
|
Peißenberg ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. GeografieGeografische LagePeißenberg liegt im Voralpenland, zwischen dem „Hohen Peißenberg” und dem Guggenberg, am linken Ammerufer. Es ist eine ländliche Gegend mit vielen Bauernhöfen. NachbargemeindenNachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn beginnend im Norden: Wessobrunn (Ortsteile Forst und Paterzell), Polling, Oberhausen, Böbing und Hohenpeißenberg. KlimaDas Klima in Peißenberg ist relativ kühl, mit einer Jahresdurchschnittstemparatur von 7,5°C. Der Durchschnittsniederschlag ist 1200 mm. Die niederschlagsreichsten Monate sind Juni und Juli, wobei auch im Januar ein hoher Wert registriert wird. Dieser verteilt sich auf ungefähr 160 Tage, während der Hälfte dieser Tage fällt Schnee. Fluten der Ammer1999 hatte die Ammer Hochwasser. Außer wenigen vollgelaufenen Kellern war im Ort selber nichts passiert. Der Campingplatz nahe der Kläranlage wurde jedoch komplett überschwemmt. Im August 2005 kam das nächste Hochwasser. Auch diesesmal konnte der Damm dank seiner Erhöhung nach 1999 den Ort retten. Jedoch wurde eine noch nicht fertig gestellte Brücke für die Umgehungsstraße von den sich aufstauenden Baumstämmen zerstört – auch ein gezielt eingeleiteter Dammbruch konnte dies nicht verhindern. Während der Monate Juni und Juli durfte an der Brücke aufgrund von Hochwasserschutzmaßnahmen nicht gebaut werden. Zu dieser Zeit hatte die Ammer allerdings Niedrigwasser. Als die Bauarbeiten im August wieder aufgenommen wurden, ereignete sich das Hochwasser. Auch 2005 wurde der Campingplatz schwer in Mitleidenschaft gezogen. WappenDas Wappen Peißenbergs besteht aus gekreuztem Hammer und Schlägel mit goldenem Stiehl, Werkzeuge, die früher im Bergbau verwendet wurden und die die Bergwerkstradition darstellen. Außerdem zeigt es drei goldene Bienen, diese Bienen deuten auf die, früher im Gemeindegebiet sehr verbreitete, Bienenzucht hin, ebenso sind sie ein Symbol für den Fleiß der Bergmänner und der Bevölkerung. Der Hintergrund des Wappens ist schwarz, wie die Pechkohle, die sehr bedeutsam für die Entwicklung der Gemeinde war. (Quelle HdBG) GeschichtePeißenberg war lange ein unbedeutendes Dorf in Oberbayern. Es wurde im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Das erste wichtige Ereignis war der Titel Kurort für den Nordteil des Ortes, damals Sulz, das damit zu Bad Sulz wurde. Der Ort gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Rauhenlechsberg des Kurfürstentums Bayern. Peißenberg besaß das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Der Südteil stand lange im Schatten des Nordteils mit seinen Schwefel- und Eisenquellen, bis im frühen 19. Jahrhundert mit dem Abbau von Pechkohle im Hohen Peißenberg begonnen wurde. Die Vorkommen waren seit etwa 1580 bekannt, als ein Hirtenbub ein Lagerfeuer machen wollte und plötzlich der ganze Boden in Brand geriet. Durch die permanente Kohlenachfrage in der Zeit der Industrialisierung wurden die Bodenschätze für den gewerblichen Abbau interessant. Nunmehr entwickelte sich der Südteil (damals Peißenberg) zu einem Bergwerksdorf, heute noch sichtbar an den vielen Stollen und an neuer und alter Bergehalde. Durch den Bergbau wurde dem Nordteil aber die Kur-Quelle abgegraben, weswegen es den Kurortstatus verlor. Rund 3.500 Menschen hatten in der Spitze beim Zechen-Unternehmen ihren Arbeitsplatz. Im Dezember 1919 kamen 15 Bergleute bei Explosionen im Bergwerk Peißenberg zu Tode. Der Bergbau wurde, obwohl seinerzeit auf dem modernsten Stand der Technik befindlich, zunächst an den Standorten Hausham und Penzberg eingestellt und zum Schluss 1971 auch in Peißenberg aufgegeben. Der Ort förderte nun den Tourismus unter anderem mit der Errichtung des Bergbaumuseums. ReligionenMit über 8500 Mitgliedern der Römisch-Katholischen Kirche sind fast 70% der Bevölkerung katholisch. Knapp 1500 sind evangelisch. Der Rest ist konfessionslos oder gehört einer anderen Religionsgruppe an. Die bedeutendsten Kirchengemeinden sind St. Johann im Nordteil, St. Barbara im Südteil und die evangelisch lutherische Gemeinde. PolitikErster Bürgermeister ist seit 1990 Hermann Schnitzer (CSU), davor Josef Zerhoch (1946–1955, SPD), Hans Leibold (1959–1972, SPD), Matthias Führler (1972–1990, SPD). Nach der Kommunalwahl 2002 setzt sich der Gemeinderat folgendermaßen zusammen: Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrDie Bahnhöfe Peißenbergs, Peißenberg und Peißenberg Nord, liegen an der Strecke Schongau – Augsburg, die über Weilheim und Geltendorf führt. Die Strecke war ehemals aufgrund des Bergwerkes elektrifiziert, die Oberleitungen wurden aber nach Aufgabe der Förderung abmontiert. Durch den Ortskern führt die B 472 von Bad Tölz nach Schongau. Momentan wird an einer Umgehungsstraße gebaut, die den Ortskern entlasten soll. Nicht weit im Osten, bei Huglfing, führt die B 2 (München – Garmisch-Partenkirchen) vorbei. Die Autobahnanschlussstelle liegt bei Sindelsdorf, ungefähr 30 km im Osten der Gemeinde. Öffentliche EinrichtungenBildungseinrichtungenFolgende Bildungseinrichtungen befinden sich in der Gemeinde:
Freizeit- und SportanlagenPeißenberg besitzt eine Sportanlage mit einem Fußball„Stadion”, zwei Turnhallen und zwei Trainingsplätzen. Außerdem gibt es das beheizte Freizeitbad „Rigi Rutschn” das im Sommer sehr viele Gäste anzieht. Der Campingplatz an der Ammer sowie die Ammer selbst sind ebenfalls beliebt zum schwimmen. Dazu verfügt Peißenberg über ein Eisstadion, in dem die Eishockeymannschaften des TSV Peißenberg spielen. StädtepartnerschaftenPeißenberg und St. Brévin Les Pins in Frankreich sind seit 1986 Partnerstädte. St. Brévin Les Pins liegt an der französischen Atlantikküste, direkt an der Loire-Mündung und damit ca. 1300 km entfernt. Des Weiteren existiert eine inoffizielle Partnerschaft mit Apremont, einem Dorf in Savoyen, durch die seit 1980 bestehenden Austausche. StadtgliederungDie Gemeinde hat zwei größere Teile: Nord („Dorf”) und Süd („Wörth”). Außerdem sind St. Georg und die Peißenberger Ammerhöfe Teile des Gemeindegebietes. Entwicklung des StadtgebietsEingemeindungenSt. Georg, ein ehemals abgelegener Hof, sowie die Ammerhöfe, mehrere südlich des Ortes in loser Anordnung liegende hauptsächlich landwirtschaftliche Anwesen, wurden im Zuge der Gemeindereform Bayerns 1971 Teil des Gemeindegebiets. Einwohnerentwicklung
Volkszählungen fanden 1970 und 1987 statt. Kultur und SehenswürdigkeitenMuseenPeißenberg besitzt ein Bergwerksmuseum, das an die Zeit der Pechkohleförderung erinnert. Man kann im Zuge des Museumsbesuchs auch einen alten Stollen besuchen. BauwerkeIn Peißenberg befindet sich die mittelalterliche Kapelle St. Georg, die sich in Privateigentum befindet, aber besichtigt werden kann; hierzu frage man am Bauernhof St. Georg nach dem Schlüssel. Weiterhin gibt es die Bergwerkshallen, ehemals Arbeitshallen des Peißenberger Bergwerks, die nach ihrem Umbau als Veranstaltungshallen verwendet werden. An der Bundesstraße befindet sich auch das Schiefe Haus. Es wurde von einem Bergmann auf einem Moorgebiet gebaut, weswegen es sich im Laufe der Zeit neigte, sodass der Besitzer alle zehn Jahre die Böden begraden musste. Heute ist das Moor trockengelegt worden; in seinem jetzigen Neigungswinkel wird das Haus verbleiben. Der Bergwerksgedenkverein hat eine Kapelle auf dem Guggenberg zum Gedenken der Bergleute errichtet. Der Altar der Kapelle ist ein ehemaliger Bergwerkshundt. Die Kapelle heißt Knappengedächtniskapelle, oder inoffiziell Guggenbergkapelle; es führen einige Fußwege zu ihr den Berg hinauf. Regelmäßige VeranstaltungenJeden Sommer findet Mitte Juli das Volksfest auf dem Volksfestplatz auf der neuen Bergehalde statt. PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
LiteraturPeißenberger Heimatlexikon von Max Biller, 612 Seiten, erhältlich bei der Marktgemeinde Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
