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Reichenbach ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Walderbach. GeografieGeografische LageReichenbach liegt im "Vorderen Bayerischen Wald", im mittleren Regental, am Fluss Regen. (Für das Geschichtsverständnis der wohl über 1000-jährigen Reichenbacher Geschichte wäre "Vorderer-Böhmerwald" präziser.) NachbargemeindenIm Norden und Osten: Gemeinde Walderbach OrtsgliederungReichenbach Kienleiten ist ein Ortsteil der Gemeinde. Heimhof ist ein Weiler, Gemarkung Tiefenbach. Windhof ist ein Weiler, Gemarkung Tiefenbach. Kaltenbach ist eine Einöde, Gemarkung Treidling. Hochgart ist eine Einöde, Gemarkung Reichenbach. Linden ist ein Weiler, Gemarkung Tiefenbach. GeschichteDie Zeit vor dem 19. JahrhundertDie Siedlung im Tal des Regenflusses, an einer Furt gelegen, war schon im frühen Mittelalter Mittelpunkt eines grundherrschaftlich organisierten und verwalteten Bezirks. 1118 erfolgte die Gründung des Klosters Reichenbach und seither verbinden sich die Geschichte des Orts und jene des Kloster. Reichenbach erlebte in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens eine frühe Blüte. Nachdem die Wittelsbacher 1204 die Vogtei übernommen hatten, verlor Reichenbach seine regionale Bedeutung. Im 14. Jahrhundert vollzog sich eine Wende zum Besseren. Anfang des 15. Jh. wurde das Kloster weitgehend neu im gotischen Stil erbaut und mit Befestigungsanlagen umgeben. Diese verhinderten 1428 und 1433 die Hussiteneinfälle. Im 15. Jahrhundert hatte Reichenbach den Status eines Marktes. Es gehörte territorial zum oberen Teil der Wittelsbacher Kurpfalz, der von der Residenzstadt Amberg aus verwaltet wurde. Aufgrund des Prinzips Cuius regio, eius religio stand es nach 1555 dem Landesherrn zu, die Religion seiner Untertanen zu bestimmen. So wurde durch Ottheinrich, der von 1556 bis 1559 als Pfälzer Kurfürst amtierte, das lutherische Bekenntnis verbindlich gemacht. Das Kloster wurde 1556 aufgehoben. In Reichenbach oblag es Johannes Hagnus, Absolvent der Universität Wittenberg, die evangelische Kirchenordnung durchzusetzen. Während der anschließenden Regierungszeit von Kurfürst Friedrich III. (1559-1576), der ein Anhänger der reformierten, calvinistischen Richtung des Protestantismus war, wurde Hagnus wie andere lutherische Geistliche entlassen. Die calvinistischen Bilderstürmer vernichteten um 1570 im Reichenbacher Kloster viele Kunstwerke. Ab 1626 erfolgte durch den neuen Landesherrn, das Kurfürstentum Bayern, die Rekatholisierung Reichenbachs. 1661 zogen unter kurfürstlicher Administration erneut Benediktiner in das Kloster ein, die ab 1669 unter der Verwaltung von St. Emmeram in Regensburg standen. Erst 1695 war das Kloster wieder eine selbstständige Abtei und erlebte eine zweite Blüte. Auflösung des KlostersMit der Säkularisation und der Auflösung des Klosters im Jahre 1803 endete die rege wissenschaftliche und literarische Tätigkeit der Reichenbacher Benediktiner. Die Kirche ist seitdem eine Filialkirche der Pfarrei Walderbach. Das Kloster ging zunächst in Staatseigentum über, ehe 1820 die Gebäude versteigert wurden. Die Klostergebäude fanden unterschiedliche Verwendungen, u.a. gründete Heinrich Waffler 1841 eine Steingutfabrik, die er bis 1863 betrieb. Gründung einer FeuerwehrAm 20. Februar 1882 wurde die Freiwillige Feuerwehr Reichenbach aufgrund mehrerer Brände in der Ortschaft gegründet. Verantwortungsbewusste Bürger schlossen sich zu einer Gemeinschaft zusammen und schafften Löschgeräte an. Der Ankauf der ersten Löschmaschine am 9. Juli 1882 war eine Handdruckpumpe. 56 Bürger gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Es wurden Statuten aufgestellt, deren erster Zweck es war, bei Feuergefahr zum Schutze der Personen und deren Eigentum zunächst im Orte Reichenbach, sodann auch in der Umgebung Dienst zu leisten. Der erste "Commandant" war Alois Pestenhofer. Zu jeder Zeit beteiligte sich die Freiwillige Feuerwehr Reichenbach an allen kirchlichen und gemeindlichen Festen und an den Gautagen im Landkreis. Barmherzige Brüder1890 übernahmen die Barmherzigen Brüder die Gebäude und richteten eine Heil- und Pflegeanstalt für geistig und körperlich Behinderte ein. 1893 begann das Kloster mit dem Betrieb einer eigenen Brauerei. Zu Beginn der Karwoche ging man an die geplante Errichtung der neuen und größeren Wasserleitung. Diese war fast zwei Kilometer lang. Viele Bürger der Gemeinde leisteten dabei unentgeltiche Fahrdienste. Die Quellen befanden sich beim Windhof. Klosterbrand 18971897 in der Nacht vom 23. auf 24. September brach in den Klostergebäuden ein Feuer aus. Der Brand breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus, 140 Pfleglinge mussten evakuiert werden. Eine große Hilfe war nun die Wasserleitung, denn die angrenzenden Weiher waren schon nach kurzer Zeit leergepumpt. Acht Tage lang wütete das Feuer und noch nach sechs Wochen wurden glühende Trümmer aus dem angefallenen Schutt herausgezogen. Das Feuer forderte zwar kein Menschenleben, jedoch war das Kloster nur noch eine rauchende Ruine. Die Bevölkerung von Reichenbach leistete beim Wiederaufbau alle nur denkbare Hilfe. Gegen Weihnachten 1897 konnten die nach Straubing und Attl verlegten Pfleglinge wieder zurückgebracht werden. Daraufhin wurde 1898 ein ständiger Nachtwächter in Reichenbach angestellt. Weiterentwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts1900 wurde die Bierschenke im Kloster geschlossen. Für Waschhaus und Wurzgarten im Kloster wurde eine eigene neue Wasserleitung eingerichtet, da die im Jahr 1893 angelegte bei trockener Witterung nicht genügend Wasser lieferte. 1908 wurde unter Pater Eberhard Forstner aus Kaisheim das Reichenbacher Leichenhaus gebaut. Zu dieser Zeit machte Reichenbach große Fortschritte. In der Nähe des Klosters ließ er einen Hopfengarten anlegen, dessen Ertrag völlig ausreichte, um den Badarf der Brauerei des Klosters zu decken. Außerdem wurde zwischen Windhof und Wald ein Granitsteinbruch entdeckt, bei welchem zugleich eine Feldschmiede errichtet wurde. Das größte und beste Werk des Priors aber war die Erbauung der Straße Kienleiten-Roßbach (die heutige Kreisstraße CHA 25). Die Wegeverhältnisse in Reichenbach waren denkbar schlecht. Die einzige Zufahrt ins Kloster führte durch das Dorf (Pfisterstraße). Bei der Durchführung gab es massive Schwierigkeiten mit den Anrainern. 1911 wurde unter Prior Frater Sympert Fleischmann die Infrastruktur im Ort verbessert. Sein Hauptaugenmerk war, die Weiterführung der Straße nach Roßbach voranzutreiben. Nun führte durch Reichenbach eine breite Straße. Die Hälfte des Dorfes wurde kanalisiert. Für etwa 20 Häuser in Reichenbach wurde eine Wasserleitung gebaut. Diese Wasserleitung war bis zur Einführung der Kreiswasserversorgung 1967 in Betrieb. Die Benutzer durften das Wasser zuletzt nur in abgekochten Zustand verwenden, weil darin immer wieder Bakterien festgestellt wurden. Der Erste Weltkrieg und die NachkriegszeitDer erste Weltkrieg (1914-1918) forderte auch in Reichenbach seine Opfer. Die Männer des Ortes und auch 23 Brüder wurden in den Militärdienst eingezogen, wobei 25 den Krieg nicht übelebten und 5 vermisst waren. Während des Krieges waren die Lebensmittel schon sehr knapp geworden. Deshalb gab man auch in Reichenbach Lebensmittelkarten aus. Auch nach dem Krieg hielt dieser Zustand noch lange an. Hinzu kam die Inflation, die das Geld wertlos machte. Ab 1919 wurde eine elektrisch betriebene Mahlmühle in Betrieb genommen, der 1943 auf behördliche Anweisung eingestellt werden musste. 1920 erstrahlte das Kloster Reichenbach im hellen Glanze. Am ersten Maisonntag hatte endlich das elektrische Licht Einzug gehalten. Der Strom wurde aus Dampf erzeugt. 1921 wurde mit Rücksicht auf den herrschenden Wohnungsmangel in der Gemeinde Reichenbach ab dem 1. März jeder Zuzug von auswärts verboten. Im Jahr 1922 wurde die Wasserturbine am nahe gelegenen Fluss Regen verbessert. 1923 wurde dann in der ganzen Gemeinde das elektrische Licht eingeführt. Die Währungsreform 1923 brachte eine große Verbesserung. 1924 wurde das Kloster in der Nacht vom 2. auf 3. März von einem verheerenden Brand heimgesucht. Die Holzlege und die Scheune brannten vollständig nieder. Sämtliche Vorräte an Futter, Stroh, ferner viele Wagen und Pflüge gingen Verloren. Schon am 5. März verkündete die Klosterglocke wieder einen Brand. Diesmal stand eine Scheune in Kienleiten in Brand. Durch tapferes Eingreifen konnte an diesem Tag das Wohnhaus gerettet werden. Am 7. März, zwei Tage später, gab es einen dritten Feueralarm. Nun brannte noch das danebenstehende Wohnhaus nieder. 1924 wurde ein klostereigenes Sägewerk errichtet. Während der Fertigstellungsphase des Wasserkraftwerkes am Regen traten zwei Hochwasser ein. Der Regen wälzte ungeheuere Wassermassen heran und das Gebäude drohte einzustürzen. Durch diese Naturereignisse verzögerte sich der Bau, der schließlich 1926 vollendete wurde. Sie leistete jetzt 20 PS. 1927 beschloss der Gemeinderat ab 1. Juli die Erhebung einer Biersteuer, pro Hektoliter 1 Reichsmark. Mit Wirkung vom 11. Dezember 1927 wurde auf Antrag des Klosters die Steuer für Bier auf 50 Pfennig ermäßigt. Der Zweite WeltkriegAb 1933/34 blieb auch Reichenbach und das Kloster vom Terrorregime des Nationalsozialismus nicht verschont, Behinderte galten damals als nicht arisch, und so blieben auch hier menschenverachtende Greueltaten nicht aus. Auch jetzt mussten Männer in den Krieg ziehen. 31 sind im Krieg gefallen und 6 waren vermisst. Im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg war im Zweiten Weltkrieg auch die Zivilbevölkerung direkt von den Kriegshandlungen betroffen und musste des Öfteren ihre Häuser verlassen und Schutz im altel Felsenkeller neben der Bergkapelle suchen. Als Nittenau bombardiert wurde, waren unter den Schwerverletzten und Todesopfern auch Reichenbacher Bürger. Wegen der Luftangriffe mussten die Fenster von innen verdunkelt werden. Dies war Pflicht und wurde streng kontrolliert. Fremdarbeiter aus besetzten Gebieten des Deutschen Reiches besetzt worden waren, wurden auch in Reichenbach in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt. Es handelte sich vor allem um Polen und Franzosen. 1942 musste wieder Glockenzoll gezahlt werden, nur die kleinste Glocke verblieb im Turm. Kriegsende und NachkriegszeitGegen Ende des Krieges befand sich im Kloster der Barmherzigen Brüder ein Wehrertüchtigungslager, in dem Hitlerjungen für den Dienst an der Front ausgebildet werden sollten. Kommandeur Trott wollte den herannahenden amerikanischen Truppen Widerstand leisten und ließ Panzersperren errichten. Die Antwort der Amerikaner war eindeutig: Sollte auch nur ein Schuss fallen, würde Reichenbach bombardiert werden. Daraufhin floh die Bevölkerung nach Hochgart. Trott floh ebenfalls, wurde jedoch kurze Zeit später von den Amerikanern in Falkenstein gefasst und erschossen. Als die Alliierten heranrückten, wurde das Konzentrationslager Flossenbürg geräumt. Auf dem sog. Todesmarsch kamen die Häftlinge auch dirch Reichenbach. Da es Nacht war, nahmen einige KZ-Häftlinge ihre letzte Chance und wagten bei der Brauerei Häring die Flucht. Einige wurden sofort erschossen, wenige andere versteckten sich in Scheunen. Am 24. April 1945 besetzten amerikanische Truppen das Kloster Reichenbach. Für die Dorfbewohner und insbesondere für die Kinder, die noch nei einen Menschen mit anderer Hautfarbe gesehen hatten, waren die farbigen Soldaten ein Kuriosum. Die Besetzung Reichenbachs durch die Amerikaner verlief ohne größere Zwischenfälle. Auch das Dorf Reichenbach musst viele Flüchtlinge beherbergen. So wie im Ersten Weltkrieg wurden während des Krieges und auch nachher Nahrungsmittel nur auf Lebensmittelkarten ausgegeben. Die Dorfbewohner konnten sich teilweise selbst versorgen, da fast alle eine kleine Landwirtschaft betrieben. 1946 erfolgte die Wiedererrichtung des Wirtskreuzes, und am 9. Juni wurde das Holzkreuz zum Abschluss der achttägigen Mission der Filiale Reichenbach geweiht. 1948 erfolgte die Währungsreform. Das Dorf wurde 1954 von einem Hochwasser heimgesucht. Die Regenbrücke war einen Tag lang nicht passierbar. Klosterbrand 19591959 brach wiederum ein Großbrand auf dem Speicher des Ostflügels des Klosters Reichenbach aus. Der Großalarm rief etwa 20 Feuerwehren aus der Umgebung zur Brandstätte, auch die Berufsfeuerwehr aus Regensburg. Der damalige Landrat Sackmann mobilisierte hier sofort die maßgeblichen Stellen und leitete alle Sicherungsmaßnahmen für die gefährdeten Kunstgegenstände ein. Sogar eine Pioniereinheit der Bundeswehr aus Bogen wurde geschickt. Der Schaden war beträchtlich. Er lag bei 172.700,- DM (Um den Schaden zu ermessen: Der Wochenverdienst eines gut verdienenden Klostermitarbeiters betrug in dieser Zeit 35,00 DM/ca. 18 €). Die Reichenbacher BrückeVermutlich war bereits vor der Gründung des Klosters Reichenbach 1118 ein Übergang über den Regen geschaffen worden, denn es führte auch eine Straße von Cham über Reichenbach und Roßbach nach Regensburg, Falkenstein und Straubing. Erstmals wurde die Reichenbacher Brücke 1743 bzw. 1744 erwähnt, als ein Hochwasser die Brücke beschädigte. 1750 riss ein Eisstoß die Holzbrücke weg. Danach mussten die Dorf- und Klosterbewohner mit Kähnen über den Regen setzen. Im Zuge der Säkularisation 1803 wurde vom Bayeischen Staat die Bauträgerschaft für die Brücke der Gemeinde Reichenbach übergeben. Das Hochwasser 1831 schwemmte die wieder errichtete Regenbrücke ein weiteres mal fort. Die Erstellung einer neuen Brücke war lebensnotwendig, da jenseits des Regenflusses Felder, Hutweiden und Holz lagen und die Erträge sowieso kaum zum Überleben ausreichten. Für die Leute, die mit Pferden die Brücke befuhren oder sie zu landwirtschaftlichen Zwecken benutzen mussten, gab es den "Brückengulden" bzw. "Brückenzoll". Die Brücke war immer das größte "Sorgenkind" der Gemeinde. Die Bürger protestierten stets gegen den zu entrichtenden Brückengulden und die Gemeinderäte wollten die Unterhaltspflicht der Brücke auf den Landkreis Roding abwälzen. Dies gelang schließlich 1924, wohl im Zuge des Ausbaues der Zubringerstraße (Districtstraße) zur neu errichtenten Bahntrasse "Falkenstein - Regensburg". (Aus dieser Zeit stammt auch der Ausbau der jetzigen Hauptstraße - umgangssprachlich "Neue Straße" - die die jetzige Pfisterstraße als Hauptstraße ablöste. Der vormals schmale Weg, ähnlich dem Kirchsteig, wurde unter großem Protest der Anlieger und mit enormen Aufwand, stark verbreitert.) Auch der Kampf mit dem bayerischen Staat wurde beendet, so dass dieser Gelder zur Verfügung stellte, um eine neue Holzbrücke zu errichten. Nachdem die Löscharbeiten beim Klosterbrand 1959 durch die unzureichende Tragkraft der Holzbrücke behindert wurden, wurde ein weiterer Brückenbau begonnen. Von den 810.000 DM Gesamtkosten musste der Landkreis nur 70.000 DM an Eigenmitteln aufwenden. Die Gemeinde Reichenbach hatte lediglich 15.000 DM für die Brückenauffahrt zu leisten. Als die jetzige Brücke fertiggestellt war, galt sie als die "modernste Spannbetonbrücke der Oberpfalz". GebietsreformDie Volksschule in Reichenbach wurde aufgelöst mit Beginn des Schuljahres 1970/71. Seitdem besuchen die Schüler der Gemeinde Reichenbach die Volksschule in Walderbach. Bis Kriegsende existierten die Gemeinden Reichenbach, Tiefenbach und Treidling. Letztere wurde 1945 aufgelöst. Zur Gemeinde Reichenbach kamen die Weiler Linden, Tiefenbach, Heimhof, Windhof, Treidling (Namensbedeutung: Treideln, -ing), dagegen Nahenfürst, Weitenfürst und Gumping zur Gemeinde Wald. Bei der Gebietsreform 1972 stimmte die Gemeinde der Landkreiszuteilung nach Cham unter Vorbehalt zu, dass die Gemeinde eine Verwaltungsgemeinschaft mit Wald und Walderbach mit dem Sitz in Reichenbach bilden könnte. Sollte die Gemeinde Walderbach sich der Stadt Roding anschließen und die Gemeinde Wald selbstständig bleibt, so wollte die Gemeinde Reichenbach Anschluss an die Stadt Nittenau und den Landkreis Schwandorf suchen. Eine Eingemeindung nach Roding wurde auf Grund der Entfernung von 15 km abgelehnt. Durch diese Gebietsreform verlor die Gemeinde Reichenbach 17,7 % ihrer Gesamtfläche. Die Weiler Forsting, Jägerhöhe, Treidling und Holzseige (außer Kaltenbach), später auch noch Tiefenbach, kamen zur Stadt Nittenau. Unter den fehlenden Gewerbesteuereinhamen, u.a. des Steinbruches in Treidling, leidet die Gemeinde noch heute, da kein Ausgleich geschaffen wurde. Die Gemeinde Reichenbach blieb selbständig, bildete aber mit der Gemeinde Walderbach eine Verwaltungsgemeinschaft. Stetige Fortentwicklung des Ortes1975 schließlich erfolgte der Bau der Entwässerungsanlage (Kanalisation). Im Jahre 1976 entstanden die Johann-von-Gott-Werkstätten. Dies ist eine Werkstätte für Pfleglinge des Klosters, wie auch externer Pfleglinge. 1984 ging die Ära "Brauerei Härig Reichenbach" zu Ende. Die Brauerei wurde 1756 gegründet. Die letzten Besitzer Anna und Georg Häring starben bereits 1978. Im Jahr 1991 nahm der Kindergarten St. Paulus den Betrieb auf. Mitte Juli 1993 feierte die Gemeinde und das Kloster "875 Jahre Kloster Reichenbach". Im Laufe der Jahre wurden weitere Baugebiete ausgewiesen. 1998 fand die Einweihung der Familienkapelle Reisinger in Kienleiten zu Ehren der Heiligen Katharina statt. 1999 wurde im Rahmen des Städtebaus der "Markgraf-Dipold-Platz" (Kirchplatz) und die Eustachius-Kugler-Straße saniert. Am 1. Janunar 2000 pünktlich um 0:00 Uhr wurde die "Jahrtausendwende" mit einem riesigen Feuerwerk im ehem. Klostergarten gefeiert. 2001 wurde die Kreisstraße CHA 25 (Hauptstraße) im Ortsbereich Reichenbach vollständig erneuert und ein Gehsteig gebaut. Jahrhunderthochwasser 2002Im August des Jahres 2002 wurde Reichenbach und alle anderen Orte am Regenfluss von einem nie dagewesenen Hochwasser heimgesucht. Am Abend des 12. August begann die Feuerwehr den Jugendzeltplatz zu räumen. In der Nacht zum 13. August wurde Katastrophenalarm für den Landkreis Cham durch den Landrat Theo Zellner und den Krisenstab im Landkreis Cham ausgerufen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde jedem klar, dass dieses Hochwasser alle Erwartungen übertrifft und zu einem neuen Jahrhunderthochwasser wird. Die höchste Meldestufe wurde bereits gegen 10 Uhr überschritten. Zeitgleich begann der Hochwassereinsatz in Reichenbach. Von 18 Uhr bis 2 Uhr des nächsten Morgens konnte der Pegel auf Grund der enormen Wassermassen nicht mehr gemessen werden. Die Messstation fiel aus. Die unteren Regenanlieger wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. In einigen Straßen stand das Wasser teilweise zwei Meter oberhalb der Straßenoberfläche. Der Wasserpegel erreichte glücklicherweise wenige Zentimeter unter der Regenbrücke gegen 22 Uhr seinen Höhepunkt. So musste die Brücke nicht gesperrt werden. Ein Jahr später wurde die Uferpromenade vollständig umgestaltet. 2005 qualifizierte sich die Gemeinde beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" für den Kreisentscheid. An einem verregneten Tag im Jahr 2006 machte sich die Jury ein Bild des Ortes. Trotz des schlechten Wetters erhielt Reichenbach die Silbermedalie. PolitikGemeinderatDer Gemeinderat besteht aus 12 Mitgliedern. Bürgermeister1. Bürgermeister ist Franz Pestenhofer. WappenDas Wappen des Ortes zeigt einen "in Silber über blauem Wellenschildfuß hin stehendern roten Drachen." Der Ort Reichenbach, der stets in engster Beziehung zu dem im 12. Jahrhundert gegründeten Benediktinerkloster stand, hatte seit dein 15. Jahrhundert den Status eines Marktes, deren Verwaltung ein eigenes Siegel führte. Ein heute noch erhaltener, im frühen 17. Jahrhundert angefertigter Siegelstempel zeigt ein Wappen, das die dem Klostergründer von Reichenbach zugeschriebene Wappenfigur, den Drachen abbildet. Das Bild dieses überlieferten Wappens erinnerte an die enge Verbindung zwischen Ort und Kloster Reichenbach. Zur Dokumentation der Lage der Gemeinde am Regen wurde als Wassersymbol der sogenannte Wellenschildfuß gewählt, wodurch ein historisch und heraldisch gleichermaßen begründetes kommunales Hoheitszeichen gewonnen wurde. Kultur und SehenswürdigkeitenKirchliches Leben und BräucheZahlreich sind die Zeugnisse früherer Volksfrömmigkeit, die in Wald und Flur zu finden sind. An einigen von ihnen werden heute noch Andachten und Gottesdienste gefeiert, so zum Beispiel am Marienplatz oder am sogenannten "Pfaffenstein". Am 9. Juni 1949 wurde das sog. "Wirtskreuz" auf einer Anhöhe über der Ortschaft geweiht, welches Bewohner von Reichenbach zum Dank dafür errichtet haben, dass das Dorf in Kriegsgefahren verschont blieb. Es trägt die Inschrift "In diesem Zeichen wirst du singen - zum Dank für besonderen Schutz unseres Dorfes in Kriegsgefahr" und wurde bereits im Jahre 1946 aufgestellt. Nach der Überlieferung muss dort schon 1914/1918 ein Kreuz gestanden haben, welches im Zeitraum zwischen 1939 und 1945 von fanatischen Gruppen zerstört worden war. Seit 1998 lädt ein Kreuzweg, der den Sonnhofweg entlang zu dieser Gebetsstätte führt, Gläubige zum Verweilen im Gebet ein. Die Kreuzwegstationen wurden in liebevoller Kleinarbeit von Bewohnern und Mitarbeitern der Klosters der Barmherzigen Brüder künstlerisch gestaltet. Die Marienverehrung spielte in Reichenbach seit jeher eine wichtige Rolle. Davon zeugen unter anderem die Lourdesgrotte an der Apsis der Klosterkirche, die 1895 eingeweiht wurde, und die Bergkapelle in der Pfisterstraße. Letztere wurde 1935 erbaut. Der Felsenkeller neben der Kapelle diente den Dorfbewohnern im Zweiten Weltkrieg auch als Schutzbunker. Seit 1998 lädt auch eine Kapelle in Kienleiten die Gläubigen zum Gebet ein. Sie wurde von der Familie Gerhard Reisinger nach einem Versprechen errichtet und ist der Heiligen Katharina geweiht. Nicht wegzudenken aus dem kirchlichen Leben waren die Bittgänge, bei denen um gedeihliches Wetter und eine gute Ernte gebeten wurde. Zu diesen Anlässen kamen Gläubige aus Walderbach und Reichenbach zum Gebet zusammen. Einmal zogen die Reichenbach nach Walderbach, ein anderesmal die Walderbacher nach Reichenbach, wobei ihnen die Gläubigen aus Reichenbach betend entgegengingen. Ein Höhepunkt im Kirchjahr war sicherlich das Fronleichnamsfest, im Volksmund "Prangertag" genannt. Der Weg, den die Prozession entlang ging, wurde mit sogenannten "Prangerstauden" (Birken), Schilfgras und frischen Tannengrün mit Tüchern und Fähnchen geschmückt. Außerdem wurden Figuren aufgestellt und Heiligenbilder an den Hauswänden befestigt. Zwei Muttergottesstatuen, außerdem je eine Figur von Josef und Jesus wurden mit Blumen geschmückt und von Mädchen bei der Prozession mitgetragen. Zum "Prangertag" gehörte es auch, dass man zum "Wirt" oder zum "Häring" zum traditionellen Bratwurstessen ging. Auch wenn die Bratwürste auf dem heutigen Speiseplan nichts außergewöhnliches mehr sind, hat sich dieser Brauch bis heute erhalten. Musik
Bauwerke
Naturdenkmäler
Sport
Regelmäßige Veranstaltungen
Wirtschaft und InfrastrukturIm Kloster der Barmherzigen Brüder Reichenbach leben über 400 Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung und sind etwa 500 Mitarbeiter beschäftigt. Damit zählt es zu den wichtigsten Arbeitgeben in der Region. Darüber hinaus sind in Reichenbach ein Supermarkt mit Metzgerei, mehrere Schreinerei-Meisterbetriebe, ein KFZ-Meisterbetrieb, ein Karosseriebau- und Lackierbetrieb, ein Betrieb für Innenausbau und Akustikbau, eine Werbetechnik-Agentur und weitere Kleinbetriebe angesiedelt. Weiterhin gibt es zahlreiche kleine und große landwirtschaftliche Betriebe in Reichenbach. VerkehrDie Gemeindeteile Reichenbach und Kienleiten sind durch eine Stahlbetonbrücke miteinander verbunden. Die Gemeinde Reichenbach liegt relativ nahe zu überörtlichen Verkehrsstraßen. Durch den Ort selbst verläuft die Kreisstraße CHA 25 (Hauptstraße) und die CHA 27 (Bodensteiner Straße). Die Ortsteile Reichenbach und Kienleiten sind durch die Staatsstraße St. 2149 getrennt. Der Verkehr in diesem Kreuzungsbereich wird durch eine Ampel geregelt. Die Auffahrt zur neu gebauten B16 (Roding-Regensburg) ist nur 3,5 km entfernt. Die Zufahrt zur B85 (Schwandorf-Cham) ist ca. 15 km entfernt. Medien
BildungDer Kindergarten St. Paulus Reichenbach ist ein eingruppiger Ganztageskindergarten und ist vor allem auf die Bedürfnisse berufstätiger Eltern ausgerichtet. Er besteht seit dem 1. Oktober 1991. Betreut werden die Kinder ab dem dritten Lebensjahr aus dem Gemeindegebiet und der Beschäftigten der Einrichtung der Barmherzigen Brüder Reichenbach. PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenAlle hier aufgeführten Personen stehen in sehr enger Verbindung mit dem Kloster Reichenbach
Literatur
siehe auch
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