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Reichenbach an der Fils ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg. Sie liegt etwa 25 Kilometer südöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart im Landkreis Esslingen. Die Ortsfarben sind gelb und rot. GeschichteAuf den Anhöhen des Filstales wurden schon Spuren von Menschen der mittleren Steinzeit (12000 – 5000 v. Chr.) gefunden. Solche Spuren wurden auch auf dem Gelände nördlich des Siegenhofes entdeckt. Erstmals erwähnt wurde die Gemeinde 1268 in einer Urkunde. Allerdings liegt die exakte Geburtsstunde Reichenbachs, wie vielerorts, im Dunkel der Geschichte, aber man kann die Gründungszeit des Ortes über Flurbezeichnungen und im Vergleich mit Nachbarorten erahnen; sie dürfte in der Zeit vom 9. bis 11. Jahrhundert gelegen haben. Wilhelm Böhringer und Gustav Wohlbold, ehemalige Pädagogen an der heimischen Volksschule, haben in der Vergangenheit die staatlichen und kirchlichen Archive durchforscht und fanden den Ort durch die Nennung eines „Marquardus plebanus de Richenbach” in Verbindung mit einem Streit zweier adliger Frauen erstmals erwähnt. Dieser „Leutpriester Marquard” ist als Zeuge auf einer Urkunde des Jahres 1268 festgehalten. Mit Reichtum hat der Ortsname nichts zu tun. Namensgeber ist vielmehr der die Gemeinde durchfließende Bach. Um Verwechslungen mit Gemeinden gleichen Namens zu verhindern, führte man 1906 die Ortsbezeichnung „Reichenbach an der Fils” ein. Die Gemeinde entwickelte sich nur zögerlich. Als vom 16. bis 19. Jahrhundert nahezu 300 Jahre spanische, schwedische, österreichische und vor allem französische Truppen durch das Filstal zogen, wurde Reichenbach durch Besetzungen, Plünderungen und Kampfhandlungen zum Kriegsschauplatz. Selbst Napoleon reiste 1806 durch den Ort. Nach ursprünglich 600 Einwohnern war Reichenbach nach dem Dreißigjährigen Krieg nahezu entvölkert und zählte nur noch zirka 50 Seelen. Der Ort benötigte 180 Jahre, um sich von dieser schlimmen Zeit zu erholen. Erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts kann man von spürbaren Zuwanderungen reden. Ende des 13. Jahrhunderts kam Reichenbach unter die Oberhoheit der Herren von Württemberg, nachdem zuvor wahrscheinlich die Staufer und dann die Herzöge von Teck das Sagen hatten. 1534 befahl der evangelische Herzog Ulrich, dass Reichenbach von nun an evangelisch sein solle. Ursprünglich gehörte Reichenbach zum Oberamt Kirchheim, ab 1485 zum Oberamt Göppingen und erst seit 1938 zum Landkreis Esslingen. Weniger bekannt ist, dass Reichenbach lange Zeit als Bergwerksort galt. Im 15. Jahrhundert ließen die württembergischen Herzöge am Asang und im Lützelbachtal nach Kupfer- und Manganerzen graben, aus denen man Farben gewinnen konnte. 1457 wurde eine Steinkohlegrube in Richtung Baltmannsweiler errichtet. Im Sandstein fanden sich nicht nur vereinzelt kleine Kohleflöze, sondern auch Spuren von Gold und Silber. Zeitweise waren mehr als sechs Stollen in Betrieb. 1561 entstand eine Schmelzhütte, aber nach mehreren Unterbrechungen wurde der Bergbau 1739 wegen zu geringer Fördermengen eingestellt. Der Aufschwung Reichenbachs hängt mit der Industrialisierung zusammen. Bedeutend war hier die Ansiedlung der Baumwollspinnerei und -weberei Heinrich Otto im Jahr 1879 und auch, dass Reichenbach 1847 Bahnstation wurde und Anschluss an die überregionalen Verkehrswege fand. ReligionenSeit Herzog Ulrich 1534 die Reformation einführte, ist Reichenbach evangelisch geprägt. Es gibt jedoch auch eine römisch-katholische und eine neuapostolische Gemeinde. Einwohnerentwicklung
PolitikGemeinderatDie Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
GemeindepartnerschaftenZwischen der Gemeinde Reichenbach an der Fils und der französischen Stadt Sainte-Savine gibt es eine Gemeindepartnerschaft. Wirtschaft und InfrastrukturDie Gemeinde hatte auf Grund des wirtschaftilichen Wandels in den 1990er Jahren stark zu leiden. Anfang der 1990er Jahre schloss das Unternehmen Otto in Reichenbach. Die Traub Drehmaschinen GmbH & Co. KG, nach deren Gründer das Stadion des VfB Reichenbach benannt ist (Hermann-Traub-Stadion), ist seit 1997 Tochtergesellschaft der Esslinger INDEX-Werke GmbH & Co. KG Hahn & Tessky, was damals zu einem massiven Stellenabbau führte. Weitere Unternehmen sind der Wellpappehersteller Seyfert GmbH, das Transport- und Logistikunternehmen Kraftverkehr Nagel Kurt Nagel GmbH & Co., der Elektrogerätehersteller ELECTROSTAR Schöttle GmbH & Co. KG (Starmix), der Kunststoffverarbeiter Oskar Voltz GmbH, sowie weitere mittelständische und kleine Unternehmen. VerkehrDer Ort ist mit dem Auto über die Bundesstraße 10 von Stuttgart aus in etwa 25 Minuten zu erreichen. Der Flughafen Stuttgart ist in etwa 20 Minuten zu erreichen. Außerdem gibt es in Reichenbach an der Fils einen Bahnhof an der Filsbahnstrecke Stuttgart - Ulm - München. Der Bahnhof wird ausschließlich von Regionalbahnen (RB) angefahren. Die S-Bahn kann die Strecke noch nicht befahren, da sie zu stark frequentiert ist. Erst wenn die ICE-Trasse fertig gebaut ist können S-Bahnen bis Göppingen fahren. Des Weiteren ist Reichenbach durch mehrere Buslinien mit den umliegenden Gemeinden verbunden. Bis 2005 gab es auch noch einen kleinen Rangierberreich, mit einem Gleisanschluß zur o.g. Wellpappefabrik. Diese Gleisanlagen wurden allerdings bei den Umbauarbeiten 2005 komplett entfernt. Der dadurch eheblich angestiegene LKW-Verkehr bringt viele Probleme mit sich. Das das Firmengelände zu klein ist, verstopfen die wartenden LKW's die Umliegenden Straßen, was häufig zu Staus und versperrten Straßen führt. Nachbargemeinden sind Plochingen, Hochdorf, Hochdorf Ortsteil Ziegelhof, Ebersbach an der Fils, Lichtenwald-Hegenlohe und Baltmannsweiler, die gut mit Bus, teilweise auch mit Bahn, erreicht werden können. BildungseinrichtungenNeben einer Realschule gibt es in Reichenbach mit der Lützelbachschule auch eine Grund- und Hauptschule und mit der Brunnenschule eine reine Grundschule. Die Außenstelle der Marquardschule Plochingen, einer Förderschule rundet das Schulangebot ab. Außerdem gibt es neun Kindergärten, darunter einen Waldkindergarten. SportDie Fußballabteilung des VfB Reichenbach spielt zur Zeit in der Kreisliga, die Schachabteilung gehört zu den erfolgreichsten im Landkreis. Größter Sportverein am Ort ist der TV Reichenbach mit folgenden Abteilungen: Wettkampfgymnastik, Allgemeine Gymnastik, Kindersport, Gesundheitssport, Leichtathletik, Handball, Tischtennis, Volleyball, Faustball, Ballermänner. Kultur und SehenswürdigkeitenDas h2o auf dem Gelände der ehemaligen Spinnerei Otto, sowie die halle im ehemaligen Bierkeller bieten regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen von regionaler Bedeutung. [1] Bauwerke
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