgericht und Judenschutz hatte die Stadt auch das Asylrecht. 1288 wurde ihr das Stadtrecht nach Weißenburger Vorbild verliehen. 1634 wurde Pappenheim von den Schweden belagert, die alsbald die Stadt einnehmen konnten. Die Burg musste nach tapferem Widerstand erst nach einem Artillerietreffer auf die Brunnenstube übergeben werden. Sie spielte noch einmal 1705 im spanischen Erbfolgekrieg eine kurze Rolle und wurde von französischen Truppen eingenommen und beschädigt. Danach zerfiel sie zusehends und wurde Anfang des 19. Jh. in eine romantische Ruine umgewandelt, die eher dem Zeitgeschmack entsprach. Die Reichsministerialen wurden 1627 mit Gottfried Heinrich (siehe: Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim) in den Reichsgrafenstand erhoben. Zitat: Ich kenne meine ...Bekannt ist der Name der Stadt vor allem durch den Ausspruch: „Ich kenne meine Pappenheimer”. Das Zitat geht zurück auf Schillers Drama „Wallensteins Tod”, in dem der Feldherr Wallenstein sagt: „Daran erkenn´ ich meine Pappenheimer”. Er sagt dies anerkennend zu einer Abordnung der Pappenheimer Kürassiere, die ihn fragen, ob das Gerücht über Verhandlungen mit den Schweden wahr sei. Heute besagt der Ausspruch eher etwas Abwertendes und bedeutet eher „Spitzbuben”. Als „Pappenheimer” wurden seit dem Spätmittelalter auch die Kloakenreiniger in Nürnberg bezeichnet. Diese Bezeichnung ist auf die Aufgabe der Marschälle zurückzuführen, die Städte vor dem Besuch des Kaisers zu reinigen. Natürlich wurde diese Aufgabe nicht von den Pappenheimern selbst übernommen, sondern von ortsansässigen Bediensteten, auf die der Name abgefärbt hat.
PolitikStadtratDie Sitzverteilung im Stadtrat ist seit den Kommunalwahlen im Jahr 2002 wie folgt:
Städtepartnerschaft
Patenschaft
Kultur und SehenswürdigkeitenPappenheim ist heute Luftkurort und auch ansonsten besonders wegen der gut erhaltenen Altstadt ein beliebtes Ausflugsziel. Auf dem Burgberg befindet sich ein Jagdmuseum. Im Alten Schloss gibt es eine Heimatstube der Buchauer. BauwerkeZu den heute vorhandenen Bauwerken Pappenheims zählen: Die St. Gallus-Kirche aus dem 9. Jahrhundert, die Burg (1050), das romanische „Obere Tor”, der Judenfriedhof aus dem 12. Jahrhundert, das ehemalige Augustinereremitenkloster (gegründet 1372) mit der Klosterkirche „Heiliger Geist” aus dem Jahre 1493 (die Kirche dient seit 1700 ausschließlich als Gruftkirche der Marschälle von Pappenheim), siehe Kloster Pappenheim. Die spätgotische evangelische Pfarrkirche (1476 vollendet), das Rathaus (1595), das so genannte „Alte Schloss”, ein Renaissancebau aus dem Jahre 1593, und das im klassizistischen Stil von Leo von Klenze erbaute „Neue Schloss” aus dem Jahre 1819/1820. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
