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Probstzella ist eine Gemeinde im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen. GeografieGeografische LageProbstzella liegt im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale. Durch den Ort fließt die Loquitz, ein etwa 35 Kilometer langer Nebenfluss der Saale. Die Umgebung Probstzellas ist sehr waldreich. Der Rennsteig verläuft etwa 15 Kilometer südlich des Ortes. Ausdehnung des GemeindegebietesProbstzella ist nach Uhlstädt-Kirchhasel die flächenmäßig zweitgrößte Kommune im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Sie erstreckt sich halbmondförmig im Loquitztal. NachbargemeindenIm Uhrzeigersinn - beginnend im Norden: Saalfelder Höhe, Kaulsdorf, Leutenberg, Wurzbach, Lehesten, Ludwigsstadt, Gräfenthal und Reichmannsdorf. GemeindegliederungDie Gemeinde gliedert sich in insgesamt 20 Ortsteile:
GeschichteIm Jahr 1012 schenkte König Heinrich II. die Reichsdomäne Saalfeld und den Orlagau dem lothringischen Pfalzgrafen Ehrenfried (Ezzo). Zum Orlagau gehörten damals auch die Gebiete südwestlich von Saalfeld bis zum Gebirgskamm und somit auch Probstzella. Ezzos Tochter Richeza, Königin von Polen, erbte den saalfeldischen Besitz und schenkte ihn 1056 dem Erzbistum Köln. 1071 wurde das Benidiktinerkloster St. Peter und Paul in Saalfeld gegründet und mit Mönchen aus Köln besetzt. Diese sollte die meist slawische Bevölkerung (aber auch thüringische und fränkische Siedler) zum Christentum bekehren und das umliegende Waldgebiet urbar zu machen, was zu ca. 1300 zu umfangreichen Rodungen im Umland Saalfelds führte. Im Zuge dessen wurde 1116 die Propstei Zella gegründet. Die Zelle, anfangs ein kleines Bethaus, entwickelte sich dankt zahlreicher Stiftungen, zu einer reichen Propstei. Sie gestaltete sich in Form eines burgähnlichen Baus mit Graben und Wall. Aus dieser Zeit sind noch heute Flurbezeichnungen wie Kreuzacker und Hofau erhalten. 1345 wurde die Propstei an das Herzogtum Sachsen abgetreten. Mit der Säkularisation 1553 wurde sie von der Landherrschaft übernommen. Ab 1572 gehörte der Ort dem Haus Sachsen-Weimar. 1645 wurde Probstzella vom Amt Saalfeld getrennt und erhielt sein eigenes Amt. Während des Dreißigjährigen Krieges wütete 1627 und 1636 im Ort. 1678 taucht erstmals der Name Probstzella in einer Landkarte auf. Von 1826 bis 1918 gehörte Probstzella zu Sachsen-Meiningen. Nach dem Ende des Herzogtums Sachsen-Meiningen wurde Probstzella 1923 Teil des neu entstandenen Landkreises Saalfeld im Land Thüringen. Ab 1952 gehörte dieser als Kreis Saalfeld zum Bezirk Gera. Seit der Kreisreform 1993 gehört Probstzella zum Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Den wohl größten Einfluss auf die Entwicklung Probstzellas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte wohl der Thüringer Industriepionier Franz Itting. Er baute das erste Kohlekraftwerk, welches am 2. September 1909 in Betrieb ging. Schon 1913 versorgte es über 60 Gemeinden, später über 120 Gemeinden. In den 1920er-Jahren ließ er das „Haus des Volkes” errichten, ein mehrstöckiges Hotel im Bauhausstil, entworfen vom Architekten Alfred Arndt (siehe Bauwerke). PolitikProbstzella ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Probstzella-Lehesten-Marktgölitz, die aus der Stadt Lehesten und der Gemeinde Probstzella besteht. GemeinderatDer Rat der Gemeinde Probstzella besteht aus 16 Ratsfrauen und Ratsherren.
(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004) BürgermeisterDer hauptamtliche Bürgermeister Marko Wolfram wurde am 7. Mai 2006 gewählt. WappenDas Gemeindewappen ist gespalten in Rot und Gold. Es zeigt auf dem roten Untergrund den Hl. Laurentius mit goldenem Palmwedel als Zeichen seiner Märtyrerschaft in der Linken und mit schwarzem Rost in der rechten Hand bzw. auf dem goldenen Untergrund einen schwarzen, aufrechten, rot bewehrten und gezungten Löwen. Kultur und SehenswürdigkeitenNahe Probstzella liegen die Thüringer Warte und die Burg Lauenstein. Bauwerke
Wirtschaft und InfrastrukturWirtschaftlich waren früher vor allem die Schiefersteinbrüche von Bedeutung, jedoch lag der Ort zu DDR-Zeiten im Grenzgebiet, was sich negativ auf die Wirtschaft auswirkte. Die Infrastruktur Probstzellas ist sehr gut entwickelt, da der Ort an der Frankenwaldbahn, auf der auch die ICEs von Berlin nach München verkehren, liegt. Der Bahnhof des Ortes hatte früher eine besondere Bedeutung, da er Grenzbahnhof zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR war. Die großen Bahnanlagen dienten auch vor dem zweiten Weltkrieg schon als Grenzbahnhof (bis 1920) zwischen Preußischer und Bayerischer Staatsbahn. Des weiteren zweigt sich dort noch die Bahnstrecke Sonneberg–Probstzella, die über Neuhaus am Rennweg nach Sonneberg führte, westlich ab. Sie war zu DDR-Zeiten von besonderer Bedeutung, da sie den Hauptschienenweg in den Kreis Sonneberg darstellte. Probstzella besaß sogar ein eigenes Bahnbetriebswerk, wo vor allem preußische gegen bayerische Lokomotiven getauscht wurden. Probstzella liegt an der Bundesstraße 85, die von Saalfeld nach Kronach führt. Weitere Straßen verbinden den Ort mit Lehesten und Gräfenthal. BildungIn Probstzella befindet sich die Staatliche Grundschule Probstzella, die die ehemaligen Gebäude der POS "Hanno Günther" nutzt. Die Gründung einer Schule in Probstzella fand 1889 statt. Persönlichkeiten
Literatur
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