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Pyrbaum ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Der Markt Pyrbaum - das so genannte "Tor zur Oberpfalz" - war die erste Gemeinde Bayerns, die bereits am 1. Oktober 1970 den Abschluss der Gemeindegebietsreform durch den freiwilligen Zusammenschluss mit den Gemeinden Seligenporten, Rengersricht und Oberhembach herbeigeführt hat. Von Pyrbaum wird zudem oft als Gemeinde mit dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Bayerns gesprochen. GeografieGeografische LageDer Markt Pyrbaum liegt als westlichste Gemeinde des Regierungsbezirkes der Oberpfalz südöstlich von Nürnberg auf einer Anhöhe in einem reichbewachsenem Waldgebiet. GemeindegliederungDer Markt hat 14 Ortsteile:
GeschichteKurzfassung Bereits im Jahre 1130 wurde die Gemeinde geschichtlich erstmals erwähnt und darf mit zu den ältesten Orten der Umgebung von Nürnberg gezählt werden. Die Landwirtschaft gehört zur Juraformation und zum einzigen Keupergebiet der Oberpfalz auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Donau. Im Jahre 1130 war Pyrbaum im Besitz des Herrn "Turinhart von Pirbow", der hier in dieser Gegend eine Ansiedlung von Waldbauern, Köhlern und Jägern errichtet hatte. Bereits 1278 gab es eine Kapelle in Pyrbaum, die das Adelsgeschlecht Rindsmaul betreute. Albrecht I. von Wolfstein übernahm 1346 die Veste und die Herrschaft von Pyrbaum. Kaiser Karl IV. hat 1353 den Wolfsteinern Pyrbaum und Sulzbürg als Reichslehen übertragen. Der kaiserliche Hofrat "Freiherr Wilhelm II. von Wolfstein" hat im Jahre 1493 den Grundstein zu einem viertürmigen Schloss in Pyrbaum gelegt, das durch Brandstiftung 1853 ins Schutt und Asche gelegt wurde. Kaiser Karl V. verlieh dem Dorf und Gericht zu Pyrbaum 1527 ein Wappen - einen Birnbaum mit ausgebreiteten Wurzeln, Ästen und Früchten auf rubinrotem Grund - und 1540 das Marktrecht. Die Wolfsteiner wurden 1522 in den Reichsfreuherrenstand durch Kaiser Karl V. und 1666 in den Reichsgrafenstand durch Kaiser Leopold erhoben. Sehenswert sind das 1568 erbaute Rat- und Gerichtshaus - ein Fachwerkaus am Marktplatz - und die drei von ehemals 5 noch erhaltenen Torhäusern. Die althistorische evangelische Pfarrkirche St. Georg mit Zwiebelturm und einem rundum führenden Balkon, deren Entstehung bis in die gotische Zeit zurückgeht, ist im Inneren mit wappengeschmückten Steindenkmälern und Totenschildern der Wolftsteiner ausgestattet. Seit 1980 gefindet sich in der Kirche der spätgotische Flügelaltar, der früher in der Friedhofskapelle stand. Die katholische Pfarrkirche steht als neugotischer Sandsteinbau im Schlosshof, wo einst das Schloss stand. Nachdem 1740 mit dem letzten Grafen Christian von Wolfstein die männliche Linie derer von Wolfstein erlosch, fiel die Herrschaft Sulzbürg-Pyrbaum an Bayern. Anlässlich der Gebietsreform im Jahre 1970 schlossen sich mit dem Markt Pyrbaum die Ortsteile Oberhembach, Pruppach, Rengersricht, Seligenporten und Schwarzach freiwillig zu einer Großgemeinde zusammen. Wichtige Eckdaten
PolitikMarktgemeinderatDer Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder.
(Stand: Kommunalwahl am 3. März 2002) BürgermeisterAm 17. März 2002 wurde Guido Belzl (Freie Wähler) zum 1. Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Sein Vorgänger Hermann Holzammer (SPD) hatte dieses Amt 25 Jahre inne. StädtepartnerschaftenEine Partnerschaft besteht mit der ungarischen Gemeinde Csákvár seit dem 29. Oktober 1988, und deren Nachbargemeinde Vertesboglar seit dem 31. Juli 1991. Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerke
Parks
Sport
Regelmäßige Veranstaltungen
Sagen
Die Gräfin Anna von Sulzbürg ritt mit ihrer Magd am Allerseelentag nach Kloster Seligenporten zu den Gräbern ihrer Eltern. Heimzu gingen sie zu Fuß durch den Wald. Es wurde aber sehr schnell Nacht und die beiden verirrten sich, dass sie nicht mehr aus und ein wußten. Als nun auch noch ein dicker Nebel aufzog, stellten sie das Herumirren ein und setzten sich unter einen wilden Birnbaum und erwarteten den Tod. Sie beteten zu Gott und die Gräfin gelobte eine Kapelle, wenn sie gerettet würden. Auf einmal sahen sie im Geäste des Birnbaum ein helles Licht und darin die Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Arm. Die beiden Verirrten standen rasch auf und gingen auf die Erscheinung zu. Sie fanden aus dem Wald heraus und waren gerettet. Unter dem wilden Birnbaum ließ die Gräfin eine Kapelle bauen, es war das erste Gebäude Pyrbaums. Ob es die Willibaldskapele war, konntte nicht geklärt werden.
Im Kloster zu Seligenporten war ein Pater, der als Seelsorger bei den Nonnen als Beichtvater tätig war. Als er eine Messe las, kam er nur bis zur Wandlung. Jedes mal beim Emporheben der Hostie lief ihm der Schweiß in großen Tropfen übers Gesicht und er sank am Altar zu Boden. Der Mesner schleppte den Ohnmächtigen hinaus in die Sakristei, wo es dann Stunden dauerte, bis er wieder zu sich und zu Kräften kam. Trotz aller Fragen, was denn mit ihm los wäre, gab der Pater keine Auskunft. Er wurde in ein anderes Kloster versetzt und dort erzählte er kurz vor seinem Tod, dass er in Seligenporten beim Aufwachen einen Menschen vor sich erblickte, den er genau kannte und hinter ihm stand der Tod. Darüber sei er jedes mal so erschrocken, dass ihn alle Kräfte verließen.
Den Herren von Wolfstein, welchen der Ort Sulzbürg und der Ort Pyrbaum gehörten und die in den Kirchen Seligenporten und Pyrbaum beerdigt wurden, hatten dort ein Schloss, wo heute die katholische Kirche Pyrbaum steht. Rund um das Schloss gab es Fischweiher und auch eine Mühle war da, die den Ort mit Mehl versorgen konnte. Die Mühle hatte aber noch einen ganz anderen Zweck. Es ging vom Schloss aus ein unterirdischer Gang zur Mühle. Unterm Mühlrad kam der Gang wieder zum Vorschein. Ein unterirdischer Gang von mehreren Kilometern Länge wurde vor einigen Jahren zufällig entdeckt. Dieser diente als Bewässerungskanal und führte tatsählcih zur Mühle, jedoch nicht vom Schloß aus.
Die Gräfin Anna von Wolfstein und Sulzbürg fuhr in ihrem Wagen nach Pyrbaum. Sie besuchte das Grab ihrer Eltern auf dem Friedhof im Kloster Seligenporten. Den Wagen schickte sie heim, weil sie an dem Abend zu Fuß heimgehen wollte. Aber als die Nacht hereinbrach verirrten sich die zwei Wanderinnen, kamen vom Weg ab und liefen kreuz und quer im finstern Wald herum. Sie hörten aber auf einmal eine Glocke anschlagen und gingen dem Klang nach. So kamen sie in den Markt Pyrbaum. Am anderen Tag stiftete die Gräfin zur Erinnerung an die Errettung aus ihrer Not eine große Glocke, die in Nürnberg gegossen wurde. Jede Nacht wurde sie geläutet, damit sie verirrten Wanderern den Weg zum Ort weisen konnte. Im 1. Weltkrieg wurde die Glocke eingeschmolzen. Kulinarische Spezialitäten
Wirtschaft und InfrastrukturDer Markt Pyrbaum ist geprägt durch den starken Einfluss aus dem angrenzenden Großraum Nürnberg–Fürth–Erlangen, in dem viele Pyrbaumer Bürger ihren Arbeitsplatz haben. Doch auch in Pyrbaum gibt es leistungsfähige Betriebe, insbesondere in der Metallbearbeitung, im Maschinenbau, der Druck- und Klebetechnik, der Elektrotechnik sowie im Glasbau. In den verkehrsgünstig gelegenen (Autobahnanschluss München–Nürnberg ca. 6 km) Gewerbegebieten in Seligenporten stehen noch interessante Flächen unterschiedlicher Größe zu attraktiven Konditionen zur Verfügung.In Pyrbaum befinden sich eine Grundschule und eine Teilhauptschule sowie eine Mehrzweckhalle, die der Bevölkerung für sportliche, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen zur Verfügung steht. Des Weiteren sind in Pyrbaum neben vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten zwei Kindergärten, eine Bücherei, eine Apotheke sowie Allgemein-, Zahn- und Tierärzte zu finden. In Seligenporten befindet sich neben einem Kindergarten eine weitere Grundschule, ebenso je ein Allgemein-, Zahn- und Tierarzt. VerkehrDer Markt Pyrbaum ist über Kreisstraßen und die Staatsstraße 2402 an das überörtliche Verkehrsnetz sehr gut angebunden. Zur Auffahrt Allersberg der BAB München–Nürnberg (A9) sind es vom Ortsteil Seligenporten ca. 5 km, zur Auffahrt Neumarkt der BAB Nürnberg–Regensburg (A3) sind es von den Ortsteilen Pyrbaum und Seligenporten jeweils ca. 18 km. Die Entfernung zur Bundesstraße 8 beträgt 5 km. Über die Kreisstraße NM 17 und die Staatsstraße 2225 erreicht man in nur 20 Minuten Nürnberg. Medien
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