Potsdam in Brandenburg


Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Geographische Lage: 52° 24' N, 13° 4' O
Höhe: 35 m über NN
Fläche: 187,27 km²
Einwohner: 148.691 (Oktober 2006) [1]
Bevölkerungsdichte: 782 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 14401–14482
Vorwahl: 0331
Kfz-Kennzeichen: P
Gemeindeschlüssel: 12 0 54 000
Stadtgliederung: 7 Wohngebiete und
9 neue Ortsteile mit je einem Ortsbeirat
Offizielle Website: potsdam.de
Bevölkerung und Politik
Altersstruktur:
0–18 Jahre: 14,8 %
18–65 Jahre: 67,5 %
ab 65 Jahre: 17,7 %
Ausländeranteil: 4,6 %
Arbeitslosenquote: 10,9 % [2]
Oberbürgermeister: Jann Jakobs (SPD)
Adresse der Stadtverwaltung: Friedrich-Ebert-Str. 79/81
14469 Potsdam
Das Schloss Sanssouci ist das Wahrzeichen der Stadt Potsdam.

Die kreisfreie Stadt Potsdam ist die Landeshauptstadt und zudem die einwohnerreichste Stadt des Bundeslandes Brandenburg.[4]

Das traditionsreiche ehemalige UFA-Filmstudio Babelsberg ist eines der führenden Zentren der Film- und Fernsehproduktion in Europa. Es verfügt über große Kapazitäten an moderner Ausstattung und entwickelt sich zunehmend als Produktionsstätte für internationale Filmprojekte.[5]

Geografie

Geografische Lage

Potsdam befindet sich südwestlich von Berlin am Mittellauf der Havel, in einer eiszeitlich geprägten Wald- und Seenlandschaft. Diese ist durch den Wechsel von breiten Talniederungen und Moränenhügeln charakterisiert, wie dem südlich gelegenen Saarmunder Endmoränenbogen. Das Stadtgebiet besteht heute zu rund 75 % aus Grün-, Wasser- und Landwirtschaftsfläche, lediglich 25 % sind bebaut. [6]

Insgesamt befinden sich über 15 Gewässer in und um Potsdam. Diese sind unter anderem Griebnitzsee, Templiner See, Vorderkappe, Hinterkappe, Neustädter Havelbucht, Tiefer See, Jungfernsee, Lehnitzsee, Krampnitzsee, Weißer See, Sacrow-Paretzer-Kanal, Teltowkanal, Glienicker Lake, Heiliger See, Groß Glienicker See, Sacrower See, Fahrlander See, Wublitz, Großer Zernsee, Schlänitzsee, Schäfersee, Aradosee, Teufelssee und der Hirtenteich. Die Havel fließt am Strandbad Babelsberg bei 29,4 m ü. NN. Die Nuthe mündet gegenüber der Nordwestspitze der Freundschaftsinsel im Stadtgebiet in die Havel. Ablagerungen der Nuthe bildeten früher Teile der Freundschaftsinsel. Der Teltowkanal ist eine 37 km lange künstliche Wasserstraße. Er beginnt an der Glienicker Lake und wurde 1906 eingeweiht. Der Kanal verbindet die Havel bei Potsdam (km 0) mit der Dahme in Berlin-Grünau (km 37,83).

Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Kleine Ravensberg mit 114 m gefolgt vom Großen Ravensberg mit 109 m Höhe. Die tiefste Stelle ist der mittlere Wasserspiegel der Havelgewässer mit 29 m über NN.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten an Potsdam:

Berlin sowie Kleinmachnow, Stahnsdorf , Nuthetal, Michendorf, Schwielowsee (Geltow, Caputh, Ferch) und Werder (Havel) (alle Landkreis Potsdam-Mittelmark) sowie Ketzin, Wustermark und Dallgow-Döberitz im Landkreis Havelland.

Stadtgliederung

Man unterscheidet heute die älteren Wohngebiete Potsdam-Innenstadt, Westliche und Nördliche Vorstadt, Potsdam-Nord und -Süd, Babelsberg sowie Drewitz, Stern und Kirchsteigfeld mit weiteren Unterteilungen. [7] Nach 1990 erfolgten weitere Eingemeindungen. Das Stadtgebiet wurde bis 2003 nach § 3 der Hauptsatzung um die neuen Ortsteile Eiche, Fahrland, Golm, Groß-Glienicke, Grube, Marquardt, Neu Fahrland, Satzkorn und Uetz-Paaren erweitert. Dabei handelt es sich um ehemals selbständige Gemeinden, die seither einen eigenen, von der Bevölkerung gewählten Ortsbeirat mit einem Ortsbürgermeister als Vorsitzenden haben.[8] Die neuen Ortsteile liegen im Norden der Stadt und haben Potsdam um 60 % in der Fläche, aber nur um 12 % der Bevölkerung erweitert. [9]

Wohngebiete im Norden Wohngebiete im Süden Neuere Ortsteile
  • Potsdam-Innenstadt (1)
  • Westliche Vorstadt (2)
    • Brandenburger Vorstadt
    • Potsdam West
    • Wildpark
  • Nördliche Vorstadt (3)
    • Nauener Vorstadt
    • Jägervorstadt
    • Berliner Vorstadt
  • Potsdam-Nord (4)
    • Bornim
    • Bornstedt
    • Eiche
    • Grube
    • Nedlitz
    • Sacrow
  • Babelsberg (5)
    • Babelsberg Nord
    • Babelsberg Süd
    • Klein-Glienicke
    • Villenviertel Neubabelsberg
  • Am Stern, Drewitz, Kirchsteigfeld (6)
  • Potsdam-Süd (7)
    • Templiner Vorstadt
    • Teltower Vorstadt
    • Schlaatz
    • Waldstadt I und II
    • Industriegelände
    • Forst Potsdam Süd
  • Eiche (8)
  • Fahrland (9)
    • Kartzow
    • Krampnitz
  • Golm (10)
  • Groß-Glienicke (11)
  • Grube (12)
    • Schlänitzsee
    • Nattwerder
  • Marquardt (13)
  • Neu Fahrland (14)
  • Satzkorn (15)
  • Uetz-Paaren (16)
    • Paaren
    • Uetz

Klima

In Potsdam herrscht ein gemäßigtes Klima, das sowohl von Norden und Westen her vom atlantischen Klima als auch vom kontinentalen Klima aus Osten beeinflusst wird. Wetterextreme wie Stürme, starker Hagel oder überdurchschnittlicher Schneefall sind selten.

Der Temperaturverlauf entspricht ungefähr dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind geringer als im üblichen kontinentalen Klima, aber höher als im ausgeglicheneren Meeresklima der Küstenregionen. Die Niederschlagsmenge ist mit einer Jahressumme von 590 mm relativ gering. So liegt diese z.B. in Barcelona ebenfalls bei 590 mm, in München hingegen bei etwa 1.000 mm.

Die Klimaforschung ist seit etwa 1874 auf dem Telegrafenberg in Potsdam ansässig. Das Institut für Klimafolgenforschung untersucht wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Fragestellungen in den Bereichen Globaler Wandel, Klimawandel und Nachhaltige Entwicklung. Die Prognosen im Rahmen der globalen Erwärmung sehen ein Zunahme der durchschnittlichen Temperaturen und eine weitere Abnahme des Niederschlages für die nächsten Jahrzehnte in der Region Brandenburg verblieb Potsdam im Besitz der Hohenzollern. Der verheerende Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) und zwei Großbrände verwüsten die Stadt.

Aufstieg als Residenzstadt

Mit dem kurmärkischen Landtag 1653, auf dem der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm I. die Macht des Landadels einschränkte, begann die absolutistische Zeit in Brandenburg. Das umfangreiche Eigentum der Hohenzollern an Schlössern und Grundbesitz ging zum größten Teil in Staatseigentum über. Die Zeit während und nach dem Ersten Weltkrieg war gekennzeichnet durch zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen den politischen und paramilitärischen Kräften im Staat.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus fand am 21. März 1933 der Tag von Potsdam statt. Bei dem inszenierten Staatsakt reichte der greise Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand. Dies sollte als symbolische Geste für ein Bündnis der alten Ordnung mit dem Nationalsozialismus verstanden werden. Die konstituierende Sitzung des Reichstags fand ohne die Sozialdemokraten und Kommunisten in der Potsdamer Garnisonkirche statt, da der Berliner Reichstag aufgrund des Brandschadens nicht zur Verfügung stand. Das Ereignis wurde landesweit im Rundfunk übertragen.

Das Stadtzentrum Potsdams wurde in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges am 14. April 1945 durch einen alliierten Bombenangriff beschädigt. Da ein großer Teil der schweren Bomben und Luftminen in die südlich des Hauptbahnhofs gelegenen Ravensberge fiel, verringerten sich die Schäden im Stadtgebiet. Das Gebiet zwischen dem Alten Markt und der Freundschaftsinsel wurde stark beschädigt, vom Stadtschloss blieben nur noch die Außenmauern übrig. Der Lange Stall explodierte durch eingelagerte Munition und steckte durch Funkenflug die in der Nähe stehende Garnisonkirche in Brand. Ähnlich beschädigt wurden auch weite Teile der nördlichen Vorstadt in der Nähe der Glienicker Brücke. Weitgehend erhalten blieb das Gebiet um den Neuen Markt, die Nikolaikirche sowie kleine zusammenhängende Teile der Altstadt, wie das Holländische Viertel. Bereits kurz nach dem Angriff wurde die Stadt von den Nationalsozialisten zur Festung erklärt. In den Kämpfen der letzten Kriegstage wurde hochstehende Türme durch die sowjetische Artillerie beschossen. Der Turm der Heiligengeistkirche brannte bis auf einen Stumpf nieder, die Nikolaikirche erhielt so schwere Schäden, dass sie erst 36 Jahre später wieder eingeweiht werden konnte. Am 27. April 1945 wurde Potsdam schließlich durch die Rote Armee eingenommen und der Zweite Weltkrieg endete für die Stadt.

Geteiltes Deutschland

Im Schloss Cecilienhof, dem Wohnsitz des letzten deutschen Kronprinzen Wilhelm von Preußen, fand vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 die Potsdamer Konferenz der Siegermächte USA (Harry S. Truman), Großbritannien (zunächst Winston Churchill, später Clement Richard Attlee) und Sowjetunion (Stalin) statt. Die Konferenz endete mit dem Potsdamer Abkommen, welches die deutsche Besatzung in vier Zonen besiegelte.

Mit der Gründung der DDR wurde Potsdam von 1952 bis 1990 zum Verwaltungssitz des neugegründeten Bezirkes Potsdam. Am 25. Juli 1952 nahm der Landtag Brandenburg an, sie wird von einem Rabbiner der Bewegung Chabad Lubawitsch betreut und hat heute ca. 350 Mitglieder. Die zweite Gemeinde ist vom Zentralrat völlig unabhängig und nennt sich „Gemeinde gesetzestreuer Juden”. Zudem ist Potsdam Sitz des liberalen Abraham-Geiger-Kollegs. Dies ist bislang das einzige Rabbinerseminar in Deutschland. Die ursprüngliche jüdische Synagoge in Potsdam wurde während der Pogrome der Reichskristallnacht 1938 geplündert. Endgültig zerstört wurde das Gebäude aufgrund der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg im Jahre 1945. Seitdem gibt es keine jüdische Synagoge mehr in Potsdam, ein Neubau ist allerdings geplant (Stand 2006). [19]

Islam

Es gibt keine aktuellen, zuverlässigen Schätzungen über die Anzahl der Muslime in Potsdam. Eine größere muslimische Gemeinde oder eine bekannte Moschee in der Stadt gibt es nicht. Historisch war Preußen sehr tolerant in religiösen Angelegenheiten. Der preußische König Friedrich II. der Große erklärte 1740:

„Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren [öffentlich bekennen], erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren [bevölkern], so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen.” [20]

Bereits im Jahr 1732 ließ der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. in Potsdam am Langen Stall einen Gebetssaal für zwanzig seiner türkischen Gardesoldaten und damit die erste Moschee auf deutschem Boden errichten. Der Lange Stall wurde allerdings während des Zweiten Weltkrieges 1945 zerstört, heute steht nur noch die aufwendige Frontfassade als ein Potemkinsches Dorf.

Atheismus

Fast 80 Prozent der Bevölkerung gehören zumindest offiziell keiner Religion an. Dies ist vor allem eine Folge der religiösen Diskriminierung in der DDR, welche eine fortschreitende Säkularisierung bewirkte.

Politik

Verwaltung

An der Spitze der Stadt stand seit 1345 ein Consul beziehungsweise ab 1450 ein Bürgermeister. Ein Rat ist ab 1465 nachweisbar. Im 16. Jahrhundert und im 17. Jahrhundert hatte der Rat 4 bis 5 Mitglieder, darunter auch den Bürgermeister. Später hatte der jeweilige Landesherr einen starken Einfluss auf die Stadtverwaltung. Ab 1722 gab es für die Altstadt und die Neustadt einen Magistrat, an der Spitze stand ein Stadtdirektor. 1809 wurde Potsdam eine kreisfreie Stadt mit einem Oberbürgermeister an der Spitze sowie mit einer Stadtverordnetenversammlung als gewähltem Gremium. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Stadtverordnetenversammlung aufgelöst und der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bildete die sowjetische Besatzungszone den Rat der Stadt mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde vom Volk in einer Einheitsliste der Nationalen Front gewählt.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wird die Stadtverordnetenversammlung wieder frei gewählt. Sie ist das Hauptorgan der Stadtverwaltung und die Vertretung der Bürgerinnen und Bürger. Die Stadtverordnetenversammlung wurde zuletzt im Oktober 2003 für eine fünfjährige Amtszeit gewählt, die nächste reguläre Kommunalwahl ist demnach 2008. Die Bezeichnung des Vorsitzenden war von 1990 bis 1999 Stadtpräsident und seither Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Der Vorsitzende wird ebenfalls direkt von den Bürgern gewählt.

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Potsdam hat seit der Kommunalwahl 2003 insgesamt 50 Mitglieder, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen: [21]

Jahr PDS SPD CDU GRÜNE 6 Sonstige Gesamt
2003 17 11 10 3 9 50

Bei den letzten, direkten Oberbürgermeister-Wahlen im September 2002 konnte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erringen. Daher musste durch eine Stichwahl im Oktober 2002 zwischen Jann Jakobs (SPD) und Hans-Jürgen Scharfenberg (PDS) das neue Stadtoberhaupt ermittelt werden. Dabei konnte sich Jann Jakobs mit einer denkbar knappen Mehrheit von 50,1 Prozent durchsetzen. Er übernahm das Amt von Matthias Platzeck der Ministerpräsident des Land Brandenburg

1988
Perugia Italien 1990
Sioux Falls South Dakota, USA 1990
Luzern Schweiz 2002

Kommunale Themen

Die Gestaltung des Stadtbildes, insbesondere der Wiederaufbau der historischen Mitte wird seit 1990 kontrovers diskutiert. Die größeren Bauprojekte der 1990er Jahre, wie der neue Hauptbahnhof, die Wilhelmgalerie oder der moderne Nachbau der Heiligengeistkirche sind aufgrund ihrer Größe, Architektur und Lage umstritten. Besondere Aufmerksamkeit erlebte ab 2005 der Landtagsneubau. Nachdem ein Bürgerentscheid eine relative Mehrheit für den Standort des Stadtschlosses am Alten Markt ergab, ist die endgültige Gestaltung des Gebäudes, insbesondere der Fassade weiterhin umstritten. Während SPD, CDU und Grüne einen möglichst originalen Nachbau bevorzugen, fordert die Linkspartei einen günstigeren, funktionalen Zweckbau. Kontrovers diskutiert wird ebenfalls der Wiederaufbau der Garnisonkirche, nachdem ursprünglich ein originaler Nachbau angestrebt wurde, soll nun ein Versöhnungszentrum mit weitgehend originaler Außengestaltung entstehen. Ein weiteres, großes Bauprojekt ist das Freizeitbad des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyers, welches aufgrund der hohen Kosten voraussichtlich in einer reduzierten Version gebaut werden soll.

Ab Januar 2008 soll das gesamte Potsdamer Stadtgebiet zu einer Umweltzone erklärt werden, welches Fahrverbote für ältere Kraftfahrzeuge bedeuten würde. Ab 2010 soll die Regelung verschärft werden und nur noch grüne Umweltplaketten zugelassen werden. Die Notwendigkeit ist politisch umstritten, da die Feinstaubüberschreitungen gemäß der EU Richtlinie lokal sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und zum Teil nur geringfügig oberhalb des Grenzwertes liegen.[23] Eine Alternative ist der Versuch der Einrichtung einer grünen Welle, um den Verkehrsfluss in den betroffenen Straßen zu verbessern.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Wirtschaft der Stadt Potsdam konnte sich seit der Wiedervereinigung vergleichsweise positiv entwickeln. Die Arbeitslosenquote ist niedriger als im Durchschnitt der Neuen Bundesländer. Sie betrug im November 2006 9,8 %, dicht gefolgt vom angrenzenden Landkreis Potsdam-Mittelmark. Zum Vergleich beträgt die Arbeitslosenquote im Land Brandenburg.[26]

Diese günstige Entwicklung kann auf mehrere Faktoren zurückgeführt werden. Vor allem war die Wirtschaft der DDR in Potsdam eher an Verwaltung, Dienstleistung und Entwicklung orientiert und weniger an Produktion. Damit wurde der abrupte Strukturwandel / Strukturbruch nach der Wiedervereinigung wesentlich erleichtert im Vergleich zu anderen Städten mit hohen Industrieanteilen. Der historische Standort als Forschungszentrum erleichtert zusätzlich die Anpassung an die Erfordernisse einer modernen Marktwirtschaft mit höheren Ausbildungsniveaus. Zudem ist die geographische Lage im „Speckgürtel” von Berlin attraktiv, der Anschluss an Infrastruktur wie Autobahn und Flughafen ist vergleichsweise gut ausgebaut.

In der Stadt sind ca. 6.000 Unternehmen ansässig [27], darunter vor allem kleinere und mittelständische. Zudem haben sich forschungsnahe Unternehmen aufgrund der Vielzahl der Forschungsinstitute angesiedelt. Die Region Potsdam und Umgebung ist laut der Untersuchungen der Boston Consulting Group, A. T. Kearney und BioCom der führende Biotech-Standort in Deutschland. Die Region kann auf eine dynamische Entwicklung verweisen und zählt mit insgesamt 160 Unternehmen und 3.200 direkt Beschäftigten zu den bedeutendsten Biotechnologiestandorten in Europa. Insgesamt beschäftigt die Biotechnologiebrache mit ihren verbundenen Organisationen rund 12.000 Menschen in der Region. [28]

Zu den größeren privaten Einzelinvestoren der letzten Jahre zählt unter anderem die Firma Oracle, die 2001 ihre Deutschlandzentrale nach Potsdam verlegte. Direkt daneben entstand eine von weltweit drei VW-Designzentralen. Das Konsortium Toll Collect verlegte seinen Hauptsitz nach Berlin und Potsdam. Die Firma Katjes errichtete 2006 am Produktionsstandort Babelsberg die erste „gläserne Bonbonfabrik” Europas. [29] Größter privater Investor ist Hasso Plattner, der mit über 200 Mio. Euro ein High-Tech-Zentrum in Form des HPI finanzierte. [30]

Verkehr

Potsdam ist durch die Nähe zu Berlin gut an das Netz der Bundesautobahnen angeschlossen. Die Stadt wird im Westen und Süden vom sogenannten Berliner Ring der A 10 und im Osten von der Autobahn A 115 umgeben, die im Berliner Stadtgebiet auch als AVUS bezeichnet wird. Mehrere Bundesstraßen verlaufen durch das Stadtgebiet, zu ihnen zählen die B 1, B 2 und B 273. Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Die Landstraße L 40 erschließt das südliche Berliner Umland über Stahnsdorf, Teltow, Mahlow, Schönefeld nach Berlin (Treptow-Köpenick) und wird im Potsdamer Stadtgebiet als Nuthe-Schnellstraße (Kraftfahrstraße) bezeichnet. Diese Straße verbindet Potsdam mit den Bundesstraßen B 101, B 96 und B 179.

Trotz der zahlreichen Gewässer in Potsdam gibt es keine Binnenschifffahrt im Sinne von Gütertransporten oder Personenverkehr. Die Gründe liegen unter anderem in der guten Verfügbarkeit der anderen Verkehrswege und im Erhalt der natürlichen Flusslandschaften. Die vorhandenen Anlegerplätze werden vor allem touristisch genutzt mit der Weißen Flotte oder für den privaten Wassersport.

Berlin-Potsdam-Magdeburg
Legende
Griebnitzsee
Potsdam-Babelsberg
Potsdam Hauptbahnhof
Potsdam Charlottenhof
Potsdam Park Sanssouci
Werder (Havel)
Groß-Kreuz
Götz
Magdeburg Hauptbahnhof

Von der Stadt aus führen Bahnlinien in die Richtungen Berlin, Flughafen Berlin-Schönefeld, Jüterbog, Dessau, Brandenburg. Es ist vor allem bekannt für seine legendären Filme der Anfangszeit wie Metropolis und Der Blaue Engel. Heute ist das Filmstudio Babelsberg eines der führenden Zentren für Produktionen von Film und Fernsehen. Auf dem Gelände befindet sich ebenfalls der Filmpark Babelsberg, ein Themenpark mit Stuntshows und Kulissen aus den Filmen.

In Potsdam erscheinen als Tageszeitung die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) als Regionalausgabe des Berliner Tagesspiegels und die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) mit Potsdamer Regionalteil. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat einen Standort in Potsdam-Babelsberg, unter anderem mit den Radiosendern Antenne Brandenburg, Fritz und Radio Eins. Außerdem existiert ein lokaler Fernsehsender namens PotsdamTV. Seit 1997 erscheint monatlich das Szene-Magazin „EVENTS”, das die Veranstaltungen des Monats und zahlreiche Gastronomietipps enthält.

Öffentliche Einrichtungen

Potsdam ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:

  • Handwerkskammer Potsdam
  • Hauptzollamt Potsdam
  • Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam
  • Kreiswehrersatzamt Potsdam
  • Militärgeschichtliches Forschungsamt - Historisches Forschungsinstitut für deutsche Militärgeschichte, gegründet 1957 (seit 1994 in Potsdam)
  • Deutsches Rundfunkarchiv für die Hörfunk, Fernseh- und Filmdokumente der SBZ und DDR
  • Oberfinanzdirektion Cottbus
  • Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) e. V.
  • Stiftung Alfred-Wegener-Institut, Forschungsstelle Potsdam (AWI)
  • Stiftung GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ)
  • Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam”

Bildung und Forschung

Potsdam ist eine Universitätsstadt mit drei öffentlichen Hochschulen. Insgesamt sind ca. 21.000 Studenten in den Hochschulen eingetragen, dies entspricht ca. 15 % der Einwohner der Stadt Potsdam. [16] Die Stadt zählt ebenfalls die höchste Wissenschaftler-Dichte pro Einwohner in Deutschland. [4] Fast ein Drittel der Einwohner hat einen Hochschul- oder Fachschulabschluss, der Anteil der Universitätsabsolventen beträgt 17 %, im Bundesdurchschnitt nur 9 %. [30]

Die Universität Potsdam wurde 1991 als Universität des Landes Brandenburg. [31] Sie wurde 1954 als Deutsche Hochschule für Filmkunst gegründet und trägt seit 1985 ihren heutigen Namen. Sie befindet sich auf dem Gelände des Filmstudios Babelsberg. Die Filmhochschule organisiert die jährlichen Sehsüchte, ein internationales Studentenfilmfestival. Sie wird aktuell von ca. 600 Studenten besucht.

Am privaten Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik kann man einen Bachelor- oder Masterabschluss für Softwaresystemtechnik (bzw. neuerdings IT Systems Engineering) erwerben. Diese Abschlüsse werden ebenfalls von der Universität Potsdam verliehen.

Neben den öffentlichen Hochschulen entstehen auch private Akademien. Die private University of Management and Communication (FH) UMC ist eine international ausgerichtete, wissenschaftliche Hochschule in Potsdam, die staatlich anerkannt ist. [32]

Die Stadt Potsdam hat sich zum Forschungsstandort seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Das wissenschaftliche Potenzial erstreckt sich heute auf mehr als 30 Forschungseinrichtungen in den Bereichen Geist und Gesellschaft, Geo und Umwelt, Bio und Leben sowie Physik und Chemie, darunter drei Max-Planck-Institute und zwei Fraunhofer-Institute. [33] Viele der Institute sind an die Universität Potsdam angegliedert. Zu den Forschungsinstituten zählen unter anderem:

  • Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung (IAP)
  • Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung,
  • Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie,
  • Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut),
  • Geoforschungszentrum Potsdam (Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft)
  • Astrophysikalisches Institut
  • einige Abteilungen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Tourismus

Der Tourismus stellt für die Landeshauptstadt Potsdam eine wichtige wirtschaftliche Größe dar und so wurde insbesondere in den letzten Jahren eine moderne touristische Infrastruktur geschaffen. Rund drei Millionen Touristen besuchten die Stadt Potsdam im Jahr 2005. Im Jahr 2006 übernachteten etwa 800.000 Besucher in Potsdam, dies entspricht einer Steigerung um 10 % gegenüber dem Vorjahr. [34] Die Zahl der Ankünfte der Gäste in der Landeshauptstadt hat sich seit 1991 fast vervierfacht und die der ausländischen Gäste verdoppelt. Die durchschnittliche Dauer eines Besuches beträgt 2,3 Tage und ist damit eine der höchsten der Landeshauptstädte. 20 Hotels in unterschiedlichen Komfortklassen, zehn Garni-Hotels, fünf Pensionen, zwei Erholungs- und Ferienheime sowie zwei Jugendherbergen bieten ca. 5.000 Betten. [35] Die meisten Hotels wurden in den letzten Jahren neu gebaut oder vollständig saniert und bieten Tagungsräume und modernes Tagungsequipment. Zum Vergleich: Berlin mit 15 Millionen und Heidelberg mit 830.000 Übernachtungen im Jahr 2005.

Sehenswürdigkeiten

Hauptartikel siehe Liste der Sehenswürdigkeiten von Potsdam für eine vollständige Übersicht

Welterbe

Bereits 1990 wurde die gesamte Potsdamer Kulturlandschaft auf gemeinsamen Antrag beider deutscher Staaten zum UNESCO-Welterbe erklärt. Seitdem gehören die Parkanlagen Sanssouci, Neuer Garten, Babelsberg, Glienicke und die Pfaueninsel mit ihren Schlössern sowie seit 1992 Schloss und Park Sacrow mit der Heilandskirche zum Weltkulturerbe. 1999 wurde das Potsdamer Welterbe um 14 Denkmalbereiche erweitert, darunter Schloss und Park Lindstedt, die Russische Kolonie Alexandrowka, das Belvedere auf dem Pfingstberg, der Kaiserbahnhof und die Sternwarte am Babelsberger Park. Insgesamt erstreckt sich das Welterbe auf rund 500 ha Parkanlagen mit 150 Gebäuden aus der Zeit von 1730 bis 1916. Die Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft ist damit die größte der deutschen Welterbestätten.

Das Ensemble erfüllt die Ansprüche gemäß der Kriterien I., II. und IV. der UNESCO. Es ist zuerst eine einzigartige künstlerische Leistung, ein Meisterwerk des schöpferischen Geistes (I). Es hat während einer Zeitspanne oder in einem Kulturgebiet beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung der Architektur, der Großplastik oder des Städtebaus und der Landschaftsgestaltung ausgeübt (II). Zudem ist es ein herausragendes Beispiel eines Typus von Gebäuden oder architektonischen Ensembles oder einer Landschaft, die bedeutsame Abschnitte in der menschlichen Geschichte darstellen (IV). [36]

Schlösser und Gärten

Siehe auch: Schlösser in Potsdam für eine Übersicht aller Schlösser

Potsdam ist heute vor allem bekannt als Stadt der Schlösser und Gärten. Die prominenteste Sehenswürdigkeit und gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt ist das Schloss Sanssouci mit seinen umliegenden Parkanlagen. Nach eigenen Skizzen ließ der preußische König Friedrich der Große in den Jahren 1745–1747 ein kleines Sommerschloss im Stil des Rokoko errichten. Die Lage des Sommersitzes im Südwesten der Residenzstadt Berlin erinnert an die Funktion von Versailles im Verhältnis zu Paris. Deshalb wird die Stadt Potsdam auch als Versailles des Nordens [37] bezeichnet, obwohl Sanssouci wesentlich intimer ist als das Vorbild in Frankreich.

Das Neue Palais ist das größte Schloss der Stadt Potsdam. Es befindet sich am westlichen Ende des Parks Sanssouci. Der Bau wurde 1763 nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges durch Friedrich den Großen begonnen und bereits 1769 fertiggestellt. Es gilt als letzte bedeutende Schlossanlage des preußischen Barocks. Friedrich plante es allein zu Repräsentationszwecken. Über 200 Räume, vier Festsäle und ein Rokokotheater standen bereit. Über 400 Statuen aus der antiken Götterwelt schmücken die Fassade und die Dachbalustrade. Aufgrund der Größe und der reichen Verzierungen bezeichnete Friedrich die Anlage als „fanfaronnade”, was so viel bedeutet wie Prahlerei oder Angeberei.

Das Orangerieschloss, auch Neue Orangerie genannt, auf dem Höhenzug zwischen Klausberg und Schloss Sanssouci ließ der „Romantiker auf dem Thron”, Friedrich Wilhelm IV. in den Jahren von 1851 bis 1864 erbauen. Die Errichtung des Orangerieschlosses stand in Verbindung mit der Planung einer Höhenstraße bzw. Triumphstraße. Am Triumphtor, östlich des Parks Sanssouci, sollte die Prachtstraße beginnen und am Belvedere auf dem Klausberg enden. Höhenunterschiede sollten durch Viadukte ausgeglichen werden. Wegen der politischen Unruhen der Märzrevolution und der fehlenden finanziellen Mittel wurde das gigantische Projekt jedoch nie verwirklicht. Lediglich das Orangerieschloss und das Triumphtor wurden realisiert. Das Bauwerk wurde mit einer Frontlänge von 300 Metern im Stil der italienischen Renaissance errichtet, nach dem architektonischen Vorbild der Villa Medici in Rom und der Uffizien in Florenz.

Im Potsdamer Neuen Garten, dicht am Ufer des Heiligen Sees, ließ Friedrich Wilhelm II. in den Jahren 1787–1792 das Marmorpalais errichten. Die Architekten Carl von Gontard und ab 1789 Carl Gotthard Langhans schufen ein Schlossgebäude im Stil des Frühklassizismus. Das aus rotem Backstein errichtete Marmorpalais ist ein zweigeschossiges Gebäude mit quadratischem Grundriss. Wegen der schönen Aussicht wurde auf das flache Dach des kubischen Baukörpers ein Rundtempel gesetzt. Als Blickfang dient unter anderem das weiße Schloss auf der Pfaueninsel. [38]

Neben den zahlreichen Schlössern verfügt Potsdam heute über sieben weitreichende Parklandschaften. Die Havellandschaft, welche ursprünglich aus nicht kultivierten Seen, Hügeln und Wäldern bestand, wurde über Jahrhunderte hinweg in eine weiträumige Gartenlandschaft umgewandelt. Im Laufe der Zeit entstand ein Kranz aus großen Gärten. Jeder Park verfügt über eine eigene individuelle Ausgestaltung. Verbunden sind sie durch Wege und Sichtachsen, welche aber heute zum Teil durch Gebäude verstellt sind.

Der älteste Garten der Stadt Potsdam ist der Lustgarten, den der Große Kurfürst 1660 vor dem ehemaligen Stadtschloss anlegen ließ. Im Rahmen der Bundesgartenschau 2001 wurde er in moderner From wieder hergerichtet.

Die bekannteste Gartenanlage ist der Park Sanssouci. Auf Anweisung Friedrichs des Großen wurde der „Wüste Berg” 1744 durch die Anlage von Weinterrassen kultiviert. Durch die Ausweitung nach Westen, bildete sich bis zum Neuen Palais eine schnurgerade ca. 2,5 Kilometer lange Hauptallee. Die Sehenswürdigkeiten im Park Sanssouci sind zahlreich. Neben Schlossgebäuden, Pavillons, kleineren Gartenarchitekturen und reichem Skulpturenschmuck befindet sich auch ein Gewächshaus des Botanischen Gartens auf dem Areal sowie eine Mühle, um die sich eine Legende spannt.

Der Neue Garten entstand ab 1787. Er sollte dem Zeitgeist entsprechend ein gartenarchitektonisch modernes Bild wiedergeben und sich von den überholten Formen des barocken Parks Sanssouci abheben. Der freien Natur nachgebildet, betonte man in der Gestaltung den landschaftlichen Charakter. Die Bäume und Pflanzen sollten ungeschnitten in freier Wuchsform natürlich erscheinen. Die bekanntesten Gebäude sind das Schloss Cecilienhof und das Marmorpalais, aber auch eine kleine Pyramide, eine Sphinx am Ägyptischen Portal der Orangerie und ein Obelisk sind zu entdecken. Der Heilige See am Neuen Garten ist eine beliebte Badestätte für Potsdamer und Berliner.

Peter Joseph Lenné und Fürst Hermann von Pückler-Muskau gestalteten den Park Babelsberg. Das zur Havel abfallende, hügelige Gelände wurde ab 1833 in eine Parklandschaft umgewandelt. Neben den zwei Schlössern im Park bietet der 46 Meter hohe Flatowturm eine hervorragende Aussicht über die Stadt. Den tiefsten Einschnitt erfuhr der Park durch den Bau der Berliner Mauer 1961. Das Grenzgebiet durfte nicht betreten werden und verwilderte, heute ist es wieder kultiviert und zugängig. Auch in diesem Park befindet sich ein Teil der Universität Potsdam.

Die Freundschaftsinsel liegt im Zentrum der Stadt, in der Nähe des Hauptbahnhofs. Ihren Namen erhielt die Insel vor rund 150 Jahren von einem dort gelegenen Gasthaus. Auf Anregung Karl Foersters entstand 1938–1940 hier der erste Schau- und Sichtungsgarten für winterharte Blütenstauden, Farne und Gräser. Pünktlich zur BUGA 2001 erstrahlte die Insel wieder als Gartenjuwel mit über 1.000 verschiedenen Staudensorten. Die Insel ist ein beliebtes Erholungsziel, sie bietet Gastronomie, einen Spielplatz, eine Freilichtbühne und einen Bootsverleih.

Der Wildpark Potsdam gilt als „Lennés vergessener Garten”. [39] Er wurde 1843 eingerichtet und ist über 875 Hektar groß. Erreichbar ist er über die Bahnstation Potsdam Sanssouci, bekannt durch den Kaiserbahnhof.

Der Volkspark Potsdam ist der neueste Park in der Stadt. Er wurde zur Bundesgartenschau 2001 auf einem ehemaligen militärisch genutzten Gelände in Potsdam-Bornstedt angelegt. Der Volkspark wird kommerziell betrieben und legt größeren Wert auf Unterhaltung und Sport. Die dort errichtete Biosphäre ist eine Tropenhalle mit rund 20.000 Gewächsen, die zudem für Veranstaltungen genutzt wird.

Viertel und Plätze

Seit der Neuzeit ist Potsdam eine europäisch geprägte Stadt, vor allem durch die Zuzüge aus anderen Ländern. Dies spiegelt sich auch in der Kultur und Architektur der Stadt wider. Neben zahlreichen Baustilen aus unterschiedlichen Epochen finden sich im Potsdamer Stadtbild auch Wohnhäuser nach dem Vorbild holländischer und russischer Bauweise, die für ehemalige Siedler errichtet wurden. Dem Zeitgeist entsprachen exotische Gebäude wie unter anderem das Chinesische Haus aus dem 18. Jahrhundert oder die Schweizerhäuser in Klein-Glienicke aus dem 19. Jahrhundert. Im norwegischen Stil wurde die Matrosenstation Kongsnaes errichtet (1945 größtenteils zerstört) und im englischen Landhausstil das Schloss Cecilienhof im Neuen Garten. Obwohl die Stadt eine über eintausendjährige Geschichte hat, sind keine Bauten aus dem Mittelalter erhalten, da die entscheidende Stadtentwicklung erst mit der Neuzeit am Ende des 17. Jahrhunderts begann. Die jeweiligen Regenten zeigten mit ihren ambitionierten Bauvorhaben ihre Vorliebe für Kultur und technische Leistungsfähigkeit.

Wegen der kostengünstigen und zeitsparenden Bauweise holländischer Bürgerhäuser, aber auch um holländische Handwerker nach Potsdam zu locken, ließ der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. zwischen 1733 und 1740 das Holländische Viertel errichten. Der zu den ersten Siedlern gehörende Baumeister Jan Boumann bekam die Leitung übertragen. Das zentral gelegene und in sich geschlossene Quartier besteht aus 134 Häusern aus rotem Backstein, die durch zwei Straßen in vier Blöcke aufgeteilt werden. Das Viertel wird durch das Nauener Tor und die St.-Peter-und-Paul-Kirche begrenzt.

Im Norden der Stadt entstand in den Jahren 1826/27 die Russische Kolonie Alexandrowka für die letzten zwölf russischen Sänger eines Chores. Peter Joseph Lenné gab der Anlage die Form eines Hippodroms mit eingelegtem Andreaskreuz. Durch die verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Häusern Hohenzollern und Romanow wurde die Kolonie als Denkmal der Erinnerung nach dem 1825 verstorbenen Zar Alexander I. benannt. Die Siedlung besteht aus insgesamt dreizehn Fachwerkhäusern. Die Außenwände der freistehenden ein- und zweigeschossigen Giebelhäuser sind mit halbrunden Baumstämmen verkleidet und erinnern an russische Blockhäuser. Die für die Kolonisten erbaute russisch-orthodoxe Kirche Alexander Newski steht in der Nähe auf dem Kapellenberg, daneben ein vierzehntes Haus im gleichen Baustil.

Das Weberviertel Nowawes im heutigen Babelsberg mit der Friedrichskirche in seiner Mitte, ließ Friedrich der Große 1751 für böhmische Protestanten errichten. Friedrich II. gewährte den Glaubensflüchtlingen Steuer- und Religionsfreiheit. Die meist fünfachsigen Weberhäuser wurden von je zwei Familien bewohnt. Der König gab die Anweisung Nussbäume zu pflanzen, um das Holz für die Produktion von Gewehren zu nutzen. Ab 1780 pflanzte die Forstverwaltung Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht.

Der Alte Markt ist das historische Zentrum der Stadt. Hier wurden die Bauten des Stadtschlosses, der St.-Nikolaikirche, des Lustgartens und des Alten Rathauses errichtet. Während der DDR-Zeit entstanden hier zusätzlich das heutige Hotel Mercure als Hochhaus, die Fachhochschule Potsdam und das Filmmuseum im historischen Marstall. Das zerstörte Stadtschloss hinterließ eine große Lücke, die durch einen Neubau des Schlosses als Brandenburgischer Landtag wieder geschlossen werden soll. Inwiefern die Architektur des Landtages eher historisch oder modern gestaltet werden soll, ist noch nicht entschieden.

Der heutige Platz der Einheit ist ein viel besuchter, geschäftiger Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs. Seine Gestaltung verbindet klassische und moderne Architektur mit großen Rasenflächen, Lindenreihen und japanischen Schnurbäumen. Die Wilhelmgalerie ist das modernste Gebäude am Platz. Es beherbergt Restaurants und Geschäfte. Zur BUGA 2001 wurde der Platz in Anlehnung an das Original von Peter Joseph Lenné hergerichtet. Ursprünglich befand sich eine große Wasserfläche an dieser Stelle, der Faule See. Im Zuge der ersten Stadterweiterung wurde dieser See 1724 zugeschüttet und schrittweise mit Bürgerhäusern umbaut. Der morastige Untergrund verhindert bis heute eine vollständige Bebauung des Platzes.

Der Neue Markt aus dem 17. und 18. Jahrhundert ist einer der schönsten und besterhaltensten Barockplätze Europas. [40] In seiner Mitte errichtete Jan Boumann die Ratswaage. Im Südwesten des Platzes steht der ehemalige Kutschstall, in dem sich heute das Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte befindet. Das Kabinetthaus am Neuen Markt 1 war ein Stadtpalais. In ihm wurden der spätere König Friedrich Wilhelm III. und Wilhelm von Humboldt geboren. [41] Heute befinden sich in den Gebäuden am Neuen Markt eine Reihe kultureller und wissenschaftlicher Einrichtungen. Der Neue Markt liegt versteckt hinter neueren Häusern und wurde erst Ende der 90er Jahre grundlegend saniert.

Der Luisenplatz verbindet die größte Einkaufspassage der Brandenburger Straße mit der Allee zum Eingang des Parks Sanssouci am Grünen Gitter. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Luisenplatz durch Peter Joseph Lenné gärtnerisch gestaltet und mit einem Brunnenbecken mit Fontäne in der Mitte versehen. Die Gartenanlage wich in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts einem Umbau zum Parkplatz und der damit verbundenen Pflasterung. Der Platz wurde im Jahr 2000 wieder in Anlehnung an das Original Lennés gestaltet. Zwischen dem Luisenplatz und der Brandenburger Straße steht seit 1770 das kleine Brandenburger Tor.

Stadttore

Als Garnisonsstadt verfügte Potsdam über eine Stadtmauer, die aber nicht der Befestigung diente, sondern vor allem die Desertion der Soldaten und den Warenschmuggel verhindern sollte. Die Stadtmauer verband die Stadttore, von denen heute noch drei erhalten sind: das kleine Brandenburger Tor, das Nauener Tor und das Jägertor. Bis in das 18.Jahrhundert gab es um Potsdam keine Befestigungsanlagen. Friedrich Wilhelm I. ließ 1718 die südliche Wasserseite mit einem Palisadenzaun versehen. 1722 wurde mit dem Bau einer Backsteinmauer begonnen. Sie war rund vier Meter hoch und wurde Accise-und Desertations-Communikation genannt. Im Bereich der Alten Wache bog die Stadtmauer in die heutige Charlottenstraße ab, dort stand damals das Havelländisches Tor. Mit der Stadterweiterung 1733 wurde die Mauer und das Tor wieder abgerissen.

Das älteste erhalten gebliebene Tor, das Jägertor wurde 1733 errichtet und bildete einen der Ausgänge nach Norden. Seinen Namen erhielt es nach dem vor der Stadt liegenden kurfürstlichen Jägerhof. Architrav und Bekrönung bestehen aus Sandstein, während die rustizierten Pfeiler aus verputztem Ziegelmauerwerk errichtet wurden. Das wesentlich größere Nauener Tor stammt aus dem Jahr 1755 und ist eines der ersten Beispiele der von England beeinflussten Neogotik auf dem europäischen Kontinent. Seine Nutzer waren das Militär und Händler, Handwerker und Verwaltungen bis zur Gastronomie. Der Platz vor dem Nauener Tor ist heute mit der hohen Dichte von Cafés, Restaurants und Bars ein beliebter Treffpunkt der Potsdamer und ihrer Gäste. Eine Straßenbahnlinie führt direkt durch das Nauener Tor. Das Brandenburger Tor, nicht zu verwechseln mit dem Wahrzeichen der Stadt Berlin, wurde in seiner heutigen Form 1770 im Auftrag Friedrichs II. gebaut. Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges wurde das ursprüngliche alte Tor abgetragen und als Zeichen des Sieges durch den aktuellen, monumentalen Neubau ersetzt. Als Vorbild diente unter anderem der Konstantinsbogen in Rom. [42] Das Tor hat zwei Baumeister und deshalb auch zwei Gesichter. Carl von Gontard entwarf die Stadtseite, sein Schüler Georg Christian Unger übernahm die Feldseite.

Anstelle der abgetragenen Stadtmauer verbindet heute eine Promenade die drei Tore. Zwei Stadttore sind nicht mehr erhalten. Das ehemalige Berliner Tor wurde 1945 völlig zerstört, vom Neustädter Tor ist nur noch ein einzelner Obelisk erhalten geblieben. Es entstand 1735 nach einer Idee und Zeichnung von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff als Schlusspunkt der vom Stadtschlossbereich ausgehenden Breiten Straße. Zwei Obelisken mit bedeutungslosen Hieroglyphen als Schmuck und Adlern auf der Spitze bildeten das eigentliche Tor. Kleine mit Arkaden versehene und mit Trophäen geschmückte Torhäuser komplettierten den Bau. In der Nacht vom 14. April 1945 wurde auch dieses Bauwerk zerstört. Lediglich ein Obelisk wurde im Zuge der Neuanlage der Breiten Straße in unmittelbarer Nähe zum ursprünglichen Standort wieder aufgebaut.

Villen siehe Liste der Sehenswürdigkeiten von Potsdam

Gemäldesammlungen

Die Stadt Potsdam verfügt über eine Vielfalt an Bildender Kunst in Form von Gemälden und Skulpturen. Die Hauptwerke der Malerei sind im Park Sanssouci zu besichtigen. Die Gemälde verteilen sich über die Bauwerke des Schlosses Sanssouci, die Neuen Kammern, das Neue Palais und vor allem auf die Bildergalerie.

Die Bildergalerie wurde auf Wunsch des Königs Friedrich II. in den Jahren 1755 bis 1764 erbaut. Sie befindet sich östlich des Schlosses und ist der älteste erhaltene freistehende fürstliche Museumsbau in Deutschland. Der Galeriesaal ist prachtvoll gestaltet mit reich vergoldeter Ornamentik an der leicht gewölbten Decke. Farblich angepasst ist der Fußboden mit Rhombenmuster aus weißem und gelbem Marmor italienischer Herkunft. Mit rund 150 Bildern ist die Sammlung vergleichsweise bescheiden im Umfang. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Gemälden des Barock, des Manierismus und der Renaissance. Berühmte italienische und flämische Maler wie Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck, Antoine Watteau und Caravaggio sind mit ihren Werken vertreten. Teile der Ausstellung wurden 1830 nach Berlin zur Eröffnung des Alten Museums übergeben. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gemälde 1942 nach Schloss Rheinsberg gebracht. Erst 1958 kam ein großer Teil der von der Sowjetunion konfiszierten Gemälde zurück nach Deutschland. Eine Reihe verblieb bis heute als Beutekunst in russischen Sammlungen oder ist verschollen. Die Bildergalerie wurde 1996 umfassend restauriert.

Auch das Potsdam-Museum besitzt zahlreiche wertvolle Gemälde, die vor allem Stadtansichten zeigen und von denen ein Teil ausgestellt ist.

Kultur und Sport

Kulturhistorie

Aus der Zeit der ersten Besiedelung bis zum Ende des Mittelalters sind nur wenige kulturelle Spuren erhalten geblieben. Bei Ausgrabungen am Alten Markt wurden die Reste einer slawischen Burg und weniger Häuser gefunden. Auch nach der deutschen Eroberung blieb Potsdam eine kleine Stadt mit lokalem Handwerk und Kunst. Ein kultureller Aufschwung ging einher mit dem Aufbau als zweite Residenzstadt durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. ab dem 17. Jahrhundert. Zu den ältesten erhaltenen Gebäuden zählt deshalb der Marstall des Stadtschlosses aus dem Jahr 1669.

Die Zuwanderung der verfolgten, französischen Hugenotten durch das Edikt von Potsdam förderte ab 1685 die kulturelle Entfaltung in Brandenburg. Der Nikolaisaal wurde als Konzert- und Veranstaltungshaus 2000 neu eröffnet.

Bekannte, aktuelle Bands aus Potsdam sind The Ruffians, Subway to Sally und die Lemmonbabies. Jährliche musikalische Veranstaltungen finden unter anderem im Lindenpark als Ska-Festival und als Hochschulsommerfest statt. Es gibt eine hohe Dichte an Clubs und Tanzbars, etabliert haben sich der Artspeicher, das „Nachtleben”, das Palmenzelt und das Waschhaus Potsdam. Zudem liegt das Nachtleben Berlins in kurzer Distanz.

Persönlichkeiten

Baumeister und Landschaftskünstler

Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff ist vor allem als Architekt des Schlosses Sanssouci bekannt, das er nach Entwürfen Friedrichs II. schuf. Als Baumeister war er beeinflusst durch den französischen Barock-Klassizismus und den Palladianismus. In der Dekorationskunst (Innenarchitektur) schuf er mit der Ausstattung des Schlosses Rheinsberg, dem Kronprinzensitz Friedrichs II., die Grundlage für das friderizianische Rokoko. 1740 verlieh ihm der König das Amt des Oberintendanten aller königlichen Bauten.

Zu den herausragenden Architekten des 19. Jahrhunderts zählt Karl Friedrich Schinkel. Er gilt als bedeutender Vertreter der klassizistischen Architektur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Werke sind beeinflusst von einem feinsinnigen, mit der französischen Revolutionsarchitektur verwandten Klassizismus seines Lehrers Friedrich Gilly. Die klare Formensprache seiner Architektur befand sich im Einklang mit der preußischen Aufklärung. Der erste realisierte Entwurf des zu der Zeit 19jährigen Schinkel ist der Pomonatempel auf dem Pfingstberg. Seine bedeutendsten Werke in Potsdam sind das Schloss Charlottenhof und die St.-Nikolai-Kirche. Von der Ausbildung her Klassizist, verschloss er sich jedoch nicht dem Zeitgeschmack in der Romantik mit seinen verschiedenartigen Baustilen der Vergangenheit. Mit Schloss Babelsberg entwarf er ein Gebäude im Stil der englischen Gotik. Die Fertigstellung des Schlosses, sowie der St.-Nikolai-Kirche, erlebte er jedoch nicht mehr.

Ludwig Persius war ein Schüler und enger Mitarbeiter Schinkels, der die Arbeiten seines Lehrers nach dessen Tod fortsetzte. Persius wurde in Potsdam geboren und lebte den überwiegenden Teil seines Lebens in der Stadt, in der er auch verstarb. Seine geschaffenen Werke sind äußerst zahlreich. Neben privaten Bauaufträgen arbeitete er vor allem im Auftrag Friedrich Wilhelms IV., der ihn 1842 mit dem Titel Architekt des Königs auszeichnete. Charakteristisch für seine Bauten ist die einfache Formensprache klar gegliederter geometrischer Baukörper, die er asymmetrisch gruppierte und deutlich den Stil italienischer Villen oder Landhäuser wiedergab, wie beispielsweise die Villa Illaire und die Fasanerie im Park Sanssouci oder als einfachen Kubus errichtete, wie sein eigenes Wohnhaus (1945 zerstört) in der heutigen Hegelallee. Ebenso ist an seinen Architekturen die Backsteinbaukunst der Schinkelschule erkennbar, wie an der Heilandskirche und der Friedenskirche, oder Formen aus der Gotik, wie der Anbau des Schlosses Babelsberg und das Dampfmaschinenhaus im Park Babelsberg. Das wohl außergewöhnlichste Gebäude, das nach seinen Entwürfen errichtet wurde, ist das Dampfmaschinenhaus an der Neustädter Havelbucht im Stil einer maurischen Moschee.

Der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné prägte fast ein halbes Jahrhundert die Gartenkunst in Preußen. Er gestaltete weiträumige Parkanlagen nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten und wirkte in der Stadtplanung, indem er Grünanlagen für die Naherholung der Bevölkerung schuf. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten lag im Berlin-Potsdamer Kulturraum, jedoch finden sich auch in vielen weiteren Teilen Deutschlands und im Ausland Spuren seines Wirkens. Charakteristische Merkmale seiner Landschaftsgestaltungen sind die vielfältigen Sichtachsen, mit denen er die einzelnen Parkanlagen optisch miteinander verband und deren Bauwerke durch diese Sichtlinien wirkungsvoll in Szene setzte. Lenné war Ehrenbürger der Stadt und starb 1866 in Potsdam.

Fürst Hermann von Pückler-Muskau machte sich in Potsdam um die Vollendung des Parks Babelsberg verdient, dessen Gestaltung Peter Joseph Lenné begonnen hatte. Durch seine Weiterentwicklung des „englischen Parks” gilt er unter Kennern als landschaftskünstlerisches Genie .

Karl Foerster war ein deutscher Gärtner, Staudenzüchter und Garten-Schriftsteller. Sein Name ist verbunden mit dem Karl-Foerster-Garten in Potsdam-Bornim und der von ihm und seinem Mitarbeiter Hermann Mattern geschaffenen Freundschaftsinsel. 1950 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Berliner Humboldt-Universität und 1955 den Nationalpreis der DDR. Die Grabstätte Karl Foersters befindet sich auf dem Alten Friedhof in Bornim.

Mit der Entstehung und Erhaltung der Potsdamer Gartenlandschaft beschäftigten sich zahlreiche Gartendirektoren und Hofgärtner, die vielfach in ganz Deutschland bekannt waren, so die Gartendirektoren Johann Gottlob Schulze und Ferdinand Jühlke und die Hofgärtnerfamilien Sello, Nietner und Fintelmann. Hans Kölle leitete von 1907 bis 1945 mit großem Erfolg die öffentlichen Grünanlagen der Stadt, von denen er viele anlegte.

Mit Potsdam verbunden

Zu den bekannten Persönlichkeiten, die in Potsdam geboren sind, zählt unter anderem Wilhelm von Humboldt. Er gründete 1809 die Humboldt-Universität zu Berlin. Hermann von Helmholtz, der „Reichskanzler der Physik”, wurde 1821 ebenfalls in Potsdam geboren. Aus neuerer Zeit zählen der Modedesigner Wolfgang Joop (*1944), der Entertainer Bürger Lars Dietrich (*1973), der amtierende Ministerpräsident von Brandenburg GmbH) [58]

Zu Potsdam unter den Eichen
Im hellen Mittag ein Zug
Vorn eine Trommel und hinten eine Fahn'
In der Mitte einen Sarg man trug.

Zu Potsdam unter den Eichen
Im hundertjährigen Staub
Da trugen sechse einen Sarg
Mit Helm und Eichenlaub.

Und auf dem Sarge mit Mennigerot
Da war geschrieben ein Reim
Die Buchstaben sahen häßlich aus:
"Jedem Krieger sein Heim!"

Das war zum Angedenken
An manchen toten Mann
Geboren in der Heimat
Gefallen am Chemin des Dames.

Gekrochen einst mit Herz und Hand
Dem Vaterland auf den Leim
Belohnt mit dem Sarge vom Vaterland:
Jedem Krieger sein Heim!

So zogen sie durch Potsdam
Für den Mann am Chemin des Dames
Da kam die grüne Polizei
Und haute sie zusamm'.”

(Berthold Brecht 1927. Das Gedicht bezieht sich auf einen Demonstrationszug des Rot-Frontkämpferbundes 1926, ein Foto zeigt den beschriebenen Sarg)

Quellen

Literatur

  • Peter-Michael Hahn: Geschichte Potsdams. Beck Verlag 2003, ISBN 3406503519
  • Elke Fein (u.a.): Von Potsdam nach Workuta - Das NKGB/MGB/KGB-Gefängnis Potsdam-Neuer-Garten im Spiegel der Erinnerung deutscher und russischer Häftlinge. Potsdam 2002, ISBN 3-932-50219-1
  • Bernhard R. Kroener (Hrsg.): Potsdam - Staat, Armee, Residenz in der preußisch-deutschen Militärgeschichte, (im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes hrsg. von Bernhard R. Kroener unter Mitarbeit von Heiger Ostertag), Propyläen, Frankfurt am Main / Berlin 1993, ISBN 3-549-05328-2
  • Rogg, Matthias; Lang, Arnim (Hgg.): Potsdamer Geschichte 1. - Orte des 20. Jahrhunderts. be.bra-Verlag: Berlin 2005, ISBN 3-861-24589-2
  • Thomsen, Nele; Winkel, Carmen (Hgg.): Potsdamer Geschichte 2. - Eine Stadt und ihr Militär. be.bra-Verlag: Berlin 2005, ISBN 3-861-24590-6
  • Morgenstern, Daniela; Theilig, Stephan; Thomsen, Nele (Hgg.): Potsdamer Geschichte 3. - Gärten und Parklandschaften: be.bra-Verlag: Berlin 2006, ISBN 3-86124-598-1
  • Joachim Nölte: Potsdam. Der illustrierte Stadtführer. Edition Terra Berlin/Potsdam, 2005, ISBN 3-9810147-1-5
  • Horst Drescher/Renate Kroll: Potsdam - Ansichten aus drei Jahrhunderten. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1981
  • Otto Zieler: Potsdam - ein Stadtbild des 18. Jahrhunderts. Verlag Weise & Co., Berlin 1913



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Informationsportal über Potsdam in Brandenburg - 26.5.2012