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Pirmasens ist eine kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz, Deutschland. Sie ist umschlossen vom Landkreis Südwestpfalz und liegt am Westrand des Pfälzer Waldes. Ihr Name geht auf den heiligen Pirminius zurück, der das Kloster in Hornbach gründete. Pirmasens galt lange als die deutsche Schuhmetropole. Geografische LagePirmasens liegt am südwestlichen Rand des Pfälzer Waldes. Im Westen liegen die Stadt Zweibrücken und der Saar-Pfalz-Kreis, im Norden die Kreise Kusel und Kaiserslautern, im Nordosten der Kreis Bad Dürkheim, im Osten der Kreis Südliche Weinstraße und im Süden die Staatsgrenze zu Frankreich mit dem „Pays de Bitche” (Bitscher Land). StadtgliederungDie Kernstadt gliedert sich in acht Teile. Historischer Kern ist der Horeb, an ihn schliessen sich der Kirchberg, das Winzler Viertel, der Schachen und die Husterhöhe an. An der Peripherie der Kernstadt liegen im Norden der Sommerwald (ehemals Maler-Bürkel-Siedlung), Im Südosten die Ruhbank und im Westen der Erlenteich. Bei den sieben Ortsbezirken (Erlenbrunn, Fehrbach, Gersbach, Hengsberg, Niedersimten, Windsberg, Winzeln) handelt es sich um ehemals selbstständige, dann eingemeindete Dörfer. Seither ist der Bürgermeister durch einen Ortsvorsteher ersetzt, die Befugnisse des früheren Gemeinderats sind hauptsächlich auf den Stadtrat, in geringerem Maße auch auf den neuen Ortsbeirat übergegangen. KlimaGeschichteBis 1900Seine erste urkundliche Erwähnung fand Pirmasens um 860 als „pirminiseusna”, eine dem Kloster Hornbach unterstehende Siedlung. Der Name geht auf den Hl. Pirminius zurück, den Gründer des Klosters Hornbach. Der Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt fühlte sich im Jagdschloss seines Vaters in Pirmasens so wohl, dass er der Siedlung 1763 die Stadtrechte verlieh und seine Residenz hierher verlegte. Er baute in Pirmasens eine Garnison auf, da er im elsässischen Buchsweiler keine bewaffneten Soldaten stationieren durfte. Die Stadt bekam eine Stadtmauer, ein Schloss, einen Exerzierplatz und die größte Exerzierhalle Europas nach jener im russischen Sankt Petersburg. Mit dem Tod des Landgrafen im Jahr 1790 wurde die Garnison aufgelöst und die kurze Blüte der Stadt war vorbei. 1793 schlugen Preußen und Braunschweig die französische Moselarmee in der Schlacht bei Pirmasens. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass Pirmasens von 1793–1815 zu Frankreich fiel. Danach kam die Stadt mit der übrigen Pfalz zu Bayern. Seit 1900Die Encyclopædia Britannica aus dem Jahr 1911 vermerkt unter dem Stichwort Pirmasens:
1923/24 versuchten pfälzischen Separatisten, in Pirmasens dauerhaft Fuß zu fassen, scheiterten aber am 12. Februar 1924: Es kam zur gewaltsamen Stürmung des Bezirksamts, des Sitzes der separatistischen Stadtregierung und zu mehreren Todesopfern auf beiden Seiten. Am 9. November 1938 wurde die Synagoge während der sog. „Novemberpogrome” erstört; heute erinnert eine Gedenktafel in der Synagogengasse an den Standort des Gebäudes. Nach einem ersten alliierten Bombenangriff am 9. August 1944 gab es zahlreiche Todesopfer unter der Bevölkerung. Am 15. März 1945 folgte eine weitere Bombardierung, die zur vollständigen Zerstörung der Innenstadt führte; eine Woche später, am 22. März 1945, marschierten amerikanische Truppen in das Stadtgebiet ein, wodurch der Zweite Weltkrieg für die Bevölkerung zu Ende war. 1946 wurde Pirmasens Teil des neu gegründeten Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurden 1969 die Dörfer Erlenbrunn, Fehrbach, Hengsberg, Niedersimten und Winzeln nach Pirmasens eingemeindet sowie 1972 Gersbach und Windsberg. Der Standort Pirmasens der FH Kaiserslautern wurde 1989 gegründet. 1997 schließlich verließen die US-Truppen fast vollständig den Standort Husterhöhe. EinwohnerentwicklungEntwicklung der Einwohnerzahl (ab 2002 31. Dezember):
Während die Bevölkerung in allen Kreisen des Bundeslandes zwischen 1950 und 2000 wuchs, war Pirmasens die einzige Stadt in der die Bevölkerungszahl zurückging. Grund für den Rückgang war der Niedergang der Schuhindustrie, nachdem viele Firmen ihre Standorte ins Ausland verlagert haben, sowie der Abzug des Militärs, der einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region darstellte. Laut dem Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz wird die Bevölkerungszahl in den kommenden Jahrzehnten weiter abnehmen. Im schlimmsten Fall sinkt die Einwohnerzahl bis 2030 auf ca. 32.000, bis 2050 auf ca. 26.000. PolitikStadtratErgebnisse der Stadtratswahl vom 13. Juni 2004: CDU 46,0 % (-1,8) – 21 Sitze (-1) Der hohe Anteil der Stimmen für die rechtsradikalen Republikaner lässt sich in erster Linie durch die schlechte Wirtschaftslage in Verbindung mit einer hohen Arbeitslosigkeit erklären. Bürgermeister
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Kultur und SehenswürdigkeitenMuseen
Bauwerke
Naturdenkmälerund Parks
Sport
BildungPirmasens besitzt als Mittelzentrum des Landkreis Südwestpfalz die drei Gymnasien Hugo-Ball-Gymnasium (ehemals Neusprachliches Gymnasium), Immanuel-Kant-Gymnasium (ehemals Altsprachliches Gymnasium) und Leibnizgymasium (ehemals Naturwissenschaftliches Gymnasium), sowie als Bestandteil der Berufsbildenden Schule Pirmasens ein Technisches und ein Wirtschaftsgymnasium, die beide jedoch nur die Oberstufe anbieten. Weiterhin befinden sich in Pirmasens acht Grundschulen (davon drei in den eingemeindeten Vororten), drei Hauptschulen (Hauptschule Horeb, Husterhöh-Schule und Kirchberg-Hauptschule), eine DOS (Duale Oberschule) und eine Realschule. Das Bildungsangebot wird von der Förderschule Matzenberg und der Berufsbildenden Schule abgerundet. Pirmasens beherbergt eine Abteilung der Fachhochschule Kaiserslautern, die auf dem Konversionsgebiet „Husterhöhe” ausgebaut wird. Ein weiteres Angebot zur nachschulischen Bildung ist die Deutsche Schuhfachschule, die mittlerweile ein Bestandteil der Berufsbildenden Schule ist. Vereine
Regelmäßige Veranstaltungen
Wirtschaft und InfrastrukturWirtschaftstrendsPirmasens war seit dem 19. Jahrhundert das Zentrum der deutschen Schuhindustrie. Die mangelhafte Konkurrenzfähigkeit erschwerte den Unternehmen jedoch ab etwa 1970 in zunehmendem Maße die Massenproduktion. Ein Großteil der ansässigen Schuhfabriken wurden aufgegeben, andere konnten durch Auslagerung der Produktion ins Ausland sowie Spezialisierung auf Nischensegmente überleben. Etwa 15.000 Arbeitsplätze gingen verloren. Auch im Lederhandel, im Maschinenbau und in der Chemie gingen viele Arbeitsplätze verloren. Mit dem Abzug des amerikanischen Militärs ist ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region weggebrochen. Einschließlich der Angehörigen verließen rund 10.000 Menschen die Stadt. Etwa 4.000 Arbeitplätze gingen mittelbar verloren. Die Arbeitslosenquote lag 2002 bei 14,9% - der höchste Wert in Rheinland-Pfalz. Ein Hoffnungsträger ist die Konversion des ehemaligen Kasernengeländes für die Fachhochschule und für Unternehmensgründungen. Durch eine Verbesserung der Infrastruktur, z.B. durch den vierspurigen Ausbau der B 10 zwischen der A 8 und der A 65 in Landau soll der Standort an Attraktivität gewinnen. Weiterhin soll das Messegelände Pirmasens in den Jahren 2007 und 2008 modernisert werden, so dass das Gelände nach Abschluss der Arbeiten über eine überdachte Fläche von 36.000 m² in 10 Hallen besteht, inkl. Kongressbereich mit fünf Konferenzräumen und Sitzungssaal. VerkehrDie A 8 bindet die Stadt an das Saarland an, über die lediglich einspurig gebaute A 62 ist der Anschluss nach Kaiserslautern und Trier gewährleistet. Nach Osten hin bindet die B 10 die Südwestpfalz an die Rheinschiene an, wobei ein Ausbau zur vierspurigen Schnellstrasse das infrastrukturelle Defizit verbessern soll. Über die 6,97 km lange Stichstrecke Pirmasens Nord – Pirmasens Hauptbahnhof wird die Stadt Pirmasens an das regionale Schienennetz angebunden. Vom Verteilerbahnhof Pirmasens-Nord führt in westliche Richtung die Queichtalbahn (Kursbuchstrecke 675) nach Landau, in östlicher Richtung die Schwarzbachtalbahn (Kursbuchstrecke 674) nach Saarbrücken und in nördlicher Richtung die Biebermühlbahn (Kursbuchstrecke 672) nach Kaiserslautern. Alle Verbindungen gehören zum Nahverkehr der DB, Fernverkehrszüge fahren auf den Strecken von und nach Pirmasens heute nicht mehr. Der ehemalige Güterbahnhof in Pirmasens wurde Ende der 1990er-Jahre aufgelassen und findet heute seine Nutzung als Diskothek. Den Nahverkehr in Pirmasens bedienten von 1905 bis 1943 eine elektrische Straßenbahn und von 1941 bis 1967 Oberleitungsomnibusse. Ansässige UnternehmenPirmasens war und ist immer noch von der Schuhindustrie geprägt. Das große Sterben der Schuhfabriken in den letzten dreißig Jahren hat deutliche Spuren hinterlassen, mit 'Peter Kaiser' ist in Pirmasens die älteste Schuhfabrik Deutschlands zu finden, gegründet 1838. Viele leer stehende Fabrikationsflächen wurden in den letzten Jahren sinnvoll umgewandelt, es entstanden etwa der 'Neuffer-Komplex', der Ärzte, Unternehmen und einen Radiosender beherbergt. Doch nicht nur die Schuhfertigung selbst, auch ihre Zulieferindustrie haben Pirmasens geprägt und prägen die Stadt immer noch. Die chemische Industrie, die etwa Leisten und Sohlen produziert – beispielsweise die Firma 'Framas', die für Adidas und Nike sämtliche Leisten liefert – ist immer noch ein großer Arbeitgeber. In direkter Nachbarschaft finden sich auch die Chemiefirmen 'profine GmbH', unter dem Namen 'Kömmerling' lange größter Arbeitgeber der Stadt und 'Keck', die mit ihren Industriefarben unter anderem Adidas beliefern. Galt früher, dass jeder deutsche Fuß einmal Pirmasenser Schuhe trug, so hat heute fast jeder Fußballer schon einmal gegen einen mit Pirmasenser Farben hergestellten Ball getreten. Nach langen Jahren des Niedergangs ist die Park & Bellheimer AG (hervorgegangen aus der 'Parkbrauerei Pirmasens & Zweibrücken AG') seit ihrer Übernahme durch die Mannheimer Eichbaum-Brauereien derzeit in ihrem Bestand nicht mehr gefährdet. Die Umnutzung alter Industrie- und Militärflächen ist für Pirmasens ein großes Problem, aber auch eine große Chance, da so junge Unternehmen sich kostengünstig ansiedeln können. Etwa die Firma 'Convar', weltweit bekannter Spezialist für Datenrettung, die schon Datenträger aus den Trümmern des World Trade Centers wiederherstellte. MedienPirmasens hat als einzige pfälzische Stadt neben Zweibrücken zwei Tageszeitungen. Die „Pirmasenser Zeitung”, unter dem Namen „Pirmasenser Wochenblatt” schon 1832 erschienen und „Die Rheinpfalz” mit ihrem Lokalteil '"Pirmasenser Rundschau"'. Beide Zeitungen gehören zur Medien-Union. Außerdem erscheint in Pirmasens das Pirmasenser Stadtmagazin „PSechs”. Im Neuffer-Komplex hat Rockland Radio seinen Sitz, das Programm wird zu großen Teilen auch vor Ort produziert. Freizeit- und SportanlagenViele Sport- und Freizeitanlagen werten die Attraktivität von Pirmasens auf. Der "Pirmasenser Luft- und Badepark (Plub)" ist das städtische Schwimmbad von Pirmasens. Das dazu gehörende Freibad wurde zur Saison 2006 nach einer Renovierung neu eröffnet und hatte allein im Juli 2006 über 35.000 Besucher. Auch sehr neu ist das städtische Stadion "Husterhöhe", welches vom Fußballverein FK Pirmasens genutzt wird. Erwähnenswert ist zudem die Sport- und Freizeitanlage "Eisweiher", welche um den gleichnamigen See herum angelegt ist und in dem alljährlich ein Spiel- und Sportfest für Kinder stattfindet. Im sog. "Strecktalpark" gibt es auch einen Weiher und eine Anlage für Skater. Dieser Park ist auch Veranstaltungsort für das seit 2005 etablierte "MoGugge-Event", welcher die zentrale Aktion des Freizeitportals der Stadt Pirmasens MoGugge.de darstellt. Der "Strecktalpark" ist ein vorbildliches Beispiel für Renaturierung und Nutzung von ehemalig industriell genutzten Flächen. Söhne und Töchter der Stadt
SonstigesPirmasens ist ...
Literatur
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