Pleidelsheim in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Koordinaten: 48° 58′ N, 9° 12′ O
Höhe: 182–243 m ü. NN
Fläche: 10,18 km²
Einwohner: 6324
Bevölkerungsdichte: 621 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74385
Vorwahl: 07144
Kfz-Kennzeichen: LB
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 063
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marbacher Straße 5
74385 Pleidelsheim
Webpräsenz: www.pleidelsheim.de
Bürgermeister: Ralf Trettner

Pleidelsheim ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg, etwa acht Kilometer nördlich der Kreisstadt Ludwigsburg.

Geschichte

Pleidelsheim wurde erstmals im Jahre 794 im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Der Ort geht auf eine fränkisch-alemannische Gründung des 6./7. Jahrhundert zurück. Namensgeber ist ein gewisser Blidolv, dessen Gehöft auf dem heutigen Gemeindegebiet lag (im Bereich der heutigen Mundelsheimer Straße). In alten Chroniken und Karten lautet der Ortsname deshalb zumeist "Blidolvsheim". Im 12. Jahrhundert gehörte der Ort zum Einflußbereich der Staufer.

Pleidelsheim gehörte bis 1938 zum Oberamt Marbach. Seither ist es Teil des Landkreises Ludwigsburg.

Religionen

Seit Einführung der Reformation im 16. Jahrhundert ist Pleidelsheim vorwiegend evangelisch geprägt. Der evangelische Pfarrer von Pleidelsheim heißt Herbert Würth. Mit der Fatih-Moschee gibt es aber auch ein muslimisches Gotteshaus. Die Katholiken werden von zuständigen Pfarrer in Freiberg am Neckar betreut, obwohl es in Pleidelsheim eine katholische Kirche gibt.

Politik

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl vom 13. Juni 2004 führte zu folgendem Ergebnis:

  • FWV 26,8% (-1,8): 6 Sitze (=)
  • CDU 29,2% (+4,4): 4 Sitze (=)
  • SPD 21,1% (-0,7): 3 Sitze (=)
  • Die Gruppe 13,4% (-0,9): 2 Sitze (=)
  • OGLP 9,5% (+1,5): 1 Sitz (=)
  • Andere 0,0% (-2,5): 0 Sitze (=)

Bürgermeister

  • 1925-1945: Hermann Keller
  • 1948-1960: Hermann Keller
  • 1960-1982: Eberhard Siegle
  • 1982-1998: Erwin Paulus
  • 1998-2001: Ulrich Bahmer
  • 2001-2007: Ralf Trettner

Wappen und Flagge

Das Wappen zeigt in Gold zwei schräg gekreuzte schwarze Doppelhaken. Als Marksteinzeichen diente früher ein B (gemäß der alten Schreibweise, s.o.). Im Gemeindesiegel erscheint später ein einzelner Doppelhaken. 1937 „verdoppelte” die Gemeinde ihre Wappenfigur, womit das heutige Wappen entstand.

Die Gemeindeflagge ist rot-weiß und wurde am 13. September 1954 verliehen. Dabei wurden bewusst Farben gewählt, die von denen des Gemeindewappens abwichen, um die Flagge von der Landesflagge zu unterscheiden.

Partnerschaften

Fertöszentmiklós in Ungarn ist seit 1987 Partnergemeinde von Pleidelsheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

In Pleidelsheim gibt es das Krauser-Gedächtnis-Zweiradmuseum und seit 1998 ein Evangelisches Kirchenmuseum im Pfarrhaus.

Bauwerke

Die Mauritiuskirche weist einen mächtigen Wehrturm aus dem 14. Jahrhundert auf, der als Wahrzeichen Pleidelsheims gilt und schon von weitem sichtbar ist. Er ist einer der ältesten erhaltenen Kirchtürme in der Region. Die Kirche selbst wurde in ihrer Geschichte mehrmals umgebaut und erweitert; ihre heutige Gestalt erhielt sie im Jahre 1586. Der wuchtige, flachgedeckte Sandsteinbau besitzt im Innern eine große Empore, die mit Bildtafeln aus dem 17. Jahrhundert geschmückt ist. Aus der selben Zeit wie die Gemälde stammt auch die Kanzel.

In unmittelbarer Nähe der Mauritiuskirche befinden sich das Pfarrhaus (Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert), die Mühle (ehemalige Kelter, Steinhaus von 1511), der Gasthof Ochsen (um 1600) sowie zahlreiche andere historische Fachwerkbauten des 16. und 17. Jahrhundert. Das Alte Rathaus von 1613 befindet sich in der Ortsmitte, mitten in der Hauptstraße.

Wirtschaft und Infrastruktur

Pleidelsheim ist ein Zentrum des Spargelanbaus in der Region. Der früher bedeutende Tabakanbau ist jedoch zum Erliegen gekommen.

Verkehr

Pleidelsheim ist über die Bundesautobahn A 81 (Würzburg - Gottmadingen) an das überregionale Straßennetz angebunden.

Umweltzone

In Pleidelsheim gilt ab dem 01. Juli 2008 die Feinstaubplakettenpflicht, wenn im Jahr 2007 der Grenzwert für den PM 10- Tagesmittelwert nicht eingehalten wird. Sollte der Grenzwert eingehalten werden, gilt das Fahrverbot ab dem 01. Januar 2010. Alle Fahrzeuge die ab diesem Zeitpunkt in oder durch den Ort fahren, müssen mindestens der Schadstoffgruppe 2 angehören. Fahrzeuge der Schadstoffgruppe 1 (ohne Plakette) unterliegen einem Fahrverbot.

Zum 01. Januar 2012 wird das Fahrverbot nach der Kennzeichnungsverordnung auch auf Fahrzeuge der Schadstoffgruppe 2 (rote Plakette) ausgeweitet.[1]

Ansässige Unternehmen

  • Die Firma Parker Hannifin GmbH & Co. KG (O-Ring Division Europe) beschäftigt in Pleidelsheim etwa 300 Mitarbeiter in der Produktion von Dichtungen.

Bildung

Mit der Friedensschule hat Pleidelsheim eine eigene Grundschule. Darüber hinaus gibt es mehrere Kindergärten.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Ludwig von Hofer (1801-1887), württembergischer Hofbildhauer
  • Hermann Keller (1900-1975), Altbürgermeister
  • Daniel Pfeiffer (1904-1991), Schulrektor (Ehrenbürger: 1982)
  • Karl Langeneck (1902-1997), Sängerfunktionär (Ehrenbürger: 1992)

Söhne und Töchter der Stadt

  • Adelbert von Keller (1812–1883), Germanist und Romanist

Quellen




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Informationsportal über Pleidelsheim in Baden-Württemberg - 25.5.2012