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Die Gemeinde Raesfeld liegt im westlichen Münsterland im Nordwesten des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Borken im Regierungsbezirk Münster. GeografieGeografische LageRaesfeld liegt im Südwesten des Münsterlands im Naturpark Hohe Mark. Im nördlichen Gemeindegebiet entspringt die Issel. GemeindegebietDie heutige Gemeinde Raesfeld entstand in den Jahren 1969-1975 aus den vorher eigenständigen Gemeinden Raesfeld, Erle, Homer und dem nördlichen Teil von Overbeck. Daneben gibt es die Ortschaften Freiheit, Winkelschulte Westrich, Homer, Brink, Möllmann, Femeiche, Östrich und Löchte NachbargemeindenUnmittelbare Nachbarstädte von Raesfeld sind Rhede, Borken und Heiden im Kreis Borken, Dorsten im Kreis Recklinghausen sowie Schermbeck und Hamminkeln im Kreis Wesel. GeschichteRaesfeld wurde 889 als „Hrothusfeld” im Heberegister der Abtei Werden erstmals urkundlich erwähnt. Um 1117 wurde nördlich des kleinen Ortes inmitten einer unzugänglichen Sumpffläche eine Turmhügelburg, genannt Burg Kretier, erbaut. Der erste bekannte Burgherr war um 1170 Rabodo von dem Berge. Er war vermutlich auch der Stifter der Raesfelder Kirche um die herum das heutige Dorf entstand. Bald nach dem Verkauf der Burg an den Ritter Symon von Gemen 1259 brannte die Burg ab. Symon erbaute stattdessen an der Stelle des heutigen Schlosses eine neue Burganlage und nannte sich anschließend Symon von Rasveld. In einem Nachspiel zur Münsterischen Stiftsfehde stürmten im Sommer 1458 Bocholter Stadtknechte das Dorf und brannten den Kirchturm nieder. Mit Ablassbriefen konnte der Wiederaufbau bis 1515 finanziert werden. Im Jahre 1560 zerstörte ein weiterer Brand große Teile des Dorfes. Die Burg kam Ende des 16. Jahrhunderts an die Herren von Velen. Alexander II. von Velen, der westfälische Wallenstein, brachte es im Dreißigjährigen Krieg zu hohem Ansehen und baute die alte Burg von 1643 bis 1658 zum Residenzschloss aus. Das Dorf litt allerdings im Dreißigjährigen Krieg wie auch hundert Jahre später im Siebenjährigen Krieg mehrmals unter Besetzung, Plünderung und Einquartierungen durch Soldaten von verschiedenen Seiten. Am 26. November 2005 wurde in Raesfeld der Katastrophenalarm ausgelöst. Starke Schneefälle der vergangenen Tage und insbesondere einen Neuschneefall von etwa 50 cm ließen viele überirdische Masten von Stromleitungen abknicken. Gleichzeitig rissen wegen der nassen Konsistenz des Schnees, der sich auf diese Weise wie ein Mantel bis zu fünf Zentimeter dick um die Stromleitungen legte, und des starken Windes viele Leitungen. Im Kern Raesfelds fiel so der Strom etwa 5 Stunden aus. Im April und Mai 2006 wütete in Raesfeld die klassische Schweinepest. Drei Fälle innerhalb von rund 40 Tagen sorgten dafür, dass sämtliche Schweine des Sperrbezirks getötet werden mussten. Die Europäische Union ordnete ein absolutes Transportverbot innerhalb Nordrhein-Westfalens an. EingemeindungenDie heutige Gemeinde Raesfeld entstand aus mehreren Eingemeindungen. Zum 1. Juli 1969 wurde die vorher eigenständige Gemeinde Homer eingemeindet. Zum 1. Januar 1975 wurde die zuvor eigenständige Gemeinde Erle und ein nördlicher Teil der zuvor eigenständigen Gemeinde Overbeck mit Raesfeld zusammengeschlossen.[1] Einwohnerentwicklung
PolitikGemeinderatNach der Kommunalwahl 2004 mit einer Wahlbeteiligung von 68,2% ergibt sich folgende Sitzverteilung im Raesfelder Gemeinderat:
PartnergemeindenDie längste Partnerschaft besteht mit dem niederländischen Ort Wehl, der zur Gemeinde Doetinchem gehört, zudem besteht seit 1990 eine Partnerschaft mit der mecklenburgischen Stadt Dömitz und seit 2005 eine weitere Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Kobierzyce. WappenDie heraldische Beschreibung des Wappens der Gemeinde Raesfeld lautet: „Von Rot und Gelb geteilt, vorn ein gelber Turm mit steiler Haube, hinten zwei rote pfahlweise gestellte Eichhörnchen”.[4] Der Turm im Wappen geht auf den markanten Turm des Schlosses zurück. Die Farben und die Eichhörnchen stammen aus dem Erler Wappen, welches auf das Wappen derer von Ichorne aus dem 13. bis 15. Jahrhundert zurückgeht. Vor der Eingemeindung der Gemeinde Erle war das Wappen der Gemeinde Raesfeld geteilt von Blau und Gelb, vorn der Turm und hinten drei rote Merletten (Amseln). Die Merletten waren aus dem Wappen derer von Velen übernommen worden.[5][6] Kultur und SehenswürdigkeitenBekannteste Sehenswürdigkeit ist das Wasserschloss Raesfeld mit der Schlosskapelle St. Sebastian. In der dörflichen Schlossfreiheit befindet sich zudem ein heimatgeschichtliches Museum über den Zweiten Weltkrieg in Raesfeld. Der angrenzende Tiergarten gehört zu den wenigen erhaltenen aus der Zeit der Renaissance. Das moderne Besucher- und Informationszentrum zeigt dazu die natur- und kulturhistorische Daueraustellung Auftritt einer Kulturlandschaft – Renaissance-Tiergarten Raesfeld. Der Tiergarten ist eingebunden in das European Garden Heritage Network. Im Ortsteil Erle steht einer der ältesten Eichen Deutschlands: die vermutlich über 1000 Jahre alte Femeiche. Südlich des Erler Dorfs steht eine dekmalgeschützte Windmühle aus dem Jahr 1848. Regelmäßige Veranstaltungen
Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrDie Bundesstraßen B 224 und B 70 führen zu den nahegelegenen Autobahnen A 31 und A 3. Der ÖPNV wird von der Westfalen Bus GmbH in der Verkehrsgemeinschaft Münsterland sowie von der Vestischen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bedient. Der nächstgelegenen größeren Bahnhöfe befinden sich in Borken, Dorsten und Wesel. EinzelnachweiseLiteratur
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