Reesen in Sachsen-Anhalt


Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Jerichower Land
Verwaltungsge-
meinschaft:
Möckern-Fläming
Koordinaten: 52° 17′ N, 11° 56′ O
Höhe: 56 m ü. NN
Fläche: 13,30 km²
Einwohner: 551
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39291
Vorwahl: 03921
Kfz-Kennzeichen: JL
Gemeindeschlüssel: 15 3 58 052
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 63
39291 Reesen
Bürgermeister: Gisela Kottler

Reesen ist eine ländliche Gemeinde im Westen des Landkreises Jerichower Land.

Geografie

Durch Reesen führt die Bundesstraße 1, auf der man zur 5,5 Kilometer in westlicher Richtung gelegenen Kreisstadt Burg gelangt. Der Ort ist umgeben von ausgedehnten Waldgebieten, zu denen im Norden das Naturschutzgebiet „Bürgerholz” gehört. Nach Süden hin erstrecken sich landwirtschaftliche Flächen, die mit einer durchschnittlichen Bodenwertzahl von 34 wenig ertragreich sind. Das Gemeindegebiet fällt von Süden nach Norden von 60 bis 38 Meter über dem Meeresspiegel deutlich ab. In zwei Kilometern Luftlinie entfernt liegt die Funksendestelle Burg mit Anlagen zum Mittel- und Langwellenempfang.

Geschichte

Die erstmals im Zusammenhang mit Reesen nachgewiesenen Personen sind die Grafen von Schwerin und Johann von Plotho, letzterer erhielt von den Grafen den Ort als Lehen. Für diesen Vorgang ist das letzte Drittel des 12. Jahrhunderts anzunehmen. Die erste urkundliche Erwähnung unter der Ortsbezeichnung „Resene” stammt aus dem Jahr 1289. Die Familie von Plotho, deren Hauptsitz Altenplathow bei Genthin war, bestimmte die Geschicke des Ortes über viele Jahrhunderte. An der Grenze zwischen dem Erzbistum Magdeburg und der Mark Brandenburg gelegen, wurden Reesen mehrfach in Grenzstreitigkeiten verwickelt, die oft mit Plünderungen und Brandschatzungen einhergingen. Erst als 1680 das Erzbistum in ein brandenburgisches Fürstentum umgewandelt wurde, waren die territorialen Verhältnisse endgültig geklärt. Reesen lag nun im Zuständigkeitsbereiches des Distriktes II im Jerichower Gesamtkreis der Mark Brandenburg. Nach der preußischen Verwaltungsreform von 1815 wurde aus dem Distrikt der Kreis Jerichow II mit der Kreisstadt Genthin. Mit der Fertigstellung der Chaussee Magdeburg - Berlin im Jahr 1824 stellte sich allmählich ein Wandel der Infrastruktur ein. War der Ort bisher rein landwirtschaftlich geprägt gewesen, siedelten sich nun zahlreiche Handwerker an. Neben zwei Windmühlen entstanden eine Stellmacherei, eine Tischlerei und eine Schmiede. Die Zahl der Einwohner stieg von 209 im Jahr 1820 auf 426 im Jahr 1854. Während der DDR-Herrschaft kehrte Reesen wieder zu seiner vorwiegend landwirtschaftlich Prägung zurück. Viele Einwohner fanden als Auspendler Arbeit in den Industriebetrieben der nahegelegenen Stadt Burg. Mit der DDR-Gebietsreform war Burg 1952 auch die zuständige Kreisstadt geworden. Am 21. Dezember 1953 nahm in der in unmittelbarer Nähe errichteten Funksendestelle der erste Mittelwellensender seinen Betrieb auf. Später stand hier mit 1000 kW der leistungsstärkste Sender der DDR. 1964 hatte Reesen 444 Einwohner. Nach der politischen Wende von 1989 entwickelte sich Reesen zu einem bevorzugten Standort für Eigenheimbauten. Die Kommune stellte dazu zwei große Baugebiete zur Verfügung, und durch den verstärkten Zuzug verdoppelte sich nahezu die Zahl der Einwohner. Neben einigen kleinen Gewerbebetrieben führte eine Agrargenossenschaft die landwirtschaftliche Tradition des Ortes fort. Am 1. Januar 2005 schloss sich Reesen der Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Fläming an.

Kommunale Selbstverwaltung

Reesen wird durch einen elfköpfigen Gemeinderat geleitet und hat eine ehrenamtliche Bürgermeisterin. Gisela Kottler wurde 1994 erstmals in dieses Amt gewählt und erhielt bei der letzten Bürgermeisterwahl von 2001 100 Prozent der gültigen Wählerstimmen.

Bauwerke

Die Dorfkirche von Reesen steht auf dem Kirchplatz im Zentrum des Ortes. Das Gebäude ist in seinem Ursprung spätromanisch und wurde aus Feldsteinen errichtet. Der gegenüber dem Kirchenschiff etwas schmalere im Osten angefügte Altarraum stammt aus der Zeit der Gotik. Anstelle eines massiven Kirchturms hat die Reesener Kirche einen in Fachwerkbauweise auf dem Westgiebel errichteten mit einem Zeltdach versehenen Dachreiter. Das Nordportal und einige Fenster stammen noch aus der Ursprungszeit der Kirche, die drei Fenster der Ostwand haben eine gotische Form, während die Segmentbogenfenster wohl im 17. Jahrhundert eingebaut wurden. Der Innenraum trägt eine flache Holzdecke, an der Nord- und Westwand sind Emporen angebracht. Der ebenfalls aus Holz gefertigte klassizistische Kanzelaltar trägt die Jahreszahl 1795. Das wohl älteste Inventarstück ist der gotische achteckige Taufstein.




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Informationsportal über Reesen in Sachsen-Anhalt - 25.5.2012