Pocking in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Koordinaten: 48° 14′ N, 13° 11′ O
Höhe: 323 m ü. NN
Fläche: 68,82 km²
Einwohner: 15.715
Bevölkerungsdichte: 228 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94060
Vorwahl: 08531
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 141
Adresse der
Stadtverwaltung:
Simbacher Straße 16
94060 Pocking
Webpräsenz: www.pocking.de
Bürgermeister: Josef Jakob (CSU)

Pocking ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Passau.

Sie liegt etwa 30 km südwestlich von Passau, entlang der österreichischen Grenze und wurde am 2. Oktober 1971 zur Stadt erhoben.

Wappen

Das Wappen der Stadt Pocking ist gespalten in Blau und Silber; vorne über drei goldene Wellenleisten ein nach links gewendeter goldener Halbmond, darunter ein aus dem unteren Schildrand wachsender nach rechts gewendeter silberner Pferdekopf; hinten unter einem erhöhten roten Schrägbalken eine bewurzelte grüne Eiche mit drei goldenen Eicheln, belegt mit zwei schräg gekreuzten blauen Schlüsseln.

Bereits in karolingischer Zeit ist Pocking urkundlich erwähnt. Im Jahre 820 schenkte "Perhthelm" alle seine Güter "ad pochingas" dem Kloster Mondsee, dessen Wappen eine Goldene Mondsichel und drei goldene Wellen auf blauem Grund sind.

Pocking, Hauptsitz der Rottaler Pferdezucht, symbolisiert durch den silbernen Pferdekopf, blickt auf eine reiche geschichtliche Vergangenheit zurück. Die Entwicklung seit dem späten Mittelalter wird durch das Wappen der Herren von Rottau (roter Schrägbalken in Silber) sinnbildlich dargestellt. Sie waren Besitzer der Hofmark Pocking.

Das Wappen des Marktes Hartkirchen ist versinnbildlicht durch die beiden Schlüssel, die auf das Patronat St. Peter hinweisen. Die stilisierte Eiche betont, dass noch im ausgehenden Mittelalter der Ort als Stätte eines Ehaftsgerichts des Gerichts Griesbach urkundlich nachweisbar ist. Sie ist zugleich redend für den Ortsnamen, der von "Hart", d.h. Wald, abgeleitet wird.

Das neue Wappen entstand nach der freiwilligen Eingliederung der Gemeinden Kühnham, Indling und des Marktes Hartkirchen nach den Entwürfen des Heimatpflegers Wilhelm Millauer.

Geschichte

Bereits im 1. Jahrhundert wurde im Gebiet des späteren Pocking eine römische Siedlung gegründet, im 6. Jahrhundert ließen sich die Bajuwaren hier nieder. Im Jahr 820 ist die erste urkundliche Erwähnung als ein Perthelm seinen Besitz "ad pochingas" dem Kloster Mondsee zum Geschenk machte.

1824 bildete Pocking eine eigene politische Gemeinde und wurde 1971 zur Stadt erhoben.

Während der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Pocking ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde auf dem Lagergelände ein DP-Lager eingerichtet für jüdische so genannte "Displaced Persons". Mit einer Zahl von bis zu 7645 Bewohnern im Jahr 1946 war das Lager Pocking das zweitgrößte DP-Lager in Deutschland nach Bergen-Belsen. Das Lager Pocking wurde im Februar 1949 aufgelöst.

Wirtschaft und Infrastruktur

Einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist der Kiesabbau, wovon es aktuell vier Gruben gibt. Ein weiterer Wirtschaftsfaktor ist auch die Landwirtschaft. Insgesamt gibt es 180 Gewerbebetriebe im Stadtgebiet. Im Übrigen profiert Pocking durch die Lage im niederbayerischen Bäderdreieck - Bad Füssing (Europas größtes Thermalbad) - Bad Griesbach - Bad Birnbach.

Verkehr

Pocking ist über die Bundesautobahn 3 nach Norden sowie über die aus dieser hervorgehenden österreichischen Autobahn 8 nach Osten an das europäische Autobahnnetz angeschlossen (E 56), daneben existieren mit der Bundesstraße 388 und der Bundesstraße 12 zwei Verbindungen in Richtung München. Es ist geplant, die B 12 zur Bundesautobahn 94 auszubauen.

Am 1. September 1879 erhielt der Ort durch die Eröffnung der "Rottalbahn" von Neumarkt-Sankt Veit über Eggenfelden und Pfarrkirchen nach Pocking Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1888 wurde die Strecke um die Verbindung von Pocking nach Passau ergänzt. Am 29. Oktober 1910 wurde Pocking mit der Betriebsaufnahme der Nebenbahn Pocking - Simbach am Inn zum Bahnknotenpunkt. Der Personenverkehr auf der Verbindung nach Simbach endete jedoch am 1. Juni 1969, Güterverkehr wurde noch etwa 30 Jahre bis Tutting angeboten. Mitte 2006 wurde die Bahnstrecke schließlich komplett aufgelöst und demontiert.
Die Bahnverbindung (Mühldorf -) Neumarkt-Sankt Veit - Pocking - Passau wird heute durch die SüdostBayernBahn (Infrastruktur und Personenverkehr) sowie durch Railion (Güterverkehr) betrieben.

Umwelt

Im Stadtzentrum befindet sich der Stadtpark als "Grüne Lunge", der seit 30 Jahren nicht mehr bebaut wurde.
Die Stadt betreibt eine Kläranlage - die Klärschlammtrocknung erfolgt durch Solarenergie.

Solarpark

Am 27. April 2006 wurde das bis dahin weltweit größte zusammenhängende, netzgekoppelte Solarkraftwerk der Welt eingeweiht. Es befindet sich auf dem ehemaligen Standortübungsplatz der Rottalkaserne südlich der geplanten BAB 94 nahe Kirchham. Die Anlage hat eine Leistungsspitze von 10 Megawatt aus 62.500 Fotovoltaikmodulen, die auf 36 Hektar verteilt sind. Die Baukosten betrugen 40 Mio. Euro. Mit dieser Anlage können 3.300 Einfamilienhäuser mit Strom versorgt werden[1].

Söhne und Töchter der Stadt

  • * Hanns Meilhamer, Liedermacher und Kabarettist - Herbert von Herbert und Schnipsi

Partnerstädte

  • Metulla, Israel

Literatur

  • Anna Rosmus: Pocking. Ende und Anfang: Konstanz 1995. ISBN 3-926937-15-7

Quellen




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Informationsportal über Pocking in Bayern - 25.5.2012