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Pforzheim ist eine Großstadt im Westen Baden-Württembergs. Sie liegt am Nordrand des Schwarzwalds. Wegen ihrer Lage und wegen der lange hier ansässigen Schmuckindustrie wird sie auch als Goldene Pforte zum Schwarzwald oder als Goldstadt bzw. Gold-, Schmuck- und Uhrenstadt bezeichnet. Nächstgrößere Städte sind Karlsruhe, etwa 25 km nordwestlich und Stuttgart, rund 37 km südöstlich. Pforzheim war einst badische Residenzstadt. Heute ist sie kreisfreie Stadt und zugleich Sitz des Enzkreises, von dem das Stadtgebiet fast vollständig umschlossen ist. Sie ist ferner das Oberzentrum der Region Nordschwarzwald und damit eines von 14 Oberzentren, die der baden-württembergische Landesentwicklungsplan 2002 ausweist. Pforzheim ist nach der Einwohnerzahl die achtgrößte Stadt Baden-Württembergs. GeographiePforzheim liegt am nördlichen Rand des östlichen Schwarzwaldes am Übergang zum Kraichgauer Hügelland in einer Talerweiterung am Zusammenfluss von Würm, Nagold und Enz. Ihrer Geographie wegen nennt man die Stadt auch Drei-Täler-Stadt oder Pforte zum Schwarzwald (Porta Hercynia). Der außergewöhnlichen Geographie ist auch die frühe Besiedelung (viel früher als die heutigen Zentren Stuttgart und Karlsruhe) durch die Römer zu verdanken, die gerade nach dem Zusammenfluss aller drei Flüsse eine Furt für ihre Heerstraße bauten. Durch diese Geographie wurde Pforzheim später zu einem wichtigen Handelszentrum für die Flößerei, die Holz aus dem Schwarzwald über die Flüsse Würm, Nagold und Enz, dann weiter über Enz, Neckar und Rhein unter anderem nach Holland zum Schiffbau transportierte. RaumplanungPforzheim gehört mit dem Umland zum „Verdichtungsraum Karlsruhe/Pforzheim” (Umfang siehe unter Karlsruhe). Das Oberzentrum Pforzheim übernimmt für die Städte und Gemeinden Birkenfeld (Württemberg), Eisingen, Engelsbrand, Friolzheim, Heimsheim, Ispringen, Kämpfelbach, Keltern, Kieselbronn, Königsbach-Stein, Mönsheim, Neuenbürg, Neuhausen, Neulingen, Niefern-Öschelbronn, Ölbronn-Dürrn, Remchingen, Straubenhardt, Tiefenbronn, Wiernsheim, Wimsheim und Wurmberg auch die Aufgaben des Mittelzentrums. NachbargemeindenFolgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Pforzheim. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und liegen alle mit Ausnahme von Unterreichenbach, das zum Landkreis Calw gehört, im Enzkreis: Ispringen, Neulingen, Kieselbronn, Niefern-Öschelbronn, Wurmberg, Wimsheim, Friolzheim, Neuhausen (Enzkreis), Tiefenbronn, Unterreichenbach, Engelsbrand, Neuenbürg, Birkenfeld (Württemberg), Keltern und Kämpfelbach StadtgliederungDie Stadt Pforzheim ist in 16 Stadtteile gegliedert. Die durch die jüngste Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Büchenbronn, Eutingen an der Enz, Hohenwart, Huchenfeld und Würm haben gemäß § 8 ff der Hauptsatzung der Stadt Pforzheim als Vertretung ihrer Ortschaft einen eigenen Ortschaftsrat und eine Ortschaftsverwaltung. Der Ortschaftsrat ist zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die Entscheidung über eine Maßnahme liegt jedoch beim Gemeinderat der Gesamtstadt Pforzheim.
GeschichteFrühgeschichteDie Stadt geht auf eine römische Siedlung an einer Enz-Furt zurück (um 90 n. Chr.), der Name vermutlich auf lateinisch portus = Hafen. 90 n. Chr.: die erste Urkunde, der römische Leugenstein von Friolzheim, weist auf die römische Siedlung Portus (lateinisch für Hafen) hin. Die Siedlung liegt an der römischen Heerstraße zwischen Oberrhein- und Neckargebiet gerade dort, wo die Fernhandels- und Heerstraße die Enz (kurz nach der Vereinigung mit der Nagold) in einer Furt überquert. Wohl schon zu dieser Zeit etabliert sich die Flößerei in der römischen Siedlung, da die Enz ab „Portus” durch den Zufluss von Nagold und Würm schiffbar wird. Über eine zu vermutende Hafenanlage an der Enz ist nichts weiter bekannt. Mit einiger Wahrscheinlichkeit ist der lateinische Name unvollständig überliefert und hatte weitere Bestandteile. Ein weit verbreiteter, auf Philipp Melanchthon zurückgehender Irrtum ist, dass der Name Pforzheim von porta = Tor (zum Schwarzwald) kommt. Im 3. Jahrhundert angefangene römische Großbauten lassen den Schluss zu, dass die kleine Handwerkersiedlung zu einem Verwaltungszentrum, etwa einem Civitas-Hauptort, ausgebaut werden soll. 259 und 260 erobern Franken und Alamannen die rechtsrheinischen Gebiete des römischen Reichs. Die Siedlung Portus wird dem Erdboden gleich gemacht. Die Überlieferung über die Siedlung bricht vorerst ab. Im 6. und 7. Jahrhundert weisen Reihengräberfunde ebenso wie der Ortsname Pforzheim auf die Kontinuität der Siedlung hin. Über die römische Siedlung wächst später die „Alte Stadt” von Pforzheim. Ein Zeugnis unter anderem für diese Zeit ist die Grabungsanlage am Kappelhof im Untergeschoss des Caritas-Gebäudes. 1067 wird Pforzheim in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV. zum ersten Mal erwähnt, um 1080 erhält die Siedlung das Marktrecht. Ab 1220 wird Pforzheim zur Residenz der badischen Markgrafen. Von 1535 bis 1565 ist Pforzheim Residenz des badischen Markgrafen Ernst. Danach wird die Residenz nach Durlach (heute Stadtteil von Karlsruhe) verlegt. Die Stadt bleibt aber Sitz eines badischen Amtes. Vom frühen Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ist Pforzheim ein Handelszentrum für die Flößerei. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert] erlebt Pforzheim seine erste Blütezeit. Im 18. Jahrhundert] entsteht die Schmuck- und Uhrenindustrie, durch die Pforzheim Reichtum und Bekanntheit erlangt. Ende des 20. Jahrhunderts verschwindet die Schmuck- und Uhrenindustrie in großen Teilen aus Pforzheim und wandert nach Fernost (unter anderen China, Thailand: Bangkok) aus. Pforzheim wird in seiner Geschichte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut: 260, 1645, um 1690 gleich dreifach und zuletzt 1945. 1067 bis 15001067 erfolgte die Erste Erwähnung der Siedlung Pforzheim in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV. Beurkundete Besuche Pforzheims durch Kaiser Heinrich des IV waren in den Jahren 1067 und 1074. 1100 war Dem Codex des Klosters Hirsau zu entnehmen, dass die „Alte Stadt” von Pforzheim bereits vor 1100 Marktrecht besitzt und sich im Besitz des Klosters Hirsau befindet. Im 12. Jahrhundert war Die „Alte Stadt” klösterlich-kirchlich geprägt, mit einer Nikolauskapelle (Schutzpatron der Flößer und Schiffer), im Schutz einer frühen Martinskirche, bekommt Konkurrenz von einem neuen Siedlungskern („Neustadt”), unterhalb eines 800m flussaufwärts gelegenen Burgbergs mit einer Michaelskapelle (heutiger Schlossberg mit Schlosskirche). Die „Neustadt” wächst schnell. 1220 wählten die badischen Markgrafen Pforzheim zur Residenz. Der Schwerpunkt verschiebt sich zugunsten der „Neustadt” – die „Alte Stadt” verliert an Bedeutung. 1240 erfolgte die Erste urkundliche Erwähnung eines Pforzheimer „Bürgermeisters”. 1447 wurde mit der „Pforzheimer Fürstenhochzeit” Die Hochzeit des badischen Markgrafen Karl I. mit Katharina von Österreich, der Schwester Kaiser Friedrichs III., mit großem Prunk gefeiert. Unter der besonderen Führung von Johannes Reuchlin entwickelt sich die Pforzheimer Lateinschule zu einer der bedeutendsten Gelehrtenschulen Süddeutschlands. Ihre Lehrer und Schüler spielen eine wichtige und herausragende Rolle in der Ausbreitung des Humanismus und der Reformation. Zu den bekanntesten Schülern gehört Reuchlins Neffe Philipp Melanchthon. Reuchlin ist heute Namensgeber für das Reuchlinhaus (Schmuckmuseum), den Reuchlinpreis, das Reuchlin-Gymnasium. 1500 bis 16801501 erlässt Markgraf Christoph die „Ordnung der flötzer oder schiffer zu Pfortzheim”. Zu den ältesten Gewerben in Pforzheim zählt die Flößerei. Die über Enz, Nagold und Würm geflößten Einzelstämme und Kleinflöße aus dem tiefen Schwarzwald (die langen und geraden Tannen waren als Baumaterial ideal) werden in der Pforzheimer Au zu Großflößen für die untere Enz und die Wasserlinie Neckar/Rhein umgebunden. Jedem Floßfahrer der vergangenen Jahrhunderte sind die Flößer-Stationen Weißenstein, Dillstein und Pforzheim feste Begriffe. Pforzheim besitzt zu dieser Zeit auch eine Zollstation für Flößer, an der Flößer für die Beschiffung der Wasserwege eine Gebühr entrichten müssen. 1535 bis 1565 wurde die Stadt Bei der Erbteilung der badischen Lande Residenz der Markgrafen von Baden-Durlach, die sich jedoch immer mehr in die Rheinebene (Durlach) zurückziehen. 1618 Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges hat Pforzheim eine Einwohnerzahl von insgesamt etwa 2500 bis 3000 Einwohnern und ist damit mit Abstand die größte unter den Städten der Markgrafen von Baden. Zu diesem Zeitpunkt hat Pforzheim schon deutlich Bedeutung gegenüber früherer Zeit eingebüßt, zum Teil weil im 15. Jahrhundert viele Oberschichtfamilien (Patrizier) die Stadt verlassen. 1645 Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges brennen bayrische Truppen die „Alte Stadt” nieder. Sie wird ohne Befestigungsanlagen wieder aufgebaut. Damit ist der Status eines dorfähnlichen Weilers besiegelt und sie verschwindet bis auf ein paar Randnotizen aus der Geschichtsschreibung. Die „Neustadt” besteht weiter. Im 13.–15. Jahrhundert kam Pforzheim durch Die tatkräftige Förderung der badischen Markgrafen, die die Stadt als den wichtigsten Stützpunkt ihrer Hausmacht betrachten, und die günstige Lage am Kreuzungspunkt großer Handelsstraßen führen zu einer wirtschaftlichen Blüte. Holzhandel und Flößerei, Gerberei, Tuch- und Zeugmacherei tragen neben dem Handwerk zum Reichtum der Stadt bei. Drei Orden lassen sich in der Stadt nieder. Die letzten Jahrzehnte dieser Blütezeit, in denen die politische und wirtschaftliche Vormachtstellung zu wanken beginnt, sind in geistiger Hinsicht Höhepunkte der Stadtgeschichte.
Markgrafen von Baden-Pforzheim (spätere Linie Baden-Durlach) 1680 bis 18301689–1697 richtete der Pfälzische Erbfolgekrieg in Südwestdeutschland große Zerstörungen an. Pforzheim wurde von französischen Truppen insgesamt dreimal geplündert und niedergebrannt. Die Zerstörungen erfolgten unter dem Kommando der folgenden Offiziere: Brigadier Comte Ezéchiel de Mélac (Besetzung der Stadt im Oktober 1688, verheerende Niederbrennung der Stadt im Januar 1689, Artilleriebeschuss der Stadt und zweite Niederbrennung der Stadt im August 1689, vielleicht auch Beteiligung an Zerstörungen im September 1692), Marschall Joseph de Montclar (1688, 1689), Marshal Duc de Lorge (1691, 1692), Duc de Villeroy (Artilleriebeschuss der Stadt und Plünderung im August 1691), General Chamilly (Besetzung und Plünderung der Stadt sowie Verwüstung der Fürstengruft in der Schlosskirche im September 1692). 1718 wird das Pforzheimer Waisenhaus (Landeswaisenhaus) im Gebäude des ehemaligen Dominikanerinnenklosters eröffnet. Dieses „Waisen-, Toll-, Kranken-, Zucht- und Arbeitshaus” wird später zur Keimzelle der noch heute existierenden Schmuck- und Uhrenindustrie. 1767 erfolgte die Gründung der Schmuck- und Uhrenindustrie in Pforzheim durch den Markgrafen Karl-Friedrich. Mit Unterstützung eines Unternehmers aus der Schweiz wird zur Beschäftigung der Waisenkinder im Waisenhaus eine Uhrenfabrik eingerichtet. Einige Zeit später kommt die Fertigung von Schmuckwaren noch hinzu. Das Unternehmen entwickelt sich rasch, bald wird in alle Welt exportiert. 1809 wird das badische „Amt Pforzheim” in ein „Stadtamt” sowie ein „Erstes und ein Zweites Landamt” aufgeteilt. Die beiden letzt genannten werden jedoch 1813 wieder zum Landamt Pforzheim vereinigt. 1819 werden Stadt- und Landamt Pforzheim zum „Oberamt Pforzheim” vereinigt, das 1864 in das „Bezirksamt Pforzheim” überführt wird. 1830 bis 19001836 erfindet Ferdinand Öchsle in der Stadt die Mostwaage, mit der noch heute das Mostgewicht des frisch gepressten Traubensaftes in Grad Öchsle gemessen wird. 1861–1863 erfolgt durch den Bau der Bahnstrecke Karlsruhe–Mühlacker die Anbindung Pforzheims an das Eisenbahnnetz. 1868 und 1874 werden mit dem Bau der Enztalbahn und der Nagoldtalbahn auch die zwei großen in Pforzheim einmündenden Schwarzwaldtäler an die Eisenbahn angeschlossen. Dies leitet das Ende der Flößerei ein. 1888 ist Pforzheim Ziel der ersten Überlandfahrt mit einem Automobil, die Bertha Benz (ohne Wissen ihres Mannes Carl Benz) mit ihren beiden Söhnen von Mannheim aus unternimmt. Im 19. Jahrhundert bildeten die Textil-, Metall- und Schmuckwarenfabriken in Pforzheim das industrielle Zentrum des Großherzogtums Baden. Diese Blütezeit wird mit der Zerstörung Pforzheims 1945 vorerst beendet. 1900 bis 19451906 wird der 1. FC Pforzheim deutscher Fußball-Vizemeister. 1938 wird am 9. November während der so genannten „Reichskristallnacht” auch in Pforzheim die Synagoge geschändet und schwer beschädigt. Die Kosten für den Abriss muss die jüdische Gemeinde tragen. 1939 wird Pforzheim Sitz des aus dem Bezirksamt Pforzheim hervorgegangenen Landkreises Pforzheim. Die Stadt selbst wird kreisfrei. 1940 erfolgt die Deportation der letzten in Pforzheim verbliebenen Juden. Nur wenige überleben, fast keiner kehrt nach dem Ende der Naziherrschaft in die Stadt zurück. 1944 arbeiten in 101 Betrieben 18622 Arbeitskräfte. Ein kleinerer Teil der Betrieb produziert Rüstungsgüter, in erster Linie mechanische Kleinteile für diverse Arten von Zündern. Bei den Produktionsstätten handelt es sich zumeist um auf Rüstung umgestellte kleine Familienbetriebe aus dem Bereich der Uhrenproduktion. Lediglich am Stadtrand befand sich eine Fabrik zur Herstellung von Flakgranaten. Insgesamt hatte Pforzheim für die Rüstungsindustrie eine stark untergeordnete Bedeutung und wurde deshalb auch bis kurz vor Kriegsende nicht in größerem Umfang bombardiert. Die Britische Royal Air Force führt Pforzheim ursprünglich lediglich als in der Zielhierachie niederrangiges Ausweichziel auf. Am 23. Februar 1945 wird die Stadt beim Luftangriff auf Pforzheim von 379 britischen Bombern fast völlig zerstört. Innerhalb von 22 Minuten finden 17.600 Menschen den Tod. [1] Die Bomber und der Feuersturm der sich in der engbebauten Altstadt entwickelt, töten damit 31,2 % Prozent der Bevölkerung der Stadt. Nach Hamburg und Dresden ist dies der Angriff mit den meisten Opfern. 98 Prozent des Stadtgebiets werden zerstört. Pforzheim ist damit die am stärksten zerstörte Stadt im gesamten Zweiten Weltkrieg. Insgesamt ist dieser Angriff der konzentrierteste und „erfolgreichste” der Alliierten im Krieg. Möglicherweise ist die verwinkelte, malerische Fachwerkaltstadt, ausgewählt unter der Prämisse der Brennbarkeit, der eigentliche Grund für den Angriff, da die feinmechanische Industrie, mittlerweile weitgehend auf die Produktion von Zündern umgestellt, ausgelagert ist. Nach dem Krieg wird Pforzheim rasch wieder aufgebaut. Die Stadt wächst durch Eingemeindungen stark an. Das heutige Stadtbild ist durch den Stil der 1950er Jahre geprägt. Seit 19501955 stiftet die Stadt Pforzheim den Reuchlinpreis. Am 10. Juli 1968 werden Pforzheim und seine Umgebung von einem Tornado der Stärke F4 nach der Fujita-Tornado-Skala heimgesucht. Zwei Menschen sterben, über 200 werden verletzt, 1750 Häuser werden beschädigt. Auf einer Strecke zwischen Wurmberg und Büchenbronn gibt es zum Teil erhebliche Forstschäden, die das Landschaftsbild für Jahrzehnte prägen werden. Die durch den Tornado zerstörten Oberleitungen von O-Bus und Straßenbahn werden nicht mehr repariert, Pforzheim stellt den öffentlichen Personennahverkehr der Stadtwerke vollständig auf Dieselomnibusse um. Das Ittersbacher Bähnle (S-Bahn Pforzheim–Ittersbach) wird nicht wieder aufgebaut. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 geht der Landkreis Pforzheim im neu gebildeten Enzkreis auf, dessen Sitz die Stadt Pforzheim wird. Sie selbst bleibt aber kreisfrei. Pforzheim wird ferner Sitz der neu gebildeten Region Nordschwarzwald. Am 1. Januar 1975 überschreitet die Einwohnerzahl durch die Eingemeindung von Huchenfeld die Grenze von 100.000, wodurch Pforzheim zur Großstadt wird. 1983 fanden in Pforzheim die Heimattage Baden-Württemberg statt und 1992 war die Stadt Gastgeber der Landesgartenschau Baden-Württemberg. EingemeindungenEhemals selbständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Pforzheim eingegliedert wurden
Einwohnerentwicklung1881 hatte Pforzheim 25.000 Einwohner, bis 1902 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges verlor die Stadt etwa die Hälfte ihrer Bewohner. Erst 1960 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 80.000 wieder den Vorkriegsstand. Am 1. Januar 1975 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Pforzheim durch die Eingemeindung von Huchenfeld die Grenze von 100.000, was sie zur Großstadt machte. 2004 betrug der Anteil der nichtdeutschen Einwohner an der Gesamtbevölkerung nach Angaben der Stadtverwaltung 17,1 Prozent (20.335 Personen). Die meisten Ausländer kamen aus der Türkei (5.912), Italien (3.920), dem ehemaligen Jugoslawien (3.378) und aus der GUS (1.129). Ende September 2005 lebten in Pforzheim nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 119.014 Menschen mit Hauptwohnsitz. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung”, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung”. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
¹ Volkszählungsergebnis ReligionenNachdem Markgraf Karl II. von Baden 1556 in der Markgrafschaft Baden, dessen Residenz Pforzheim seinerzeit noch war, die Reformation einführte, war Pforzheim über Jahrhunderte eine protestantische Stadt. Die Gemeindeglieder in Pforzheim gehören, sofern sie nicht Mitglied einer Freikirche (Siebenten-Tags-Adventisten, Baptisten, Evangelisch-methodistische Kirche, Heilsarmee) sind, zum Dekanat Pforzheim der Evangelischen Landeskirche in Baden. Weitere Religionsgemeinschaften mit Wurzeln im Christentum:
Spätestens seit dem 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken nach Pforzheim. Sie gehören zum Dekanat Pforzheim der Erzdiözese Freiburg. Sonstige vertretene Religionsgemeinschaften:
Politik(Ober-)BürgermeisterAn der Spitze der Stadtverwaltung stand zunächst der vom Stadtherrn ernannte Schultheiß. Später bestand ein Rat mit einem Bürgermeister an der Spitze, der seit 1849 den Titel „Oberbürgermeister” führt. Die Amtszeiten der Bürgermeister bis 1750 sind nicht bekannt. Es werden in den Geschichtsquellen lediglich die Namen der Bürgermeister erwähnt.
GemeinderatDie Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
WappenDas Wappen der Stadt Pforzheim zeigt in gespaltenem Schild vorn in Gold ein roter Schrägbalken, hinten von Rot, Silber, Blau und Gold geteilt. Die Stadtflagge ist Weiß-Blau. Der Schrägbalken ist schon seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar als Symbol der Stadtherren von Pforzheim, das später auch das Landeswappen von Baden wurde, doch ist die Bedeutung bis heute unklar. Ab 1489 ist das Wappen in seiner ganzen Form nachweisbar, dessen Bedeutung ebenfalls nicht nachgewiesen werden konnte. Die heutige Tingierung ist aber erst seit 1853 gebräuchlich, zuvor war die Farbgebung eine andere. Städtepartnerschaften und -freundschaftenPforzheim unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
Städtefreundschaften bestehen mit folgenden Städten bzw. Gebieten:
Wirtschaft und InfrastrukturPforzheim ist eines der Oberzentren in Baden-Württemberg und verfügt über eine der höchsten Industriedichten des Landes. Die Wirtschaft ist nur zum kleineren Teil ausgerichtet auf die Herstellung von Uhren und Schmuck. Zwei Drittel der Arbeitsplätze werden gestellt durch die Bereiche Metallverarbeitung, Elektronik und Elektrotechnik. Der Versandhandel (Bader, Klingel, Wenz) nimmt mit seinen Millionenumsätzen eine führende Position in Deutschland ein. Der Fremdenverkehr gewinnt zunehmend an Bedeutung. Hier profitiert die Stadt von ihrer günstigen Drei-Täler-Lage zum Schwarzwald und den damit unter anderen verbundenen Ausgangspunkten für zahlreiche Wander-, Fahrrad- und Wasserwege. Durch Pforzheim läuft der Europäische Fernwanderweg E1. Außerdem beginnen in Pforzheim die drei Höhenwanderwege Westweg, Mittelweg sowie der Ostweg. VerkehrStraßenverkehrNördlich von Pforzheim verläuft die Bundesautobahn A 8 (Karlsruhe–Stuttgart), an welcher die Stadt über drei Ausfahrten zu erreichen ist. Durch die Stadt selbst führen die Bundesstraßen B 10 (Karlsruhe–Stuttgart) und B 294 (Calw–Bretten). Ferner beginnt hier die B 463 in Richtung Nagold. SchienenverkehrPforzheim Hauptbahnhof liegt an der Bahnlinie Karlsruhe-Stuttgart. Auf dieser verkehrt zweistündlich ein Intercity-Zug der Linie Karlsruhe–Stuttgart–Nürnberg. Ferner führen zwei Eisenbahnlinien in den Schwarzwald nach Bad Wildbad (Enztalbahn) und nach Nagold (Nagoldtalbahn). Die Pforzheim bedienende Strecke „S 5” von Bietigheim-Bissingen nach Wörth am Rhein wird von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft betrieben, ebenso seit 2002 die Enztalbahn „S 6” nach Bad Wildbad. Daneben ist Pforzheim auch an das Stadtbahnnetz von Karlsruhe angeschlossen. Zwischen 1931 und 1968 verkehrte zwischen Pforzheim und Ittersbach die Kleinbahn der Pforzheimer Verkehrsbetriebe. Zuvor (seit 1899) gehörte die Strecke der BLEAG (Badische-Lokaleisenbahn-Aktiengesellschaft). BusverkehrDen sonstigen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Stadtgebiet bedienen Busse der SVP Stadtverkehr Pforzheim GmbH & Co. KG (SVP) und verschiedene andere Verkehrsunternehmen. Sie alle fahren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbundes Pforzheim-Enzkreis. MedienIn Pforzheim erscheinen als Tageszeitungen die Pforzheimer Zeitung und der Pforzheimer Kurier, eine Regionalausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN), die in Karlsruhe ihre Hauptredaktion hat. Der einzige regionale Radiosender ist Die neue Welle – Das Reporterradio für Pforzheim, den Enzkreis und Calw (nachfolge Radio von Hit1) auf UKW 91.4. Gerichte und BehördenPforzheim verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Karlsruhe gehört. Außerdem beherbergt die Stadt ein Arbeitsgericht und mehrere Notariate. Pforzheim ist auch Sitz des Regionalverbands Nordschwarzwald, der IHK Nordschwarzwald, deren Kammerbezirk die Region Nordschwarzwald umfasst, einer Agentur für Arbeit und eines Finanzamts. Die Stadt ist ferner Sitz des Kirchenbezirks Pforzheim der Evangelischen Landeskirche in Baden und des Dekanats Pforzheim des Erzbistums Freiburg. Pforzheim ist Sitz der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald. Im Nordschwarzwald agiert sie als kritischer Partner der Politik, als unabhängiger Anwalt des Marktes und als kundenorientierter Dienstleister der regionalen Gesamtwirtschaft. Bildung
Pforzheim hat auch ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Grund- und Hauptschulen). Das Abitur kann auf dem Reuchlin-Gymnasium, dem Kepler-Gymnasium, dem Hebel-Gymnasium, dem Theodor-Heuss-Gymnasium, dem Hilda-Gymnasium, dem Schiller-Gymnasium (privates Ganztagesgymnasium), der Fritz-Erler-Schule (wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium), der Heinrich-Wieland-Schule (technisches Gymnasium), der Johanna-Wittum-Schule (Ernährungswissenschafltiches Gymnasium/ Biotechnologisches Gymnasium), sowie auf der Waldorfschule abgelegt werden. Neben den allgemeinbildenden Schulen gibt es in Pforzheim auch eine Reihe von Sonderschulen: Die Pestalozzi- und die Bohrainschule sind Förderschulen. Schülerinnen und Schüler mit einer geistigen Behinderung besuchen die Gustav-Heinemann-Schule. Die örtliche Sprachheilschule ist die Schule am Schlosspark. Kultur und SehenswürdigkeitenTheater
Orchester
Museen
Kulturelle Einrichtungen
Bauwerke
Sonstige Sehenswürdigkeiten
Regelmäßige Veranstaltungen
PersönlichkeitenEhrenbürger(kleine Auswahl)
Söhne und Töchter der Stadt
Sonstiges
Vereine
QuellenLiteratur
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